{"id":816,"date":"2010-01-18T09:03:51","date_gmt":"2010-01-18T07:03:51","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/daniel\/?p=816"},"modified":"2010-01-31T10:36:17","modified_gmt":"2010-01-31T08:36:17","slug":"eine-reise-durch-funf-lander-in-drei-wochen-uber-land","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/daniel\/2010\/01\/18\/eine-reise-durch-funf-lander-in-drei-wochen-uber-land\/","title":{"rendered":"Eine Reise durch f\u00fcnf L\u00e4nder in drei Wochen \u00fcber Land"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><a name=\"vorwort\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Vorwort<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Monatelange Planung, dann wieder Pl\u00e4ne verwerfen, Geld sparen, z\u00e4hlen, umrechnen und vergleichen, das muss man gesehen haben, da sollte man lieber nicht hin, R\u00fcckflug buchen, Z\u00fcge in China heraussuchen, Infos \u00fcber Busse in <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Kleines Land nord\u00f6stlich von Thailand\">Laos<\/span> finden, mit Freunden verabreden, ein chinesisches <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Einreiseerlaubnis, die man f\u00fcr bestimmte L\u00e4nder ben\u00f6tigt\">Visum<\/span> bekommen und die Zeitplanung nicht vergessen \u2026! Habe ich das wirklich alles neben meiner Arbeit hier in Bangkok geschafft?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Drei Wochen sp\u00e4ter kann ich sagen: Ja, das habe ich! Ich bin froh, stolz, gl\u00fccklich und erleichtert, dass ich fast alle geplante St\u00e4dte tats\u00e4chlich gesehen, die herausgesuchten Busse in Laos bekommen, alle Arten von Z\u00fcgen in China ausprobiert, eine der gr\u00f6\u00dften <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Begr\u00fcnder des Buddhismus, genannt Siddharta Gautama\">Buddha<\/span>-Statuen der Welt bestiegen, auf der l\u00e4ngsten Rolltreppe der Welt gestanden, rund 10.000 Kilometer auf dem Landweg zur\u00fcckgelegt, die gr\u00f6\u00dfte Stadt Chinas besichtigt, \u00fcberhaupt das bev\u00f6lkerungsreichste Land der Welt bereist, auf dem wohl sch\u00f6nsten Wasserfall S\u00fcdostasiens \u00fcber den Dschungel geschaut, das Leben am l\u00e4ngsten Fluss Asiens beobachtet, die schrecklichste Zugfahrt meines Lebens durchgehalten, ein paar chinesische Vokabeln und Schriftzeichen aufgeschnappt, Fotos von dem gr\u00f6\u00dften Staudamm der Welt gemacht und einfach nur unglaubliche, unvergessliche und wahnsinnig wertvolle Eindr\u00fccke aus Laos und China mitgebracht habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Meine Reise begann in Bangkok, f\u00fchrte \u00fcber <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Hauptstadt von Laos\">Vientiane<\/span> nach <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Zentral in Nordlaos gelegene Touristenstadt\">Luang Prabang<\/span> und schlie\u00dflich nach <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Millionenstadt in S\u00fcdchina\">Kunming<\/span>, <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"N\u00e4chstgr\u00f6\u00dfere chinesische Stadt am weltgr\u00f6\u00dften Staudamm\">Yichang<\/span>, Shanghai, <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Millionenstadt im S\u00fcdosten Chinas, fr\u00fcher auch Kanton genannt\">Guangzhou<\/span> und <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Bis 1997 unter britischer Herrschaft stehendes Gebiet, jetzt zu China geh\u00f6rig mit eigener Verwaltung\">Hongkong<\/span> bis nach <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Bis 1999 unter portugiesischer Herrschaft stehendes Gebiet, jetzt zu China geh\u00f6rig mit eigener Verwaltung\">Macau<\/span>, von wo aus ich wieder zur\u00fcck nach Bangkok flog. Auf der gesamten Route habe ich alle denkbaren Verkehrsmittel verwendet: Taxis, einen thail\u00e4ndischen und mehrere chinesische Z\u00fcge vom billigsten zum teuersten, zweimal ein <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Meist dreir\u00e4driges, motorisiertes Fahrzeug mit Sitzpl\u00e4tzen f\u00fcr drei bis sechs Leute\">Tuk-Tuk<\/span>, ein <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Motorisiertes Fahrzeug mit zwei parallel zur Fahrtrichtung angeordneten Sitzb\u00e4nken hinter dem Fahrer\">Songthaew<\/span>, einen laotischen Bus, ein Damenfahrrad, meine F\u00fc\u00dfe (mehr als genug), einen chinesischen Schlafbus, ein Motorradtaxi, eine F\u00e4hre und das Flugzeug. Fehlt nur der Helikopter, aber der war mir zu teuer von Hongkong nach Macau.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bilder gibt es <a href=\"http:\/\/picasaweb.google.de\/DWhodunit\/FotosLaosChina?authkey=Gv1sRgCLeo7cyurPDx2QE#\" target=\"_blank\">hier<\/a>, die Untertitel fehlen noch. Den folgenden Bericht unterteile ich nicht nach jeweiligem Datum, sondern nach der Stadt, von der ich jeweils berichte. Klickt einfach auf einen der folgenden Links, um zur gew\u00fcnschten Stadt zu springen oder lest den ganzen Bericht hintereinander weg. Viel Spa\u00df dabei!<\/p>\n<p><a href=\"#bangkok1\">Bangkok<\/a> (Thailand)<br \/>\n<a href=\"#bangkok-nongkhai\">Fahrt von Bangkok nach Nong Khai<\/a><br \/>\n<a href=\"#nongkhai\">Nong Khai<\/a><br \/>\n<a href=\"#vientiane1\">Vientiane Tag 1<\/a>, <a href=\"#vientiane2\">Tag 2<\/a> (Laos)<br \/>\n<a href=\"#vientiane-luang\">Fahrt von Vientiane nach Luang Prabang<\/a><br \/>\n<a href=\"#luang1\">Luang Prabang Tag 1<\/a>, <a href=\"#luang2\">Tag 2<\/a>, <a href=\"#luang3\">Tag 3<\/a>, <a href=\"#luang4\">Tag 4<\/a><br \/>\n<a href=\"#luang-kunming\">Fahrt von Luang Prabang nach Kunming<\/a><br \/>\n<a href=\"#kunming1\">Kunming Tag 1<\/a>, <a href=\"#kunming2\">Tag 2<\/a>, <a href=\"#kunming3\">Tag 3<\/a> (China)<br \/>\n<a href=\"#kunming-yichang\">Fahrt von Kunming nach Yichang<\/a><br \/>\n<a href=\"#yichang1\">Yichang Tag 1<\/a>, <a href=\"#yichang2\">Tag 2<\/a><br \/>\n<a href=\"#yichang-shanghai\">Fahrt von Yichang nach Shanghai<\/a><br \/>\n<a href=\"#shanghai1\">Shanghai Tag 1<\/a>, <a href=\"#shanghai2\">Tag 2<\/a>, <a href=\"#shanghai3\">Tag 3<\/a>, <a href=\"#shanghai4a\">Tag 4<\/a><br \/>\n<a href=\"#wuxi\">Wuxi<\/a><br \/>\n<a href=\"#shanghai4b\">Shanghai immer noch Tag 4<\/a>, <a href=\"#shanghai5\">Tag 5<\/a><br \/>\n<a href=\"#guangzhou1\">Guangzhou Tag 1<\/a>, <a href=\"#guangzhou2\">Tag 2<\/a>, <a href=\"#guangzhou3\">Tag 3<\/a><br \/>\n<a href=\"#hongkong1\">Hongkong Tag 1<\/a>, <a href=\"#hongkong2\">Tag 2<\/a>, <a href=\"#hongkong3\">Tag 3<\/a> (Hongkong)<br \/>\n<a href=\"#macau1\">Macau Tag 1<\/a>, <a href=\"#macau2\">Tag 2<\/a> (Macau)<br \/>\n<a href=\"#bangkok2\">Zur\u00fcck in Bangkok<\/a> (Thailand)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a name=\"bangkok1\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Bangkok<\/span><\/em><span style=\"text-decoration: underline\"> <em>(Freitag, den 18.12.2009)<\/em><\/span><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die gro\u00dfe Reise begann am Freitag, dem 18. Dezember, etwa 18.30 Uhr vor meiner Wohnung in der <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Hauptstra\u00dfe vor meiner Wohnung, benannt nach einem K\u00f6nig, der die thail\u00e4ndische Schrift erfunden haben soll\">Ramkhamhaeng<\/span> 164, Bangkok. Mein Zug nach <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Letzte thail\u00e4ndische Stadt vor Laos\">Nong Khai<\/span> an die laotische Grenze sollte Punkt acht Uhr abends gehen, ein Ticket hatte ich mir bereits im Voraus besorgt. Da die Zeit wohl nicht reichen w\u00fcrde, um p\u00fcnktlich mit einem Taxi anzukommen, befahl ich dem Taxifahrer, an die <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Name der Bangkoker Metro\/U-Bahn\">MRT<\/span>-Station <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Name der n\u00e4chsten Metrostation von meiner Wohnung aus\">Phetchaburi<\/span> zu fahren, von wo aus ich die Metro direkt zum Hauptbahnhof <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Name des Bangkoker Hauptbahnhofs\">Hua Lamphong<\/span> nehmen w\u00fcrde. Doch schon auf der Autobahn gab es dichten Verkehr, es war kaum ein Durchkommen \u2026 bis ich dem Fahrer versuchte zu erkl\u00e4ren, dass mein Zug \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Thai: acht Uhr abends, w\u00f6rtlich: zwei abends\">soong thum<\/span>\u201c f\u00e4hrt. Sogar er hatte Zweifel daran, dass wir das je schaffen w\u00fcrden, aber er dr\u00fcckte aufs Gas und raste auf der Standspur an den anderen Autos vorbei. Welch ein Gl\u00fcck, dass er jegliches Hupen der anderen ignorierte und sich nur um meinen Zug scherte! Endlich kamen wir 20 Minuten vor Abfahrt des Zuges an der Metrostation an, ich bezahlte auf den <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"W\u00e4hrung Thailands\">Baht<\/span> genau (Geld wollte ich ihm auch nicht schenken), raste in die Station, kaufte mir ein Ticket und hoffte, dass die Metro die sieben Stationen schnell genug schaffen w\u00fcrde. Tats\u00e4chlich kam ich f\u00fcnf vor acht am Bahnhof an, rannte mit meinem riesigen <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisches Wort f\u00fcr Reisende, die kein festes Zuhause haben und von Stadt zu Stadt kommen, ohne zu wissen, wo und wie sie wirklich den n\u00e4chsten Tag verbringen werden\">Backpacker<\/span>-Rucksack durch den Bahnhof, st\u00fcrmte auf einen Beamten zu und rief \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Name meiner Zielstation\">Nong Khai<\/span>\u201c, sodass ihm nichts anderes \u00fcbrig blieb, als mir den richtigen Zug zu zeigen. Ich musste noch ein ganzes St\u00fcckchen laufen, stieg schnell ein und schwupps \u2026 schloss man die T\u00fcren hinter mir und kein anderer kam mehr hinein! Puh \u2026 das ging ja gut los!