{"id":84,"date":"2009-09-05T21:14:43","date_gmt":"2009-09-05T19:14:43","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/daniel\/?p=84"},"modified":"2009-09-05T23:55:07","modified_gmt":"2009-09-05T21:55:07","slug":"zwischen-workshops-berliner-szene-und-welthandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/daniel\/2009\/09\/05\/zwischen-workshops-berliner-szene-und-welthandel\/","title":{"rendered":"Zwischen Workshops, Berliner Szene und Welthandel &#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Auch heute fasse ich wieder zwei Tage vom Seminar zusammen, den 5. und 6. Damit ist dann auch schon \u00fcber die H\u00e4lfte der wunderbaren, wohl unvergesslichen Seminarzeit verstrichen. Aber das gro\u00dfe Abenteuer kommt ja erst noch &#8230;<\/p>\n<p>Der 5. Tag begann in den gewohnten f\u00fcr den Nachmittag festgelegten Reflexionsgruppen, aber dieses Mal mit einem konkreten Programm: Anti-Bias. Was das hei\u00dft? Also, &#8222;bias&#8220; kommt aus dem Englischen und bedeutet so etwas wie &#8222;Vorurteil&#8220;. In dem Programm sollte es also darum gehen, verschiedene Vorurteile von Ausl\u00e4ndern \u00fcber Deutsche, aber auch andersherum zu besprechen und zu analysieren. Unser Trainer Timo konnte das wieder sehr gut in ein interessantes Gruppengespr\u00e4ch verpacken. Am Anfang bekamen eine sehr spannende und empfehlenswerte Geschichte von einer meiner Gruppenmitglieder zum Thema vorgelesen. Wer sie auch mal lesen m\u00f6chte, findet sie <a href=\"http:\/\/www.randomhouse.de\/content\/edition\/excerpts\/27243.pdf\">hier<\/a> (PDF, 1,2 MB) ab Seite 13.<\/p>\n<p>Der Nachmittag war mit zwei selbst zu w\u00e4hlenden Workshops vollgepackt. Zuerst besuchte ich &#8222;Grenz\u00fcberschreitungen &#8211; wo liegen die Grenzen der Anpassung?&#8220;, was mir sehr gut gefiel. Man lernte, wie weit man in seiner Anpassung gehen kann, wo die absolute Pers\u00f6nlichkeitsgrenze oder manchmal einfach nur die Bequemlichkeitsgrenze bei einem selbst liegt. Danach kam der Workshop &#8222;Geschlechterverh\u00e4ltnisse: weiblich &#8211; m\u00e4nnlich &#8211; menschlich&#8220;, der mir irgendwie \u00fcberhaupt nicht zusagte. Mir kam es eher wie eine Philosophiestunde oder Therapie vor, in der \u00fcber eventuelle Transvestiten, die als drittes Geschlecht akzeptiert werden sollten, diskutiert wurde.<\/p>\n<p>Nach der Reflexionsgruppe und dem Abendbrot ging mein Weg dann gen Berlin. Ein anderer Freiwilliger und ich waren Fahrer und so zogen wir zu zehnt durch Berliner Stra\u00dfen, Clubs und die Szene, tanzten und feierten bis in die fr\u00fchen Morgenstunden und kamen dann v\u00f6llig \u00fcberm\u00fcdet (aber noch so fit, dass ich zumindest Auto fahren konnte) wieder an der EJB an. Nach gut einer Stunde Schlaf ging auch das Programm von kulturweit wieder weiter.<\/p>\n<p>__________________________________________________________________________<\/p>\n<p>Wenig Schlaf und eine lange, laute und nicht ganz stressfreie Nacht konnten mich nicht gerade f\u00fcr die ab 9.00 Uhr anstehende Welthandelssimulation, die von Trainer Timo an das kulturweit-Team herangetragen worden war, motivieren, aber dennoch fand ich sehr viel Gefallen an dem Spiel. F\u00fcr alle, die sich f\u00fcr das Spiel interessieren, biete ich wieder an, sich einfach bei mir zu melden. \ud83d\ude09 Im Groben geht es aber darum, den echten Welthandel zwischen der westlichen und der Dritten Welt in kleinen Gruppen zu simulieren. Die &#8222;Spieler&#8220; werden in UNO-Mitglieder, Bankiers, Spekulanten, <em>yellow press<\/em>,<em> serious press<\/em> und L\u00e4nderabgeordnete eingeteilt. Ich kam zuf\u00e4lligerweise zum Land Togo und durfte daf\u00fcr <em>Businessman <\/em>sein. Es gab f\u00fcr unser Land auch einen Diplomaten. Nur Businessmen und Diplomaten d\u00fcrfen w\u00e4hrend des Spiels, welches auf zwei Etagen ausgetragen wurde, von ihrem Platz aufstehen und mit der Bank bzw. den anderen L\u00e4ndern verhandeln. Im Endeffekt waren wir zwar mit knapp 6000 Euro Schulden noch keine Weltmacht, aber immerhin das bestsituierte Dritte-Welt-Land im Spiel &#8211; dank unserer wirtschaftlichen Raffinesse! \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Leider war das Spiel schon nach anderthalb Stunden zu Ende, ich h\u00e4tte gerne l\u00e4nger gewirtschaftet, gerade weil wir erst mit der Zeit in das Spiel hereinkamen und langsam begriffen, worum es ging. Die anschlie\u00dfende Auswertung fand ich pers\u00f6nlich extrem lang &#8230; und da ergriff mich dann auch der Schlaf, sodass ich kurze Zeit sicher auch einmal einnickte. Nach dem Mittagessen durften wir mit unserer freien Zeit bis 16.00 Uhr anfangen, was wir wollten. Das nutzten nat\u00fcrlich ich und meine Berlin-Kompagnons f\u00fcr einen ausreichenden Mittagschlaf.<\/p>\n<p>Danach ging es wieder in einen Workshop: &#8222;Soziale Bewegungen weltweit&#8220;. Das war zwar jetzt nicht so das Thema, in das ich mich einbringen konnte, aber das Programm war trotzdem gut: Wir diskutierten \u00fcber Entwicklungshilfe, Biopiraterie und den alternativen Nobelpreis. Leider kamen aber keine richtigen Diskussionen zustande, weil die Zeit nur sehr begrenzt war. In diese nur sehr knappe Zeit wurde auch noch ein Film \u00fcber gekappte Stromanschl\u00fcsse in S\u00fcdafrika und die Selbsthilfe dieser B\u00fcrger gepackt, der auch nicht ausreichend er\u00f6rtert werden konnte.<\/p>\n<p>Am sp\u00e4ten Nachmittag wurde wieder reflektiert, Timo erkl\u00e4rt uns das Spiel &#8222;Big Buddy&#8220;, aber das gefiel mir nicht so, weil ich kein Rhythmus-Gef\u00fchl habe. Es kommt aber dabei sehr wohl auf den Rhythmus an, sonst rufen die anderen n\u00e4mlich &#8222;Oh, shit!&#8220; Bei Interesse an dem Spiel einfach wieder melden. \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Den Abend lasse ich dieses Mal etwas gelassener ausklingen, so wie es zumindest bisher geplant ist. Vielleicht wieder am See oder mit ein paar Freunden, so wie ich einige hier mittlerweile schon nennen kann &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch heute fasse ich wieder zwei Tage vom Seminar zusammen, den 5. und 6. Damit ist dann auch schon \u00fcber die H\u00e4lfte der wunderbaren, wohl unvergesslichen Seminarzeit verstrichen. Aber das gro\u00dfe Abenteuer kommt ja erst noch &#8230; Der 5. 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