The most wonderfull time of the year

Man sagt Weihnachten sei die schönste Zeit des Jahres, jedenfalls singt es Andy Williams so in seinem Weihnachtshit. In der Ukraine mag das auch stimmen, doch trotzdem feiert man hier etwas anders als bei uns.

Während wir uns mit einem Adventskalender auf den 24. Dezember freuen, warten die ukrainischen Kinder ungeduldig auf Silvester, denn erst dann gibt es die Geschenke. Der Übergang ins neue Jahr wird natürlich auch gefeiert, doch lang nicht so groß wie bei uns. Am 6./7. Januar wird dann die Familie besucht und es wird gegessen und über den neuen Freund der Cousine getratscht, genau wie bei uns. Doch was macht man, wenn man keine ukrainische Familie hat mit der man Weihnachten und Silvester feiern kann?

Mein erster Gedanke war es alle Deutschen in der Stadt an heilig Abend zum Essen einzuladen, doch schnell musste ich feststellen, dass alle, außer mir, zurück nach Deutschland flogen. So war Völkerverständigung angesagt und zusätzlich zu einer Freiwilligen aus Ismail lud ich zwei ukrainische Freunde ein. So gab es dann am 24.12. neben Rotkohl und Hackbraten auch ukrainischen Wein und Fisch. (Der Fisch hat jedoch so gestunken, dass ihn keiner wollte haha)

Silvester verlief ganz ähnlich. Zuerst traf ich mich mit den einzigen Deutschen in der Stadt, der Freiwilligen aus Ismail und ihrer Familie, wurde dann zu 0:00 fast von ein paar Jugendlichen mit Böllern weggesprengt und ging letztendlich zu einer Party mit meinen internationalen Freunden. (Anmerkung am Rande: Wenn ihr glaubt Polenböller seien laut und gefährlich, dann steht mal neben einem Ukraineböller ;P)

Nur einige meiner Freunde, mit denen ich Silvester und viele andere Tage verbringen durfte.

Alles in allem waren die Feiertage zum einen ereignisreich und zum anderen ereignislos. Ich verbrachte viel Zeit in der Wohnung, ohne sinnvolle Beschäftigung, da fast jeder bei seiner Familie war. Nur ich leider nicht. Ich muss sagen, dass abgesehen von einigen wenigen Tagen die Feiertage vor allem von Langeweile und Heimweh geprägt waren. Denn was Andy Williams in seinem Song nicht beachtet ist, dass die ganzen schönen Dinge der Weihnachtszeit eigentlich nur mit Freunden und Familie Spaß machen.

Ab Montag beginnt wieder die Schule und ob ich es glauben kann oder nicht, es wird schon mein letzter Monat dort sein, denn in 41 Tagen trete ich schon wieder die Heimreise an. Was mir der letzte Monat noch alles an Erlebnissen und Überraschungen bringen wird? Mal schauen 😉

Die neue Generation

Die kalte Jahreszeit in Odessa ist schon seit einer Weile angebrochen. Der Wind weht Nebel über das schwarze Meer und die Sonne hat sich für die nächsten Monate verabschiedet. Doch bevor sie ihren Winterschlaf antrat wurden die letzten sonnigen Tage noch richtig genutzt, denn im September kamen mich Jonas und Amina besuchen. Die alte Kerngruppe von Quintastik war wieder vereint. Wer hätte gedacht, dass das in Odessa sein wird?

Unter Wasser im schwarzen Meer


Die Stadt wurde erkundet und auch das mittlerweile schon ziemlich kühle Meer wurde noch einmal bebadet. Leider blieben die beiden nur sehr kurz in der Stadt und so hatten wir nur anderthalb Tage und einen Abend. Trotzdem war es eine super Zeit!
Doch so wie Amina und Jonas machten sich auch andere wieder auf den Weg zurück nach Deutschland.

