{"id":991,"date":"2010-06-27T07:00:43","date_gmt":"2010-06-27T05:00:43","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/daniel\/?p=991"},"modified":"2015-07-27T13:38:31","modified_gmt":"2015-07-27T12:38:31","slug":"auf-der-expo-und-der-chinesischen-mauer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/daniel\/2010\/06\/27\/auf-der-expo-und-der-chinesischen-mauer\/","title":{"rendered":"Auf der Expo und der Chinesischen Mauer"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Dieses Mal werde ich versuchen, den Artikel so zeitnah wie m\u00f6glich zu erstellen, damit ich nicht nach meiner Reise so viel zu tun habe und ihn wom\u00f6glichlich niemals fertig stellen werde. Es geht um meinen geplanten Trip von Bangkok mit dem Flieger nach Shenzhen, direkt nach Shanghai zur Expo, dann nach Peking, ab zur Chinesichen Mauer und ganz in den Norden in das Kaff Hohhot, um dann wieder direkt in den S\u00fcden nach Xi&#8217;an und Chengdu zu fahren, sodass ich Anfang Juli in Kuala Lumpur landen werde und mich von dort aus \u00fcber Land zur\u00fcck nach Bangkok durchk\u00e4mpfe. Ich habe h\u00f6chstens zwei Wochen f\u00fcr diesen Trip Zeit und die Fl\u00fcge setzen mit fixe Daten, die ich einzuhalten habe. Der Rest ist frei planbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bangkok nach Shenzhen (22.06.2010)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich schlief lange, weil mein Flug erst am Abend gehen sollte und ich eigentlich alle Vorbereitungen f\u00fcr meine Reise erledigt hatte. Am fr\u00fchen Nachmittag hie\u00df es also nur noch, die restlichen Sachen packen, mich von dem mir gegen\u00fcber wohnenden Mathelehrer zu verabschieden, der mir noch ein T-Shirt zum Abschluss schenkte, sowie Koffer, Rucksack und Laptop nach unten ins Foyer meines Apartments zu transportieren, um dort &#8222;auschecken&#8220; zu k\u00f6nnen. Hier traf ich auf das erste Problem: Der Fahrstuhl war ganz pl\u00f6tzlich &#8222;out of service&#8220; (au\u00dfer Betrieb) und so musste ich wohl oder \u00fcbel meinen 20-Kilo-Koffer, den f\u00fcnf Kilo schweren Laptop und meinen 13-Kilo-Reiserucksack zusammen mit einem Hausangestellten aus dem 6. Stock nach unten tragen. Mann, das war vielleicht schwei\u00dftreibend! Der formelle Auszug aus meinem lieb gewonnenen Apartment verlief dann recht problemlos: Schl\u00fcssel abgeben, die Differenz aus Kaution und letzter Monatsmiete zur\u00fcckbekommen und noch ein bisschen mit dem Vermieter und seiner Frau quatschen. Ich bekam zum Abschluss noch einmal mein Lieblingsessen kostenlos serviert und dann machte ich mich auf den Weg &#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8230; nicht zum Flughafen, sondern direkt in Richtung Innenstadt. Mein Flug ging n\u00e4mlich erst 18.30 Uhr, also wollte ich vorher noch experimentieren. Ein Taxi zum Flughafen kostet mich etwa 150 Baht (3 Euro), was ich mir dieses Mal geschickterweise sparen wollte. Der neue Airport-Link in Form eines Skytrains fuhr n\u00e4mlich seit kurzer Zeit wieder einmal Testfahrten, sodass man angeblich kostenlos von der Innenstadt bis zum Flughafen kommen sollte. Er hielt gl\u00fccklicherweise auch an der Station Ramkhamhaeng, die sich zwischen meiner Wohnung und der Innenstadt befand, sodass ich mit dem Zug also sowohl g\u00fcnstig in die Innenstadt als auch zum Flughafen kommen m\u00fcsste, ohne mich immer nur den schrecklich langsamen Bus zu verlassen. Ich kam also mit dem 8-Baht-Bus (20 Cent) kurz vor 16 Uhr am Airport-Link an, der seine Testfahrten immer um diese Zeit startete. Das war superpraktisch und so kam ich tats\u00e4chlich binnen 20 Minuten kostenlos zum Flughafen. Das tat so gut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Check-In hatte ich ein paar Probleme, weil ich zwar zu einem so genannten &#8222;Self check-in&#8220; gedr\u00e4ngt wurde, das aber noch am Schalter best\u00e4tigen lassen musste, was mir nicht bewusst war. Ich rannte also zum Gate, nur um dort zu erfahren, dass