{"id":23,"date":"2013-09-28T15:43:15","date_gmt":"2013-09-28T20:43:15","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/df13\/?p=23"},"modified":"2013-09-28T21:52:20","modified_gmt":"2013-09-29T02:52:20","slug":"grossstadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/df13\/2013\/09\/28\/grossstadt\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfstadt"},"content":{"rendered":"<p>Ich lebe in einer der gr\u00f6\u00dften Metropolregionen der Erde.\u00a0 Ca. 20 Millionen Menschen leben hier im <em>Valle de M\u00e9xico. <\/em>Im Hauptstadtbezirk selbst sind es um die 8 Millionen Einwohner.\u00a0 Die erste Woche hab ich diese Riesenmasse an Menschen nicht wirklich wahrgenommen. Auf meinen allt\u00e4glichen Wegen hier im Viertel begegnet man dem ein oder anderen, aber es sind auch nicht mehr Personen unterwegs als ich es aus deutschen Gro\u00dfst\u00e4dten gew\u00f6hnt bin. Das Verkehrsaufkommen lie\u00df mich da schon eher erahnen, dass hier doch ein paar mehr Menschen verkeheren, als in Potsdam. Hier auf dem Dach der DAAD-Zentrale Mexikos bin ich stets begleitet von der unersch\u00f6pflichen Ger\u00e4uschkulisse des Stra\u00dfenverkehr: vom Hupen, vom Rauschen, von knatternden Motoren und klappernden LKWs. Dazwischen mischt sich immermal das Dr\u00f6hnen eines Flugzeugs, Polizeisirenen, das Rattern eines Hubschraubers und das Bellen und Jaulen des h\u00e4sslichen Hundes im gegen\u00fcberliegenden Geb\u00e4ude. Auch bei meinem Ausflug letzten Samstag nach Xochomilco, inklusive Metro- und <em>Tren Ligero-<\/em>Fahrt, hielt sich der Menschen-Andrang in Grenzen. Die letzten Tage, haben mir allerdings zu sp\u00fcren gegeben mit welcher Unmenge an Menschen ich die Stadt teile.<\/p>\n<p><strong>Nahkampf Metro<\/strong><\/p>\n<p>Jeden letzten Mittwoch des Monats haben die Museen hier in D.F. (<em>Distrito Federal<\/em>) bis in die Nacht hinein ge\u00f6ffnet. Das bot uns die M\u00f6glichkeit es nach Arbeitsschluss noch vor Ende der \u00d6ffnungszeiten in eines der viele Musseen zu schaffen. Unsere Wahl viel auf das <em>Museo de la Mujer <\/em>(Frauenmuseum) im Zentrum der Stadt. Dort sollte sogar nochein kostenlosen ein Konzert stattfinden. Also, schnell noch was gegessen und weil Rike und ich schon geh\u00f6rt hatten, dass es in der Woche abends ziemlich viel Trubel auf den Metro-Strecken gibt, machten wir uns ca. eine Stunde vor Konzertbeginn auf den Weg. 15 Minuten Fu\u00dfweg zur Metrostation war schnell hinter uns, der Weg hinunter in die Metro-Unterwelt, in der es immer unglaublich hei\u00df ist, lie\u00df uns dann den Atem stocken. An beiden Seiten der Gleise standen in ca. 10 Reihen hintereinander Menschen. Jeder Zug, der anrollten, war allerdings schon so heillos \u00fcberf\u00fcllt, dass nur mit ganz viel M\u00fche, mit Dr\u00fccken und Schieben von au\u00dfen und Ziehen von Innen,\u00a0 sich noch\u00a0 so ca. 3 Personen pro Wagon hineinquetschen konnten. Entsprechend eng war es am Bahnsteig und man empfohl uns netterweise uns doch besser ganz vorne anzustellen, dort wo nur Frauen und Kinder mitfahren d\u00fcrfen. Dort war es nat\u00fcrlich noch viel voller. Gaaaanz langsam konnten wir uns weiter nach vorne K\u00e4mpfen. Mit jedem Zug der anrollte flammte kurz die Hoffnung auf reinzupassen, die dann beim Anblick des vollgestopften Zugs, ganz schnell wieder erlosch. Schwitzend und nach Luft schnappend schafften wir es dann doch nach ca. 1 Stunde uns in eine Metro hineinzudr\u00e4ngeln. Umfallen ging nicht mehr, kein Zentimeter Platz zu keiner Seite. Wenigstens ein wenig nach oben hin, zum Luft schnappen. Das Aussteigen war nicht weniger turbulent. Kurz vorm Halt machte die ein oder andere verst\u00e4ndlich, dass sie jetzt aussteigen wollte, andere sagten, dass sie drinbleiben wollten und so wurde wieder gedr\u00fcckt und gezogen und geschoben und das alles entgegen der Kraft der einsteigenden Personen, die nicht warteten bis wir ausgestiegen waren sondern nur darum bem\u00fcht waren selbst noch hineinzupassen. Zum Gl\u00fcck war der Bahnsteig hier dann leerer und die Weiterfahrt mit einer anderen Metrolinie war sehr viel entspannter. Das Konzert haben wir nat\u00fcrlich verpasst. Leider ist meine Jacke auch irgendwo abhanden gekommen. Der Museumsbesuch hat sich allerdings trotzdem gelohnt!