{"id":146,"date":"2021-06-27T12:13:29","date_gmt":"2021-06-27T10:13:29","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/dreil\/?p=146"},"modified":"2021-06-27T12:13:29","modified_gmt":"2021-06-27T10:13:29","slug":"schule-vorbei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/dreil\/2021\/06\/27\/schule-vorbei\/","title":{"rendered":"Schule vorbei"},"content":{"rendered":"<p>Ich fange einfach bei dem gr\u00f6\u00dften Erlebnis an. Am Freitag war die Verabschiedung und das offizielle Ende des Schuljahres. Traurig. F\u00fcr viele Sch\u00fcler*innen ein gro\u00dfer Schritt nach vorne. Nicht mehr die Kleinsten sein, in den Abijahrgang starten oder auf einen Schulwechsel gefasst machen. F\u00fcr alle bedeutet es nicht unbedingt Ende, sondern viel mehr Anfang und Vorfreude. F\u00fcr mich bedeutet es, dass das Ende immer n\u00e4her kommt und das macht mich traurig. Den Abschiedspost verfasse ich aber noch nicht. Vielleicht auch gar nicht, denn wie dankbar ich allen hier bin, sage ich oft. Und ich meine es ernst. Jeder hier ist mir so ans Herz gewachsen. Und ganz besonders m\u00f6chte ich an dieser Stelle mal meiner Ansprechpartnerin danken. Kasia. 7 Monate lang habe ich deinen Namen betone wie eine volle deutsche Kartoffel und ich versuche mich zu bessern, versprochen. Und ich glaube du weist, dass du so viel mehr als eine Ansprechpartnerin bist. Eine Besch\u00fctzerin, meine Infostelle, meine \u00dcbersetzerin, eine Freundin. Immer da, wenn ich etwas brauche. Kopfh\u00f6rer wie auch einfach Gesellschaft. Immer neue Ideen und Zeit, damit ich mich noch mehr in Lublin verliebe. F\u00fcr jeden meiner Unterrichtsvorschl\u00e4ge offen (ich habe FinchAsozial mit einer Klasse geh\u00f6rt). Und auch wenn es einfach nur Spazierg\u00e4nge mit Kobi waren, haben sie mir immer so viel bedeutet.\u00a0 Ich schreibe das hier jetzt schon, obwohl uns noch 2 Monate bleiben, weil ich schon so viel weinen werde. Das muss nicht alles auf einmal kommen. Deswegen hier einfach ein Danke! Ich w\u00fcrde und werde mich noch unz\u00e4hlige Male bei dir bedanken. Aber so sieht es jeder. Und jeder sieht, was f\u00fcr ein riesiges Gl\u00fcck ich habe, dich kennenlernen zu d\u00fcrfen. Du bist eine so starke und unabh\u00e4ngige Frau mit einem gro\u00dfen Selbstbewusstsein, wie ich es mir nur w\u00fcnschen k\u00f6nnte. Ich hoffe, dass ich nicht nur viel von meinen Erfahrungen in Polen mitnehmen, sondern auch von der Zeit mit dir. Hoffentlich ist ein kleines F\u00fcnkchen auf mich abgerieselt. Aber nicht falsch verstehen! Ich bin nat\u00fcrlich auch so vielen anderen dankbar. In Polen wie in Deutschland. Aber ich musste es Kasia gegen\u00fcber einfach mal loswerden.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu Freitag. Um ehrlich zu sein kam ich hin und hatte einfach Lust unter Menschen zu sein und Tradition mitzubekommen. Das habe ich auch. Und zwar viel polnische Tradition. 1.Kl\u00e4ssler haben auf die Schulfahne geschworen und ich habe den Chor mal von au\u00dfen betrachtet. Nat\u00fcrlich wurde auch viel Polnisch gesprochen. Ich habe mich auch wirklich bem\u00fcht so viel wie m\u00f6glich zu verstehen, aber ab einem bestimmten Punkt, schweifte ich ehrlich gesagt mit meinen Gedanken ab. So langsam verstand ich immer weniger. Bis Kasia meine Jacke und Tasche von meinem Scho\u00df nahm. Verwirrt sah ich mich um, bis sie mir sagt &#8222;Du musst gleich auf die B\u00fchne&#8220;. Ich verstand die Welt nicht mehr bis der Direktor (ein sehr netter Mann) etwas von &#8222;Woluntariusz&#8220; (zu deutsch Freiwillige) sagt. Kurzer Sto\u00df am Arm und alle Blicke liegen auf mir. Also gehe ich auf die B\u00fchne und nehme ein Pr\u00e4sent und ein Umschlag entgegen. Alles wie im Traum. Ich wusste gar nicht recht, was hier gerade passiert. Aber ich habe einfach nur gestrahlt. \u00dcber beide Ohren hinweg. Ich kam mir so gut, so wertgesch\u00e4tzt und so gl\u00fccklich vor. Und gleichzeitig hielt ich Tr\u00e4nen zur\u00fcck. Ich habe wirklich gar nicht damit gerechnet und m\u00f6chte mich noch einmal bedanken. Eine so sch\u00f6ne \u00dcberraschung. Ich weis gar nicht wie ich auf der B\u00fchne aussah und ich weis nicht ob ich die Bilder sehen will. Denn der Moment, so wie er in meinem Ged\u00e4chtnis jetzt ist, ist so voll Freude. Genauso m\u00f6chte ich ihn behalten.<\/p>\n<p>Ich k\u00f6nnte jetzt weiter ausschweifen und meinen anderen Ansprechpartnern danken, oder den Lehrer*innen im Lehrerzimmer, die sich bem\u00fcht haben mit mir zu kommunizieren, oder dem Direktor f\u00fcr die Freundlichkeit, oder jedem Sch\u00fcler*in f\u00fcr die Zusammenarbeit oder meiner Vermieterin f\u00fcr die Wohnung oder den anderen Freiwilligen f\u00fcr die tollen Reisen und Abenteuer oder meiner Familie f\u00fcr die Unterst\u00fctzung oder meinem Freund und meinen Freunden f\u00fcr virtuelle Gesellschaft. Oder ich belasse es einfach genau hier. Ihr seid alle in meinem Herz.<\/p>\n<p>Damit war es aber nicht mit dem Freitag. Denn es ging zur n\u00e4chsten Reise nach Rzeszow. Es waren wundersch\u00f6ne 24 Stunden, die wir wirklich trotz Wind und Wetter durchgezogen haben und voll ausgenutzt haben. Die Galerie folgt nat\u00fcrlich noch. Eine sehr sch\u00f6ne Stadt, die gr\u00f6\u00dfer ist als man denkt.<\/p>\n<p>Bevor ich hier noch zu sehr in einen Trauer Blues komme<\/p>\n<p>Bleibt lieb, bleibt gesund<\/p>\n<p>Leana<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich fange einfach bei dem gr\u00f6\u00dften Erlebnis an. Am Freitag war die Verabschiedung und das offizielle Ende des Schuljahres. Traurig. F\u00fcr viele Sch\u00fcler*innen ein gro\u00dfer Schritt nach vorne. Nicht mehr die Kleinsten sein, in den Abijahrgang starten oder auf einen Schulwechsel gefasst machen. 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