{"id":99,"date":"2009-09-10T16:20:23","date_gmt":"2009-09-10T14:20:23","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/daniel\/?p=99"},"modified":"2009-09-18T08:42:28","modified_gmt":"2009-09-18T06:42:28","slug":"die-letzten-tage-des-seminars","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/daniel\/2009\/09\/10\/die-letzten-tage-des-seminars\/","title":{"rendered":"Die letzten Tage des Seminars"},"content":{"rendered":"<p>Auch wenn ich schon wieder zu Hause auf meinem Bett sitze und langsam der Alltagstrott einkehrt, den ich vielleicht in Bangkok vermissen werde, erinnere ich mich dem Blog zuliebe noch einmal an die letzten Tage des Seminars und fasse mich dieses Mal etwas k\u00fcrzer:<\/p>\n<p>Der 7. Tag begann in unserer Reflexionsgruppe mit dem Thema &#8222;Konfliktmanagement&#8220;. Wir bereiteten in kleinen Gruppen ein kurzes Schauspiel vor, um jeweils einen m\u00f6glichen Konflikt im Gastland darzustellen. Das hat nat\u00fcrlich wieder f\u00fcr Am\u00fcsement gesorgt, sodass wir schon gut auf den Tag vorbereitet wurden.<\/p>\n<p>Es ging nach dem Mittagessen n\u00e4mlich mit einem &#8222;Sex-Experiment&#8220; in den jeweiligen Regionengruppen weiter, weil uns eventuell auch dieses Thema in den Einsatzl\u00e4ndern begegnen k\u00f6nnte. Jeder bekam einen Becher mit milchiger Fl\u00fcssigkeit, die man je nach Aufgabe mit den anderen mischen sollte. Meine Aufgabe war &#8222;Du prostituierst dich&#8220; &#8230; Na toll! Dementsprechend fiel der Gesundheitscheck am Ende dieses Experiments auch nicht so sehr positiv aus: Ich war infiziert, denn ich habe wohl mit einem anderen infizierten Becher verkehrt. \ud83d\ude00<\/p>\n<p>Den restlichen Tag bis zu unserer abendlichen Reflexionsgruppe verbrachten wir in den jeweiligen Reflexionsgruppen und diskutierten nach Geschlechtern getrennt vor allem das Thema &#8222;Liebe, Sex und so &#8230;&#8220;<\/p>\n<p>Der Abend ist, soweit ich mich erinnere, nicht besonders erw\u00e4hnenswert.<\/p>\n<p>__________________________________________________________________________<\/p>\n<p>Da ich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wie ca. 60% aller Freiwilligen an eine Schule gehe, war der komplette 8. Tag des Seminars dem Thema &#8222;Lehrer&#8220; gewidmet. Ich habe viel der Trainerin Martina mitnehmen k\u00f6nnen; es war \u00fcbrigens auch der erste Workshop, bei dem ich etwas mitgeschrieben habe. Martina baute immer wieder Spielchen ein, mit denen man kleine Kinder motivieren und ablenken kann, aber auch wir konnten viele Spiele vorf\u00fchren und erkl\u00e4ren, damit die anderen davon profitieren. Der ganze Tag hat sich echt gelohnt, und das wurde noch von einer Theatervorf\u00fchrung, einer Bundestagswahlsimulation und einem Massenfoto unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Unsere letzte abendliche Reflexionsgruppe stand an und man merkte irgendwie, dass die Stimmung leicht in den Keller gerutscht war, denn zum einen wollten wir endlich alle ausreisen, zum anderen wusste wir aber auch, dass wir nach dem Seminar einige Leute, die man wirklich ins Herz geschlossen hatte, vermutlich nie wiedersehen w\u00fcrde. Zwar werde ich versuchen, zu vielen E-Mail-Kontakt zu halten, aber das wird wohl nicht in jedem Fall klappen. Deswegen freue ich mich auch schon auf das Nachbereitungsseminar in einem Jahr, wo ich zumindest die H\u00e4lfte wiedersehen kann.<\/p>\n<p>Mittlerweile sa\u00dfen wir auch immer als geschlossene Reflexionsgruppe beim Abendbrot und konnten noch einmal ganz ungezwungen \u00fcber dieses und jenes reden.