{"id":874,"date":"2010-02-14T20:15:04","date_gmt":"2010-02-14T18:15:04","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/daniel\/?p=874"},"modified":"2010-02-14T20:16:39","modified_gmt":"2010-02-14T18:16:39","slug":"zuruck-zum-alltag-%e2%80%a6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/daniel\/2010\/02\/14\/zuruck-zum-alltag-%e2%80%a6\/","title":{"rendered":"Zur\u00fcck zum Alltag \u2026"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Nun nutze ich endlich mal meine mittlerweile rar gewordenen Freistunden, um den Blog auf den neuesten Stand zu bringen, bevor das n\u00e4chste Gro\u00dfereignis erlebt werden will: Die \u201eBuffalo-Village\u201c-Landschulwoche in Suphanburi von Montag bis Freitag n\u00e4chster Woche. Seit meiner Rundreise durch Laos und China gibt es einiges zu berichten, denn ich habe den Blog seit f\u00fcnf Wochen nicht aktualisiert! Jede Woche muss also kurz zusammengefasst werden, sonst wird es wieder ellenlang \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\"><strong><em>1. Woche (09.01. \u2013 17.01.)<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nachdem ich von meiner Reise wieder gut in Bangkok gelandet war, bereitete ich mich wieder auf den Alltag vor: W\u00e4sche waschen, Essen gehen, E-Mails checken und beantworten, anderen von meinen Erfahrungen und Erlebnissen berichten, schon die n\u00e4chste Reiseroute planen, den K\u00fchlschrank bis zum Rand auff\u00fcllen und nat\u00fcrlich erst einmal ausschlafen. Eine Besonderheit fiel mir sofort auf: Liss und Mira waren nicht mehr im Patarapak, unserem Apartment. Sie waren n\u00e4mlich \u00fcber die Ferien Richtung Innenstadt gezogen, w\u00fcrden daf\u00fcr aber eine Stunde mehr Schulweg und eine h\u00f6here Miete in Kauf nehmen m\u00fcssen. Philipp und der Mathelehrer, der mir schon immer gegen\u00fcber gewohnt hatte, waren geblieben. Daraus w\u00fcrde sich bald ein schwieriger Konflikt ergeben: Wo k\u00f6nnen wir nun Thai lernen!? Dazu sp\u00e4ter \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich w\u00fcrde in dieser Woche wohl kaum Freistunden haben, denn da ein Lehrer ausgefallen war, musste ich zahlreiche Vertretungsstunden \u00fcbernehmen. Im Prinzip ist so etwas nie ein gro\u00dfes Highlight, da ein Lehrer der Vertretung ja gew\u00f6hnlich einen Arbeitsauftrag f\u00fcr die Sch\u00fcler aufgibt. Am Dienstagvormittag aber, in einer Deutschvertretungsstunde der 8. Klasse, musste ich aushelfen: Die Sch\u00fcler hatten den Auftrag, Satzglieder in vorgegebenen S\u00e4tzen zu bestimmen \u2026\u00a0 ah, mein Lieblingsthema! Und da ich ihnen angeboten hatte, mich bei Problemen zu fragen, war ich dann auch umso froher, dass sie meine Hilfe annahmen. So konnte ich doch tats\u00e4chlich im Handumdrehen und ohne Vorarbeit Subjekt, Pr\u00e4dikat, Akkusativobjekte und Genitivattribute erkl\u00e4ren und an der Tafel (ich denke, ziemlich verst\u00e4ndlich) erl\u00e4utern. Die Sch\u00fcler schienen recht zufrieden mit meinen Ausf\u00fchrungen und konnten ihre Aufgaben so gut l\u00f6sen. Am Dienstagnachmittag mussten wir die Sache mit Thai auf den Tisch bringen. Zun\u00e4chst fand der Unterricht provisorisch im B\u00fcro des Hausmeisters statt, was uns aber bald nicht gefiel, da dort ein ATM stand, der bei jeder Abhebung lautstark die PIN \u201evorlas\u201c (man h\u00f6rte es zumindest piepen und h\u00e4tte wohl auch mitschreiben k\u00f6nnen, da jede Taste anders klang) und ebenso laut Geld abz\u00e4hlte. Au\u00dferdem st\u00f6rten die anderen sich an den herumfliegenden M\u00fccken, die mir wiederum hier in Thailand gar nichts ausmachen. Wir w\u00fcrden also die Location \u00e4ndern m\u00fcssen, was aber ohne Einigung mit den Weggezogenen nicht ginge.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am Donnerstagmorgen kam ich aufgrund eines wohl kaputten Motorradtaxis (der Fahrer meinte immer nur \u201eyang\u201c und zeigte auf die Kette) schon etwas zu sp\u00e4t zu meiner eigentlichen Vertretungsstunde, ich fand allerdings keinen einzigen Sch\u00fcler vor! Ich schaute in m\u00f6glichen Klassen nach, scheuchte verschiedene Lehrer auf und recherchierte im Intranet, wo die Sch\u00fcler wohl sein k\u00f6nnten. Irgendwann fiel mir dann ein: \u201eIst die Sekundarstufe heute nicht eislaufen?\u201c Also h\u00e4tte ich mich ja gar nicht zur Schule beeilen m\u00fcssen \u2026 F\u00fcr die 3. und 4. Stunde war die so genannte \u201eIntegrationsveranstaltung\u201c vorgesehen, bei denen die Sch\u00fcler von der 2. bis zur 6. Klasse verschiedene Posten absolvieren mussten. Ich war als \u201eRunner\u201c eingeteilt und koordinierte so die Gruppen untereinander, denn es waren immer nur etwa 10-15 Minuten Zeit, um eine Aufgabe, ein Spiel oder eine Arbeit zu erledigen. Bei eventuellen Verz\u00f6gerungen musste ich halt die jeweils anderen Gruppenleiter dar\u00fcber informieren, sodass sie die Kinder noch besch\u00e4ftigen konnten. Insgesamt hatten die Kinder viel Spa\u00df bei den im Freien stattfindenden \u00dcbungen. Danach h\u00e4tte ich eigentlich Franz\u00f6sisch gehabt, aber da sowohl die richtige Franz\u00f6sischlehrerin an dem Tag nicht da war und der eingesetzte Vertretungslehrer ebenfalls zum Schlittschuhlaufen war, fiel Franz\u00f6sisch aus und ich \u00fcbernahm eine Vertretung f\u00fcr \u201eHa-Le\u201c, also \u201eHausaufgaben-Lernstunde\u201c, und zwar mit der 2. und 3. Klasse. Bisher hatte ich mit dieser Altersgruppe noch nie etwas zu tun gehabt, aber es machte einfach nur Spa\u00df, den kleinen bei den Hausaufgaben und Experimenten zu helfen. Die Betreuung der Basisstufe funktioniert an dem Tag auch nicht wie geplant (das zweite Malheur!), da ich am Donnerstag nun nicht mehr die langweilige Hofaufsicht haben und lieber mit den Kindern zum Essen gehen wollte. So h\u00e4tte ich die andere Basisstufe (von Liss und Philipp) \u00fcbernehmen sollen, da ich aber aufgrund der sich nicht zur Pause bequemenden Kinder aus der \u201eHa-Le\u201c-Gruppe nicht fr\u00fch genug kam, \u00fcbernahm kurzerhand wieder Liss die eine und Mira die andere Basisstufengruppe. Auch nach der Mittagsbetreuung war wieder alles durcheinander: Eigentlich h\u00e4tte ich in der 6. Stunde Mathe gehabt, mir wurde aber wieder \u201eHa-Le\u201c hineingeschoben. Also half ich wieder der 2. und 3. Klasse, die hier zusammen unterrichtet werden, bei ihren Experimenten und Spielen. Dann galt es noch einen Streit aufgrund von irgendwelchen getauschten Robotern zu schlichten und am Ende der Doppelstunde meinte ein Junge sogar zu mir \u201eSie sind einer der besten Lehrer, die ich je hatte.