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: none\"><a name=\"bangkok-nongkhai\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Fahrt von Bangkok nach Nong Khai (Freitag, den 18.12.2009 \u2013 Samstag, den 19.12.2009)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Aber was war das? Ich war in einem Schlafwagen gelandet. Mein Ticket lie\u00df das nicht zu, aber mal sehen. Dann kam der Schaffner und zeigte mir auf dem Ticket, welches mein richtiges Abteil sei. Eigentlich hatte ich dritte Klasse fahren wollen, aber man hatte mir nur eines f\u00fcr zweite Klasse verkauft. Somit war der \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: harter Sitzplatz\">hard seat<\/span>\u201c auch f\u00fcr die 14 Stunden Fahrt recht angenehm; zudem war der ganze Zug ziemlich leer, ein Luxus, den ich erst ab China sch\u00e4tzen lernen sollte!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Zeit vertrieb ich mir mit Schlafen, dem Schreiben von ca. 20 Weihnachtskarten an Freunde und Familie in Deutschland und dem Rest der Welt und der Bewunderung der thail\u00e4ndischen, insbesondere der <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Nordosten Thailands\">Isaan<\/span>-Natur. Der Zug hielt sehr oft an, teils auch unglaublich lange: manchmal 10 Minuten in einem D\u00f6rfchen, in dem kein Mensch ein- oder ausstieg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a name=\"nongkhai\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Nong Khai (Samstag, den 19.12.2009)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am Samstag um etwa 10.15 Uhr kamen wir in Nong Khai an. Ich hatte von einem direkten Zubringerzug nach <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Stadtteil von Vientiane, der Hauptstadt Laos'\">Thanaleng<\/span> nahe <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Hauptstadt von Laos\">Vientiane<\/span> gelesen, aber von wegen! Hier gab es nichts als <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Meist dreir\u00e4driges, motorisiertes Fahrzeug mit Sitzpl\u00e4tze f\u00fcr drei bis sechs Leute\">Tuk-Tuk<\/span>-Angebote. Ich fragte einen \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Thai: wei\u00dfer Ausl\u00e4nder\">farang<\/span>\u201c, der in <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Grenzstadt zwischen Thailand und Laos\">Nong Khai<\/span> wohnte, wie das mit dem Zug sei, aber er meinte, den g\u00e4be es nicht; er empfahl mir die Tuk-Tuks oder einen Fu\u00dfmarsch bis zur <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Freundschaftsbr\u00fccke, Weg von Thailand nach Laos \u00fcber den Mekong\">Friendship Bridge<\/span>. Ich h\u00e4tte Letzteres machen sollen! Aber stattdessen setzte ich mich in so ein Gef\u00e4hrt zu anderen Leuten, was ziemlich eng war, und wurde zu einer <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Einreiseerlaubnis, die man f\u00fcr manche L\u00e4nder ben\u00f6tigt\">Visa<\/span>-Stelle gefahren. Die Schilder sahen recht offiziell aus, waren es wohl aber nicht. Man verlangte <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"32 Euro\">1800 Baht<\/span> und gab mir daf\u00fcr einen ausgef\u00fcllten Visumsantrag und <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"21 Euro\">31 US-Dollar<\/span>. Damit sollte ich zur <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Freundschaftsbr\u00fccke, Weg von Thailand nach Laos \u00fcber den Mekong\">Friendship Bridge<\/span> fahren, was ich dann auch tat. Dort wurde ich zun\u00e4chst im Reisepass aus Thailand verabschiedet und mit einer Art Reisebus nach Laos zur Grenzkontrolle gefahren, wo ich den Antrag, meinen Reisepass und <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"20 Euro\">30 Dollar<\/span> abgab. Nach etwa 20 Minuten (obwohl kein anderer vor mir war!) bekam ich mein Visum. Insgesamt hatte es also <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"32 Euro\">1800 Baht<\/span> weniger <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"70 Cent\">einem Dollar<\/span> gekostet, oder? Das fand ich schon recht \u00fcberteuert und ich glaube, man h\u00e4tte sich einiges Geld sparen k\u00f6nnen (15 Euro oder so), wenn man direkt zur Br\u00fccke gegangen w\u00e4re und den Antrag selbst ausgef\u00fcllt h\u00e4tte. Schlie\u00dflich warteten bereits ein paar <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Motorisiertes Fahrzeug mit zwei parallel zur Fahrtrichtung angeordneten Sitzb\u00e4nken hinter dem Fahrer\">Songthaew<\/span>-Fahrer auf mich, die mich f\u00fcr <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"80 Cent\">40 Baht<\/span> (so weit konnte ich sie herunterhandeln) bis in die Innenstadt fahren wollten. Ich stieg in eines mit drei Thais und einem Laoten zusammen ein, wir unterhielten uns w\u00e4hrend der Fahrt auf Thai und Englisch, bis der Fahrer an einem Markt anhielt und mich aussteigen lie\u00df. Er meinte, ich h\u00e4tte nicht genug bezahlt, um bis in die Innenstadt zu kommen. Da ich keine Lust auf Diskussionen hatte, stieg ich aus und suchte das n\u00e4chste Hotel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a name=\"vientiane1\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Vientiane Tag 1 (Samstag, den 19.12.2009)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das war also <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Hauptstadt von Laos\">Vientiane<\/span> (auch Vieng Chan genannt). Das erstbeste Hotel namens \u201ePhetmanyxay\u201c war nicht ganz billig (<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"7 Euro\">350 Baht<\/span>), aber der Raum war ganz gut. Zwar war ich auch nicht in der Innenstadt, aber nachdem ich mich auf einer Karte, die ich mitgebracht hatte, orientiert hatte, merkte ich, dass Vientiane gut zu Fu\u00df zu erkunden w\u00e4re. Aber stattdessen legte ich mich auf mein Bett, schaltete den Fernseher ein und schaute fast zwei Stunden \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Trickfilm aus dem Jahre 2008\">Horton h\u00f6rt ein Hu!<\/span>\u201c auf Englisch, dann endlich bequemte ich mich in die Stadt, holte mir eine bessere Karte im Touristenzentrum und lief sofort zum <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Laotisch: Siegestor, Triumphbogen\">Patuxai<\/span>, dem Triumphbogen zur Untermalung der Unabh\u00e4ngigkeit von Frankreich im Jahre 1949. Ich musste \u00fcber die wunderbar gepflasterten Stra\u00dfen, sch\u00f6n angelegten Beete und angenehm erfrischende und rauchfreie Luft staunen! Die Hauptstra\u00dfen von Vientiane glichen eher einem Park als einem armen Land. Danach ging es vorbei an der \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Nationalversammlung\">National Assembly<\/span>\u201c und dem \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Denkmal eines unbekannten Soldaten\">Unknown Soldier\u2019s Monument<\/span>\u201c zu dem Wahrzeichen der Stadt schlechthin: dem <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Gro\u00dfer goldener Stupa im Stupa\">Pha That Luang<\/span>. Diesen <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Buddhistisches Denkmal\">Stupa<\/span> muss man einfach gesehen haben, alles aus Gold! Er ziert auch die Flagge Laos\u2018.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich wollte ein versp\u00e4tetes Mittagessen in einem Restaurant einnehmen, aber entweder hatten sie geschlossen oder es waren keine anderen G\u00e4ste zu sehen, was f\u00fcr mich immer ein Indiz f\u00fcr ein nicht so gutes Lokal ist. Auf dem Weg zur\u00fcck nach Hause hielt ich einen Tuk-Tuk-Fahrer an, der mich zum n\u00f6rdlichen Busbahnhof bringen sollte, damit ich dort mein Busticket nach <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Zentral in Nordlaos gelegene Touristenstadt\">Luang Prabang<\/span> f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag kaufen konnte. Aber selbst nach ewigem Handeln verlangte er immer noch <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"2 Euro\">25.000 Kip<\/span> f\u00fcr die vier Kilometer! Ich entschied mich, am n\u00e4chsten Morgen dahin zu laufen. So ging ich zur\u00fcck in den Bezirk, in dem ich wohnte, und holte mir in einer <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Einkaufspassage\">Mall<\/span> in einem <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Speisehof, gro\u00dfe Fl\u00e4che, auf der viele kleine Imbissbuden stehen, f\u00fcr die man zu Beginn einen Coupon kauft\">Food Court<\/span> etwas Ordentliches zum Essen, da ich seit Bangkok nur ein ekliges Sandwich und ein paar Chips gegessen hatte! Gekochter Reis und paniertes H\u00fchnchen sollten es sein. Leider schmeckte das <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Laotisches Bier\">Beer Lao<\/span> gar nicht gut und so begab ich mich danach direkt nach Hause und schlief ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a name=\"vientiane2\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Vientiane Tag 2 (Sonntag, den 20.12.2009)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Mein zweiter Tag in Vientiane am Sonntag, dem 20. Dezember, begann fr\u00fch halb 6, als mein Wecker mich aus dem Tiefschlaf holte. Aufgestanden bin ich erst um 7, ich duschte ausgiebig und packte meine Sachen. Dann lief ich die vier Kilometer zu Fu\u00df bis zum n\u00f6rdlichen Busbahnhof, kam unterwegs am <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Hauptfluss durch S\u00fcdostasien\">Mekong<\/span>, am <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Laotisch: Schwarzer Stupa\">That Dam<\/span> und an der <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Herrscher \u00fcber Laos im 14. Jahrhundert\">Fa-Ngum<\/span>-Statue vorbei und kaufte mir schlie\u00dflich das Ticket nach <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Zentral in Nordlaos gelegene Touristenstadt\">Luang Prabang<\/span> f\u00fcr 11 Uhr. Das verschaffte mir Zeit, um wieder nach Hause zu laufen, meinen Rucksack zu schnappen und mit einem Tuk-Tuk f\u00fcr wahnsinnig teure <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"3,30 Euro\">40.000 Kip<\/span> (weiter herunter konnte ich nicht handeln) wieder zum Busbahnhof zu fahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: none\"><a name=\"vientiane-luang\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Fahrt von Vientiane nach Luang Prabang (Sonntag, den 20.12.2009)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Fahrt ging erst 11.30 Uhr los, eine halbe Stunde sp\u00e4ter als geplant. Die restlichen G\u00e4ste waren Laoten; es war ja auch ein \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: \u00f6rtlicher Bus\">local bus<\/span>\u201c, doch neben mich setzte sich ein Israeli und hinter mir sa\u00df ein Thai; sie sprachen beide ausreichend Englisch, um sich die gesamte Fahrt \u00fcber mit mir zu unterhalten. Wir sprachen vor allem \u00fcber Armee und Wehrersatzdienste in je unserem Heimatland. Ich erfuhr, dass <em>Mann<\/em> in Thailand als Ersatzdienst drei Jahre Wehrunterricht ohne Waffe nehmen muss, im Prinzip wie Abendschule.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Landschaft war atemberaubend! Ich f\u00fchlte mich wie in der Schweiz \u2013 der Bus fuhr entlang sch\u00f6ner Passstra\u00dfen, nahm in schwindelerregender H\u00f6he Haarnadelkurven und auch dem Israeli neben mir war schon ganz schlecht, andere Fahrg\u00e4ste waren gleich mit T\u00fcte eingestiegen und nutzten diese auch! Ich fand die Fahrt eher angenehm. \ud83d\ude42 Mein Sitznachbar stieg leider schon in <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Partystadt zwischen Vientiane und Luang Prabang\">Vang Vieng<\/span> nach etwa vier Stunden aus, ab dann setzten sich zwei niedliche laotische Kinder neben mich. Der Bus stoppte bald f\u00fcr etwa eine halbe Stunde an einem Restaurant, in dem ich mir eine total billige (<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"80 Cent\">10.000 Kip<\/span>) chinesische Nudelsuppe holte. Meine erste Erfahrung mit St\u00e4bchen seit Jahren! Nach weiteren sieben Stunden Fahrt ohne jegliche Pause, also nachts um zehn, kamen wir endlich am Zielort an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a name=\"luang1\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Luang Prabang Tag 1 (Sonntag, den 20.12.2009)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich ignorierte alle bettelnden Tuk-Tuk-Fahrer und steuerte ohne Karte gl\u00fccklicherweise in die richtige Richtung in die Innenstadt, vorbei an vielen Bars und Billboards. War das das stille D\u00f6rfchen mitten in Laos, von dem ich gelesen hatte? Der n\u00e4chste Schlag ins Gesicht: Bei jedem <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Billige Unterkunft mit Einzel- oder Doppelzimmern mit sp\u00e4rlicher Ausstattung\">Guesthouse<\/span>, in dem ich nachfragte, h\u00f6rte ich nur zwei verschiedene Antworten: \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: voll\/alles belegt\">full<\/span>\u201c oder \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: zu sp\u00e4t\">too late<\/span>\u201c. Ich bekam ein Angebot f\u00fcr \u00fcber <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"17 Euro\">25 Dollar<\/span> pro Zimmer, aber das war ja \u00fcberhaupt nicht so geplant! Ich traf einen Deutschen, der noch vor seinem Guesthouse sa\u00df, der meinte, ich m\u00fcsste schon \u00e4u\u00dferst viel Gl\u00fcck haben, in dieser Nacht eine Unterkunft f\u00fcr unter <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"13 Euro\">20 US$<\/span> zu finden. Aber das Gl\u00fcck war mir tats\u00e4chlich hold und sehr weit im Au\u00dfenbezirk, nach einigen Kilometern mit meinem 10-Kilo-Rucksack, fragte ich h\u00f6flich in einem Haus mit dem Namen \u201eKhamvandi\u201c auf Thai \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Thai: Haben Sie ein Zimmer?, w\u00f6rtlich: haben Zimmer Fragewort\">mii hoong mai?<\/span>\u201c \u2013 die Antwort der vier Karten spielenden Laoten ging runter wie \u00d6l: \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Thai: haben wir, w\u00f6rtlich: haben H\u00f6flichkeitswort\">mii khrap<\/span>\u201c. Ich bekam sogar ein Zimmer f\u00fcr nur <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"5 Euro\">60.000 Kip<\/span> pro Nacht, konnte aber nicht so viel auf einmal f\u00fcr die drei geplanten N\u00e4chte bezahlen, also meinte man zu mir: \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: du schl\u00e4fst, du zahlst, du schl\u00e4fst, du zahlst\">you sleep, you pay, you sleep, you pay<\/span>\u201c. Man wollte nicht einmal meinen Namen wissen oder den Ausweis sehen, sondern gab mir gleich den Schl\u00fcssel. Die Nacht wollte ich mir mit Fernsehen vers\u00fc\u00dfen, doch als ich ein bisschen in dem thail\u00e4ndischen Men\u00fc herumgespielte, schaltete ich versehentlich die Kindersicherung ein, sodass der Fernseher sich nicht mehr bedienen lie\u00df. Einmal ausgemacht ging er nie wieder an! Na ja, wozu auch fernsehen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a name=\"luang2\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Luang Prabang Tag 2 (Montag, den 21.12.2009)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der zweite Tag begann etwa um 10 Uhr mit einer Orientierung, wo ich denn am Vortag in der Dunkelheit \u00fcberhaupt gelandet war. Das war tats\u00e4chlich mal ein komplett anderes \u00d6rtchen als <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Hauptstadt von Laos\">Vientiane<\/span>: Mein <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Billige Unterkunft mit Einzel- oder Doppelzimmern mit sp\u00e4rlicher Ausstattung\">Guesthouse<\/span> stand an einem Sandweg und \u00fcberall rannten Leute herum, die nur m\u00e4\u00dfige Kleidung trugen. Beinahe h\u00e4tte ich gedacht, dass ich wirklich dieses Dorf gefunden h\u00e4tte, das so still und bescheiden in den Bergen Laos\u2018 liegen sollte \u2026 aber weit gefehlt: Bald auf der Hauptstra\u00dfe angekommen, sah ich schon die ersten Touristen. Ich ging in ein Restaurant, um zu <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisches Wort f\u00fcr die Kombination von Fr\u00fchst\u00fcck und Mittagessen\">brunchen<\/span>, bekam einen leckeren Fisch mit leider zu vielen Gr\u00e4ten, und ging danach weiter Richtung Innenstadt. Ich ersp\u00e4hte eine kleine Anh\u00f6he und ging zu dem Tempel darauf. Drei Tage lang dachte ich tats\u00e4chlich, es w\u00e4re der <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Einer der bekanntesten Tempel Luang Prabangs\">Wat Phousi<\/span> gewesen, aber in Wirklichkeit war es nichts als eine kleine Gebetshalle namens <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Laotisch: Tempel\">Wat<\/span> That Luang (leicht zu verwechseln mit dem <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Goldener Stupa namens 'Pha That Luang'\">Nationalsymbol Laos\u2018 in Vientiane<\/span>). F\u00fcr dieses unbedeutende Bauwerk wollte man auch noch <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"80 Cent\">10.000 Kip<\/span> Eintritt haben! Bei meiner weiteren Reise durch die Stadt entdeckte ich einen Fahrradverleih. Der H\u00e4ndler empfahl mir ein 24er Damenfahrrad mit Korb f\u00fcr <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"1,20 Euro\">15.000 Kip<\/span> pro Tag. Das fand ich v\u00f6llig in Ordnung, ein besseres Fahrrad gab es ohnehin dort nicht. Damit konnte ich gleich erst einmal zum n\u00f6rdlichen Busbahnhof fahren, um nach einem Ticket nach <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Millionenstadt in S\u00fcdchina\">Kunming<\/span> zu fragen. Dabei durchquerte ich viele D\u00f6rfer, die alle zu Luang Prabang geh\u00f6rten, in denen ich von all den kleinen, niedlichen laotischen Kindern mit \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Laotisch: Hallo, w\u00f6rtlich: gesund gut\">sabaai dii<\/span>\u201c begr\u00fc\u00dft wurde. Das war jedes Mal so herzlich, wie ich es leider in China niemals wieder erleben durfte. Am Ticketschalter erfuhr ich, dass man f\u00fcr den Bus nach China <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"37,50 Euro\">450.000 Kip<\/span> bezahlen m\u00fcsste. So viel hatte ich leider nicht mit \u2013 aber ich hatte den Preis bereits im Vorfeld geahnt. Auf die Frage nach einem <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\">ATM<\/span> in der N\u00e4he, musste man nur lachen und man verwies mich in die Innenstadt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wo ich schon einmal in einem Vorort war, fuhr ich auch gleich noch weiter Richtung Norden, bis es wirklich kein Dorf, kein Haus und keinen Menschen mehr gab. Immer weiter auf diesem Weg entlang w\u00fcrde ich irgendwann zu den <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Kalksteinh\u00f6hlen mit Buddha-Figuren 30 Kilometer n\u00f6rdlich von Luang Prabang\">Pak-Ou-H\u00f6hlen<\/span> kommen, das wusste ich, aber das stand an diesem Tag nicht auf meinem Plan.