Nachdem ich fast ein halbes Jahr mit Clara, Lina und Svenja die Ukraine erkundet hatte, kam irgendwann der Zeitpunkt an dem ihr Freiwilligendienst endete. So war ich, aus kulturweit-Sicht gesehen, plötzlich alleine. Es ist erstaunlich wie schnell man sich an Leute gewöhnen kann, die man noch vor kurzem garnicht kannte und ich muss zugeben, dass ich die gemeinsame Zeit auch ein wenig vermisse.

Hoffentlich sehen wir uns noch öfters !

Doch glücklicherweise blieb ich nicht lange allein, denn eine Generation geht und eine neue kommt. Wie so oft gab es vor einiger Zeit wieder mal eine Fortbildung in Odessa und ich lernte die neuen Freiwilligen kennen. Marlene, Anne und Henry (der sich als Hannah entpuppte) sollten also von nun an meine neuen kulturweit-Buddys sein und ich muss sagen, dass sie bisher genauso cool drauf sind wie ihre Vorgängerinnen. (Nochmal Glück gehabt ;))

Hannah aka Herny hat das Foto gemacht 🙂

Kurz vor Beginn des Fortbildung in Odessa erreichte meine Schule Nummer 90 ein Hilferuf. Die Schule Nummer 1 in Mykolaiv hatte ernsthafte Probleme. Die bisherigen Deutschlehrer waren weg und es gab nur noch eine Gruppe von neuen Lehrern, die keinerlei Erfahrung zur Vorbereitung des DSD mitbrachten. (DSD = Deutsches Sprachdiplom)
So machte ich mich gleich nach der Fortbildung auf den Weg, um zu helfen. In Mykolaiv hielt ich einige Tage ein Seminar, zu allem was man zum Sprachdiplom wissen muss. Naja, jedenfalls hoffe ich das xD
Ich arbeitete nicht nur mit den Schülern, sondern verbrachte auch meine Freizeit ein wenig mit ihnen. So ging es an einem Tag in den besten Zoo der Ukraine. Natürlich mussten alle auch weiterhin Deutsch reden 😉 Am Ende meiner Zeit an der Schule Nummer 1 fühlte ich mich dann wie ein kleiner Superheld, als mich die Schüler kaum gehen lassen wollten. Vielen Dank für die schönen Erinnerungen!!

Jetzt bin ich schon seit einigen Tagen wieder in Odessa und freue mich schon sehr auf die nächste Woche. Clara hat sich und ein paar Freunde angemeldet und kommt vorbei um hier ein paar Tage zu verbringen. Die nächsten Tage werden also von guter Laune und schlechten Witzen geprägt sein – genau mein Humor also 😉

 

Endlich wieder Bier im Haus!

Die letzten Wochen waren vor allem durch viel hin und her gekennzeichnet. So kamen mich nicht nur zwei Freiwillige besuchen (Judith und Clara) sondern auch meine Eltern. Es war schon etwas ungewöhnlich sie nach immerhin fünf Monaten vom Flughafen abzuholen und ich war zugegeben ein wenig aufgeregt.
Kaum angekommen merkte ich sofort dass Muttern im Haus war. Es wurde erstmal Alles (!) nach ihren Maßstäben geputzt. Egal was ich sagte, davon konnte ich sie nicht abhalten. Außerdem war ich viel zu sehr von ihrem, wie ich sagen muss sehr gelungenem, Gastgeschenk abgelenkt.
Mehrere Dosen meiner lieblings Biermarke!!!
Das beste vorzeitige Geburtstagsgeschenk, das sie mir hätten machen können 😉

Die kommenden Tage gab es dann das volle Touristenprogramm mit Strand, Seilbahn und natürlich den Sehenswürdigkeiten Odessa`s. Nach fünf Tagen dann war der Spaß jedoch leider schon wieder vorbei und ich musste sie am Flughafen absetzen.
Natürlich blieb die ein oder andere Träne nicht aus und mit einem etwas wehmütigem Gefühl ging es zurück in meine Wohnung. Zum Glück ließ mir aber mein neuer/alter Besuch (die anderen Freiwilligen) nicht viel Zeit zum Trübsalblasen 🙂