ich den ganzen Weg wieder zur\u00fccklaufen musste. Am Check-In-Schalter offenbarte man mir pl\u00f6tzlich die Meldung, dass ich f\u00fcr meine 13 kg noch 300 Baht (6 Euro) extra zahlen m\u00fcsste, weil angeblich nur bis 7 kg frei w\u00e4re. Nun ja, damit musste ich halt leben. Dann hatte ich mich zu beeilen, damit ich den Flieger noch erreiche und so kam ich gerade noch in den letzten Shuttle-Bus, der die AirAsia-G\u00e4ste bis zur Maschine bef\u00f6rderte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Flug war recht angenehm, doch pl\u00f6tzlich realisierte ich, dass ich ja meinen Rucksack, f\u00fcr den ich die Extrageb\u00fchren hatte zahlen m\u00fcssen, einfach beim Check-In hatte liegen lassen. War er automatisch ins Flugzeug geleitet worden oder h\u00e4tte ich ihn nicht eigentlich mitnehmen m\u00fcssen? 300 Baht erschienen mir ein bisschen wenig, um ihn ins Gep\u00e4ckfach geben zu k\u00f6nnen, aber man hatte mir ja auch nichts gesagt &#8230; Hm, hoffentlich w\u00fcrde ich nicht ohne Gep\u00e4ck in Shenzhen ankommen, welch grausame Vorstellung!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Flug war nicht langweilig, weil ich bald mit einem Chinesen, der in der N\u00e4he meiner zweiten Heimat Thai studiert hatte und nun nach Hause nach Shenzhen flog, ins Gespr\u00e4ch kam. Er konnte zwar kaum Englisch, trotzdem unterhielten wir uns in dieser Sprache. Seltsam eigentlich, Thai w\u00e4re sicherlich sinnvoller gewesen. In Shenzhen angekommen, verloren wir uns dann, weil er ewig mit seinem Gep\u00e4ck brauchte und dann nicht wieder aufzufinden war. Bei mir lief alles gut &#8211; mein Gep\u00e4ck kam zum Gl\u00fcck doch an (!) -, doch der Grenzbeamte hatte wohl wieder mit meinem seltsamen &#8222;\u00df&#8220; im Nachnamen Probleme, was ich in der &#8222;Arrival Card&#8220; grunds\u00e4tzlich als &#8222;ss&#8220; wiedergebe und somit f\u00fcr Verwirrung sorge.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Shenzhen (22. &#8211; 23.06.2010)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da es bereits gegen 23 Uhr war, fuhren leider keine Shuttle-Busse mehr in die Innenstadt &#8211; zumindest fand ich keine. Dabei hatte ich mir extra die wohl billigste Route per Bus und Metro herausgesucht und beabsichtigt, bis zum n\u00e4chsten Morgen auf dem Flughafen zu n\u00e4chtigen. Doch das war angesichts des so winzigen Flughafens, der so sp\u00e4ten Stunde und der so nervigen Taxifahrer vor der T\u00fcr alles nicht m\u00f6glich, sodass ich wohl oder \u00fcbel in ein Taxi stieg und dem Fahrer erkl\u00e4ren musste, dass ich ohne ATM, also Geldautomaten, nicht bezahlen k\u00f6nnte. Netterweise fuhr er mich sogar bis zum n\u00e4chsten Automaten, verlangte daf\u00fcr aber schon mal l\u00e4cherliche 20 Yuan (2 Euro), die ich ihm erst einmal nicht gab, weil man f\u00fcr den Preis gew\u00f6hnliche mindestens f\u00fcnf Kilometer in China und sogar ganze 15 Kilometer in Thailand kommt. Also verlangte ich, dass er mich mitten in der Nacht bis Luohu, also direkt zum Bahnhof, f\u00e4hrt. Er schlug abermals eine horrende Summe vor und weigerte sich, das Taxameter anzustellen. Ich handelte lange bis auf 150 Yuan (15 Euro) plus die schon f\u00e4lligen 20 Yuan herunter, was mir nach einiger \u00dcberlegung immer noch viel zu \u00fcberteuert schien. F\u00fcr den Preis h\u00e4tte ich in Thailand schon bis in eine andere Stadt fahren k\u00f6nnen. Jedenfalls stritt ich mich die ganze Fahrt \u00fcber mit dem Fahrer und handelte immer weiter, wollte aber vor allem, dass er das d\u00e4mliche Taxameter anstellt und nicht auf Verhandlungsbasis f\u00e4hrt. Ich scheiterte. Irgendwann stieg noch ein Fahrgast ein; den Sinn verstand ich nicht. An einer Stelle hielt der Fahrer pl\u00f6tzlich und redete lauthals mit vielen anderen Taxifahrern, die dort wohl ihren Treffpunkt hatten, \u00fcber mich, meiner Verhandlungsk\u00fcnste und eine sinnvolle L\u00f6sung. Schlie\u00dflich ergab sich, dass ich dem momentanen Fahrer