\u201c Das soll doch was hei\u00dfen, oder? \ud83d\ude42<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am Donnerstagnachmittag trafen wir uns noch einmal zu einer halbst\u00fcndigen Konferenz bez\u00fcglich Thai-Unterricht, aber wieder kamen wir zu keiner wirklichen Einigung und es wurde auch mehr gestritten und argumentiert, als sinnvoll vorgeschlagen. Nat\u00fcrlich wollten wir nicht immer bis zu den anderen Richtung Innenstadt fahren, andererseits m\u00fcssten Liss und Mira, die ja weggezogen waren, entweder immer bis zum Thai-Unterricht in der Schule bleiben und von da aus zu uns kommen oder nach Hause fahren, dann wieder zu uns und dann wieder nach Hause. Das gefiel den beiden ja auch nicht. Und der Thai-Lehrerin muss es ja auch noch passen! Im Endeffekt einigten wir uns darauf, weiterhin im Patarapak zu bleiben und uns immer ein Zimmer zu suchen (Philipps, meines, das des Mathelehrers oder das B\u00fcro des Hausmeisters, notfalls auch ein Caf\u00e9). Daf\u00fcr verlegten wir den Donnerstagsunterricht nach vorne, sodass die M\u00e4dels nicht zu lange in der Schule bleiben m\u00fcssten. Eine fast zufrieden stellende Einigung war also gefunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am Freitagabend hatte ich mich spontan entschlossen, endlich einen Schreibtisch und einen dazugeh\u00f6rigen Stuhl zu kaufen: F\u00fcr insgesamt l\u00e4cherliche 2200 Baht bekam ich beides zusammen. Den gesamten Samstag nutzte ich dann f\u00fcr eine Rundumreinigung meiner Wohnung, da ich den Schreibtisch nicht in den uralten Dreck stellen wollte. Ich r\u00fcckte sogar Schr\u00e4nke und Bett ab, schaffte aber das Bad und den Balkon nicht mehr, da es bald zu Liss Richtung Innenstadt gehen sollte: Sie hatte am 4. Januar Geburtstag gehabt, also mussten wir den irgendwie nachfeiern. Das taten wir auch, und zwar in ihrem (eigentlich Miras) neuem Zuhause, zusammen mit einem Praktikanten unserer Schule und dem Mathelehrer. Jeder hatte etwas mitgebracht, haupts\u00e4chlich aber Alkohol. Und so wie es jetzt hier klingt, verlief der Abend auch: mit zahlreichen Bierflaschen, selbst gemixten Cocktails und irgendwelchen Trinkspielen, die nie enden wollten, ging der lange Abend nur noch verschwommen zu Ende. Das letzte Mal hatte ich 0.30 Uhr auf die Uhr geschaut, man sagte mir sp\u00e4ter, dass wir erst gegen drei zu Hause waren. Die Taxifahrt ist ein einziger Filmriss und ich wei\u00df bis heute nicht, wie ich den komplizierten Weg in meine Wohnung gefunden habe: Das Taxi hatte vor unserer Soi gehalten, ich musste also noch 500 Meter geradeaus laufen und dann im richtigen Moment nach links abbiegen; nach halb 10 ist die Haust\u00fcr verschlossen, also musste ich es irgendwie durch den Hinterhof geschafft haben. Ich habe keine Ahnung, wie lange ich wohl am Fingerscan gestanden haben muss, bevor ich mit dem Fahrstuhl in die 6. Etage gekommen war. Am n\u00e4chsten Morgen erwachte ich zumindest irgendwo in meinem Badezimmer \u2026 herrje, das war vielleicht eine Nacht. Ach ja, Philipp und Gregor, der damalige Praktikant an unserer Schule, waren zwar in demselben Taxi mit nach Hause gekommen, sollen dann aber noch in eine Bar gestolpert sein. Keiner kann sich daran erinnern, je das Taxi bezahlt zu haben. \ud83d\ude09<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Telefon weckte mich: Irgendjemand sprach. Aber was? Ich verstand nur Bahnhof. Ach, es war Englisch \u2026 wer war das? Ahhh, Travis aus Neuseeland, den ich in Laos getroffen hatte und der mittlerweile in Bangkok angekommen war. Ja, wir hatten uns f\u00fcr diesen Sonntag verabredet. Schlaf- und alkoholtrunken schlug ich ihm Treffpunkt und Uhrzeit vor, wovon ich aber letztere selbstverst\u00e4ndlich nicht einhalten konnte. Ich hatte immer noch einen Brummsch\u00e4del und keine Lust auf irgendetwas, zwang mich aber ins Freie, um den Tag \u00fcberhaupt zu nutzen. Wir trafen uns tats\u00e4chlich im MBK, dem wohl ung\u00fcnstigsten Treffpunkt \u00fcberhaupt, und suchten etwa eine halbe Stunde nach gutem Essen. Im Endeffekt war es etwas Japanisches, glaube ich. Wir unterhielten uns viel \u00fcber Thai und Chinesisch, da er letzteres ziemlich gut sprach und ich nun auch einen gewissen Eindruck von der Sprache hatte gewinnen k\u00f6nnen und da Travis mittlerweile auch ein paar W\u00f6rter auf Thai hatte aufschnappen k\u00f6nnen. Ich glaube zumindest, dass er etwas besser in Chinesisch ist als ich in Thai, aber vielleicht wird sich das demn\u00e4chst noch \u00e4ndern. Danach gingen wir mehr zuf\u00e4llig zum \u201eSilom Festival\u201c, wo er sich mit neun Thais auf die B\u00fchne traute und eine Art \u201eOishi Green Tea\u201c in schnellstm\u00f6glicher Zeit zu leeren versuchte, aber kl\u00e4glich scheiterte. \ud83d\ude42 Ich hatte ihm eigentlich das Besondere an Thailand um sechs Uhr abends zeigen wollen, aber aufgrund der zu lauten Musik in der Silom-Gegend fand es nicht statt: Alle Thais bleiben n\u00e4mlich pl\u00f6tzlich auf der Stelle stehen und bleiben in diesem Zustand, bis der aus verschiedenen Lautsprechern zeitgleich t\u00f6nende K\u00f6nigshymne zu Ende ist. Anschlie\u00dfend ging es noch \u2013 typisch Thai \u2013 auf den Chatuchak, wir drehten dort eine Runde und kehrten dann zum Baiyoke-Turm zur\u00fcck, in dessen Umgebung wir noch etwas Lokaltypisches zu Abend a\u00dfen. Ich fand keinen Bus zur\u00fcck nach Minburi, also nahm ich das Taxi und war damit schneller zu Hause als Travis, der zur selben Zeit in einen Bus zur Khao San gestiegen war. Um halb eins in meiner Wohnung angekommen, stolperte ich \u00fcber den noch in der Verpackung befindlichen Schreibtisch und entschloss mich, ihn \u201emal schnell\u201c aufzubauen. Da ich keinen Akkuschrauber besa\u00df, gestaltete sich die Arbeit als \u00e4u\u00dferst schwei\u00dftreibend, bis ich gegen halb vier endlich vor einem fertigen und zu benutzenden Tisch sa\u00df. Gute Nacht!