{"id":38,"date":"2016-03-20T17:56:42","date_gmt":"2016-03-20T16:56:42","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/derexotischenachbar\/?p=38"},"modified":"2016-04-25T19:02:15","modified_gmt":"2016-04-25T17:02:15","slug":"seminar-1-wechselbad-der-gefuehle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/derexotischenachbar\/2016\/03\/20\/seminar-1-wechselbad-der-gefuehle\/","title":{"rendered":"Seminar 1 | Wechselbad der Gef\u00fchle"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: large\">Ich f\u00fchlte mich gut vorbereitet. Das erste mal in meinem Leben hatte ich einen Koffer gepackt ohne das Gef\u00fchl zu haben, etwas (wichtiges) zu vergessen. Jetzt hie\u00df es raus aus der Wohlf\u00fchlzone, hinein in das Abenteuer. Wie soll ich mich denn weiterentwickeln, wenn alles beim Alten bleibt, ganz ohne neue Herausforderungen? Wie soll ich mich besser kennen lernen? <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: large\">Auf diese theoretischen Gedanken folgte eine Achterbahnfahrt. Am Abend vor meinem Aufbruch, war ich angespannt wie noch nie in meinem Leben. Mein Herz klopfte, ich wollte, dass es endlich los geht. Ich hatte kein Hunger und konnte nicht schlafen. Am Morgen des Aufbruchs war es nicht anders. Ein interessantes Chaos. Jetzt bin ich aber auch froh es wieder los zu sein.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: large\">Das n\u00e4chste woran ich mich erinnern kann, ist der \u00fcberf\u00fcllte Zug. Ich hatte eine Sitzplatz reserviert, konnte meine Gedanken also beim aus dem Fenster starren sacken lassen. Meinen schweren Koffer musste ich allerdings gut 15m entfernt, am Ende des Abteils in einer Ecke abstellen. Dass ich ihn nicht im Blick hatte, interessierte mich in diesem Augenblick nicht. W\u00e4hrend die letzten 24 Stunden zu Hause von Abschiedsstimmung und Trauer gepr\u00e4gt waren, bekam ich w\u00e4hrend der Zugfahrt wieder Lust auf Tschechien. Ich las im Reisef\u00fchrer, Vorfreude und Neugierde kamen erneut auf und \u00fcbert\u00f6nten alle anderen Gedanken.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: large\">In Berlin angekommen lief ich alleine durch die Stadt, vorbei am Reichstag, durchs Brandenburger Tor, auf \u201eUnter den Linden\u201c schaffte ich es bis zur Museumsinsel, dann drehte ich um. Es war bitterkalt und ich f\u00fchlte mich alleine. Die Vielfalt und Gr\u00f6\u00dfe dieser Stadt \u00fcberw\u00e4ltigte mich. Ich suchte mir eine Kneipe und a\u00df etwas, danach hielt ich mich noch zwei Stunden in einer Buchhandlung auf, die zum einen sch\u00f6nen warm war und zum anderen bis 24 Uhr ge\u00f6ffnet hatte. Am n\u00e4chsten Morgen stand ich fr\u00fch auf, die Sonne schien. Gut 1 \u00bd Stunden vor dem eigentlichen Termin war ich am Berliner Hauptbahnhof, an dem sich alle trafen. Und trotzdem war ich nicht der\/die erste kulturweit Freiwillige. Die Begegnungen waren herzlich und voller Vorfreude, aber gleichzeitig auch oberfl\u00e4chlich. W\u00e4hrend die Menschentraube nach und nach wuchs, lernte ich viele neue Gesichter kennen, h\u00f6rte viele Storys, was sie das letzte halbe Jahr gemacht hatten und erfuhr von vielen Einsatzorten, die nun ihre neue Heimat werden wird. Als ich in den Bus stieg, der uns zum Ausw\u00e4rtigen Amt brachte, hatte ich all das wieder vergessen. Die Begr\u00fc\u00dfung dort war in Ordnung, wirkte auf mich aber aufgesetzt. Das kulturweit Team und einige Angestellte des Ausw\u00e4rtigen Amts empfingen uns und formale Worte f\u00fcllten den \u201eWeltsaal\u201c. Die H\u00e4ppchen waren vorz\u00fcglich!<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: large\">Und dann begann es, das Vorbereitungsseminar. W\u00e4hrend der ca 70 min\u00fctigen Busfahrt, \u00fcberkam mich wieder die Vorfreude. 