einen 50er geben sollte und dem n\u00e4chsten, der mich dann bis zum Bahnhof fuhr, die restlichen 100 Yuan. Das Ganze lief im \u00dcbrigen komplett auf Chinesisch, wovon ich wohl mehr Ahnung zu haben schien als alle Anwesenden von Englisch! Ich war einverstanden und konnte nebenbei beobachten, wie die Kilometer nur so stiegen. Im Endeffekt war ich ganze 39 Kilometer gefahren und \u00fcberschlug, dass ich mit 15 Euro da noch recht g\u00fcnstig weggekommen war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Bahnhof das n\u00e4chste Problem, mit dem ich erstens als allerletztes gerechnet h\u00e4tte und das ich niemals f\u00fcr m\u00f6glich gehalten h\u00e4tte, schon gar nicht in dem Zugreisenparadies China: Die Bahnhofshalle, der Ticketverkauf, die Bahnsteige sowie alles Dazugeh\u00f6rige waren geschlossen, zu, vergittert, einfach nicht zug\u00e4nglich. Hallo, was ist denn das!? An einem mickrigen Zettelchen stand, dass der Bahnhof nur von 7 bis 22 Uhr ge\u00f6ffnet sei. Oh je, was f\u00fcr ein Bl\u00f6dsinn! Das kommt wohl daher, dass Shenzhen eine Grenzstadt zu Hongkong ist und daher dort alle Z\u00fcge entweder enden oder anfangen. Ich musste nun also noch irgendwie die Nacht totschlagen; mir blieb aber eigentlich gar keine Gelegenheit, dar\u00fcber nachzudenken, denn schon kam die erste Frau und drehte mir eine Unterkunft f\u00fcr 200 Yuan (20 Euro) an. Etwas angewidert lehnte ich ab und schon bot sie mir eine \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeit f\u00fcr ein F\u00fcnftel des Ausgangspreises an. Ich nahm an &#8211; was sollte ich auch machen!? &#8211; und folgte ihr, lange, bis in eine Privatwohnung im 18. Stock eines furchtbar sch\u00e4bigen Wohnhauses. Dort offenbahrte sie mir die 40-Yuan-Kabine. Kabine ist kein Wort daf\u00fcr, Besenkammer trifft es wohl eher. Die Kammer befand sich hinter einer 1,50 Meter hohen T\u00fcr in einem dreckigen Flur und sie war mit Brett, Fernseher und Ventilator ausgestattet. Auf dem Brett war eine d\u00fcnne holzartige Matte von ca. f\u00fcnf Millimetern Durchmesser ausgelegt und als Licht diente ein Stecker mit Gl\u00fchbirne. Es gab sogar ein Fenster, aber den Blick hinaus ersparte ich mir und es ging auch nicht zu verschlie\u00dfen. Davor hing zwar etwas Gardinen\u00e4hnliches, aber das war so mottenzerfressen, dass ich es kaum ber\u00fchren mochte. Etwas angeekelt nahm ich die Luxusherberge an. Dann verschwand die Frau; ich sollte sie danach niemals wiedersehen. Ich hatte keinen Schl\u00fcssel f\u00fcr die Haust\u00fcr, sodass, falls ich wieder in die Freiheit gegangen w\u00e4re, um mir wenigstens etwas zu trinken zu holen, wom\u00f6glich nicht wieder in meine sch\u00f6ne Unterkunft h\u00e4tte zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Ich entschloss mich also, mich sofort auf das Brett zu legen und immerhin drei Stunden zu schlafen. Wozu auch fernsehen und Licht anmachen? Dann w\u00e4ren nur alle Arten von Tieren hineingeflogen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gegen halb f\u00fcnf hielt ich die Trockenheit in meinem Mund nicht mehr aus und ich musste einfach gehen. Ich schlich mich aus dem Haus, indem ich die Alarmanlage von innen abstellte und war froh, endlich wieder unter freiem Himmel sein zu d\u00fcrfen. Bei McDonald&#8217;s fand ich zum Gl\u00fcck auch um diese Zeit Verpflegung und dann waren es ja auch nur noch zweieinhalb Stunden bis zur Er\u00f6ffnung des Bahnhofs, zweieinhalb endlos lange Stunden, die ich mir mit Schlafen, Laufen und Umschauen auf dem Bahnhofsvorplatz vertreiben musste. Wie \u00f6de und vor allem wie eklig, wenn st\u00e4ndig eine Kakerlake &#8222;Hallo&#8220; sagen kommt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war sieben Uhr, endlich! Aber was war das? Nur der Zugang zum Guangzhou-Shenzhen-Zug wurde er\u00f6ffnet, alles andere blieb geschlossen. Also noch eine Stunde warten &#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um acht Uhr konnte ich dann endlich