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\"><strong><em>2. Woche (18.01. \u2013 24.01.)<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Auch von dieser Woche berichte ich nur die nennenswerten Szenen und nicht jeden Tag im Detail:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In der dritten Stunde am Dienstag begann ich, die Nachmittagskurslisten fertig zu schreiben. Dazu eine kurze Anmerkung: Ich hatte Handball als mont\u00e4glichen Nachmittagskurs angeboten, es gab allerdings nur drei Anmeldungen (immerhin, von nur knapp 100 Sch\u00fclern, die hatten abstimmen k\u00f6nnen! ;-)). Damit ein Kurs zustande kommen w\u00fcrde, brauchte man aber mindestens sieben Teilnehmer. Miras Kurse stie\u00dfen dagegen auf gro\u00dfe Nachfrage und sie hat sich nun mit zwei oder drei Nachmittagsaktivit\u00e4ten herumzuschlagen. Nach der 4. Stunde verabschiedete ich noch den Lehrer der 4. Klasse, in der ich nun regelm\u00e4\u00dfig und recht h\u00e4ufig eingesetzt bin, denn er w\u00fcrde kurz danach mit drei ausgew\u00e4hlten Kindern der 4. Klasse nach M\u00fcnchen zu \u201e1, 2 oder 3\u201c fliegen, um dort gegen \u00d6sterreich und Deutschland anzutreten. Meine Arbeit beendete ich an dem Tag, nachdem ich die Listen f\u00fcr die Nachmittagskurse fertig gestellt hatte und schlief dann zu Hause bis zum Thaiunterricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Was wohl am\u00a0 Mittwochvormittag los war, wei\u00df ich nicht, aber w\u00e4hrend der Pausenaufsicht kamen immer mehr der kleinen Thai-M\u00e4dchen (ja, zur H\u00e4lfte sind sie eigentlich auch Schweizer oder Deutsche) und setzten sich auf meinen Scho\u00df. Mittlerweile bin ich, da ich in jeder Pause auf dem Spielplatz bin, schon eine Art Vertrauens- und Zufluchtsperson f\u00fcr die Kinder geworden. Ich genie\u00dfe diese Anerkennung schon, habe aber gleichzeitig ein bisschen Angst vor dem Abschied in weniger als einem halben Jahr. In DaF der 4. Klasse durfte ich einen Text, bei dem die Sch\u00fcler gewisse Laute einsetzen sollten, diktieren und anschlie\u00dfend eine Geschichte vorlesen, die sie dann schriftlich zu rekapitulieren hatten. Den Nachmittag verbrachte ich wieder mit Travis in der Innenstadt; wir schauten uns eine Muay-Thai-Show an und entschlossen uns dann, Bangkok bei Nacht vom Baiyoke-Turm aus mit einem gem\u00fctlichen Drink zu bestaunen. Tats\u00e4chlich fand ich gegen 22 Uhr noch meine hei\u00dfgeliebte 113, die mich f\u00fcr nur 8 Baht bis fast vor die Haust\u00fcr brachte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Irgendwie fand ich, dass ich am Donnerstag \u00fcberhaupt nichts in der Schule zu tun hatte, also besch\u00e4ftigte ich mich mehr mit dem Heraussuchen von Billigfl\u00fcgen f\u00fcr meine Sommerreisen. Die Mittagsbetreuung mit der nun anderen Basisstufe klappte wunderbar, die Kinder (die ich ja vorher auch schon ziemlich gut kannte) fanden auch schnell Vertrauen zu mir. An diesem Nachmittag sollte Thai bei mir im Zimmer stattfinden, was meinem neuen Schreibtisch zuzuschreiben war. Anschlie\u00dfend wurde mir auf Dr\u00e4ngen von Liss und dem Mathelehrer noch eine neue Frisur f\u00fcr 150 Baht verpasst, mit der ich mich dann am n\u00e4chsten Tag vor der Schule zu verantworten hatte. \ud83d\ude42<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Freitagvormittag war haupts\u00e4chlich von der Anwesenheit des Buchautors Nic Dunlops und des Schweizer Botschafters f\u00fcr Laos, Myanmar und Kambodscha gepr\u00e4gt. Nic Dunlop war angeblich mit 19 Jahren nach Kambodscha gereist und hatte versucht, die Hintergrunde der Roten Khmer zu verstehen. Er ist dank des Aufsp\u00fcrens des Toul-Sleng-Leiters Kaing Guek Eav, besser als Comrade Duch bekannt, mitverantwortlich f\u00fcr den momentan stattfindenden Gerichtsprozess, in dem Duch aussagen muss. Da ich ja bereits selbst im S-21, auf den \u201eKilling Fields\u201c und \u00fcberhaupt in Phnom Penh gewesen war, lie\u00df ich mir die dreist\u00fcndige Veranstaltung nat\u00fcrlich nicht entgehen. Nach dem Mittagessen \u00fcbernahm ich je eine H\u00e4lfte der Klasse 6 (nach 20 Minuten Wechsel), um mit ihnen die Zahlen bis 100 auf Franz\u00f6sisch zu wiederholen. Die Klasse ist \u00fcbrigens eine der eher anstrengenden an der Schule, aber mittlerweile habe ich einen recht guten Zugang zu den Sch\u00fclern. Nach dieser Stunde hie\u00df es Beeilung: Sofort nach Hause, Sachen packen f\u00fcr das Sukhothai-Wochenende, worauf ich mich mit Travis geeinigt hatte und den Bus nach Bangna nehmen, wo ich zum Abschluss der Woche noch Deutschunterricht geben musste. Leider verschlief ich wieder den Transfer zum zweiten Bus in S\u00fcdrichtung, sodass ich mir dachte, es w\u00e4re g\u00fcnstiger, sofort auszusteigen und gleich in ein Taxi zu wechseln. Aber der Fahrer, der sich wohl nicht so recht mit Bangna auskannte, bestand darauf, \u00fcber die Autobahn zu fahren, und zwar erst einmal weit in den Norden, um dann (nachdem ich mich vergewisserte, ob er denn wisse, wohin er f\u00fchre) die Autobahnauffahrt in den S\u00fcden zu nehmen. Nat\u00fcrlich musste man hier wieder Maut bezahlen, die Strecke war ewig und das Taxameter stieg unaufh\u00f6rlich. Mir wurde schon schlecht und ich \u00e4rgerte mich \u00fcber den Fahrer. Dann nahm er auf der \u201eBangna Trat\u201c, dem wohl kompliziertesten Stra\u00dfensystem Bangkoks, auch noch einen U-Turn zu zeitig, was bedeutete, dass er zun\u00e4chst wieder f\u00fcnf Kilometer in die falsche Richtung fahren musste, bevor er den n\u00e4chsten U-Turn in entgegengesetzter Richtung nehmen