Am letzten Montag ging es dann noch einmal ins Ausland für mich. Ein Bekannter und ich fuhren in die Republik Moldau. Die Natur dort ist sehr schön und mir gefiel es sehr durch das Land zu fahren. Die Hauptstadt Chisinau ist auf jeden Fall die zwei Tage die ich dort verbrachte Wert gewesen. Mehr Zeit wäre aber nicht nötig gewesen, da sie nicht wirklich viele interessante Plätze zu bieten hat.

Eine Autobahn, die zur Hälfte gesperrt ist.

Trotzdem genoss ich die Zeit sehr und lernte viele nette Menschen kennen. Am letzten Abend wurde dann eine kleine Bartour veranstaltet. Und während das Bier floss verstand man sich prächtig. (Vielleicht ist Bier doch das beste Mittel zur internationalen Verständigung ;p).

Auf der befahrenen Autobahn sitzen.

Jetzt bin ich wieder zurück in Odessa und freue mich darauf, dass die Schule bald wieder beginnt und natürlich auch auf meine neue Mitbewohnerin.

PS: In Moldau hab ich mich beim internationalen Biertrinkwettstreit nicht übervorteilen lassen und die anderen ausgestochen.

PPS: Mc Donalds verkauft tatsächlich Mc Bier (in großen Mengen)- Was man nicht so alles in Moldau erfahren kann haha.

 

Hoch hinaus

Jeder hat schon das Zitat: „Der Weg ist das Ziel“ von Konfuzius gehört. Auf meinem Wandertrip in den Karpaten mit Clara, Svenja und Lina musste ich das ein oder andere Mal an diesen Spruch denken. Obwohl bei der Brotzeit (dieses Wort wurde mir von Clara beigebracht ;)) auf dem Berg auch das Ziel ganz zufriedenstellend sein kann.

Direkt nach der Sommerschule ging es über Lemberg und Ivano-Frankivst nach Jaremsche, einem relativ kleinen Ort in den ukrainischen Karpaten. Schon kurz nach unserer Ankunft merkten wir, dass wir zu den wenigen Touristen zählten die tatsächlich größere Wandertrips geplant hatten. Überall war Werbung zu Quadtouren und Ähnlichem. Doch so waren wir zumindest abseits dieser „Abenteuer“, auf den richtigen Wanderwegen, oft allein und konnten die Ruhe und Schönheit der Berge, nur von kurzen Stöhnern der Erschöpfung unsererseits unterbrochen, genießen.
Ich war vor diesem Trip noch nie ein großer Wanderfan gewesen, doch ich muss sagen, dass es mir sehr gefallen hat und ich mich schon auf den nächsten Wanderurlaub freue.

Die erste Tour in der Gegend um Jaremsche hatte es sofort in sich. Nachdem wir uns von den meisten Touristen getrennt hatten ging es immer bergauf durch leicht matschige Wälder, es hat oft geregnet in der Anfangszeit, bis zu einem schönen Kamm, der uns einen Blick auf den Ort unter uns ermöglichte.

Nach einer kurzen Pause ging es dann die letzten Meter, einen etwas steileren Abhang hinauf zum Bergkreuz. Doch der anstrengenste Teil sollte uns noch bevorstehen. Als wir den richtigen Abstieg fanden (was garnicht so leicht war wie es sich anhört) ging es einen sehr steilen und vor allem auch sehr nassen, rutschigen Hang hinunter. Man braucht nich viel Fantasie um sich vorzustellen warum ich danach große Bremsspuren aus Erde auf meiner Kehrseite hatte haha 😉
Doch auch dieses Hinderniss wurde überwunden – mal laufend, mal rollend und wir kamen in einen Wald, der sich mit dichten Nebel gefüllt hatte. Dieser Anblick und die Atmosphäre gefielen mir am meisten. Der Rest verlief zwar anstrengend, jedoch unspektakulär.