<\/p>\n<p><strong>Wenn Google-Maps versagt<\/strong><\/p>\n<p>In Berlin gibt es das Ph\u00e4nomen, dass Stra\u00dfennamen zweimal oder dreimal auftauchen und man immer wissen sollten in welches Stadtviertel man f\u00e4hrt. Auch hier sollte man sich dar\u00fcber besser im Klaren sein.\u00a0 Gestern abend war ich auf einer Abschiedsparty eingeladen. Wendy, die als &#8222;kulturweit&#8220;-Freiwillige bei der nationalen Kommision der UNESCO hier in D.F. arbeitet,\u00a0 hatte mich dorthin eingeladen. Wir machten einen Treffpunkt an einer Metrostation aus. Mit etwas Bier im Gep\u00e4ck kam ich zu fr\u00fch dort an. Wendy versp\u00e4tete sich etwas &#8211; das Metronetz kann ziemlich verwirrend sein, Stationenn wie <em>Tacuba<\/em> und <em>Tacubaya<\/em>, sowie<em> Constituyentes<\/em> und <em>Insurgentes<\/em>, sind schnell mal verwechselt. Letztlich versp\u00e4tet sie sich um ca. 45 Minuten, was allerdings auch dem zu schulden war, dass Metrostationen immer mehrer Ausg\u00e4nge haben, die im ung\u00fcnstigsten Fall &#8211; so wie gestern &#8211; durch eine dazwischenliegend autobahn\u00e4hnliche Stra\u00dfe getrennt sind. Nachdem wir das festgestellt hatten, machten wir am Telefon aus uns unten am Gleis zu treffen, da wir uns nicht sicher waren welcher Ausgang nun der n\u00e4here zur Adresse der Party war. Dabei beobachtete ich eine Kakerlake, die schnelle von rechts nach links \u00fcber die grauen kacheln des Metroeingangs sauste, wieder zur\u00fcckkam, stehen blieb und mit den F\u00fchlern wackelte. Im gro\u00dfen Bogen nahm ich meinen Weg \u00fcber 3 Rolltreppen hinab zum Bahnsteig. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg zur\u00fcck zum Eingang, aus dem ich gekommen war. Laut Karte, die im Metroeingang aushing, musste es ganz nah sein. Auch Wendy wusste von der Person, die die Party veranstaltete, dass es nicht weit weg von der Metrostation sein sollte. Au\u00dferdem hatte sie die Adresse bei Google-Maps nachgegeuckt und auch dort hie\u00df es, dass die Adresse nicht weit sein konnte. Als wir dann ,nachdem wir einen Passanten gefragt hatten, vor der richtigen Hausnummer standen, kamen Zweifel auf, ob wir tats\u00e4chlich richtig waren. Keine Musik, kein Licht, keine Stimmen, keine Reaktion aufs Klingeln&#8230; Beste L\u00f6sung in diesem Moment: mal bei der Party anrufen. Verwirrung. Wir waren auf der\u00a0 richtigen Stra\u00dfe, auch die Hausnummer stimmte, alledings fehlte der Zusatz &#8222;B&#8220;. Wie Wendy erk\u00e4rt wurde hatte diese Stra\u00dfe zwei Teile. Wir waren im anderen Teil, im falschen Teil und zwar in Teil A. Nach einem ca. 15-Min\u00fctigen Fu\u00dfweg und mehreren verwirrenden Wegausk\u00fcnften, erreichten wir unser Ziel dann endlich. Die Stra\u00dfe wird durch einen Park getrennt, h\u00f6rt vormParkeingang einfach auf und geht ca. 5 Stra\u00dfen weiter, dann weiter. Und zwar, ganz logisch, mit Teil B der Stra\u00dfe. Dass sich Stra\u00dfenamen doppeln k\u00f6nnen war mir bewusst, dass diese allerdings mehrere Teile besitzen k\u00f6nnen war mir neu. Google-Maps wohl auch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich lebe in einer der gr\u00f6\u00dften Metropolregionen der Erde.\u00a0 Ca. 20 Millionen Menschen leben hier im Valle de M\u00e9xico. Im Hauptstadtbezirk selbst sind es um die 8 Millionen Einwohner.\u00a0 Die erste Woche hab ich diese Riesenmasse an Menschen nicht wirklich wahrgenommen. 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