konnte. Insgesamt zahlte ich f\u00fcr diesen Super-Service 220 Baht plus Maut, das war mehr, als h\u00e4tte ich direkt ein Taxi von mir zu Hause genommen. Von der Familie, deren Kindern ich ja bekanntlich besseres Deutsch beibringe, bekam ich sogar ein tolles Weihnachtsgeschenk, ich redete mit der chinesischen Mutter noch ein bisschen \u00fcber ihr Heimatland und musste mich dann per Bus und Skytrain bis in den Norden zur \u201eNorthern Bus Station\u201c vork\u00e4mpfen, wo Travis schon auf mich wartete und von wo aus wir den Nachtbus nach Sukhothai nehmen wollten. Im Bus wurden sogar Decken verteilt, was angesichts der wie immer zu kalt gestellten Klimaanlage auch vonn\u00f6ten war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wir kamen fr\u00fch gegen halb f\u00fcnf in Sukhothai an, nahmen etwas schlaftrunken ein herumstehendes Tuk-Tuk und lie\u00dfen uns in das von Travis vorgeschlagene \u201eSila Resort\u201c fahren, weil er dort angeblich einen Kumpel kannte. Nachdem wir eingecheckt hatten, schliefen wir noch gem\u00fctlich in unserem ger\u00e4umigen Zimmer bis um neun, bevor wir beim Fr\u00fchst\u00fcck auf Travis\u2018 Kumpel Mark und einen Ladyboy namens \u201eMister X\u201c trafen. Letzterer war der ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigte Angestellte des Hauses \u00fcberhaupt, nahezu jeder hatte etwas im G\u00e4stebuch \u00fcber ihn verewigt und bald sollten wir auch merken, warum \u2026 Bis dahin hatte ich nur erfahren, dass er neben Thai und Englisch auch Deutsch, Japanisch, Laotisch, Spanisch und sonst welche Sprachen beherrschte! Dann nahmen wir, Travis und ich, uns ein kostenloses Mountainbike vom Resort und begaben uns zum so genannten historischen Park von Sukhothai, in dem sich die ganzen alten Khmer-Tempel befanden. Nach kurzem Nachfragen bei \u00e4lteren Passanten auf Thai fanden wir den richtigen Weg, der aber zunehmend langweiliger wurde und im Vergleich zu der Fahrradtour zum Kuang-Si-Wasserfall absolut \u00f6de war. Zudem war es extrem warm an dem Tag, den Sattel fand ich viel zu hart und die Stra\u00dfe verlief schnurstracks geradeaus. Die Ankunft nach gut 25 Minuten schwei\u00dftreibenden Trampelns war auch nicht viel erfreulicher: Das Ticket f\u00fcr Ausl\u00e4nder kostete 100 Baht, das f\u00fcr Thais nur 20 Baht, also erhoffte ich mir mit meinen Thai-Kenntnissen Handlungsspielraum \u2026 Aber die Kassiererinnen blieben hartn\u00e4ckig und fanden es gar nicht so witzig, dass ich ein bisschen Thai konnte \u2013 ganz anders die gute Frau, die uns frische Getr\u00e4nke verkaufte und die dar\u00fcber staunte, dass ich so etwas wie \u201eich h\u00e4tte gerne eine Dose Cola\u201c sagen konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wie auch immer \u2026 der Park war, nachdem wir beide schon in Angkor und Ayutthaya gewesen waren, leider ziemlich entt\u00e4uschend. Wir waren schwer zu beeindrucken und es gab auch nichts au\u00dfer eben ein paar Khmer-Tempelruinen, Buddha-Statuen und verfallenen Mauern. Man konnte nirgends hochklettern, sodass man auch keinen \u00dcberblick \u00fcber die ohnehin nicht allzu gro\u00dfe Anlage erhaschen konnte. Wir fragten uns beide st\u00e4ndig, warum die Reisef\u00fchrer diese St\u00e4tte immer der in Ayutthaya vorziehen; diese Meinung konnten wir einfach nicht best\u00e4tigen. Dann gingen wir Mittagessen, ich probierte das von Travis vorgeschlagene \u201epad sii iu gai\u201c, sprach es aber falsch aus, da ich keine gehabt hatte, was es sein sollte. Schlie\u00dflich verstand die Bedienung, sie schrieb es mir sogar auf und erkl\u00e4rte mir, was es sei. Irgendwie schmeckte es mir aber \u00fcberhaupt nicht. Dann kam die Bedienung wieder an unseren Tisch und bald stellte sich heraus, dass sie unglaublich gut Englisch sprach. Sie erkl\u00e4rte Travis, wie man am besten sein Visum an der nahegelegenen burmesischen Grenze verl\u00e4ngern konnte und war auch sonst sehr unterhaltsam, sodass wir kaum wieder gehen wollten. Anschlie\u00dfend radelten wir noch zu einer weiter entfernt gelegenen Tempelst\u00e4tte, f\u00fcr die wir an der einen Seite noch einmal 100 Baht h\u00e4tten hinbl\u00e4ttern m\u00fcssen, daf\u00fcr auf der gegen\u00fcberliegenden Seite kostenlos hineinkamen. Wieder einmal war die Anlage ziemlich entt\u00e4uschend und wir nutzten sie nur zum Verschnaufen, bevor wir uns auf den R\u00fcckweg ins Resort in der Neustadt (Sukhothai ist in die Altstadt mit Tempeln und Neustadt mit Wohnh\u00e4usern unterteilt) machten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Auf dem R\u00fcckweg mixten wir uns im BigC ein paar seltsame Erfrischungsgetr\u00e4nke zurecht und begaben uns danach zum Busbahnhof, damit ich meine R\u00fcckfahrkarte nach Bangkok f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag kaufen konnte \u2013 Travis wollte noch einen Tag l\u00e4nger bleiben. Die Fahrkarte bekam ich aber nicht, stattdessen fing uns eine Frau ab, die wirres Zeug auf Thai redete, bis ich begriff, dass sie eigentlich nur versuchte zu scherzen. Sie konnte praktisch kein Englisch, also musste ich nebenbei auch noch ein bisschen Dolmetscher f\u00fcr Travis spielen, was sich als nicht so leicht herausstellte. St\u00e4ndig wollte sie meinen eben gekauften Donut haben, so lernte ich immerhin, wie das Ding auf Thai hei\u00dft. Jedenfalls versprach sie mir, dass ich mein Busticket auch am n\u00e4chsten Tag noch kaufen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wieder im Resort angekommen, entschieden wir, uns noch ein bisschen mit Alkohol f\u00fcr den Abend einzudecken, also schwangen wir uns wieder auf die R\u00e4der \u2013 klar, kein Problem, abends mal schnell zwei Kilometer in die Stadt zu fahren, oder? Weit gefehlt! Schon beim Verlassen des Resorts wurden wir von vielen kleinen Hunden angegriffen, die es wohl wirklich auf uns abgesehen hatten! Denen entkamen wir zwar, aber dann blieb da noch der R\u00fcckweg \u2026 bewaffnet mit Hochprozentigem kehrten wir also zur\u00fcck durch die Seitengasse irgendwo an