{"id":55,"date":"2014-09-06T15:36:38","date_gmt":"2014-09-06T13:36:38","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/dariusmeetschina\/?p=55"},"modified":"2014-09-07T17:35:24","modified_gmt":"2014-09-07T15:35:24","slug":"beijing-menschen-gerueche-und-vieles-mehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/dariusmeetschina\/2014\/09\/06\/beijing-menschen-gerueche-und-vieles-mehr\/","title":{"rendered":"Beijing: Menschen, Ger\u00fcche und vieles Mehr!"},"content":{"rendered":"<p>\u201eEs ist Ihr Freiwilligenjahr!\u201c Tats\u00e4chlich, jetzt ist es wirklich mein Freiwilligenjahr, denn ich sitze genau in diesem Moment in einem Hotelzimmer der Pekinger Innenstadt. Noch vor genau einer Woche sa\u00df ich ganz wo anders. Am sch\u00f6nen, idyllischen Werbellinsee in meiner brandenburgischen Heimat. Um genau zu sein, hatte ich zu diesem Zeitpunkt ein Seminar, das mich auf das vorbereiten sollte, was in den n\u00e4chsten Wochen und Monaten mein zu Hause genannt werden wollte: China!<\/p>\n<p>V\u00f6llig euphorisch und mit gutem Gewissen auf\u00b4s Neue eingestellt, verlie\u00df ich die Vorbereitungswoche. Gestern, am 31. August 2014, hatte ich dann das Kribbeln auf das ich so lange gewartet hatte. Mit British Airways ging&#8217;s nach London und dann nur noch direkt nach Peking! Und genau seit heute fr\u00fch um 09:00 Uhr chinesischer Zeit ist es tats\u00e4chlich mein Freiwilligenjahr!<\/p>\n<p>Ich muss ehrlich gestehen, dass ich total K.O. und \u00fcberw\u00e4ltigt von den ganzen neuen Eindr\u00fccken und Gef\u00fchlen bin. Als unsere Boeing in den Landeanflug auf Peking sank habe ich mich gewundert, wie tief doch hier die Wolkenuntergrenze ist. Als sich dann das Fahrwerk ausgefahren hatte und wir immer noch dichte Sicht hinter den Flugzeugfenstern hatten, kam ich in\u00b4s Gr\u00fcbeln dar\u00fcber, ob diese Wolken wohl den f\u00fcr Peking \u201egew\u00f6hnlichen\u201c Smog darstellten.<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens nach der Landung wusste ich dann, dass jene graue Wolke, die sich durchg\u00e4ngig \u00fcber den Horizont zog, Smog war. Kein Problem, ich hab ja alles dabei!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Genau das wollte ich eigentlich schon vor vielen, vielen Tagen posten, aber ich bin dazu einfach nicht gekommen. Inzwischen hat sich viel ereignet. Viele Tiefpunkte, unsch\u00f6ne Erlebnisse, aber auch H\u00f6hepunkte und neue Leute sind in mein Leben getreten. Peking ist gro\u00df, sehr gro\u00df.Aber wie soll ich am Besten diese Millionenmetropole beschreiben, so dass hieraus keine Single &#8211; Story wird, die ein einseitiges Bild auf die hier lebenden Menschen wirft. Ganz einfach, ich beschreibe jetzt den Moment, der sich von der Ankunft bis zu Abreise aus Peking hingezogen hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als ich die ersten Schritte in das Terminal ging war ich erstaunt, wo diese ganzen Menschen herkamen. Und ebenfalls diese mussten dar\u00fcber erstaunt sein, wo ich herkam, denn jeder meiner Schritte wurde nun be\u00e4ugt. Das war das erste komische Gef\u00fchl. Kombiniert man nun dieses mit einer sehr hohen Luftfeuchte, dann sind dass f\u00fcr den Moment zu viele Eindr\u00fccke die mein K\u00f6rper in dieser kurzen Zeit verarbeiten musste.