mein Ticket nach Shanghai souver\u00e4n auf Chinesisch kaufen. Es war erstaunlich teuer und es war nicht mal mehr ein Sitzplatz frei. F\u00fcr weit \u00fcber 20 Euro w\u00fcrde ich also fast 20 Stunden stehen m\u00fcssen, na danke! Ich schlenderte mit meinem teuren Ticket noch ein bisschen \u00fcber den Bahnhofsvorplatz und entschied mich dann, die Zeit bis zur geplanten Abfahrt gegen halb zwei nachmittags in der Wartehalle zu verbringen. Das tat ich dann auch liegend, schlafend, einkaufend, essend und gelangweilt &#8230; bis halb zwei. Und dann erfuhr ich, dass der Zug noch eine ganze Stunde Versp\u00e4tung haben sollte. Es war wieder einmal furchtbar. Wie kann ein Zug, der in Shenzhen startet, denn Versp\u00e4tung haben? Er war doch vorher noch in keinem anderen Bahnhof und h\u00e4tte schon die ganze Nacht dort stehen k\u00f6nnen! Was f\u00fcr eine Planung auf Chinas Bahnh\u00f6fen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Shenzhen nach Shanghai (23. &#8211; 24.06.2010)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gates wurden also gegen 14.20 Uhr ge\u00f6ffnet und alle st\u00fcrmten auf den Bahnsteig. Ich wunderte mich, wieso sie alle rannten, denn a) hatten ja die meisten ohnehin Platzkarten und b) mussten diejenigen ohne Platzkarten sowieso denjenigen mit Nummerierung auf ihrem Ticket den Vorrang lassen. Doch bald verstand ich: Ich betrat mein Abteil und kam gar nicht weiter als bis zum Hei\u00dfwasserspender, der sich in chinesischen Z\u00fcgen bekanntlich direkt am Ausgang befindet, denn der gesamte Gang war mit Menschen zugestellt. Es war von Anfang an unertr\u00e4glich stickig, warm und eng in dem Zug und das sollte sich auch nicht bessern. Ich lie\u00df mich also direkt gegen\u00fcber vom Wasserkocher, der st\u00e4ndig f\u00fcr die im Zug angebotenen Fertigsuppen verwendet wird, nieder und stand so zwischen zwei Abteilen. Sehr angenehm! Sollte ich das so die geplanten 17 Stunden Fahrzeit durchhalten? Nun ja, ich entschied mich, meinen gro\u00dfen Rucksack als Stuhl zu benutzen, um mal abwechselnd stehen und sitzen zu k\u00f6nnen. So konnte ich sogar recht gut schlafen, allerdings h\u00f6chstens 10 bis 20 Minuten, denn dann musste mal wieder jemand durch. Warum auch immer, aber st\u00e4ndig rannten die Fahrg\u00e4ste, Schaffner und am schlimmsten die Essensverk\u00e4ufer von einem Ende des Zuges zum anderen, teils mit Rucks\u00e4cken und eben Essenswagen bepackt &#8230; wie grauenvoll und l\u00e4stig!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Nacht wollte ewig nicht einkehren, die Stunden vergingen im Schneckentempo. Ich konnte nicht mehr stehen, und sitzen durfte ich nicht mehr auf meinem Rucksack, weil sich die R\u00fcckenst\u00fctze allm\u00e4hlich verbog, je l\u00e4nger ich mich darauf setzte. Der Rucksack sollte mir noch eine Weile erhalten bleiben, also blieben mir als Alternativen nur stehen oder auf dem Boden sitzen, was angesichts des sich mir gegen\u00fcber befindlichen M\u00fclleimers und der st\u00e4ndig vorbei spazierenden Leute jeglicher Bev\u00f6lkerungsschichten kein angenehmes Unterfangen darstellte. Ich stand mir also weiter stundenlang die Beine in den Bauch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein paar Sitzreihen entfernt entdeckte ich eine Gruppe chinesischer Teenager, von der mich eine junge Frau immer wieder kurz ansah und sofort danach mit ihrer Freundin tuschelte. Welch furchtbares Gehabe, dachte ich mir, aber sie sah ja gar nicht so schlecht aus. Insgesamt zweimal kam sie in meine Richtung, um hei\u00dfes Wasser zu holen, wobei sie sich beim zweiten Mal mir gegen\u00fcber hinhockte und mir zwei, drei Fragen auf Chinesisch stellte. Ich sch\u00e4mte mich innerlich ob meiner fehlender Sprachkenntnisse und konnte nichts als ein kl\u00e4gliches &#8222;\u542c\u4e0d\u61c2&#8220; (sprich: t\u012bng b\u00f9 d\u01d2ng; hei\u00dft: ich verstehe nicht) erwidern. Sie ging wieder auf ihren Platz und ich sch\u00e4mte mich weiter; aber sie h\u00e4tte ja netterweise auch mal etwas auf Englisch fragen k\u00f6nnen, oder!?