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Also kehrte ich um und sah in weiter Ferne einen goldenen Tempel auf einer kleinen Anh\u00f6he. Das lie\u00df ich mir nicht nehmen und versuchte, mich mit meinem winzigen Fahrrad dort hinauf zu qu\u00e4len. Ich stellte auf halber Strecke das Rad ab und lief an Laub kehrenden M\u00f6nchen vorbei weiter nach oben. Einer sprach mich auf Englisch an und meinte, er lebe in Amerika. Dann wollte er noch meine Lebensgeschichte wissen, bevor ich weiter zum Tempel namens <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Laotisch: Tempel\">Wat<\/span> Phol Phao gehen konnte. Man freute sich am Eingang sehr \u00fcber meine freiwillige Spende. Die Aussicht vom Balkon und vom obersten Stockwerk aus \u00fcber Luang Prabang war sehr eindrucksvoll, aber ich sollte erst viel sp\u00e4ter erfahren, dass es noch einen besseren Aussichtspunkt gab. Oben traf ich ein deutsches P\u00e4rchen, die f\u00fcr ihre Asienreise ihren Job gek\u00fcndigt hatten und mich f\u00fcr meine Besch\u00e4ftigung in Thailand lobten. Am Ausgang wurde ich von einem Laoten angesprochen, der mir dubiose Busfahrten andrehen wollte und mich dann seinem \u201eSch\u00fcler\u201c \u00fcbergab, um mit ihm Englisch zu \u00fcben. Er erz\u00e4hlte mir einiges \u00fcber die Gegend um Luang Prabang und wollte meinen Namen und mein <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Billige Unterkunft mit Einzel- oder Doppelzimmern mit sp\u00e4rlicher Ausstattung\">Guesthouse<\/span> wissen. Gl\u00fccklicherweise verga\u00df er es gleich wieder, sodass ich mich ohne schlechtes Gewissen von den beiden verabschieden konnte, ohne dass sie mir etwas aufschwatzten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Danach fuhr ich durch die ganze Stadt und weiter s\u00fcdlich Richtung <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Mehrstufiger Wasserfall etwa 30 km s\u00fcdlich von Luang Prabang\">Tat Kuang Si<\/span>. Die ausgeschriebenen 25 km (vom s\u00fcdlichen Ortsausgang aus gemessen) waren mir f\u00fcr diesen Nachmittag aber eindeutig zu weit und so kehrte ich, nachdem ich auch auf dieser Seite bald keine H\u00e4user mehr fand, um und folgte einem Wegweiser zu einem anderen Wasserfall. Diesen fand ich jedoch nie, daf\u00fcr das <em>echte<\/em> laotische Leben: baden im Fluss, essen \u00fcber dem Feuer und mit knatternden Motorr\u00e4dern steinige Bergh\u00e4nge hinaufkriechen \u2026 So hatte ich mir Luang Prabang eher vorgestellt, aber nachdem ich in der D\u00e4mmerung umkehrte, um wieder in die Stadt hineinzufahren, musste ich das absolute Gegenteil erfahren: Entlang der beiden <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Laotisch: Stra\u00dfe\">Thanon<\/span> <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Name einer Hauptstra\u00dfe in Luang Prabang\">Sisavangvong<\/span> und <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Name einer Hauptstra\u00dfe in Luang Prabang\">Sakkarine<\/span> waren bereits einige St\u00e4nde f\u00fcr den Nachtmarkt aufgebaut worden und massig Touristen liefen dort entlang! Ich besuchte noch schnell den <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Laotisch: Tempel\">Wat<\/span> Sensoukharam und den viel bekannteren <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Ber\u00fchmtester und gr\u00f6\u00dfter Tempel in Luang Prabang\">Wat Xieng Thong<\/span> und setzte mich anschlie\u00dfend f\u00fcr eine Weile an den <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Hauptfluss in S\u00fcdostasien\">Mekong<\/span>. Mein Fahrrad hatte ich vor einem Internetcaf\u00e9 abgestellt, ging danach noch eine leckere Pizza, Hamburger und Pommes frites essen (man, ich hatte vielleicht Hunger!) und was war, als ich mein Rad wiederholen wollte? Es war inmitten der St\u00e4nde des Nachtmarktes eingesperrt. Noch nie hatte ich soooo viele Touristen auf einem Fleck gesehen. Jetzt verstand ich, warum alle Unterk\u00fcnfte bereits voll gewesen waren! In dieser Stadt gab es wohl mehr Touristen als Einheimische \u2026 welch ein Jammer! Dann fuhr ich nach Hause, denn ich wollte nichts auf dem Markt kaufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a name=\"luang3\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Luang Prabang Tag 3 (Dienstag, den 22.12.2009)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Obwohl ich bereits halb 7 aufwachte, kam ich nicht vor 9 aus dem Haus. Lange suchte ich nach einem guten Fr\u00fchst\u00fcck in der Stadt, dann noch nach der Post, um die letzten Weihnachtskarten abzuschicken, bevor ich schlie\u00dflich aufbrach zu einer Sache, die <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Gr\u00f6\u00dfter Reisef\u00fchrer-Verlag der Welt\">Lonely Planet<\/span> als \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Ganz Verr\u00fcckte k\u00f6nnen den Kuang-Si-Wasserfall auch \u00fcber die Stra\u00dfe per Fahrrad erreichen\">exercise junkies can also get to Tat Kuang Si by road by bicycle<\/span>\u201c beschreibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ja, tats\u00e4chlich tat ich das: Ich nahm mein kleines Damenrad und fuhr die etwa 30 km bis zum Wasserfall \u00fcber Anh\u00f6hen, die selbst mit einem <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"F\u00fcr Berge konstruiertes Fahrrad\">Mountainbike<\/span> unglaublich anstrengend gewesen w\u00e4ren. Ich traf auf den ersten ein, zwei Kilometern kaum einen Menschen auf dem Weg. Immer wieder kam ich durch kleine D\u00f6rfer, in denen man mich freundlich mit \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Laotisch: Hallo, w\u00f6rtlich: gesund gut\">sabaai dii<\/span>\u201c begr\u00fc\u00dfte. Dann erreichte ich bald einen endlos scheinenden Berg und hatte zwei M\u00f6glichkeiten: Entweder umdrehen und ein <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Meist dreir\u00e4driges, motorisiertes Fahrzeug f\u00fcr drei bis sechs Personen\">Tuk-Tuk<\/span> in Form eines <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Motorisiertes Fahrzeug mit zwei parallel zur Stra\u00dfe angeordneten Sitzb\u00e4nken hinter dem Fahrer\">Songthaew<\/span> nehmen (f\u00fcr mindestens <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"3,30 Euro\">40.000 Kip<\/span>) oder mich bis zum Gipfel hochk\u00e4mpfen und die anschlie\u00dfende Abfahrt weiter bis zum Wasserfall genie\u00dfen, um irgendwie diesen Weg am sp\u00e4ten Nachmittag wieder zur\u00fccknehmen. Der Weg nach oben war so anstrengend gewesen, dass ich st\u00e4ndig \u00fcberpr\u00fcft hatte, ob \u00fcberhaupt genug Luft auf den Reifen war, denn ich kam kaum vorw\u00e4rts. Ich entschied mich \u2013 gl\u00fccklicherweise \u2013 f\u00fcr eine Weiterfahrt, obwohl ich bereits jetzt schon schwitzte wie einst in Bangkok. Das Wetter war doch eigentlich ideal mild zum Radfahren!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die etwa ein Kilometer lange Abfahrt war so erfrischend, dass ich mich freute, mich so entschieden zu haben! Dennoch hatte ich st\u00e4ndig Angst vor der R\u00fcckkehr. Wie w\u00fcrde es wohl sein, wenn ich den ganzen Weg wieder nach oben kriechen m\u00fcsste? Nach jedem Kilometer stand ein Meilenstein, der anzeigte, wie weit es noch bis zum Wasserfall sei. Das fand ich ausgesprochen hilfreich und man sollte so etwas auch auf deutschen Radwanderwegen einrichten. Auf einem Gesamtweg von mittlerweile fast 25 Kilometern seit der Innenstadt war ich nie abgestiegen, hatte nie eine Pause eingelegt und nie etwas getrunken \u2026 bis ich einen blonden Menschen vor mir ebenso angestrengt trampeln sah: Es war ein Neuseel\u00e4nder, mit dem ich die letzten vier Kilometer zusammen erklomm. Die letzten paar hundert Meter musste wir dann aber tats\u00e4chlich beide schieben, da der Anstieg zu extrem war. Nach insgesamt gut 80 Minuten (ca. 12 Uhr mittags) war ich also am Wasserfall angekommen. Vor dem Eingang mussten wir unsere R\u00e4der (er hatte \u00fcbrigens ein noch schlechteres als ich) abstellen, erst einmal ein Sandwich essen und dann das letzte St\u00fcck laufen. Aber der ganze Weg, jeder einzelne Meter, jeder Tritt in die Pedale hatte sich gelohnt, um DAS zu sehen: Ein 55 Meter hoher mehrstufiger Wasserfall, der sich in mehreren treppenartig angeordneten t\u00fcrkisblauen <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Tosbecken, in die das Wasser f\u00e4llt\">Gumpen<\/span> ergoss. Doch damit nicht genug. Rechts neben dem Wasserfall konnte man \u00fcber Naturtreppen und Wurzeln bis nach oben auf den Wasserfall klettern, sodass man direkt auf der Fallkante ankam und den wohl herrlichsten Blick \u00fcber den Dschungel in ganz Laos genie\u00dfen konnte. Ich h\u00e4tte stundenlang dort oben in dem lauwarmen Wasser stehen k\u00f6nnen! Auf der rechten Seite konnte man \u00fcber k\u00fcnstlich angelegte Treppen wieder bis nach unten gehen. Kurz vor Abfahrt trauten sich Travis, der Neuseel\u00e4nder, den ich auf dem Rad getroffen hatte, und ich noch bis direkt an den Wasserfall heran, bevor wir uns nach einem kurzen <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Kleine Mahlzeit\">Snack<\/span> wieder auf die R\u00e4der schwangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Unterwegs trafen wir noch einen Vietnamesen, der an diesem Tag der dritte Verr\u00fcckte gewesen war, der sich diesen Weg mit einem klapprigen Damenfahrrad, dem schlechtesten von uns dreien, aufgebrummt hatte. Erstaunlicherweise ging der gesamte R\u00fcckweg, nicht zuletzt auch wegen der unterhaltsamen Begleitung, viel rasanter als der Hinweg. Es schien auch mehr bergab zu gehen! Unterwegs trafen wir immer mal wieder laotische Jungen und M\u00e4dchen, von denen letztere uns hin und wieder auch mal \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Ich liebe dich\">I love you<\/span>\u201c und \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Wie hei\u00dft du?