70 Minuten waren genug Zeit, um meine Sitznachbarin kennenzulernen.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/derexotischenachbar\/files\/2016\/04\/SAM_4302_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-110 aligncenter\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/derexotischenachbar\/files\/2016\/04\/SAM_4302_2-1024x768.jpg\" alt=\"Seminargeb\u00e4ude EJB Werbellinsee\" width=\"500\" height=\"375\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/derexotischenachbar\/files\/2016\/04\/SAM_4302_2.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/derexotischenachbar\/files\/2016\/04\/SAM_4302_2-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/derexotischenachbar\/files\/2016\/04\/SAM_4302_2-768x576.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/derexotischenachbar\/files\/2016\/04\/SAM_4302_2-750x563.jpg 750w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/derexotischenachbar\/files\/2016\/04\/SAM_4313_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-111 aligncenter\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/derexotischenachbar\/files\/2016\/04\/SAM_4313_2-1024x768.jpg\" alt=\"Werbellinsee\" width=\"500\" height=\"375\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/derexotischenachbar\/files\/2016\/04\/SAM_4313_2.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/derexotischenachbar\/files\/2016\/04\/SAM_4313_2-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/derexotischenachbar\/files\/2016\/04\/SAM_4313_2-768x576.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/derexotischenachbar\/files\/2016\/04\/SAM_4313_2-750x563.jpg 750w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: large\">An der EJB (Evangelischen Jugendbildungsst\u00e4tte) angekommen war ich etwas eingesch\u00fcchtert. Angesiedelt direkt in einem Waldst\u00fcck am Werbellinsee waren Baracken und Geb\u00e4ude der ehemaligen Pionierrepublik \u201eWilhelm Pieck\u201c \u00fcbernommen worden, in der bis 1989 Parteifunktion\u00e4re der SED Urlaub machten und Seminare besuchten. Und haargenau so sah es dort auch aus. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: large\">Ich dachte eigentlich, dass ich mit einer Woche Abstand ein Fazit \u00fcber das Seminar ziehen und euch gleichzeitig einen guten Einblick liefern kann. Das klappt leider nicht. Aber lasst mich soviel sagen: Es ging um Rassismus und Sexismus, unsere Partnerorganisationen und Projektarbeit, um Versicherungen und eigene Grenzen, um den Sinn der ganzen Aktion und Post-Kolonialismus. Zehn Tage sind schlie\u00dflich eine lange Zeit. In vielen Momenten ging es mir gut, in einigen habe ich mich absolut unwohl in meiner (wei\u00dfen, m\u00e4nnlichen) Haut gef\u00fchlt. Es war ein Programm das in Kombination mit den TeilnehmerInnen und ihrem Verhalten tief unter die Haut ging und aus dem ich viel f\u00fcr mich mitnehmen konnte. Vielleicht kann ich zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt mehr mit euch teilen, f\u00fcr diesen Moment solltet ihr die \u201eMomentaufnahme\u201c etwas weiter unten lesen und euch dar\u00fcber Gedanken machen. R\u00fcckblickend waren es zehn extrem kurzweilige Tage.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: large\">Nach einem weiteren Abend und einer weiteren Nacht in Berlin, die ich gemeinsam mit meinen Eltern verbracht habe, die extra angereist sind (Danke!), ging es dann endlich weiter mit meiner Reise in die Tschechische Republik!<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich f\u00fchlte mich gut vorbereitet. Das erste mal in meinem Leben hatte ich einen Koffer gepackt ohne das Gef\u00fchl zu haben, etwas (wichtiges) zu vergessen. 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