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein paar Sekunden sp\u00e4ter lud sie mich dann zu ihren Freunden ein und ich erhielt einen Sitzplatz. Als Wei\u00dfer war ich ja ohnehin K\u00f6nig und mir wurde sogar mein Rucksack von einigen Herumstehenden hinterher getragen. Wie nett! Ich setzte mich also zu den Jugendlichen, die wohl etwa in meinem Alter waren und versuchte, mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen klarzumachen, wer ich bin, was ich mache, wo ich herkomme, wo ich hinwollte, warum ich \u00fcberhaupt existierte und was ich denn in China zu suchen h\u00e4tte &#8211; irgendwie auf Englisch und Chinesisch, wobei das Niveau deren Englisch etwa dem meines Chinesisch entsprach. Die Unterhaltung war also recht witzig, weil wir von der jeweils anderen Sprache eigentlich gar keine Ahnung hatten, um ehrlich zu sein. Trotzdem erfuhren sie alles von mir und ich ebenso alles von ihnen. Nebenbei lernte ich sogar noch ein Kartenspiel, die\u00a0wichtigsten K\u00f6rperteile und ein\u00a0paar sinnlose Floskeln\u00a0auf Chinesisch, w\u00e4hrend ich ihnen ein paar Sachen auf Englisch erkl\u00e4rte. Wie die Asiaten so sind, boten sie mir st\u00e4ndig Essen an und fragten, ob ich denn nicht mal hungrig sei und auch etwas Vern\u00fcnftiges, zum Beispiel meine mitgebrachte Fertigsuppe, essen wollte. Nach einigten Stunden, irgendwann mitten in der Nacht, willigte ich dann ein und a\u00df brav. Und ich konnte endlich auf einem weichen Platz sitzen! Das war schon sehr angenehm nach knapp achtst\u00fcndigem Stehen.<\/p>\n<p><strong>Shanghai (24. &#8211; 28.06.2010)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So wurde die Fahrt dann doch noch ganz interessant, obwohl der Zug erst gegen Mittag ankam, nicht wie geplant am fr\u00fchen Morgen. Deshalb musste die arme \u987b\u518d (X\u00fa Z\u00e0i), eine Freundin, mit der ich mich das letzte Mal schon in Shanghai getroffen hatte, ganze drei Stunden warten und ich hatte vergessen, mein Handy anzustellen, und somit auch v\u00f6llig das Zeitgef\u00fchl verloren. Wie gemein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie hatte mir versprochen, mit mir gemeinsam eine Unterkunft zu suchen, weil das wahrscheinlich w\u00e4hrend der Expo nicht ganz leicht sein w\u00fcrde. Ich war mir da aber eigentlich nicht so sicher, denn Backpackern ist es ja egal, ob Expo oder nicht, weshalb Hostels wohl sicher nicht unbedingt \u00fcberbelegt sein m\u00fcssten. Noch dazu hatte ich ein wenig Angst, nur mit Einheimischen zusammen zu wohnen, wo meine Sprachkenntnisse ja nicht einmal zu der einfachsten Konversation ausreichten. Aber ich vertraute ihr mal.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir gingen also gemeinsam durch S\u00fcdshanghai und klapperten ein paar Wohnungen ab, die sie vorher schon herausgesucht hatte. Es handelte sich jeweils um WGs, in denen gew\u00f6hnlich chinesische Studenten hausten. Was hatte ich denn da zu suchen!? Dar\u00fcber hinaus waren ihre Wohnungen alle extrem dunkel, dreckig, schlecht gelegen und daf\u00fcr noch viel teurer als die Backpacker-Unterk\u00fcnfte. Ich wollte lieber zu meinen geliebten Hostels nahe der \u5357\u4eac\u4e1c\u8def (N\u00e1nj\u012bng D\u014dngl\u00f9), denn dort kannte ich mich aus und w\u00e4re unter Gleichgesinnten gewesen. Ich konnte einfach nicht so mir nichts, dir nichts bei Fremden einziehen, die aufgrund X\u00e1 Z\u00e0is Anrufen vorher nat\u00fcrlich nicht mit einem Ausl\u00e4nder als Gast gerechnet hatten. Au\u00dferdem ist es in einigen Staaten wie China, Vietnam und Myanmar, verboten, privat Ausl\u00e4nder aufzunehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir suchten noch eine Weile in diesem Bezirk nach einem g\u00fcnstigen Hotel, aber entweder war es teuer oder pl\u00f6tzlich belegt, als sie mich sahen. Mir reichte es und ich wollte nun im Backpacker-Style nach einer Bleibe