\">What\u2019s your name?<\/span>\u201c hinterherrufen konnten. Auf den letzten Kilometern in die Stadt hinein verloren wir den Vietnamesen leider, wohingegen sich Travis und ich noch zum Abendessen verabredeten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich fuhr noch schnell nach Hause, um zu duschen, und verirrte mich auf dem Weg in die Stadt wieder leicht, sodass ich etwas l\u00e4nger brauchte, als abgemacht. Travis brachte noch die Holl\u00e4nderin Maria und den Italiener Matteo mit, wir gingen in ein \u00fcberf\u00fclltes, aber qualitativ nicht ganz so hochwertiges Restaurant und ich wurde nat\u00fcrlich von irgendwelchen Knoblauchzehen mit Pommes nicht satt, also gingen wir danach noch in ein anderes, ein deutsches Restaurant. Das Men\u00fc war auch auf Deutsch, so empfahl ich Maria, mal einen <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Mixgetr\u00e4nk aus Bier und Sprite\">Radler<\/span> zu probieren; interessant, dass man so etwas zwar in Italien als \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Italienisch: Radfahrer\">bicicletta<\/span>\u201c, in den Niederlanden aber gar nicht kannte! Danach gab es nur noch zwei kleine <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Franz\u00f6sisches Fremdwort: Missgeschicke\">Malheure<\/span>: Zum einen war mein Fahrrad am <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Billige Unterkunft mit Einzel- oder Doppelzimmern mit sp\u00e4rlicher Ausstattung\">Guesthouse<\/span> der anderen drei eingesperrt worden, weshalb ich erst den Eigent\u00fcmer aufwecken musste, und zum anderen kam ich in meine eigene Unterkunft nicht mehr hinein, weil es schon kurz vor zw\u00f6lf war. Bevor ich es jedoch wagen konnte, \u00fcber den Zaun zu klettern, half mir ein notorisch kl\u00e4ffender Hund, einen Angestellten des Hauses zu wecken, infolgedessen das Tor wieder ge\u00f6ffnet wurde und man sich bei mir f\u00fcr die Unannehmlichkeit entschuldigte. So ist man in Laos eben! Freundlich und reuig, auch wenn der andere eigentlich Schuld hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a name=\"luang4\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Luang Prabang Tag 4 (Mittwoch, den 23.12.2009)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Mittwochmorgen begann mit der Suche nach einem guten Fr\u00fchst\u00fcck. Ich entschied mich f\u00fcr eine unfreundliche skandinavische Backstube, die mir auch noch das falsche Sandwich f\u00fcr <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"40 Cent\">5.000 Kip<\/span> mehr brachte \u2013 aber geschmeckt hat es trotzdem! Dann fuhr ich mit meinem Rad, obgleich mir der Hintern schon vom Vortag unglaublich wehtat, zum n\u00f6rdlichen Busbahnhof und kaufte mir das Busticket nach <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Millionenstadt in S\u00fcdchina\">Kunming<\/span>. Der Ticketverk\u00e4ufer wollte <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"42 Euro\">500.000 Kip<\/span> haben, aber ich war informiert und gab ihm nur <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"37,50 Euro\">450.000<\/span>. Als Entschuldigung bot er mir an, mich am Abend um 21.30 Uhr, eine Stunde vor geplanter Abfahrt des Busses, pers\u00f6nlich von meiner Unterkunft abzuholen. Deshalb musste ich schnell zur\u00fcck zum <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Billige Unterkunft mit Einzel- oder Doppelzimmern mit sp\u00e4rlicher Ausstattung\">Guesthouse<\/span> und abkl\u00e4ren, ob ich noch l\u00e4nger bleiben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Ganze musste ich auf Thai machen, da man in Laos, vor allem in dem Haus besser Thai als Englisch verstand. Die beiden Sprachen (Thai und Laotisch) sind sich unglaublich \u00e4hnlich, fast nur wie Dialekte, in denen jeweils die Tonh\u00f6hen und einige W\u00f6rter anders ausgesprochen werden. So konnte ich kl\u00e4ren, dass ich bis \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Thai: neun Uhr abends, w\u00f6rtlich: drei abends\">saam thum<\/span>\u201c bleiben, aber nicht noch einmal schlafen m\u00f6chte. Jedes andere Haus h\u00e4tte mindestens den halben Preis f\u00fcr eine Nacht verlangt, aber dieses nicht. Vielleicht waren sie froh, dass so weit im Au\u00dfenbezirk \u00fcberhaupt einmal G\u00e4ste da waren!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">F\u00fcr heute nahm ich mir vor, in die <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Kalksteinh\u00f6hlen mit Buddha-Figuren im Norden von Luang Prabang\">Pak-Ou-H\u00f6hlen<\/span> zu gelangen, aber es war leider schon zu sp\u00e4t f\u00fcr eine vom Reiseb\u00fcro organisierte Reise. Man bot mir ein Privat-Tuk-Tuk f\u00fcr <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"18 Euro\">220.000 Kip<\/span> an, was ich dankend ablehnte! Also musste ich den Tag anderweitig nutzen; mit dem Rad h\u00e4tte ich es nicht noch einmal geschafft, da sich die H\u00f6hlen etwa 30 km n\u00f6rdlich von Luang Prabang befanden. Zun\u00e4chst besuchte ich also das Nationalmuseum, dann bestieg ich den gegen\u00fcberliegenden <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Hoher Berg im Stadtzentrum von Luang Prabang\">Phousi<\/span>, auf dessen Gipfel der <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Laotisch: Tempel\">Wat<\/span> Chom Si thronte, von dem aus man eine grandioser Sicht \u00fcber ganz Luang Prabang hatte. Viele Fotografen hatten sich dort oben versammelt, um einzigartige Fotos schie\u00dfen zu k\u00f6nnen. Auf der anderen Seite des Berges konnte ich wieder hinuntergehen, kam an einem liegenden Buddha, dem <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Laotisch: Tempel\">Wat<\/span> Tham Phou Si und <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Attraktion in einer H\u00f6hle\">Buddhas Fu\u00dfspur<\/span> vorbei. Den Eintritt hierf\u00fcr hielt ich f\u00fcr \u00fcberteuert, denn man konnte nicht viel sehen. Vielleicht h\u00e4tte ich auch einfach nur das Ticket von der anderen Seite des Berges zeigen m\u00fcssen, um nicht zweimal zu bezahlen. \ud83d\ude42<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Unten angekommen, entdeckte ich eine interessante Bambusbr\u00fccke, die \u00fcber den <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Fluss durch Luang Prabang, dem M\u00fcndungsort in den Mekong\">Nam Khan<\/span> auf ein Feld f\u00fchrte und f\u00fcr die man ebenfalls Eintritt verlangte. Als ich hin\u00fcber und dann durch einen Tunnel aus Ranken ging, landete ich in einem Dorf mit Sandstra\u00dfen, einem Tempel, vielen etwas ungl\u00e4ubig schauenden Bewohnern und Hunderten von Motorr\u00e4dern. Bald begriff ich, wo ich gelandet war: W\u00e4re ich der Hauptstra\u00dfe gefolgt, w\u00e4re ich wieder zum n\u00f6rdlichen Busbahnhof und zum Flughafen gekommen. Ich kehrte aber um, da ich mein Fahrrad noch am <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"H\u00f6chster Berg im Zentrum von Luang Prabang\">Phousi<\/span> stehen hatte, und holte mir ein paar Pommes (f\u00fcr mehr reichte mein Bargeld nicht) in einem Restaurant am Fluss. Abermals war mein Fahrrad im Nachtmarkt versteckt, ich fand es aber und brachte es zur\u00fcck zum Verleih, da ich meinen Ausweis wiederhaben wollte. Mein Abendbrot klappte leider auch nicht wie gew\u00fcnscht: Statt einem \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: H\u00fchnchen-Sandwich\">Chicken Sandwich<\/span>\u201c bekam ich einen \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"H\u00fchnchen-Salat\">Chicken Salad<\/span>\u201c f\u00fcr gleich mal <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"80 Cent\">10.000 Kip<\/span> mehr, also holte ich mir anschlie\u00dfend meinen Wunsch auf dem Nachtmarkt f\u00fcr viel weniger Geld und lie\u00df es mir als Proviant f\u00fcr meine Endlosreise nach China einpacken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich lief nach Hause, packte meine Sachen und vertrieb mir die Wartezeit bis zu meinem Abhol-Service mit zwei laotischen jungen M\u00e4nnern, die halbwegs Thai und Englisch konnten. Tats\u00e4chlich kam der Ticketverk\u00e4ufer bald mit einem Motorrad an und nahm mich mit. Die Fahrt war leider eiskalt und sie f\u00fchrte mich auch nicht zum Busbahnhof wie einst gedacht, sondern etwa drei Kilometer weiter hinaus aus Luang Prabang zu einem abgelegenen chinesischen Restaurant. Der Motorradfahrer meinte zu mir, ich solle hier auf den Bus aus <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Hauptstadt von Laos\">Vientiane<\/span> warten, da ich heute Nacht der Einzige sei, der aus Luang Prabang diesen Bus nehme. Die Zeit verging \u2026 man sagte mir erst etwas von einer halben Stunde, aus der aber nat\u00fcrlich zwei Stunden wurden! Besonders nervig fand ich die leicht angetrunkenen jungen Laoten, die in dem Lokal Billard spielten und bei jeder versenkten Kugel lauthals krakeelten. Als der Bus endlich ankam und ich fast erfroren war, wollte der Busfahrer nicht einmal mein Ticket sehen, die Tasche musste ich auch selbst in den Kofferraum tun.