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vom Flughafen ging es mit dem Taxi zum Hotel und wieder fuhren an mir unz\u00e4hlige Eindr\u00fccke vorbei. Ob es auf der einen Seite die Arbeiter in ihren orangene Westen sind, die einfach am Innenrand der Autobahn, da wo in Deutschland normalerweise die Leitplanken sind, den M\u00fcll aufsammeln, oder ob es das st\u00e4ndige \u201eGehupe\u201c ist, dass den ankommenden Autofahrer ank\u00fcndigt. Egal, in diesem Moment habe ich einfach die Situation auf mich wirken lassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich einen Schock hatte. Den sogenannten Kulturschock. So viele neue Ger\u00fcche, die meistens nicht nach Lacoste oder Channel riechen, sondern eher nach Abfall, schlechtem Fisch, oder Kompost. Das schlimmste und zugleich be\u00e4ngstigendste Erlebnis hatte ich in der Pekinger Metro. Als ich letztes Jahr mit der Berliner S-Bahn zum Karneval der Kulturen gefahren bin, war diese voller Menschen. Alle klebten aneinander und die Luft war stickig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das kann man definitiv nicht mit der Pekinger U-Bahn in Zeiten der Rushhour vergleichen. Desto tiefer man mit der Rolltreppe nach unten f\u00e4hrt, desto mehr n\u00e4hert man sich der finnischen Sauna. Das schlimme ist, du bist dort nicht zum saunieren und du springst danach auch nicht nackt in den Schnee. Nein, du willst hier U-Bahn fahren. Von A nach B kommen und das m\u00f6glichst ohne K\u00f6rperkontakt. Das kannst du aber hier vergessen!<\/p>\n<p>Mir ist schwarz vor Augen geworden und ich war sehr froh, dass ich einen guten Freund dabei hatte, der mit mir an die \u201efrische\u201c Luft gegangen ist. F\u00fcr den Moment war das zu viel f\u00fcr mich. Und deshalb war dieser Tag auch der mit den meisten negativen Erlebnissen. Wenn man dann endlich wieder im Hotel ist, freut man sich auf ein leckeres Essen, aber auch da muss man sich v\u00f6llig \u00f6ffnen. Erstens verstehen nur wenige Chinesen Englisch und zweitens kann man das chinesische Essen \u00fcberhaupt nicht mit dem chinesischen Essen in Deutschland vergleichen. Sollte man also behaupten, dass jemand, der sehr gern in Deutschland Chinesisch isst, in China mit dem Essen genauso gut vertraut ist, dann ist das absolut falsch. Die chinesischen Restaurants in Deutschland haben ihr angebotenes Essen und vor allem den Geschmack zu ungef\u00e4hr 80 % auf das\/den der Deutschen angepasst. Um hier also das zu bekommen, was man gern haben m\u00f6chte, ist es ein sehr, sehr langer Weg, der viel pantomimisches K\u00f6nnen und einen Mix aus Englisch und Deutsch darstellt. Das ist aber eine Single-Story, also ein einseitiger Eindruck, denn Peking oder Beijing ist auch eine sehr sch\u00f6ne Stadt! Und wenn ich mich an die sch\u00f6nen Seiten zur\u00fcckerinnere, dann denke ich in erster Linie an den Sommerpalast. Ein sehr idyllischer Ort am Stadtrand von Peking, in dessen Umgebung auch die verbotene Stadt liegt. Was mir danach direkt in den Kopf schie\u00dft ist die Chinesische Mauer. Einen vergleichbaren Ort, mit solch einer Ruhe und Harmonie habe ich bisher noch nie gefunden. Alles ist gr\u00fcn und die Luft auch sehr klar. Der tiefe Nebel zieht sich an der Mauer entlang und Stufe um Stufe wird der Blick weiter und die Ferne gr\u00f6\u00dfer. Und genau das kann Peking bzw. der Norden n\u00e4mlich auch sein: atemberaubend, ruhig und einfach nur sch\u00f6n.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/dariusmeetschina\/files\/2014\/09\/DSC_0198.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-45\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/dariusmeetschina\/files\/2014\/09\/DSC_0198-300x198.jpg\" alt=\"DSC_0198\" width=\"300\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/dariusmeetschina\/files\/2014\/09\/DSC_0198-300x198.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/dariusmeetschina\/files\/2014\/09\/DSC_0198-1024x677.