{"id":163,"date":"2016-07-04T17:36:09","date_gmt":"2016-07-04T15:36:09","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/derexotischenachbar\/?p=163"},"modified":"2016-07-04T18:33:47","modified_gmt":"2016-07-04T16:33:47","slug":"breclav","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/derexotischenachbar\/2016\/07\/04\/breclav\/","title":{"rendered":"B\u0159eclav"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Im Juli und August sind die tschechischen Schulen geschlossen, meine Zeit in B\u0159eclav ist vor\u00fcber. Diesen Artikel schreibe ich aus Prag, wo ich die n\u00e4chsten drei Wochen leben und arbeiten werde. Ich tauche ein in eine v\u00f6llig andere Welt. Anstelle der Schule, der Jugendlichen, des festen Stundenplans, tritt das Goethe Institut, mit seinen Projekten und seiner v\u00f6llig anderen Arbeitsweise. Ich gebe zu, ich freue mich sehr auf meine Zeit in Prag, auch wenn die Zeit am B\u0159eclaver Gymnasium mir unglaublich viel Spa\u00df gemacht hat und ich vieles f\u00fcr mein Leben mitnehmen werde (allem voran den Plan Lehrer zu werden), freue ich mich \u00fcber den Tapetenwechsel zur richtigen Zeit. Die letzten Wochen waren toll und ich konnte einige Kontakte vertiefen, aber gleichzeitig hat von Tag zu Tag die tats\u00e4chliche Unterrichtsdauer und damit selbstverst\u00e4ndlich auch die Motivation beider Unterrichtsparteien abgenommen, wodurch ich viel Freizeit hatte und mich an Ort und Stelle nicht wirklich n\u00fctzlich gef\u00fchlt habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Hier habe ich noch ein paar Sachen gesammelt, die mich in den letzten vier Monaten begleitet haben, die mir wiederholt aufgefallen sind und die B\u0159eclav zu dem gemacht haben, wie ich es gesehen habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u2026 der Popcornduft: auf dem Weg zur Schule, oder auf dem Weg in die Stadt, der mir immer an der gleichen Stra\u00dfenkreuzung entgegen weht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u2026 die wundervolle Natur, die mich, einmal raus aus der Stadt, umgibt: die langen Spazierg\u00e4nge an der Dyje, die Fahrradtouren durch das Lednice-Valtice Areal, der starke Wind, die schnellen Wetterumschw\u00fcnge, mein Lieblingsplatz auf einem kleinen Steg an der Dyje, das &#8222;Franken Tschechiens&#8220;, das Arbeiten, wo andere Urlaub machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u2026 die Menschen, die mich begleiten: meine Vermieterin, immer fr\u00f6hlich, immer l\u00e4chelnd, auch wenn wir uns nicht immer ohne Weiteres verst\u00e4ndigen k\u00f6nnen, meine Ansprechperson an der Schule, die mich auch privat unterst\u00fctzt, die mir Tschechisch beibringt und bei der mir der Unterricht am meisten Spa\u00df macht, die Sch\u00fclerInnen, mal mehr mal weniger motiviert, die heilfroh sind, wenn sie sich, sobald der Schulgong ert\u00f6nt, auf Englisch mit mir unterhalten k\u00f6nnen, die FreundInnen und Verwandten, mit denen ich beim Skypen viel Zeit verbringe, denen ich mein Herz aussch\u00fctte und die mir Geschichten aus der Heimat erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u2026 das Essen, das bipolarer nicht sein k\u00f6nnte: das selbstgekochte Essen in B\u0159eclav, immer gesund, ohne Fleisch aber auch nicht besonders abwechslungsreich und das Essen an Wochenenden, auf Reisen, tschechisch, deftig und unausweichlich fleischig, das M\u00fcsli und Honigbrot zum Fr\u00fchst\u00fcck, die Nudeln und das Gem\u00fcse zum Mittagessen und das Brot, mit Tomaten, Gurken und K\u00e4se zum Abendessen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u2026 die Wohnung: die gro\u00dfen Zimmer, die zwei Doppelbetten, der Schreibtisch ohne Tischlampe, die kleine K\u00fcche mit einer provisorischen Heizplatte, das kleine Bad, das Dachgeschoss, in dem ich lebe, und das sich bei zu viel Sonne in eine Sauna verwandelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u2026 die Schule: die fr\u00f6hlichen, aktiven und die unmotivierten Sch\u00fclerInnen, die unterschiedlichen Lehrerinnen, bei denen ich viel lerne, die planm\u00e4\u00dfigen 19 Deutschstunden jede Woche, die ich begleite, das spontane Arbeitspensum, das mich mal per E-Mail um 23 Uhr aufschreckt, mir mal, schon auf dem Fahrrad und auf dem Nachhauseweg, hinterher gerufen wird, das tolle Schulgeb\u00e4ude, mein eigenes kleines Kabinett, die Klassenzimmer unter dem Dach, im Geb\u00e4lk und mit Klimaanlage ausgestattet, die neugierigen Blicke anderer LehrerInnen und Sch\u00fclerInnen, wenn sie mich im Treppenhaus treffen, meine Tschechischstunden, die zwischen einmal und f\u00fcnfmal die Woche stattfinden, der Sch\u00fcleraustausch nach Warschau, den ich mit durchf\u00fchren darf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u2026 die Ausfl\u00fcge am Wochenende: nach Brno, nach Lednice, nach Valtice, nach Prag,\u00a0nach Ostrava, nach Mikulov, nach Wien, nach Bratislava, nach Olomouc, nach Krom\u011b\u0159i\u017e, nach Breslau,\u00a0 mal alleine, mal mit anderen Freiwilligen, mal mit BesucherInnen, bei denen ich viel gesehen habe, viel gelernt habe, die aber auch daf\u00fcr verantwortlich sind, dass ich in B\u0159eclav nicht richtig Fu\u00df fassen konnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Juli und August sind die tschechischen Schulen geschlossen, meine Zeit in B\u0159eclav ist vor\u00fcber. 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