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: none\"><a name=\"luang-kunming\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Fahrt von Luang Prabang nach Kunming (Mittwoch, den 23.12.2009 \u2013 Freitag, den 25.12.2009)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das sollte also meine Fahrt von Laos nach China werden: Der Bus bestand aus 34 Mini-Betten, Sitze gab es nicht. Ich legte mich auf ein oberes ans Fenster, um bei Tag so viel wie m\u00f6glich zu sehen. Zwar gab es Decken und Kissen, aber da der Busfahrer in der ohnehin nicht sehr warmen Nacht auch noch die Klimaanlage bei K\u00fchlschranktemperatur laufen lie\u00df, war die Nachtfahrt eher furchtbar als angenehm. Ich schlief kaum und wechselte das Bett, wartete auf so genannte Pinkelpausen, die man daf\u00fcr auch nutzen musste, und merkte bald, dass in diesem Bus nur Chinesen waren! Das Problem dabei war, dass chinesische M\u00e4nner grunds\u00e4tzlich Kettenraucher sind und nicht gerne die Fenster \u00f6ffnen. Meine Wahl, oben zu schlafen, war also auch nicht gerade ideal daf\u00fcr. Das n\u00e4chste Mal w\u00fcrde ich mich auf die F\u00fcnfer-Bettreihe am hinteren Ende des Busses legen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Irgendwann (es war bereits Donnerstag, der 24.12.) stand der Bus pl\u00f6tzlich, weil die Stra\u00dfe blockiert war. \u00dcberhaupt war die laotische Stra\u00dfe bis zur Grenze mehr schlecht als recht, ganz und gar nicht zum Schlafen geeignet. Ich f\u00fcrchtete jedes Mal, aus dem Bett geworfen zu werden, wenn ich doch mal einschliefe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Etwa neun Uhr morgens hielt der Bus wieder einmal f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit, es war bereits hell geworden und die Leute stiegen der Reihe nach aus. Als ich aus dem Fenster schaute, sah ich nichts als Sand, Berge und eine kleine Bude, vor der ein paar Menschen standen. Das musste wohl die Grenze zu China sein! War das etwa <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Letztes laotische Dorf vor der chinesischen Grenze\">Boten<\/span>, die laotische Grenzstadt? Na ja, ich stieg also aus und sah, dass noch ein anderer Wei\u00dfer (ein Franzose, der in <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesische Stadt unweit von Kunming, meinem Ziel\">Dali<\/span> wohnte, wie sich sp\u00e4ter herausstellte) im Bus gewesen war. Die Grenze war leicht zu passieren, au\u00dfer dass ich dem laotischen Grenzbeamten mein \u201e\u00df\u201c im Nachnamen erkl\u00e4ren musste. Wenn sie den Reisepass einscannen, liest der Computer meist ein \u201eSS\u201c, aber wenn sie ihn abschreiben m\u00fcssen, dann fragen die Offiziellen fast immer nach dem seltsamen Buchstaben oder schreiben einfach ein \u201eB\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der erste Eindruck, den ich von China gewinnen konnte war: gro\u00df! Das Grenzgeb\u00e4ude war riesig, so ein gro\u00dfes hatte ich noch nie gesehen. Ich f\u00fchlte mich wie auf einem kleinen Flughafen! \u00dcberall gab es Gesundheitskontrollen und <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Kontrollierter Durchgang\">Check-In<\/span>-Schalter. Der Durchgang klappte gut, ich bekam meine Genehmigung zur Einreise und schon war ich in China! Der Franzose hatte gr\u00f6\u00dfere Probleme und durfte aufgrund des schlechten Zustandes seines Ausweises erst einmal nicht einreisen. Gleich nach der Grenzkontrolle bot man mir einen Geldtausch an. Ich willigte ein, f\u00fcr <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"20 Euro\">1000 Baht<\/span> <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"20 Euro\">200 Yuan<\/span> zu bekommen, das war ein extrem fairer Tausch! Dann ging es weiter mit dem Bus (ohne den Franzosen) zu einem Parkplatz in Mohan, der chinesischen Grenzstadt, die ich extrem modern und sauber fand. Der Busfahrer meinte, dass die Fahrt erst um 14.30 Uhr weiterginge, das bedeutete einen Aufenthalt von unglaublich langweiligen f\u00fcnf Stunden in einer Kleinstadt! Also lief ich einmal durch das ganze Nest und versuchte, mir eine SIM-Karte zu kaufen. Mit null W\u00f6rtern Chinesisch <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Italienisch: auf Lager\">in petto<\/span> und keiner Vorstellung, wie ich dem Verk\u00e4ufer klarmachen sollte, was ich wollte, fasste ich mir ein Herz und ging in den Laden. Es dauerte ungef\u00e4hr eine halbe Stunde, ich sollte <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"10 Euro\">100 Yuan<\/span> hinbl\u00e4ttern und dann h\u00e4tte es laut Verk\u00e4ufer klappen m\u00fcssen. Ich konnte zwar nicht nach Hause telefonieren, das verstand aber der Verk\u00e4ufer nicht. Also nahm ich das Infopaket, komplett auf Chinesisch, mit und verschwand. Ich streunte noch ein bisschen durch die Stadt und bewunderte die dreisprachigen Verkehrsschilder auf <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Minderheitssprachen von Nordthailand bis S\u00fcdchina mit eigener Schrift\">Lanna<\/span>, Chinesisch und Englisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dann setzte ich mich vor den Bus, unterhielt mich ein bisschen mit dem Franzosen, der es endlich durch die Grenze und bis zur Bushaltestelle geschafft hatte, und experimentierte mit der SIM-Karte. Als der Bus endlich einmal ge\u00f6ffnet wurde, ergriff ich die Chance, mich hineinzusetzen und zu schlafen. Irgendwann wachte ich aufgrund des Treibhauseffekts im Bus auf und wollte wieder hinaus an die frische Luft; doch weit gefehlt: die Bust\u00fcr war wieder verschlossen! Also musste ich allein die restlichen Stunden in dem warmen und stickigen Bus aushalten. Ich schaffte es sogar, Axel, einen <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Das Programm, mit dem ich nach Thailand gekommen bin\">kulturweit<\/span>-Freiwilligen in China, dessen Wohnung ich in <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Millionenstadt im S\u00fcdosten Chinas, auch als 'Kanton' bekannt\">Guangzhou<\/span> w\u00e4hrend seines Thailand-Urlaubes benutzen k\u00f6nnen w\u00fcrde, anzurufen. Es schienen also nur Gespr\u00e4che nach China und nicht ins Ausland zu gehen. SMS hingegen konnte ich auch ins Ausland verschicken. Bald darauf wurde ich mit Info-SMS bombardiert und ich wusste gar nicht mehr, was ich machen sollte! In einer stand sogar mein momentanes Guthaben von fast <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"10 Euro\">100 Yuan<\/span>. Also hatte ich die Karte ja f\u00fcr umsonst erhalten, oder?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ach ja, w\u00e4hrend der Pause erfuhr ich von einem Chinesen, dass wir wom\u00f6glich erst f\u00fcnf Uhr am n\u00e4chsten Morgen in <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Millionenstadt im S\u00fcden Chinas\">Kunming<\/span> ankommen w\u00fcrden. Na toll, wozu hatte ich dann mein <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"\u00c4hnlich einer Jugendherberger, in der man sich das Zimmer mit mehreren fremden Personen teilt\">Hostel<\/span> f\u00fcr die kommende Nacht gebucht? Und wie sollte ich um so eine Zeit vom Busbahnhof bis dahin kommen? Ich hasste diesen Busfahrer jetzt schon f\u00fcr die absolut l\u00e4cherliche f\u00fcnfst\u00fcndige Mittagspause! Ach nein, es waren sechs Stunden, denn der Bus startete erst 15.30 Uhr! Fragt mich nicht, wieso, keiner wusste es!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Als es also endlich weiterging, konnte ich, solange es noch hell war, die zurecht so hochgepriesene sch\u00f6ne Landschaft der <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"S\u00fcdliche Provinz Chinas\">Yunnan<\/span>-Region. Leider sah ich aber wegen der bald einsetzenden Dunkelheit nicht sehr viel davon. Die Raucher, die nun auch anfingen, den Schleim im Rachen hochzuziehen und den ganzen Schnodder auf den Boden zu spucken, regten mich immer noch furchtbar auf \u2013 und der Bus wurde wieder enorm kalt. Irgendwann gegen acht Uhr abends kamen wir in eine gr\u00f6\u00dfere Stadt und hielten an; ich hatte tats\u00e4chlich gedacht, wir w\u00e4ren bereits in Kunming, aber weit gefehlt: Es stiegen noch mehr Leute ein und die Fahrt ging weiter. Mitten in der Nacht stoppten wir wieder an einem chinesischen Imbiss irgendwo in den Bergen. Ich holte mir eine Cola und eine Sprite, wollte nichts essen und fror, wie alle anderen, vor dem Bus bis auf die Knochen, da die Bust\u00fcr wieder verschlossen war, bis der Busfahrer mit seinem Abendessen fertig war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es wurde wieder ein neuer Tag: Der 25. Dezember 2009, Weihnachten! Und welch ein Heiliger Abend das war! Vor genau einem Jahr hatte ich an diesem Datum unterm Weihnachtsbaum mit vielen Geschenken im Warmen gesessen und nun stand ich drau\u00dfen vorm Bus und zitterte vor K\u00e4lte. Frohe Weihnachten!