Nach einem weiteren kurzen Wandertrip in Jaremsche ging es mit Sack und Pack zwei Orte weiter nach Tatarif. Ich erinnere mich noch wie Lina an einem Tag meinte „siehst du den großen Berg da hinten? Der, auf dem keine Bäume stehen? Da würde ich gern rauf“.

Im Hintergrund ist besagter Berg zu sehen.

Obwohl diese Tour zuerst als nicht möglich abgestempelt wurde ging es ein paar Tage später trotzdem auf diesen Berg – den Хом̀як. Diese Tour forderte unsere ganzen Energiereserven, doch trotz widriger Umstände schafften wir den Wanderweg, der insgesamt 30km und 1400 Höhenmeter maß. Vor allem das letzte Wegstück war schwer für mich. Während Clara von Fels zu Fels hüpfte und sich sichtlich wohl fühlte klammerte ich mich auf allen Vieren laufend an den Fels. Doch mit der Zeit wurde auch ich sicherer und konnte auch irgendwann wieder aufrecht laufen.

Kurz darauf ging es wieder nach Lemberg und dort trennten sich die Wege von uns Allen. Jetzt bin ich wieder in Odessa und wohne sogar in einer neuen Wohnung. Was ich in ihr wohl alles erleben werde?

Sommer = Schule ?

Die großen Sommerferien sind schon seit einiger Zeit endlich da. Doch wer denkt, dass das Freizeit für mich und die anderen Freiwilligen in der Ukraine bedeuten würde liegt leider falsch.

 

Direkt nach dem letzten Schultag, der Linejka, bei der sich alle Schüler in Reih und Glied aufstellen und die 11.-Klässler ihren Abschlusstanz tanzen (die Schule in der Ukraine endet nach 11 Jahren) ging es für Svenja, Clara und mich ins verträumte Polen, in die Nähe von Breslau. Leider bedeutet in dem Fall verträumt auch gleichzeitig am Hintern des Jenseits für uns ukrainische Freiwillige ^^

Hier ein kleines Bild aus Lemberg

So began also eine zweitägige Fahrt mit verschiedenen Zügen. Da in so einem Zug nicht viel passiert, außer dass die Ukrainer permanent Essen (vielleicht ein kleines Ritual?) ,überspringe ich diesen Teil.

 

Das Seminar war super schön. Die Villa in der uns Kulturweit einquartiert hatte war der perfekte Ort, wenn man einfach mal abschalten will – oder, wie in unserem Fall ein schönes Seminar plant. Die Zeit dort verging wie im Flug und dementsprechend machten wir uns nur widerwillig auf eine weitere zweitägige Rückfahrt auf. Nach einem 40h wachbleib Marathon für mich, ich konnte im Bus nämlich nicht schlafen, und einer schönen Aufenthaltszeit in Lemberg war ich dann endlich wieder in Odessa.

Natur pur in Polen

Gestern endete die Sommerschule. Sommer + Schule? Hört sich weniger entspannt an. Für uns Freiwillige bedeutete das 10 Tage mit allen Schulen der Süd/Westukraine, die das „Deutsche Sprachdiplom“ anstreben wollten, Unterricht von morgens bis abends. Jeder übernahm einen Workshop, und so gab es neben Theater und Film auch den Workshop „Literatur mit Markus #PoetrySlam“.

Obwohl wir nur wenige Stunden zur Vorbereitung hatten, können alle Workshops auf ihre Ergebnisse stolz sein…..naja, bei manchen Schülern mehr oder weniger xD
In den nächsten Tagen geht es für mich, natürlich wie immer in Begeleitung der anderen drei Freiwilligen, in die Karpaten zum wandern. Sollte man also nichts mehr von mir hören, dann wurde ich von einem Bären gefressen oder bin vom Berg gefallen ;P

Gosen goes international

Jeder der mit mir schon längere Zeit verbracht hat wird bemerkt haben, dass ich aus Gosen komme. Spätestens wenn ich mein „Gosen“ Shirt trage kommt die Frage was das Wort bedeuten soll. Auch in der Ukraine darf dieses Shirt natürlich nicht fehlen.
So reist nicht nur der Gosener durch die Welt sondern sein Shirt gleich mit.