einem Fluss entlang Richtung Resort. Problem dabei: Um in das Resort zu kommen, mussten wir scharf links abbiegen, und zwar genau an der Stelle, wo die Hunde auf uns warteten. Die Idee war also, als sie abermals anfingen, uns anzugreifen, einfach so schnell es ging mit dem Rad vorbeizurasend, um die Hunde von der Stelle wegzulocken. Das schien anfangs auch zu funktionieren, aber bald bemerkten wir den gro\u00dfen Fehler \u2026 etwa 100 Meter weiter wartete ein riesiger, schwarzer, noch viel aggressiverer Hund auf uns, der vor allem, der vor mir fuhr, bis hinunter zur Hauptstra\u00dfe verfolgte. Dabei fiel uns auf, dass der Hund lediglich gejoggt war, w\u00e4hrend wir mit unseren R\u00e4dern kein St\u00fcck schneller h\u00e4tten fahren k\u00f6nnen. Gl\u00fccklicherweise hatten die Hunde Angst vor Motorenger\u00e4uschen, sodass sie an der Hauptstra\u00dfe anhielten und uns nicht mehr zur\u00fccklie\u00dfen. Na toll, was nun!? Unsere einzige Chance war, ein Auto anzuhalten und den Fahrer zu bitten, uns bis ins Resort zu fahren. Wie der Zufall es so wollte, kam nat\u00fcrlich gerade weder ein Tuk-Tuk noch ein passendes Auto, womit wir auch die R\u00e4der wieder zur\u00fcckbekommen konnten. Also warteten wir gute 15 Minuten und schmiedeten andere Pl\u00e4ne, wie wir noch hineinkommen k\u00f6nnten, bis endlich ein freundliches P\u00e4rchen mit einem Pick-up ankam und in ebendenselben Weg abbog. Unsere Chance! Mit dem Auto war es tats\u00e4chlich kein Problem mehr, aber das Herz steckte mir immer noch tief in der Hose \u2026 was f\u00fcr ein Schock!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Mit dem Alkohol pr\u00e4sentierten wir uns dann \u201eMister X\u201c, der uns selbstverst\u00e4ndlich in sein Zimmer einlud. Nach allem, was ich schon von dem geh\u00f6rt hatte, war ich mir zwar nicht ganz so sicher, ob wir wirklich darauf eingehen sollten, aber schlie\u00dflich konnte ja nichts passieren, solange wir uns nicht allzu sehr betr\u00e4nken. Neben unserem gekauften Sang Som holte \u201eX\u201c noch einen Lao-Lao von irgendwoher und ich ahnte, dass dies ein langer Abend werden w\u00fcrde \u2026 Das Seltsame an diesem Typen war aber, dass er nicht nur alle m\u00f6glichen Sprachen beherrschte, sondern auch noch Deutschland und Neuseeland, wo Travis herkam, bedeutend besser kannte als wir selbst. Das Kurioseste war doch tats\u00e4chlich, als ich ihm verriet, wo ich herkam: \u201eAus dem Osten von Deutschland\u201c \u2013 \u201eund woher?\u201c \u2013 \u201eJa, aus einem Dorf in der N\u00e4he von Berlin\u201c \u2013 \u201eaus Brandenburg?\u201c \u2013 \u201eja, aber schon fast aus Sachsen, es ist eher in der N\u00e4he von Dresden\u201c \u2013 \u201edann vielleicht aus Gro\u00dfenhain oder Riesa?\u201c \u2013 Da war ich dann doch baff! Wir konnte ein Thai solche St\u00e4dte kennen? Schlie\u00dflich hatte er aber zwei Jahre in Deutschland gelebt, seine Reisen durch Europa angeblich dank eines 100.000 Euro-Gewinns in einem deutschen Casino finanziert und einen deutschen Kerl geheiratet und sich dann wieder von ihm getrennt \u2013 er zeigte mir sogar das Scheidungsurteil! Auch den Neuseel\u00e4nder beeindruckte \u201eX\u201c mit unglaublichen Stories aus Neuseeland. Dazu kam noch, dass wir zwar alle immer etwas vom Alkohol nachnahmen, wir beiden Reisenden aber eigentlich schon nicht mehr konnten und auch fr\u00fch aufstehen wollten. Und bevor noch etwas Seltsames passieren w\u00fcrde, begaben wir uns dann doch lieber ins Bett, in dem ich trotz allem noch recht fr\u00fch am n\u00e4chsten Morgen erwachte. Auf dem Busbahnhof kaufte ich mir dann ein R\u00fcckfahrticket nach Bangkok, musste aber aufgrund von Versp\u00e4tung noch fast eine Stunde auf den Bus warten. In einem kleinen Shop traf ich \u201eMister X\u201c schon wieder, der unbedingt meine Telefonnummer hatte bekommen wollen. Travis hatte ihm geschickterweise gesagt, dass er das \u00fcbernehmen konnte, was er dann aber \u201eaus Versehen\u201c am Tag seiner Abreise verga\u00df. Schlie\u00dflich sei \u201eMister X\u201c jedes Wochenende in Bangkok, um dort Party zu machen \u2026 Da bekam ich dann doch schon etwas Angst, dass er mich nicht auch einmal auf eine seiner tollen Partys einl\u00e4dt. Die Busfahrt war ganz angenehm und so kam ich gegen Mitternacht in meiner Wohnung an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\"><strong><em>3. Woche (25.01. \u2013 31.01.)<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Diese Woche sollte meinen bisherigen Stundenplan, der immer noch ziemlich viele Freistunden enthielt, schlagartig auff\u00fcllen. Nach dem Motto \u201ewer Arbeit hat, her damit!\u201c schrieb ich eine E-Mail an das gesamte Lehrerkollegium und offerierte allen meine Hilfe in vielen F\u00e4chern, f\u00fcr die ich mich qualifiziert f\u00fchlte. Prompt kam die erste Antwort: DaF in der 2. und 3. Klasse erw\u00fcnscht. Dann kam noch ein Lehrer: \u201eDu suchst Arbeit? Die habe ich f\u00fcr dich\u201c, bald kam die n\u00e4chste E-Mail mit DaF-Angeboten, Franz\u00f6sisch-Vorschl\u00e4gen und auch nebenschulischen T\u00e4tigkeiten: Kaffeerechnung, Sportger\u00e4teinventarisierung, Aufr\u00e4umen der Bibliothek, Aktualisierung der Linksammlung zu Studienm\u00f6glichkeiten nach der Schule u.v.m. Wie gesagt, schlagartig war Arbeit da, die ich gebraucht hatte. Nun wurde ich, sagen wir es mal vorsichtig, wirklich ernst genommen und mittlerweile sch\u00e4tzen die meisten Lehrer auch die Anwesenheit der vier kulturweit-Leute ungemein. Denn wir tun alles, wozu die Lehrkr\u00e4fte keine Zeit und eigentlich auch keine Lust haben, was aber einfach getan werden muss. Und da ich es nicht mag, still und arbeitslos in der Ecke zu hocken, nehme ich jede Arbeit gerne an!