suchen. X\u00fa Z\u00e0i begleitete mich, wir redeten viel und sie war immer verwunderter, sprich beeindruckter, wie souver\u00e4n ich auf die Hostels zusteuerte und nach einer kosteng\u00fcnstigen Schlafm\u00f6glichkeit fragte. Zwei Hostels hatte ich ins Auge gefasst und schnell wurde mir in dem einen ein Mehrbettzimmer mit wenig Freiraum f\u00fcr 40 Yuan (4 Euro) angeboten, was aber seltsamerweise nicht erh\u00e4ltlich war, und ein Doppelzimmer f\u00fcr 80 (8 Euro). X\u00fa Z\u00e0i war verwundert, dass ich ein so sauberes Zimmer f\u00fcr so wenig Geld &#8211; im Vergleich zu den vorherigen Bruchbuden &#8211; bekommen konnte. Sie h\u00e4tte es zwar gest\u00f6rt, dass es keine Fenster gab, aber das war mir ja egal. Im anderen Hostel nahm ich dann das Mehrbettzimmer f\u00fcr 55 Yuan (5,50 Euro), was f\u00fcr Shanghai immer noch sehr g\u00fcnstig war. Ich checkte ein und musste kurz darauf viele Sachen kl\u00e4ren, bei denen ich auf die Hilfe meiner chinesischen Begleitung angewiesen war: Mittagessen m\u00f6glichst g\u00fcnstig, Ankunft des kulturweit-Freiwilligen aus Wuxi am n\u00e4chsten Tag, \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeit f\u00fcr mich und ihn bestenfalls zusammen, Zugticket nach Peking besorgen, Handykarte kaufen, meinen Handyakku aufladen bzw. mir ein Telefon leihen, um noch telefonieren zu k\u00f6nnen und vor allem Geld bekommen. Ich hatte nicht mehr viel Bargeld \u00fcbrig und meine Kreditkarte wollte mir nichts geben. Na ja, sie war nicht gedeckt, aber gew\u00f6hnlich funktioniert es, dass ich dann automatisch Geld vom Internet-Konto bekomme, ohne mehr zu bezahlen. In China mochte man dieses System wohl nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir pendelten also noch eine Weile zwischen den zwei Hostels hin und her und da das einst so g\u00fcnstige Doppelzimmer ganz pl\u00f6tzlich ausgebucht war, mussten wir auf ein teureres umsteigen. Problem dabei war, dass ich kein Bargeld mehr hatte und mir aus H\u00f6flichkeit nat\u00fcrlich auch nichts leihen wollte. Es war also recht schwer, dieses Zimmer zu reservieren, weil ich ja keine Anzahlung leisten konnte. Noch dazu m\u00fcsste ich mit den noch \u00fcbrigen vier, f\u00fcnf Euro den Rest des Tages bestreiten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich verabschiedete X\u00fa Z\u00e0i, beeilte mich in ein Internetcafe\u00e9 und lud schnell Geld auf die Kreditkarte. Ich hoffte, dass es schon bald zu bekommen war. Da mir bisher alle Inlandsbanken kein Geld geben wollten, versuchte ich es bei den internationalen. Ich hatte erfahren, dass die Deutsche Bank in Shanghai eine Filiale hatte und so suchte ich sie auf. Aber da ich dort erst gegen 18.30 Uhr ankam, war sie schon seit einer halben Stunde geschlossen gewesen. Wir bl\u00f6d.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich entschied mich noch, bis zur HSBC zu fahren, um mein Gl\u00fcck zu versuchen, aber zum einen war der einsetzende Regen unertr\u00e4glich und zum anderen fand ich keine Geldautomaten an dem riesigen B\u00fcrogeb\u00e4ude. Meine letzte Hoffnung war die Citibank, zu der ich mich eine gute Stunde lang in immer heftiger werdendem Regen durchk\u00e4mpfte, und tats\u00e4chlich wurde ich belohnt: Ganze 100 Yuan (10 Euro) bekam ich ausgezahlt, dann meldete sich das Kreditkartenlimit wieder. Seltsam, aber immerhin ein bisschen Geld hatte ich ja erhalten. Ich hoffte darauf, dass mir das Gl\u00fcck am n\u00e4chsten Tag wieder hold sein w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Klitschnass kehrte ich ins Hostel zur\u00fcck und hatte Angst, meine Schuhe auszuziehen, denn da ich keine Socken getragen hatte, stanken sie aufgrund der N\u00e4sse nun so erb\u00e4rmlich, dass mir eigentlich jeder, der noch in meinem Mehrbettzimmer schlief, Leid tat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da ich meine Zeit nicht vergeuden wollte, hatte ich mir den Wecker auf acht Uhr morgens gestellt, um m\u00f6glichst viel von der Expo zu