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a name=\"kunming1\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Kunming Tag 1 (Freitag, den 25.12.2009)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Tats\u00e4chlich erreichten wir Kunming erst fr\u00fch halb 5! Die gesamte Fahrt hatte also genau 28\u00bd Stunden (inkl. Pausen) gedauert, meinem R\u00fccken ging es nicht mehr ganz so gut, denn die laotischen Stra\u00dfen, die f\u00fcr maximal 20 km\/h zugelassen waren, befuhr der Busfahrer teilweise mit dreifacher Geschwindigkeit, und ich war gerade unglaubliche 1000 Kilometer in einem chinesischen Schlafbus gereist! Ich konnte es kaum glauben und wollte schon jubeln \u2013 aber so richtig nach Feiern war mir nicht zumute, denn weder hatte ich eine Unterkunft noch warme Wintersachen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ein Motorradfahrer wollte sich wahrscheinlich in den fr\u00fchen Morgenstunden etwas Kleingeld verdienen und fragte mich, wo ich denn hinwollte. Nachdem er \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Name der Unterkunft, f\u00fcr die ich eine Reservierung hatte\">Hump Hostel<\/span>\u201c nicht verstand, sagte ich, fein auswendig gelernt, \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Name des Platzes, auf dem das Hostel stehen sollte\">Jin Ma Fang<\/span>\u201c und gab ihm widerwillig <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"1 Euro\">10 Yuan<\/span>, herunterhandeln konnte ich nicht. Nun begann die wohl eisigste Motorradfahrt meines Lebens: Etwa 10 Minuten bei gef\u00fchlten -5 \u00b0C kamen mir wie eine halbe Stunde vor! Ohne Handschuhe, M\u00fctze, Jacke und zweite Hose war es einfach nur bitterkalt \u2013 und endlich realisierte ich, dass ich in China gelandet war! An dem gew\u00fcnschten Zielort suchte ich noch zirka 30 Minuten nach dem Hostel, fragte M\u00fcllfahrer (die den Namen der Unterkunft aber selbstverst\u00e4ndlich nicht verstanden) und fand es schlie\u00dflich kurz nach f\u00fcnf Uhr morgens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Doch was war das: Alles dunkel \u2026 ein junger Mann lag da in der <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Vorraum\">Lobby<\/span> auf der Couch und schlief. Da ich ja endlich mal ein festes Dach \u00fcber dem Kopf wollte, weckte ich ihn erbarmungslos auf und \u201eforderte\u201c praktisch aufgrund meiner vorherigen Reservierung mein Zimmer. Er kramte in dem Schl\u00fcsselschrank, bis er doch tats\u00e4chlich zugab: \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Wir sind heute Nacht bereits ausgebucht\">We\u2019re full tonight<\/span>\u201c. Ich diskutierte, weil ich bereits im Voraus gebucht hatte und auch schon eine Anzahlung geleistet hatte, bis wir uns darauf einigten, dass ich die erste Restnacht kostenlos in der <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Vorraum\">Lobby<\/span> schlafen d\u00fcrfte und die zweite Nacht etwas verbilligt bekam. Ich sollte auf den ersten <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Verlassen des Hauses\">Check-Out<\/span> eines Gastes warten, dann k\u00f6nne ich in mein Zimmer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Etwa acht Uhr morgens kl\u00e4rte sich dann, mit neuen Kollegen, die Situation auf, man bot mir einen kostenlosen Tee an und ich kam in ein Vierbettzimmer zu etwa dem halben Preis. Dort konnte ich mich endlich richtig gem\u00fctlich ausschlafen, auch wenn das Zimmer immer noch eisig war. Ebenso war die Dusche nur lauwarm. Ich verstand in dem Moment noch nicht, warum dieses Hostel bisher immer so gute Kritik bekommen hatte. Anschlie\u00dfend ging ich in die Stadt und probierte meine Kreditkarte bei mehreren Banken aus, bis es endlich klappte. In China akzeptierte man wohl ausl\u00e4ndische Karten nicht gerne \u2026 Beim \u00dcberqueren einer Hauptstra\u00dfe mit gesch\u00e4tzten hundert anderen Menschen wurde ich doch tats\u00e4chlich von einer jungen Chinesin angesprochen: \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Hey, wo kommst du her?\">Hi, where are you from?<\/span>\u201c Auf meine \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Deutschland\">Germany<\/span>\u201c-Antwort bekam ich eine Frage gestellt, mit der ich \u00fcberhaupt nicht gerechnet h\u00e4tte: \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Kannst du mir Englisch beibringen?\">Can you teach me English?<\/span>\u201c Wie bitte? Jetzt? Hier? Ich? Ich lehnte ab, hatte ja ohnehin anderes vor, und verschwand in der Masse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Von Travis, dem Neuseel\u00e4nder, den ich in Laos getroffen hatte, hatte ich den China-Reisef\u00fchrer von <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Angeblich weltgr\u00f6\u00dfter Reisef\u00fchrer-Verlag\">Lonely Planet<\/span> bekommen, als ich ihm eine gro\u00dfe Touristenkarte \u00fcber Thailand, Kambodscha, Laos und Vietnam gab, da er eine \u00e4hnliche Reiseroute wie ich vorhatte, nur andersherum. Wie in jenem Buch ausgeschrieben, versuchte ich, den richtigen Bus in den <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Steinwald\">Shilin<\/span>-Nationalpark zu finden, es gelang mir aber nicht. Ich fragte beim angeblichen Ticketverkauf nach, aber keiner wollte mir helfen. Ich sprach ja schlie\u00dflich auch noch kein Wort Chinesisch. Hier merkte ich zum ersten Mal die Blicke: Sie waren ganz anders als in Thailand, noch dazu, weil ich blond war. In dem Land, das so lange von der Au\u00dfenwelt abgeschottet lebte, war man noch nicht an Ausl\u00e4nder gew\u00f6hnt. Teilweise fielen den Leuten die Augen aus dem Kopf, andere wandten absichtlich den Blick ab, wieder andere tuschelten oder redeten gar laut \u00fcber mich \u2026 etwas Befremdlich war das anfangs schon, aber im Laufe des Aufenthaltes sollte ich das Land und die Leute ja noch besser kennen und verstehen lernen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Den Bus zum <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Steinwald\">Shilin<\/span> fand ich also leider nicht, so kehrte ich zur\u00fcck zum Hostel und fragte dort nach, wie ich den richtigen Bus erwischen k\u00f6nnte. Das Hostelpersonal rief sogar im Ticketschalter an und best\u00e4tigte, dass er heute besetzt sei! Also hatte ich einfach nicht den richtigen Schalter gefunden. Leider war es aber mittlerweile nachmittags um zwei, sodass ich meinen Aufenthalt in Kunming um einen Tag verl\u00e4ngern musste \u2013 anders als geplant -, um am n\u00e4chsten Tag in den Steinwald aufzubrechen! Au\u00dferdem sollte ich aus Sicherheitsgr\u00fcnden mein Zimmer wieder wechseln, da die beiden anderen, die sich das Zimmer mit mir teilten, schon seit Tagen an einer schweren Erk\u00e4ltung litten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In dem neuen Zimmer lernte ich eine Pekingerin mittleren Alters kennen, mit der ich den Nachmittag bei einem Spaziergang und einer <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Sehensw\u00fcrdigkeitenrundgang\">Sightseeing-Tour<\/span> in Kunming verbrachte. Das war ganz gut so, denn sie konnte ja <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Standardchinesisch\">Mandarin<\/span> sprechen, sodass wir eigentlich alle Foto-Objekte schnell finden sollten. An diesem und jenem Stand nahm sie ein paar lokale Spezialit\u00e4ten mit und auch ich probierte die <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: kleine Mahlzeiten\">Snacks<\/span> f\u00fcr teilweise weniger als <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"10 Cent\">1 Yuan<\/span>. W\u00e4hrend wir an der <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Westliche Pagode\">Xisi Ta<\/span> und der <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: \u00d6stliche Pagode\">Dongsi Ta<\/span> vorbeikamen und durch eine Tempelanlage streunten, erz\u00e4hlte sie mir viel \u00fcber Pagoden, Tempel, den Buddhismus und den Glauben. Anschlie\u00dfend nahmen wir einen Bus in den Norden Kunmings und wollten zwei andere auf einer Touristenkarte eingezeichnete Pagoden besichtigen. Die Suche gestaltete sich allerdings viel schwieriger als gedacht und wir brauchten trotz allem Nachfragen bei der \u00f6rtlichen Bev\u00f6lkerung \u00fcber eine Stunde, bis wir sie versteckt in einem Hinterhof zwischen Wohnbl\u00f6cken ersp\u00e4hten! Die Pekingerin war v\u00f6llig entsetzt, wie Menschen die Geschichte nur so kaputt machen und um diese sch\u00f6nen T\u00fcrme einfach h\u00e4ssliche Baracken stellen konnten. In China wird halt kein Platz frei gelassen. \ud83d\ude09<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Auf dem Weg zum <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Bekanntester Tempel Kunmings\">Yuantong-Tempel<\/span> wurden wir pl\u00f6tzlich von zwei jungen Chinesen mit Spr\u00fchschnee attackiert. Ich erschrak mich dabei derart, dass meine Brille zu Boden fiel und in mehrere Teile zersprang. Na toll, das hatte mir jetzt noch gefehlt! Insgeheim hoffte ich aber, dass mir meine chinesische Begleiterin wohl bei dem Kauf eines neuen Nasenfahrrads behilflich sein w\u00fcrde. Aber nicht jetzt &#8230; Wir kamen bald an besagtem Tempel an, aber es war schon zu sp\u00e4t, der Eingang war verschlossen; selbst eine halbst\u00fcndige Diskussion, in der ich nat\u00fcrlich die Klappe hielt, mit dem <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Torw\u00e4chter\">Guard<\/span> brachte uns nicht weiter an die Anlage heran \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">So gingen wir noch durch den <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Gr\u00fcner-See-Park\">Green Lake Park<\/span> und wunderten uns \u00fcber den erstaunlich kleinen See, der auf der Karte so gro\u00df aussah. Auf dem R\u00fcckweg schneiten wir dann gl\u00fccklicherweise bei einer Optikerin herein, die erstaunlich viel Geduld mit mir bewies, obgleich ich doch einfach nur eine neue und provisorische Brille wollte, nichts Exklusives. Allerdings schienen meine Augen so einen seltsamen <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Bestimmter Brechwert zur Messung der Linsenkr\u00fcmmung\">Dioptrienwert<\/span> aufzuweisen, dass wir uns fast eine dreiviertel Stunde in dem Laden aufhielten und immer wieder neu gemessen werden musste. Auf dem R\u00fcckweg durchquerten wir die Fu\u00dfg\u00e4ngerzone von Kunming, die bereits mit Tausenden oder Millionen von Chinesen gef\u00fcllt war. Es war Weihnachten und das wurde hier so gefeiert: Alle jungen Leute gingen auf die Stra\u00dfe, jeder kaufte sich f\u00fcr nur <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"1 Euro\">10 Yuan<\/span> mindestens eine Spr\u00fchschnee-Dose und ging damit auf so viele andere Menschen in der