Gosen trifft Odessa und Saporischschja

(Leider ist das Gosen Bild aus Oleksandrija verloren gegangen 🙁 )

In den letzten zwei Wochen war ich nicht nur in Odessa, meiner neuen kleinen Heimat, sondern hatte aufgrund günstiger Feiertage (die hier wie früher schon erwähnt alle Nase lang sind) auch die Chance mal etwas mehr von der Ukraine zu sehen.
So ging es zuerst nach Oleksandrija, einem kleinen Städtchen in dem eine andere Freiwillige ihre Kulturweit-Zeit erlebt. Oleksandrija gilt zwar als Stadt, hat jedoch einen eher dörflichen Charme. Die Sehenswürdigkeiten der Stadt waren schon nach einem Tag gesehen und so kam die Frage auf „Was machen wir nun?“. Zum Glück kannte Clara (die andere Freiwillige) einige Einheimische in unserem Alter…so plus-minus 5 Jahre ^^
In Oleksandrija ist es tatsächlich so, dass dort hauptsächlich alte und sehr junge Menschen leben, da der Arbeitsmarkt dort wenig zu bieten hat. Deshalb war es nicht leicht gleichaltrige zu finden für Clara 😉
Mit Claras Bekannten ging es dann an einem Tag zum Fluß. Sie konnten nicht damit leben, dass ich noch kein echt ukrainisches Schaschlik gegessen hatte. (Mit Schaschlik ist hier im allgemeinen Grillen gemeint ;P)
Schnell lernte ich das zum Essen auch das Trinken dazugehört. Es ist schwer nicht betrunken zu werden, wenn einem immer wieder nachgegossen wird, solange die Flasche noch etwas hergibt. Am Grund dieses, durchaus immer schmackhafter werdenden, Wodkas angekommen sahen Fluss und Umgebung auch gleich noch schöner aus. Zugegeben auch etwas verschwommener, aber es war auch immerhin schon 16:00.
Alles in Allem war es ein sehr gelungener und spaßiger Ausflug.

Am letzten Mittwoch, dem Tag des Sieges, kam ich dann bei meiner zweiten Reisestation Saporischschja an. Dort wohnt ebenfalls eine weitere Freiwillige.

Doch diesmal kam ich zusammen mit Clara und mit der Freiwilligen aus Mikolaiv Svenja an. Die Stadt ist einfach wunderbar. Sie hat zwar dieses Großstadtfeeling wie Odessa, aber trotzdem wunderschöne Parks und eine riesige Insel mitten in der Stadt.
Dort verbrachten wir auch einen ganzen Tag mit Wandern und Picknick. Die restliche Zeit wurde entspannt und geshoppt. Sogar ich habe etwas gefunden zum anziehen 🙂

Der große Damm in Saporischschja

Die Schule besuchten wir auch. Eine Schulklasse aus Oberhausen war auch gerade zum Austausch da und so gab es sogar eine kleine Führung durch die Schule, auf die wir uns ganz leicht einschleichen konnten ;P
Die kommenden Monate werden wahrscheinlich anstrengender und noch schöner. Denn die Schule endet in zwei Wochen und dann kommen Zwischenseminar, Besuch, Sommerschule….
Viel Zeit für faule Stunden wird es da wohl nicht geben.

Das Gefühl von Urlaub

Arkadia. Jeder der längere Zeit in Odessa war hat sicherlich schon diesen Namen gehört. Arkadia ist ein Stadtteil von Odessa in dem die besser Betuchten anzutreffen sind. Am letzten Wochenende hatte mein Mitbewohner die tolle Idee auch mal aus dem Zentrum heraus in andere Bezirke zu fahren. So begann für uns der Ausflug nach Arkadia.