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Mitten in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch bekam ich starke Magenkr\u00e4mpfe und mir wurde richtig schlecht, der Kopf dr\u00f6hnte und ich konnte nicht mehr klar denken. Ich sa\u00df noch bis um eins am Computer und checkte die Fl\u00fcge meiner Eltern, die im Sommer herkommen werden, bis ich mich umdrehte und eine riesige schwarze Pf\u00fctze um meinen K\u00fchlschrank entdeckte. Meine gerade erst gekaufte und in den K\u00fchlschrank gelegte Cola war ausgelaufen! Oh nein, alles klebte und die Ameisen hatten das Fest schon er\u00f6ffnet! Also wischte ich mit meinem restlichen Klopapier (K\u00fcchent\u00fccher sind hier eine Rarit\u00e4t) den Boden auf und musste gegen drei sogar noch einmal ins 7-Eleven rennen, um eine neue Packung Klopapier zu kaufen. Etwas, was wahrscheinlich in Deutschland undenkbar w\u00e4re! \ud83d\ude42 Unter Kopf- und Magenschmerzen wischte ich nun also die Cola auf, begab mich endlich ins Bett und meldete mich fr\u00fch per E-Mail krank. Sofort schob ich meine Krankheit auf den am Vorabend gegessenen Fisch: Es war der letzte in dem Billigrestaurant, in dem es sonst eigentlich gut schmeckte, gewesen und er hatte auch schon nicht mehr so frisch ausgesehen. B\u00e4h!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am Donnerstag und Freitag schleppte ich mich zwar wieder in die Schule, trotzdem hatte ich an beiden Tagen durchweg noch alles M\u00f6gliche: Kopfschmerzen, Durchfall, Magenscherzen, Schwindelgef\u00fchle und teils sogar ein bisschen erh\u00f6hte Temperatur \u2013 was aber in Bangkok keine absolute Seltenheit ist. Neben meinen \u00fcblichen F\u00e4chern k\u00fcmmerte ich mich vor allem um die Ausarbeitung des Schulprofils auf Englisch, glich es mehrmals mit dem Direktor ab und musste noch irgendwoher Bilder suchen. Weiterhin bin ich in letzter Zeit immer wieder mit Korrekturen f\u00fcr das Jahrbuch besch\u00e4ftigt, sodass ich tats\u00e4chlich kaum noch Freistunden habe. Die letzte Stunde in der Woche, Franz\u00f6sisch in der 6. Klasse, \u00fcbernahm ich dieses Mal fast allein: Ich sollte die Zahlen bis Hundert auf Franz\u00f6sisch diktieren, die Sch\u00fcler mussten sie als Zahl schreiben; der zweite Teil des Testes war leicht f\u00fcr mich, da ich die Zahlen lediglich auf Deutsch sagen musste, die Sch\u00fcler sie aber als Wort auf Franz\u00f6sisch aufzuschreiben hatten. Die Lehrerin lie\u00df mich diesen Test allein schreiben, weil sie wegmusste.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zwar gab ich auch noch den Deutschunterricht in Bangna wie fast jede Woche, aber da ich mich nicht so gut f\u00fchlte, fiel das Wochenende danach v\u00f6llig ins Wasser. Eigentlich hatte ich zum Benefiz-Fu\u00dfballspiel der \u201eHoffenheim Supporters Bangkok\u201c an unserer Schule kommen wollen, konnte mich aber am Samstagmorgen nicht dazu aufrappeln, mir ging es einfach immer noch zu schlecht. Der K\u00f6rper normalisierte sich erst wieder am sp\u00e4ten Sonntag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\"><strong><em>4. Woche (01.02. \u2013 07.02.)<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Februar begann mit einer neuen Stunde: DaF in der 9. Klasse f\u00fcr eben Sch\u00fclerinnen, denen es in Deutsch etwas schwerer f\u00e4llt. Es gestaltete sich f\u00fcr mich aber auch nicht sehr leicht, Zugang zu ihnen zu finden, denn mit 15\/16 Jahren hat man nat\u00fcrlich ganz andere Dinge als Schule im Kopf. In Deutsch wurde gerade die Novelle \u201eRomeo und Julia auf dem Dorfe\u201c von einem Schweizer behandelt, bei der ich nat\u00fcrlich viele Begriffe erkl\u00e4ren musste. Teilweise erstaunte es mich schon, dass Begriffe wie <em>Furche<\/em>, <em>m\u00fc\u00dfig<\/em>, <em>m\u00e4\u00dfig<\/em>, <em>\u00c4cker<\/em>, <em>brach<\/em> und <em>Knecht<\/em> schlichtweg nicht bekannt waren \u2013 interessanterweise wussten selbst die Deutschen manchmal nichts mit diesen W\u00f6rtern anzufangen! Sie waren halt in einer Metropole weit entfernt von dem Land, in dem man eigentlich Deutsch spricht, aufgewachsen \u2013 und das nahmen die Deutschlehrerin und ich als Startpunkt f\u00fcr ein Experiment in der 12. Klasse, die ja bald auf eigene Faust in Deutschland \u00fcberleben wollen: Wir w\u00fcrden in naher Zukunft ein Quiz \u00fcber das Leben in Deutschland machen und sehen, ob sie tats\u00e4chlich eine Vorstellung von dem Leben in unserem Land haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am Mittwochmorgen hatte ich nun zum ersten Mal DaF mit der 3. Klasse: Im Prinzip musste ich der kleinen Vierergruppe, die wir dank meiner Unterst\u00fctzung von der 2. Klasse separieren konnten, nur bei der Ausarbeitung einer fiktiven Einladung helfen, vor allem der bisher nur thai- und englischsprachigen Sch\u00fclerin, die im letzten Semester neu an die Schule gekommen war. Am n\u00e4chsten Tag sollte sie dann Privatf\u00f6rderung von mir bekommen. Die Arme, sie wird neben mir auch noch von Mira und einer Sonderp\u00e4dagogin der Schule auf Deutsch getrimmt, damit sie endlich anf\u00e4ngt zu sprechen. Wichtige Erkl\u00e4rungen m\u00fcssen bisher auf Englisch (oder, wer kann, auf Thai) erfolgen, wenn man sich Zeit nimmt, geht es auch auf Deutsch. Dazu nutze ich das von Mira aus der Bibliothek ausgeliehene Bilderbuch und arbeite mich dadurch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ansonsten besch\u00e4ftigte ich mich in der Woche vorrangig mit Korrekturen f\u00fcr das Jahrbuch und der \u00dcbersetzung von Elternbriefen ins Englische. Am Freitag in der 3. Stunde half ich wieder in der 9. Klasse aus. Dieses Mal sollte es nicht um DaF, sondern um die korrekte Gestaltung einer Praktikumsmappe gehen, da diese Klasse in den folgenden zwei Wochen in Betrieben in Bangkok und Umgebung eingesetzt sein w\u00fcrden. Nach anf\u00e4nglichen Problemen mit dem Beamer und leichten Ungereimtheiten mit meinem Microsoft Word klappte die Umsetzung unserer Idee doch ziemlich gut: Es ging im Prinzip darum, den Sch\u00fclern zu zeigen, wie sie alle Kriterien, die sp\u00e4ter in der Matura-Arbeit verlangt w\u00fcrden, korrekt in einem Textverarbeitungsprogramm einstellen k\u00f6nnen. Das Ganze wollen wir nach ihrem Praktikum erweitern, aber die erste Stunde diesbez\u00fcglich