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/dariusmeetschina\/files\/2014\/09\/DSC_0198.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bereits in den wenigen Tagen habe ich den Alltag in Deutschland sch\u00e4tzen gelernt. H\u00f6rt auf in den Zimmern zu h\u00e4ngen, auf diese elektrisierenden Bildschirme zu starren und sch\u00e4tzt eure Mitmenschen, denn ihr habt das gro\u00dfe Los gezogen, euch jeden Tag ohne gro\u00dfe Sprachbarrieren verst\u00e4ndigen und austauschen zu k\u00f6nnen. Genie\u00dft die Sonne und die Wolken, das Gr\u00fcne und die angenehme klare Luft und vor allem die Sauberkeit. Viele Dinge davon sehe ich hier sehr selten, so eben leider auch die Sonne. Wahrscheinlich sind deshalb die Preise ab dem 23. Stock der Skyscraper so \u00fcberteuert, weil eben wahrscheinlich erst ab dort die Sonne und ihre wunderbaren euphorisierenden Strahlen zu sehen sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Viel geweint, viel gesehen und viel erlebt. Ja, damit endet mein Pekingabenteuer und die Berichterstattung von hier, vorerst! Man wei\u00df nie was der n\u00e4chste Tag so bringt, ob es ein Guter oder ein Schlechter wird, ob man sich durchbei\u00dfen oder gar noch mehr \u00f6ffnen muss, aber genau wie Albert Einstein f\u00fcrchte ich mich nicht vor der Zukunft! Sie kommt fr\u00fch genug!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/dariusmeetschina\/files\/2014\/09\/DSC_0053.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-46\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/dariusmeetschina\/files\/2014\/09\/DSC_0053-300x198.jpg\" alt=\"DSC_0053\" width=\"300\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/dariusmeetschina\/files\/2014\/09\/DSC_0053-300x198.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/dariusmeetschina\/files\/2014\/09\/DSC_0053-1024x677.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/dariusmeetschina\/files\/2014\/09\/DSC_0053.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Jetzt bin ich endlich an meinem Einsatzort in Wuhan. Eine wundersch\u00f6ne Stadt und ein vor allem sehr sch\u00f6ner Stadtteil in dem ich mich befinde. Hier geht es weiter, mal sehen wohin es mich verschl\u00e4gt und wen ich morgen kennenlerne. Ich bin gespannt, ihr auch? Mein Internet ist \u00fcbrigens sehr gut, allerdings sind viele Seiten gesperrt und somit zur Zeit leider auch mein Mailprogramm, aber ich w\u00fcrde mich trotzdem freuen wenn ihr mir schreibt, kommentiert oder vielleicht auch anruft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich sende euch die besten Gr\u00fc\u00dfe aus Wuhan!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Euer Darius<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/dariusmeetschina\/files\/2014\/09\/DSC_0210.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-44\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/dariusmeetschina\/files\/2014\/09\/DSC_0210-300x198.jpg\" alt=\"DSC_0210\" width=\"300\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/dariusmeetschina\/files\/2014\/09\/DSC_0210-300x198.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/dariusmeetschina\/files\/2014\/09\/DSC_0210-1024x677.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/dariusmeetschina\/files\/2014\/09\/DSC_0210.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eEs ist Ihr Freiwilligenjahr!\u201c Tats\u00e4chlich, jetzt ist es wirklich mein Freiwilligenjahr, denn ich sitze genau in diesem Moment in einem Hotelzimmer der Pekinger Innenstadt. 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