Zunächst fuhren wir knapp 40 Minuten mit der Marschrutka. (Das sind kleine Busse die hier den Hauptanteil der Öffentlichen bilden.) Nach ein paar, durch den Bus gereichten, Geldscheinen und der Ansage „Anhalten bitte!“, wie auf dem Schild neben dem Fahrer gewünscht, möglichst laut, kamen wir dann an. Zuerst stach uns ein Wohnblock ins Auge der noch im Bau, aber sehr hochwertig aussah.

Der Wohnblock

Als wir dann die Straße zum Strand nahmen vielen uns gleich die entscheidenden Unterschiede zum Zentrum auf. Die Autos auf den Straßen waren nicht wie gewohnt Baujahr 1956 oder dunkle Abgasmaschinen, sondern neue BMW`s, Audis und andere teure Marken. Die Straßen waren besser und es gab sehr viele kleine, von einer hohen Mauer umgebene, schicke Einfamilienhäuser und vereinzelt sogar kleine Villen. (@Myrre, solltest du das lesen, keine Angst die Villen waren ungefähr so groß wie eure Garage und hatten auch keinen Pool unter der Terasse :p).

Die Zeit in den Straßen von Arkadia wurde dann doch recht schnell vom Strand abgelöst. Dort verbrachten wir dann auch die meiste Zeit. Ich glaube die Bilder zum Strand sagen mehr als meine Worte, deshalb lasse ich sie sprechen ^^

Nachdem wir dann die Zeit am Strand genug genossen und genug Sonne getankt hatten aßen wir noch eine Kleinigkeit und es ging zurück ins Zentrum, das zwar nicht so neu und so glanzvoll aussieht wie Arkadia, aber dafür viel mehr Ausstrahlung und Persönlichkeit hat.

Doch das war nicht das bisher letzte Mal das ich dem Strand einen Besuch abgesattet habe. Ich war in den acht Tagen seitdem noch zwei weitere Male am Strand, nicht in Arkadia sondern in meiner Gegend. Das Wasser, die salzige Meeresluft und der Sand zwischen den Zehen lassen sehr schnell das Gefühl aufkommen das man sich nicht im Auslandsjahr sondern einfach nur im Urlaub an der Ostsee befindet. Aber aufgepasst, man darf nicht vergessen wo man ist, denn wenn man angerufen wird und „Hey, was gibts?“ sagt wird man sehr schnell erinnert, dass man nicht in Deutschland ist xD.

Alles in Allem freue ich mich schon auf die Sommermonate und auf die vielen Strandtage die ich hoffentlich genießen werde 🙂

Der erste Monat

Der erste Monat ist vorbei und da dachte ich mir, eine kleine Rückschau könnte nicht verkehrt sein 😀

Eine spontane Entdeckung als ich durch einen Park lief

Der Blick aus dem 8. Stock auf die Stadt

In der Schule bin ich mittlerweile gut angekommen, die Schüler erkennen mich auf den Gängen und ich sie in der Regel auch. Obwohl das mit den Namen immer noch Probleme bringt. Es sind einfach viel zu viele haha. Die Lehrer sind super nett und ich kann sagen, dass ich mich mittlerweile eingelebt habe.

Am Anfang habe ich vor allem viel Zeit mit der deutschen Community verbracht, habe Bars und Tanzbars mit ihnen besucht, bin am Strand gewesen und habe viel Schönes erlebt. In den letzten zwei Wochen habe ich auch endlich die ersten ukrainischen Kontakte knüpfen können. Ich habe eine kleine Tandemgruppe gegründet, indem ich einfach in eine Unterrichtsstunde von Deutschlernern gegangen bin und gefragt hab wer Lust dazu hätte. Habe ich zunächst mit vielleicht ein bis zwei Leuten gerechnet wurde ich positiv überrascht, als beim ersten Treffen plötzlich fünf Leute vor mir standen haha xD. Die Tandemgruppe ist super und ich habe mich bisher schon mehrmals mit ihnen getroffen. Heute Abend geht es sogar auf ein Konzert eines der Teilnehmer, mal gucken wie das so wird ;).