sehen. Als ich aufwachte, merkte ich jedoch, dass mein Wecker noch auf Thailand-Zeit eingestellt war und ich somit schon eine Stunde sp\u00e4ter dran war. Zudem musste ich noch fr\u00fchst\u00fccken, mein Ticket nach Peking holen und viel wichtiger: Geld bekommen! Letzteres klappte tats\u00e4chlich problemlos an der n\u00e4chsten Bank (wie gut es doch tat, wieder Bargeld zu haben!), die Fahrkarte nach Peking bekam ich auch souver\u00e4n\u00a0am chinesischen und extrem \u00fcberf\u00fcllten Schalter\u00a0und \u00e4nderte sogar noch mal den mir vorgeschlagenen Zug (wie stolz ich doch wieder auf meine Sprachkenntnisse sein konnte!) und dann stand auch der Expo nichts mehr im Weg &#8230; au\u00dfer dem Wetter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und da es wieder so unglaublich verregnet war, entschied ich, die Expo f\u00fcr diesen Tag sein zu lassen und meinen Aufenthalt in Shanghai zu verl\u00e4ngern. Ich fuhr zum Hostel und konnte das Zimmer f\u00fcr mich und Moritz bezahlen. W\u00e4re das also auch gekl\u00e4rt! Bei diesem Wetter fiel mir aber noch eine Sache ein, die ich bei meinem letzten Besuch in Shanghai\u00a0unbedingt noch hatte machen wollen, aber nicht geschafft hatte, und zwar in das so hochgelobte Museum zu gehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tats\u00e4chlich war es den Ausflug wert. Auf verschiedenen Etagen, die im Viereck angeordnet waren, war f\u00fcr linguistisch, numismatisch, sino-, ethno- und arch\u00e4ologisch Interessierte eine ganze Menge zu entdecken. Ich hielt mich gute zwei, drei Stunden darin auf, kaufte mir auf dem Heimweg einen Regenschirm, den ich bald darauf wieder verlieren sollte, und legte mich bis zum geplanten Treffen mit dem kulturweit-Freiwilligen Felix am Abend schlafen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wirklich schlafen konnte ich nicht, also begab ich mich mit typischem Bangkok-Outfit, da meine guten Sachen vom Vortag noch klitschnass waren, zur U-Bahn-Station, um mir endlich mal neue Schuhe zu kaufen, denn in China rennt man eben nicht mit kurzen Hosen und Flip-Flops wie in Thailand herum. In der Station fand ich aber keine g\u00fcnstigen Schuhgesch\u00e4fte. So fuhr ich zur verabredeten Haltestelle. Felix etwas sp\u00e4ter als geplant am Treffpunkt an, sodass ich die Leute in der U-Bahn-Station beobachten konnte. Eine junge Frau viel mir sofort auf, die Buch lesend an einer Wand lehnte und auch auf jemanden zu warten schien. Ich konnte nicht erkennen, ob sie Chinesin oder Ausl\u00e4nderin war; ihr T-Shirt verriet nichts und den Buchtitel konnte ich auch nicht erkennen. Also wartete ich weiter auf Felix. Bald kam er &#8230; aber er ging nicht auf mich zu, sondern auf das M\u00e4del &#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dan kam er zu mir und fragte mich, warum wir beide uns noch nicht kennen gelernt h\u00e4tten. Sie hie\u00df Lea und war auch eine kulturweit-Freiwillige. Wie witzig! Sie war eine der im M\u00e4rz Ausgereisten und sollte nur ein halbes Jahr in Shanghai bleiben. Der Abend k\u00f6nnte also ganz lustig werden, denn als wir in den Club &#8222;I love Shanghai&#8220; mit Billardtisch gingen, trafen wir sogar noch mehr neue &#8222;kulturweit&#8220;ler mit s\u00e4mtlichen Anh\u00e4ngen. Eigentlich hatte Moritz, ein kulturweit-Freiwilliger aus Wuxi, mit dem ich mir in der kommenden Nacht ein Zimmer teilen sollte, auch vor zu kommen, aber er schaffte es zeitlich irgendwie nicht. Es war ein langer, teurer und netter Abend, der gegen zwei in einen anderen Club verlegt werden sollte, zu dem ich aber aus Angst vor einem verschlossenen Hostel nicht mitging und stattdessen ein Taxi nach Hause nahm.