{"id":64,"date":"2013-12-12T23:30:58","date_gmt":"2013-12-13T05:30:58","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/df13\/?p=64"},"modified":"2013-12-12T23:30:58","modified_gmt":"2013-12-13T05:30:58","slug":"tlacuayotl-tag-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/df13\/2013\/12\/12\/tlacuayotl-tag-15\/","title":{"rendered":"Tlacuayotl: Tag 15"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt bin ich bereits an Tag 15 meines Ern\u00e4hrungsexperiments angekommen. Auf dem Herd k\u00f6cheln Jicama und Karotten vor sich hin, gleich werd ich noch Kichererbsen f\u00fcr morgen einweichen und ein Viertel Apfel liegt hier schon bereit. So langsam hab ich zumindest in der Zubereitung eine gewissen Routine entwickelt. Trotzdem f\u00e4llt mir das Einhalten der Regeln in den letzten Tagen nicht mehr so wirklich leicht. Das mag aber auch daran liegen, dass ich trotz Alkohol- und Softdrink-Abstinez bereits zwei Mal auf einem Konzert war. Um mich herum haben nat\u00fcrlich alle Bier getrunken und komisch geguckt, dass ich nur Wasser trinke. Ganz sch\u00f6n isoliert f\u00fchlt man sich da. Die Weihnachtsfeier in unserem B\u00fcro letzte Woche fiel mir da noch leichter. Auch wenn der Weihnachts-Punsch ziemlich gut gerochen hat und der Apfelstrudel verlockend aussah. Den frisch zubereiteten H\u00fchnchen-Kartoffel-Apfel-Ananas-Salat von der Gro\u00dfmutter eines Freundes abzulehnen, war dann wiederum schon fast grenzwertig.<\/p>\n<p>K\u00f6rperlich geht es mir wunderbar, ich f\u00fchle mich ziemlich fit und ausgeglichen. Trotz wenig Schlaf, versp\u00fcr ich kaum M\u00fcdigkeit. Ich f\u00fchl mich gesund und fast durchg\u00e4ngig satt. Jetzt, da mir nur noch 4 Tage fehlen, kehrt die Lust auf all die gew\u00fcrzten und duftetenden Lebensmittel, die ich momentan nicht essen darf, allerdings zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Mal f\u00fcr eine Zeit auszusteigen aus dem allt\u00e4glichen Konsumverhalten sensibilisiert ganz sch\u00f6n daf\u00fcr, was und wie viel man sonst isst. Vor allem hier in Mexico f\u00fchle ich mich st\u00e4ndig von Essen umgeben. Die Kollegen bieten einem S\u00fc\u00dfigkeiten an, der deutsche B\u00e4cker klingelt einmal die Woche, der leckere Sandwichmann ist nur 10 Meter entfernt, an jeder Ecke gibt es ein <i>7-Eleven<\/i> oder <i>Oxo <\/i>(quasi der mexikanische Sp\u00e4ti), aus denen ein ziemlich k\u00fcnstlicher Kaffe-Moka-Geruch hervorstr\u00f6mt, an den Eing\u00e4ngen der U-Bahn-H\u00f6fe werden alle m\u00f6glichen Speisen verkauft, in den Durchg\u00e4ngen zu den Gleisen werden S\u00fc\u00dfigkeiten verkauft, in der U-Bahn kommen dann wiederrum die Verk\u00e4ufer mit ihren N\u00fcssen und Kaugummis, auf Konzerten laufen Menschen mit Mini-Pizzen, Popcorn und Eis durch die Menge und selbst wenn ich in der Wohnung bin h\u00f6re ich drau\u00dfen den Tamales-Mann mit seinem Tonband vorbeifahren und sein Essen anpreisen. Brauchen wir das tats\u00e4chlich alles? Nein. Ein \u00dcberangebot, nur damit wir konsumieren.<\/p>\n<p>Ein weiterer Vorteil dieser 20 Tage ist, dass ich tats\u00e4chlich das Gef\u00fchl habe, dass sich meine Geschmacksnerven verfeinert haben. Reis, Haverflocken und Kartoffeln haben Eigengeschmack! Au\u00dferdem habe ich eine Vielzahl an Lebensmitteln probiert, die ich noch nicht kannte, wie Nopal, S\u00fc\u00dfkartoffel, Frijoles und Amarant.<\/p>\n<p>Meine Vorfreude auf Dienstagk der Tag unserer Abschlussklausur des N\u00e1huatl-Kurses, steigt. Als Belohnung werden wir n\u00e4mlich schon nach der Klausur das <i>Tlacuayotl <\/i>abschlie\u00dfen und was gutes ordentlich gw\u00fcrztes Kochen und dann gemeinsam essen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt bin ich bereits an Tag 15 meines Ern\u00e4hrungsexperiments angekommen. Auf dem Herd k\u00f6cheln Jicama und Karotten vor sich hin, gleich werd ich noch Kichererbsen f\u00fcr morgen einweichen und ein Viertel Apfel liegt hier schon bereit. 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