war schon einmal sehr erfolgreich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bald danach fuhr ich mit dem Klassenlehrer der 4. Klasse und der Thai-Lehrerin, die mit auf die Klassenfahrt in anderthalb Wochen kommen w\u00fcrde, nach Suphanburi in das so genannte \u201eBuffalo Village\u201c, um uns das Gel\u00e4nde, die \u00d6rtlichkeiten und die Leute schon einmal anzusehen, bevor wir mit der ganzen 4. Klasse dort antanzen w\u00fcrden. Die Autofahrt dauerte gute zwei Stunden, gleich nach der Ankunft a\u00dfen wir gem\u00fctlich im nahegelegenen Restaurant. Die beiden Lehrer staunten \u00fcber meine Riesenportion, die mich noch nicht einmal satt machte. Das Gel\u00e4nde war beeindruckend, die Reisfelder riesig und sch\u00f6n gr\u00fcn, die H\u00e4uschen sehr komfortabel (ich w\u00fcrde ein eigenes bekommen!) und die Angestellten sehr organisiert und zuvorkommend. Die R\u00fcckfahrt dauerte gute drei Stunden, da der Verkehr in Bangkok gegen Abend immer sehr dicht wird. Dank der am Steuer sitzenden Thai-Lehrerin, die auch verst\u00e4ndliches Deutsch spricht, wurden uns viele Fragen zum Verkehrssystem in Thailand authentisch beantwortet. Der Unterricht in Bangna musste selbstverst\u00e4ndlich ausfallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am Samstagmittag traf ich mich wieder mit Travis, der nun sein letztes Wochenende in Bangkok verbrachte und anschlie\u00dfend wieder nach Hause fliegen wollte. Wir entschlossen uns nach einiger Zeit, in den Lumphini-Park zu gehen, um dort die Flora und Fauna zu bestaunen. Eine willkommene Abwechslung auch f\u00fcr mich, denn ich war bisher erst einmal dort gewesen. Wir kamen an Scientology-Werbern vorbei, durchquerten den Park entlang des Sees, bestaunten zun\u00e4chst die Fische und Schildkr\u00f6ten im Wasser und entdeckten dann einen Waran, etwa anderthalb Meter lang, der sich am Ufer sonnte. Wir setzten uns daneben und warteten \u2026 warteten \u2026 warteten. Ein thail\u00e4ndischer Junge versuchte, ihn aufzuscheuchen, scheiterte aber. Wir warteten weiter \u2026 und pl\u00f6tzlich bewegte sich der kleine Dinosaurier tats\u00e4chlich \u2013 in unsere Richtung! Langsam wurde es unheimlich und wir standen auf, liefen langsam r\u00fcckw\u00e4rts, und das Tier folgte uns. Aus sicherer Entfernung schaltete ich dann meine Kamera an und filmte. Das Tier verschwand zur H\u00e4lfte in einem Loch, setzte eine ordentliche Wurst dorthin und marschierte dann ins Wasser. Wir dachten erst, das Spektakel w\u00e4re schon vorbei, aber es begann erst: Ein paar Meter weiter hatte ein Thai mit Unmengen an Brot Unmengen an V\u00f6geln angelockt, auf die der Waran es abgesehen hatte. Nat\u00fcrlich w\u00fcrde er keine Vogel schnappen k\u00f6nnen, dazu war er viel zu langsam. Aber da gab es ja auch noch Fische \u2026 und Schildkr\u00f6ten! Eine dieser armen Schildkr\u00f6ten war wohl zu unvorsichtig und schon fand sie sich im Maul des Warans wieder. Mann, das hatte ich auch noch nie gesehen! Die Schildkr\u00f6te war dumm: Sie zog ihre Gliedma\u00dfen nicht ein, weder Kopf noch Schwanz und auch nicht die Beine \u2026 so konnte der Waran sie leicht verletzen. Aber der Waran war auch irgendwie dumm: Er tat es nicht. Und lie\u00df die Schildkr\u00f6te sogar noch entkommen, nicht zuletzt auch wegen der Jubelrufe der umstehenden Thais. Da ich beide Aktionen gefilmt habe, werde ich sie demn\u00e4chst bei Youtube hochladen. Den Abend verbrachten Travis und ich noch in der Sukhumvit, einem bekannten Barviertel in Bangkok, nachdem wir gute zwei Stunden irgendwo in der Lumphini-Gegend herumgelaufen waren, von denen ich immer nur alle zwei Kilometer eine Stra\u00dfe kannte, um Essen zu suchen. Das bekamen wir dann tats\u00e4chlich auch unglaublich billig in einer Nebenstra\u00dfe der Sukhumvit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dann streunten wir noch durch die Nana-Gegend und landeten schlie\u00dflich in einer deutschen Bierbar, in der die Bundesliga lief und ich versuchte, sie Travis zu erkl\u00e4ren. Ich fand danach zwar einen Bus bis zur Ramkhamhaeng, aber keinen Anschlussbus. Stattdessen wartete ich mitten in der Nacht noch eine gute Stunde auf meine 113, bis ich mich entschied, doch ein Taxi zu nehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\"><strong><em>5. Woche (08.02. \u2013 14.02.)<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In der letzten Woche passierte nichts Au\u00dfergew\u00f6hnliches. Folgendes h\u00e4tte ich auch schon einige Wochen vorher sagen k\u00f6nnen: Ich habe nun jeden Dienstag und Donnerstag je eine \u201eTutoring\u201c-Stunde und am Mittwoch sogar eine Doppelstunde \u201eTutoring\u201c, in der\/denen ich eigentlich nichts weiter zu tun habe, als auf ein bis vier Kinder aufzupassen, die nicht wirklich wissen, was sie machen sollen, weil ihre Nachmittagskurse so sp\u00e4t oder ung\u00fcnstig anfangen. Zudem ist nun auch wieder \u201eThai for teachers\u201c am Montagnachmittag und da ging es die letzten beiden Male so richtig in die Vollen: Uhrzeit, Wochentage und Monatsnamen! Ich bin froh, dass ich die ersten beiden Sachen nun ziemlich gut beherrsche, aber mit den Monaten wird es noch dauern. Kurze Beispiele zu den drei Themen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Uhrzeit in Thailand wird, neben der viel zu formellen und ungebr\u00e4uchlichen 24-Stunden-Anzeige, in je sechs Stunden unterteilt. Das hei\u00dft, man sagt zum Beispiel \u201edrei Uhr nachts\u201c, sechs Stunden sp\u00e4ter ist es \u201eneun Uhr morgens\u201c, sechs Stunden sp\u00e4ter \u201edrei Uhr nachmittags\u201c und wieder sechs Stunden sp\u00e4ter \u201edrei Uhr abends\u201c. Am Kuriosesten ist 17.00 Uhr, denn man kann sowohl \u201ef\u00fcnf Uhr nachmittags\u201c als auch \u201ef\u00fcnf Uhr abends\u201c sagen, je nachdem, ob es noch warm oder schon kalt drau\u00dfen ist. \ud83d\ude42<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Wochentage haben nichts mit unseren gemeinsam und fangen mit Sonntag an. Man muss halt sieben