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein dubioser Amerikaner, den ich vorher fl\u00fcchtig kennen gelernt hatte, sa\u00df mit in dem Auto, stieg aber an einer seltsamen Stelle aufgrund einer mysteri\u00f6sen Verabredung aus, w\u00e4hrend ich dem Taxifahrer erkl\u00e4ren konnte, dass ich zum \u4eba\u6c11\u5e7f\u573a (sprich: R\u00e9nm\u00edn Gu\u01cengch\u01ceng; hei\u00dft: Platz des Volkes) m\u00f6chte, von wo aus ich noch gute drei Kilometer bis zum Hostel laufen musste. Die Strecke verk\u00fcrzte ich mir mit einem Burger von McDonald&#8217;s und die Nacht mit einem ewigen Gespr\u00e4ch mit Moritz. Er musste n\u00e4mlich am n\u00e4chsten Tag schon gegen viertel vor sechs am Bahnhof sein, um seinen Zug zur\u00fcck nach Wuxi zu bekommen. Wir erz\u00e4hlten also, bis sein Wecker um f\u00fcnf klingelte, dann suchten wir gemeinsam ein Taxi und verabschiedeten uns.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich ging wieder ins Bett und schlief noch ein paar Stunden. An diesem Tag wollte ich unbedingt auf die Expo, aber ich kam nicht vor zehn aus dem Haus und brauchte mit Laufen, Suchen und U-Bahn-Fahren noch anderthalb Stunden, um bis auf das Gel\u00e4nde zu kommen. Dort angekommen, wollte ich nat\u00fcrlich unbedingt das Studententicket f\u00fcr 100 Yuan statt dem normalen f\u00fcr 160 Yuan. Wieder ein Problem, denn weder war ich Student, noch hatte ich irgendeinen Beweis daf\u00fcr, wie ich dieses Freiwilligenjahr herumgekriegt hatte. Ich erkl\u00e4rte m\u00fchevoll, dass ich Freiwilliger in Thailand sei, aber die junge Frau am Schalter wollte unbedingt einen Nachweis haben. Ich \u00fcberlegte kurz und zeigte ihr einfach mein &#8222;educational visa&#8220; (Ausbildungsvisum) f\u00fcr ein Jahr. Das reichte ihr und ich bekam meine erm\u00e4\u00dfigte Eintrittskarte. Das war ja leicht gewesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Eingang dagegen war gar nicht so leicht zu finden, aber ich folgte einfach den Chinesen, die zur selben Zeit ein Ticket gekauft hatten wie ich. So kam ich bald in eine riesige unterirdische Halle, an deren Ende sich mit Flughafensicherheit vergleichbare Kontrollpunkte befanden. Bl\u00f6derweise hatte ich mir vorher noch zwei Flaschen Limonade geholt, die ich dann dort ohne zu z\u00f6gern leerte, weil man keine eigenen Getr\u00e4nke mit auf das Expo-Gel\u00e4nde nehmen durfte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der Kontrolle f\u00fchrten alle Wege automatisch zum chinesischen Pavillon, den ich mir nat\u00fcrlich auch ansehen wollte. Ich wurde aber gleich zur\u00fcckgerufen, da ich keine Eintrittskarte daf\u00fcr hatte. F\u00fcr genau dieses Geb\u00e4ude braucht man n\u00e4mlich ein Sonderticket, das man nur Punkt neun morgens an den Ticketverkaufsschaltern erhalten <em>kann<\/em> &#8230; wenn man Gl\u00fcck hat. Also gab ich die Idee, dieses H\u00e4uschen, das mit seiner immensen Gr\u00f6\u00dfe \u00fcber alle anderen Geb\u00e4ude der Expo ragte, zun\u00e4chst erst einmal auf und stellte mich gem\u00fctlich an den Pavillon der chinesischen Provinzen an, denn dort musste man nicht wirklich warten, sondern einfach nur schnell mit der Warteschlange mitlaufen, die sich auf mindestens 500 Metern stets fortbewegte und schlie\u00dflich in dem riesigen Haus verschwand, in der sich jede chinesische Provinz individuell pr\u00e4sentieren konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier musste ich ausw\u00e4hlen, weil mich nicht alles interessierte: Shanghai und Peking h\u00e4tte ich gerne besucht, aber die Wartezeit war mir jeweils viel zu lang; die Provinz Anhui interessierte mich, weil die chinesische Freundin X\u00fa Z\u00e0i daher kam; Xinjiang als \u00e4rmste und Tibet als bekannteste Provinz wollte ich nat\u00fcrlich unbedingt sehen; die Innere Mongolei sollte mir einen Vorgeschmack auf meinen bevorstehenden Trip nach Hohhot geben und von Yunnan erwartete ich aufgrund meiner Reise vor einem halben Jahr dorthin auch einiges.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses Mal werde ich versuchen, den Artikel so zeitnah wie m\u00f6glich zu erstellen, damit ich nicht nach meiner Reise so viel zu tun habe und ihn wom\u00f6glichlich niemals fertig stellen werde. 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