<\/p>\n<p>__________________________________________________________________________<\/p>\n<p>Der 9. Tag war DER Tag \u00fcberhaupt, denn endlich merkten wir, was wir wirklich f\u00fcr Deutschland sind und wie wir vom Ausw\u00e4rtigen Amt gesehen werden. Die Busfahrt ins Ausw\u00e4rtige Amt in Berlin war dieses Mal nicht so stickig wie beim letzten Berlin-Trip, aber daf\u00fcr mussten wir umso l\u00e4nger vor einem Seiteneingang des Amtes warten. Schlie\u00dflich wurden wir hineingelassen und in den Europasaal gef\u00fchrt. Die ersten drei Stuhlreihen waren f\u00fcr die Botschafter reserviert, was uns schon sehr neugierig machte. Nach einem kurzen Film \u00fcber und mit Herrn Steinmeier, der sich leider den ganzen Tag \u00fcber nicht blicken lie\u00df, mehreren Reden von Offiziellen und dem Staatsminister Erler sowie einer offenen Fragerunde wurden wir in den Protokollhof gef\u00fchrt, wo wir entsprechend einer einstudierten Choreographie im Fokus zahlreicher Fotographen, Journalisten und zwei Fernsehteams (eines davon war sogar die ARD!) standen. Ich f\u00fchlte mich richtig ber\u00fchmt und elit\u00e4r. \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend wurden wir im Vorzimmer von unseren Botschaftern empfangen. Es waren nicht f\u00fcr alle L\u00e4nder welche gekommen, aber dass der thail\u00e4ndische Botschafter nicht nur anwesend, sondern auch \u00fcberaus freundlich war, freute mich umso mehr. St\u00e4ndig schw\u00e4rmte er von seinem Land, empfahl uns dieses und jenes und meinte auch, wir m\u00fcssten unbedingt mal Laos besuchen. Na, w\u00e4re doch gelacht, wenn ich mir das entgehen lassen w\u00fcrde! Ich empfand es auch als einen Vorteil, dass der Botschafter kein Deutsch konnte, so musste ich zwangsl\u00e4ufig mein Englisch \u00fcben. \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Leider blieben die Botschafter nur etwa eine Viertelstunde, dann ging es auch schon zur\u00fcck zum Werbellinsee. Den fr\u00fchen Abend nutzen etwa 50 Freiwillige, darunter auch ich, f\u00fcr ein letztes Bad im k\u00fchlen Nass. Es war sch\u00f6n, noch einmal in so einer Gemeinschaft zu sein. Danach marschierten wir in kleinen Gr\u00fcppchen zum anderen Teil des Sees, wo es W\u00fcrstchen und Steaks vom Grill gab. Am Lagerfeuer konnte man noch einmal intensiver mit bestimmten Leuten reden und man lernte wieder einmal ein paar neue kennen. Schlie\u00dflich wurde das Theater noch einmal aufgef\u00fchrt und auch ein kleines Musical, den Trainern wurde gedankt und es gab eigentlich auch gen\u00fcgend Bier. So war dies wohl einer der sch\u00f6nsten Abende, wenngleich auch der letzte, des Seminars.<\/p>\n<p>__________________________________________________________________________<\/p>\n<p>Unglaublich, aber wahr: Der letzte Tag meines Vorbereitungsseminars! Den Morgen widmete ich dem Packen meiner Sachen, daf\u00fcr hatte ich dann eine gute Stunde Zeit, meinen Schlaf nachzuholen, w\u00e4hrend die anderen erst nach dem Fr\u00fchst\u00fcck packten. Nun blieb als letzter &#8222;Workshop&#8220; nur noch das lang ersehnte und gef\u00fcrchtete Abschiedsritual; dabei war es ganz leicht. Es gab lediglich drei kurze Vertrauensspielchen, danach mussten wir uns aber auch schon verabschieden.<\/p>\n<p>Da ich mit dem Auto angereist war, musste ich als einer der wenigen nicht mit dem stickigen Shuttle-Bus zum Berliner Hauptbahnhof zur\u00fcckfahren. Daf\u00fcr konnte ich alle in Ruhe verabschieden. Und nach etwa 100maligem &#8222;Viel Spa\u00df,\u00a0 viele neue Erfahrungen und pass auf dich auf&#8220; und 50 Umarmungen stieg ich mit Katharina und Alice, die ich nach Berlin brachte, in mein Auto und genoss die Heimfahrt unter Vofreude, aber auch unter viel Sehnsucht nach den vielen neu gewonnenen Freunden &#8230; \ud83d\ude41<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch wenn ich schon wieder zu Hause auf meinem Bett sitze und langsam der Alltagstrott einkehrt, den ich vielleicht in Bangkok vermissen werde, erinnere ich mich dem Blog zuliebe noch einmal an die letzten Tage des Seminars und fasse mich dieses Mal etwas k\u00fcrzer: Der 7. Tag begann in unserer Reflexionsgruppe mit dem Thema &#8222;Konfliktmanagement&#8220;. 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