Ein Denkmal im Shevchenko Park

Ansonsten bin ich am vergangenen Mittwoch das erste mal bei einer Probe des Chors des bayerischen Hauses gewesen. Lasst euch vom Namen nicht täuschen, da sind nicht nur Bayern, tatsächlich bin ich der einzige Deutsche in diesem Chor. Da die Dirigentin natürlich eine Ukrainerin ist wird alles auf Russisch erklärt. So saß ich zwischendurch da und hatte keine Ahnung wo wir gerade sind, da ich sie nicht verstanden hatte. So musste ich mich dann als Deutscher outen, als ich von meinem Sitznachbar gefragt wurde „Sprichst du überhaupt Deutsch?“, er hatte wohl gedacht meine Verwirrung käme daher dass ich kein Deutsch spreche xD. Ich hab auch gehört, dass der Chor hier sehr bekannt sein soll und sogar im Ausland Konzerte gibt. Mal gucken wie sich das entwickelt, ich halte euch auf dem Laufendem 🙂

Was gibt es noch zu erzählen? Zu viel um es in einen kurzen Blogeintrag zu packen, aber auch zu vieles das mir mittlerweile als Alltag erscheint. Ich komme sprachlich ganz gut zurecht und kann mich mit den Leuten auch ganz gut unterhalten. Auch wenn ich öfters mal nachfragen muss was sie gerade gesagt haben^^. Auch ist mir die hohe Gläubigkeit der Leute hier, im Vergleich zu Gosen, aufgefallen. Natürlich hat das große Osterfest dazu auch beigetragen mir dieses Gefühl zu vermitteln. Allgemein habe ich hier bisher viele Feiertage miterlebt. Was Feiertage angeht ist die Ukraine etwas wie Bayern.“Gehen wir heute arbeiten?“.“Nein, hab keine Lust, heute ist bestimmt irgendwas christliches passiert“ 😉

Ein kleiner Ausschnitt des Hafens

Freiwilliger Markus meldet sich zum Dienst ;)

Die erste Woche ist geschafft und ich bin es auch. Es war viel los und ich hab sehr viel Spaß gehabt. Am Montag ging es das erste mal in die Schule Nr 90. Nachdem meine Ansprechpartnerin dem Wachmann ausgiebig erklärte wer ich denn bin ging es richtig los. Ich hätte nie erwartet so herzlich aufgenommen zu werden. Die Schüler kamen direkt offen auf mich zu, wollten reden und haben mir in der ersten Pause auch gleich die Schule gezeigt. Ich hab mir leider ihre Namen nur teilweise merken können, aber ich hab ja noch ein paar Monate dafür Zeit 😉

Später ging es dann in die 4.Klasse. Ich war der Rockstar. Die Kinder haben sich total gefreut mich zu sehen. Sie wollten sogar gleich Bilder mit mir machen und meine Ansprechpartnerin (Ich sag ab jetzt einfach immer Karina, weil das einfacher ist ;)) hat mir erzählt ich sei das Gesprächsthema Nummer 1 am Abendbrotstisch gewesen.Die restliche Woche verlief ähnlich. Viele neue Gesichter, viele neue Namen und viele schöne Erlebnisse in den Klassen. Doch zum Ende der Woche wurde es dann ernst!