neue W\u00f6rter lernen: \u201ewan aathit\u201c, \u201ewan dschan\u201c, \u201ewan angkhaan\u201c, \u201ewan phut\u201c, \u201ewan phar\u00fchat\u201c, \u201ewan suk\u201c und \u201ewan sao\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Monatsnamen erinnern auch an nichts, was einem bekannt vorkommen k\u00f6nnte; noch dazu sind sie extrem lang. Hier die zw\u00f6lf Monatsnamen: \u201emak ga ra khom\u201c, \u201egum phaa phan\u201c, \u201emii naa khom\u201c, \u201emee saa jon\u201c, \u201ephr\u00fcd sa phaa khom\u201c, \u201emi thu naa jon\u201c, \u201ega ra ga daa khom\u201c, \u201esing haa khom\u201c, \u201egan jaa khom\u201c, \u201etu laa khom\u201c, \u201ephr\u00fcd sa dschi gaa jon\u201c und schlie\u00dflich \u201ethan waa khom\u201c. Na, wer findet heraus, wann man \u201ekhom\u201c und wann \u201ejon\u201c verwendet? Ein Vorteil, der in unseren Monatsnamen fehlt \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zur\u00fcck zur Schule: Die Mittagsbetreuung hat sich nun wieder ge\u00e4ndert. Ich gehe weiterhin mit \u201emeine\u201c eigentlichen Basisstufe essen, Mira hat am Dienstag und Donnerstag den Kindergarten und Philipp geht am Donnerstag mit \u201eseiner\u201c Basisstufe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am Mittwoch gab es in der Doppelstunde Sport mit der Basisstufe einen Verletzungsfall, weshalb ich \u2013 gutm\u00fctig wie ich bin \u2013 die junge Sch\u00fclerin nicht nur in die Klinik gebracht habe, sondern auch noch \u00fcber eine Stunde (!) auf ihre Mutter, die irgendwo vom Shopping kommen <em>musste<\/em>, um ihre Tochter abzuholen. Vielleicht war ich vorbelastet, zum einen wegen meines eigenen umgeknickten Kn\u00f6chels vor einigen Monaten, zum anderen auch, weil ich die Sch\u00fclerin so sympathisch fand, aber die Mutter war wirklich \u2026 wie soll ich sagen? \u2026 sehr gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig. Wir mussten, zun\u00e4chst auf mein Dr\u00e4ngen, dann auf Dr\u00e4ngen einer anderen Lehrerin unserer Schule, insgesamt viermal anrufen, bevor sich die Mutter in die Schulklinik bequemte. Mehr als ein kleines \u201esorry\u201c wollte ihr nicht \u00fcber die Lippen. Mit scharfen Worten befahl ich ihr noch \u201et\u00f6\u00f6 tong pai roong phejabaan\u201c (sie muss ins Krankenhaus), was sie zum Gl\u00fcck dann auch tat. Ich war schon erstaunt, dass die Sch\u00fclerin am n\u00e4chsten Tag nicht nur wieder in der Schule war, sondern mir auch vom Fahrradfahren am Nachmittag zuvor, d.h. direkt nach dem Krankenhausaufenthalt, am Folgetag erz\u00e4hlte! Nat\u00fcrlich, ihre Knochen sind noch jung, aber was ich auch schon von ihr erfahren hatte, war, dass sie wohl nicht zu Hause bleiben d\u00fcrfe und dass der Arzt dies aber eigentlich verordnet hatte. Nun ja, es ist ja nicht meine Tochter, aber Leid tat sie mir schon.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am Freitag pr\u00e4sentierte ich der 12. Klasse, die ja bald im Kollektiv nach Europa gehen wollen, um dort zu studieren oder beim Bund eingezogen zu werden, den ultimativen \u201eDeutschlandtest\u201c, den ich selbst ein paar Tage zuvor ausgearbeitet hatte. Anfangs schienen sie nicht sehr begeistert dar\u00fcber, aber je weiter sie sich vorarbeiteten, desto mehr realisierten sie, was ich mit dem Test eigentlich bezwecken wollte. Es handelte sich um Fragen, von denen jeder Deutsche den Gro\u00dfteil m\u00fchelos beantworten sollte, um in der Gesellschaft problemlos klarzukommen. Selbstverst\u00e4ndlich kann keiner alles wissen, aber es ging auch um Preisvorstellung bez\u00fcglich Br\u00f6tchenkauf, Benzinpreisen und Wohnmiete. Das alles ist ja in Thailand h\u00f6chstens ein f\u00fcnftel so teuer wie in Deutschland. Die Ergebnisse werde ich den Sch\u00fclern erst nach ihrer Projektwoche mitteilen. Da ich vergessen hatte, dass die Sch\u00fcler in Franz\u00f6sisch diese Woche wieder einen Test schreiben sollten, blieb ich aus Versehen bis zur 7. Stunde, bevor ich eben realisierte, dass ich da gar nicht gebraucht werde. Daf\u00fcr unterhielt ich mich in meiner freigewordenen Stunde mit den drei neuen Praktikanten, die nun bereits ein paar Wochen hier gewesen sind und bald wieder zur\u00fcck in die Schweiz m\u00fcssen, wie ihnen das Leben und die Arbeit in Bangkok bisher gefallen hat. Am Abend fuhr ich wieder nach Bangna, um den beiden diesmal sehr aufgeweckten und lernwilligen Jungen ein bisschen mehr Deutsch beizubringen, und zeigte dem Vater meiner Sch\u00fcler meine Reisefotos aus Laos und China.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das einzig Erw\u00e4hnenswerte an diesem Wochenende war der Samstagabend, an dem mich der Mathelehrer kurzerhand \u00fcberredete, mit ihm und seiner \u201eBegleitung\u201c in die Khao San, wo auch Philipp, Mira und ihr Couchsurfer, Liss mit ihrer Mutter und Schwester, ein kolumbianischer Freund des Mathelehrers sowie ein Freund eines ehemaligen Praktikanten der DsSB bereits waren. Also trafen wir uns dort alle, gingen in diese und jene Bar, schlie\u00dflich noch in eine Disko, um zuf\u00e4lligerweise die 12er aus der Schule zu treffen, bevor wir gegen zwei in ein Taxi gequetscht wieder nach Hause fuhren. Es war ein spa\u00dfiger und abwechslungsreicher Abend, der aber nicht jede Woche sein muss. Den heutigen Tag verbrachte ich eher in der Innenstadt und kaufte noch die letzten wichtigen Sachen f\u00fcr die Klassenfahrt ab morgen ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der n\u00e4chste Bericht folgt dann wahrscheinlich gleich nach der Klassenfahrt, wenn ich aus Suphanburi vom \u201eBuffalo Village\u201c zur\u00fcckgekommen bin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun nutze ich endlich mal meine mittlerweile rar gewordenen Freistunden, um den Blog auf den neuesten Stand zu bringen, bevor das n\u00e4chste Gro\u00dfereignis erlebt werden will: Die \u201eBuffalo-Village\u201c-Landschulwoche in Suphanburi von Montag bis Freitag n\u00e4chster Woche. 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