Der Wettbewerb Jugend debattiert stand vor der Tür und ich sollte den Debattanten aus meiner Schule bei ihrer Vorbereitung helfen. Das war sehr anstrengend aber ich hatte das Gefühl dass es voran ging. Gestern, am Samstag kam dann der Tag der großen Debatten und der großen Aufregung. Aus der halben Ukraine reisten die Teilnehmer und auch Juroren an. Da hab ich auch Lina (unten auf den Bildern) kennengelernt, eine Freiwillige die mit Kulturweit schon vor 8 Monaten ausgereist ist. Am schönsten war es jedoch zwei meiner Homezone-Homies aus der wilden 13 wieder zu sehen. Nach einer kurzen Begrüßung war es dann Zeit für Jurymitglied Meyer zu arbeiten 😉

Das links ist Lina und rechts ist Clara aus dem Vorbereitungsseminar 😉

Einige Stunden später stand dann das Ergebnis fest. Ich hab mich super gefreut als 2 Kandidaten aus meiner Schule unter den Top 4 landeten und sich zum nächsten Wettbewerb in Kiew qualifizierten. Ich bin natürlich super stolz auf sie gewesen, aber auch alle Anderen haben sich wacker geschlagen…Naja, mal mehr und mal weniger ^^

Da Clara und Lina erst am Abend wieder den Zug bekommen mussten ging es noch ein wenig durch die Stadt und Abends in den Schrank. (So hieß die Bar/der Club in dem wir waren, keine Sorge ;P)

                                                                              

Heute morgen kam dann nach so viel Anstrengung und Aufregung die Ruhe….und auch ein wenig der Tiefgang. Es ist erstaunlich wie wenig man an die Heimat denkt wenn man beschäftigt ist. Doch als ich dann heute allein in meinem Bett saß und so überlegte was ich machen will kam eine kleine Welle Heimweh. Ich war dummer Weise auch noch so schlau ein Fotobuch der Heimat anzusehen, was nicht gerade geholfen hat. Aber egal, das geht auch vorbei.

Gute Aussichten

Endlich bin ich da, in Odessa!!

Nachdem das große Geweine am Flughafen überstanden war begann für mich die Reise in die Ukraine am 14.03. Nun bin ich schon ein paar mehr Stunden hier und denke ich habe genug erlebt um euch ein wenig was schreiben zu können ^^

Also…..

In Odessa angekommen ging es mit dem Auto erst ein wenig durch die Stadt und dann zu meinem neuen Zuhause für das kommende Jahr. Meine Ansprechperson und auch mein Mitbewohner sind super nett…check 😉 Danach ging es ohne viel Aufenthaltszeit in der Wohnung sofort zum deutschen Stammtisch. Dort trifft sich regelmäßig die deutsche Community und sitzt nett beisammen. Ich war gleich aufgenommen. „Du musst Markus sein“ lautete die Begrüßung, anscheinend wusste schon jeder über meine Ankunft bescheid. 🙂

Am ersten kompletten Tag gab es dann viel Organisatorisches zu tun. Ein Schrank und diverser Kleinkram wollte gekauft werden. Auch hier machte es sich bezahlt einen netten Mitbewohner zu haben der sich auskannte und mir auch sprachlich helfen konnte 🙂

Heute war ich dann das erste mal allein unterwegs. Ich habe ein wenig die Stadt erkundet und versucht das Meer zu sehen. Zuerst lief ich in einen Park und dachte mir er würde schon zum Meer führen. Fünf Minuten später belehrte mich dann ein Zaun eines besseren. xD                    Aber nicht verzagen und weiter geht es eine andere Straße entlang. Doch auch dieser Versuch endete in einer Sackgasse.

Da ich nicht umkehren wollte suchte ich weiter nach einem Weg zum Meer und fand schlussendlich auch einen. Es  hatte sich gelohnt und ich wurde für den langen Weg mit einem grandiosen Anblick entschädigt. Außerdem schien genau während ich da war kurz die Sonne für vielliecht 10 Minuten :D. Also waren meine falschen Wege am Ende doch noch hilfreich ^^

Alles in Allem lief ich knappe 2,5 Stunden bis zum Strand und zurück, aber das war es mir auf jeden Fall wert.

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