n\u00e4heren Umgebung zu, wie nur m\u00f6glich. Davon blieb nat\u00fcrlich auch ich nicht verschont und als unbewaffneter Wei\u00dfer war ich nat\u00fcrlich DAS Zielobjekt schlechthin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wir schafften es jedoch noch recht sauber in ein Restaurant zu gelangen, das bekannt f\u00fcr seine kunmingtypischen Spezialit\u00e4ten war: <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Reisnudeln, w\u00f6rtlich: \u00fcber Br\u00fccke Reis Faden\">Guoqiao Mixian<\/span>, im Englischen eher als \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"\u00dcbersetzung: \u00dcber-die-Br\u00fccke-Nudeln\">Across-the-bridge noodles<\/span>\u201c (aufgrund ihrer Geschichte) bekannt. Oh je, auf was hatte ich mich da eingelassen? In die anfangs leere \u00d6lsuppe kam Folgendes: Bambus, schwarzes H\u00fchnchen, Bl\u00e4tter, Vogeleier, Pilze, Schalentiere, Tintenfisch, Kaschun\u00fcsse, rohes Schweinefleisch, gebratene Bienen und selbstverst\u00e4ndlich die Reisnudeln als letztes. Das Ganze sollte mit St\u00e4bchen gegessen werden und war nat\u00fcrlich kochend hei\u00df. Ich glaube immer noch nicht, dass ich das alles herunterbekommen habe! Aber so war es. Dann kehrten wir zum Hostel zur\u00fcck und auf meine Beschwerde hin, dass ich noch nicht satt sei, empfahl mir eine andere Chinesin noch ein zweites Restaurant; ich wagte mich tats\u00e4chlich wieder in die schneespr\u00fchende Menge und kam keine 10 Meter, schon waren meine Haare pink statt blond. Es war mir zu unangenehm, so in ein Lokal zu gehen, also kehrte ich wieder um und g\u00f6nnte mir eine ordentliche, dieses Mal warme Dusche. Am Abend gab es zwar Bar, Musik und nette Leute im Hostel, aber ich war einfach zu m\u00fcde, um noch feiern zu k\u00f6nnen. Ich unterhielt mich lediglich noch mit einer chinesischen Studentin aus <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"S\u00fcdostchinesische Insel\">Hainan<\/span> \u00fcber meinen Auslandsaufenthalt, weil sie angeblich an solchen Freiwilligendiensten zwischen Schulabschluss und Studienbeginn forschte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a name=\"kunming2\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Kunming Tag 2 (Samstag, den 26.12.2009)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am zweiten Tag musste es einfach klappen, zum <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Steinwald\">Shilin<\/span> zu gelangen. Ich h\u00e4tte eine Menge daf\u00fcr gegeben und stand bereits zeitig genug auf, fr\u00fchst\u00fcckte ein paar <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Andernorts auch 'Pfannkuchen' genannt\">Plinse<\/span> und r\u00fcckversicherte mich mehrmals bei den Angestellten des <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Eine Art Jugendherberge, in der sich mehrere fremde Personen ein Zimmer teilen\">Hostels<\/span>, wie ich genau zum richtigen Bus k\u00e4me. Ich lie\u00df mir meine \u201eFrage\u201c sogar auf Chinesisch aufschreiben, damit ich den Zettel notfalls einem Beamten h\u00e4tte zeigen k\u00f6nnen. Die Zeichen f\u00fcr <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Steinwald\">Shilin<\/span> konnte ich bereits lesen, sie entsprachen auch ihrer Bedeutung. Sieht <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Stein (sprich: sh\u00ed)\">\u77f3<\/span> nicht wie ein Stein und <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Wald (sprich: l\u00edn)\">\u6797<\/span> wie ein Wald aus? Also ging ich wieder in Richtung Bahnhof und suchte die Gegend dort nach diesen Zeichen ab, fand aber lediglich einen Busbahnhof. Dort bel\u00e4stigte ich einen Polizisten mit meinem Problem, der mich freundlicherweise zu einem Bus schickte, an dem tats\u00e4chlich <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Steinwald\">Shilin<\/span> auf Chinesisch stand. Davor stand der Busfahrer, den ich nach dem Ticket fragen konnte. Er war so nett und f\u00fchrte mich sogar direkt bis zum richtigen Ticketschalter, an dem nat\u00fcrlich auch nur alles auf Chinesisch stand. Nie h\u00e4tte ich den gefunden! Meine Fahrkarte hatte ich also, so konnte ich nun guten Gewissens zum Steinwald fahren. Der Bus fuhr, wie alle chinesischen Busse, allerdings erst los, als auch der letzte Platz gef\u00fcllt war. In meinem Falle dauerte das gl\u00fccklicherweise nur eine halbe Stunde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Schon auf dem Hinweg sah man die eindrucksvolle Natur <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Provinz in S\u00fcdchina\">Yunnans<\/span>: Riesige Berglandschaften, Seen und selbstverst\u00e4ndlich die bizarren Steine, die wie Skulpturen aus dem Boden ragten. Ich ersp\u00e4hte sogar ein paar Ausl\u00e4nder im Bus und dann auch im Park, aber die geringe Anzahl wunderte mich nach meinem schwierigen Ticketkauf nicht im Geringsten. Meist sprachen jene auch wenigstens ein bisschen Chinesisch. Den Eintritt bekam ich sofort erm\u00e4\u00dfigt, ohne dass man mich nach einem Studentenausweis fragte. Leider sollte das bei meinen sp\u00e4teren Attraktionen nicht mehr so gut klappen. Einen Parkbus oder <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: F\u00fchrer\">Guide<\/span> sparte ich mir auch, schlie\u00dflich waren meine F\u00fc\u00dfe noch jung und konnten selbst laufen. Zun\u00e4chst lief ich durch ein kleines Dorf, abseits jeglicher Touristenroute, kam an einem B\u00fcffel vorbei, der mich ebenso seltsam wie die Bewohner der Siedlung anstarrte, und kehrte wieder zur\u00fcck zum Steinwald, bevor ich die Orientierung ganz verlor. An einem Wegweiser stand das mich fesselnde Wort \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Ewiger Pilz\">Eternal Mushroom<\/span>\u201c, sodass ich ihm folgte \u2026 in ein extrem abgelegenes Gebiet, in dem weit und breit kein einziger chinesischer Tourist mehr zu sehen war. Den seltsamen pilzf\u00f6rmigen Fels, keine wirkliche Attraktion in diesem Sinne, erreichte ich nach etwa einem Kilometer \u00fcber Stock und \u00fcber Stein. Bl\u00f6derweise musste ich denselben Weg zur\u00fcckgehen, um wieder auf die Hauptroute zu gelangen. Ich mag so etwas \u00fcberhaupt nicht, lieber habe ich Rundwege, nach denen man zum Ausgangspunkt zur\u00fcckkehrt; ich gehe nicht gerne denselben Weg zweimal. Nun endlich kam ich in den richtigen Steinwald, kroch durch H\u00f6hlen, auf <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Franz\u00f6sisch: Plattformen\">Plateaus<\/span> und traf die vielen Chinesen, die mich nur wieder ungl\u00e4ubig anschauten, als w\u00e4re ich interessanter als die Steine ringsherum. DIE Attraktion schlechthin war die Aussichtsplattform in der Mitte des Parks; dieser Meinung waren zumindest die chinesischen Touristen und dr\u00e4ngten sich zu Hunderten auf den winzigen Pavillon. Eine wirklich gute Aussicht konnte man von dort aus also nicht genie\u00dfen. Ein kleiner Junge redete in dem Gedr\u00e4nge die ganze Zeit mit seiner Mutter und seiner Oma \u00fcber mich; das bekam ich schon mit, auch wenn ich nichts verstand \u2013 schade eigentlich! Dann beeilte ich mich schnell wieder von der Plattform und lief noch ein bisschen in die \u00e4u\u00dferen Bezirke des Steinwaldes, kam an einem eindrucksvollen Felsen namens \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Mutter mit Kind\">Mother with Child<\/span>\u201c vorbei und testete auch noch die Toiletten. Bereits in Kunming hatte ich gelernt, in China immer eine Rolle Toilettenpapier mitzunehmen, da dieses gew\u00f6hnlich nicht zur Verf\u00fcgung gestellt wird \u2013 weder an \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen, noch im Zug und auch nicht in <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Eine Art Jugendherberge, in der sich mehrere fremde Personen ein Zimmer teilen\">Hostels<\/span>, selten in <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Ein Hotel in Asien entspricht manchmal auch nur einem Bungalow in Europa\">Hotel<\/span>s. Diese Aborte im Steinwald waren allerdings eine Attraktion f\u00fcr sich: \u00dcber die Sch\u00fcssel war eine T\u00fcte gespannt, die nach einer Weile automatisch eingezogen und gewechselt wurde, sodass der n\u00e4chste Gast wieder auf einer neuen T\u00fcte sa\u00df. \ud83d\ude42<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Auf dem R\u00fcckweg kam ich an einem Wegweiser f\u00fcr einen <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch (unsicher): Wertvoller Berg\">Baoshan<\/span> (oder so \u00e4hnlich) vorbei. Die Infotafel fesselte mich: Entgegen allem Glauben sollte dies, und nicht der Aussichtspavillon, der h\u00f6chste Punkt des <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Steinwald\">Shilin<\/span> sein! Das lie\u00df ich mir trotz bereits schmerzender F\u00fc\u00dfe und ziehenden Schultern nicht nehmen und bestiegt den Felsen. Die Infotafel hatte nicht gelogen! Von hier aus hatte man eindeutig den besten \u00dcberblick \u00fcber das gesamte Areal und das Beste daran: Es waren keine Touristen weit und breit zu sehen, nur eine chinesische Familie war mit auf dem Gipfel. Das war doch ein gelungener Abschluss, bevor ich wieder nach Kunming fuhr. Beim Ticketkauf f\u00fcr den R\u00fcckweg kam ich einem Ausl\u00e4nderp\u00e4rchen, von dem die Frau gutes Chinesisch sprach, zwar zuvor, gab aber mein Ticket an sie ab, weil noch genau zwei Pl\u00e4tze im Bus frei waren. Ich wartete geduldig auf den n\u00e4chsten Bus, der im Prinzip auch nicht so viel sp\u00e4ter in Kunming eintraf. Das einzig Bl\u00f6de an diesem Bus war, dass die Lehne des Sitzes vor mir gebrochen war und st\u00e4ndig nach hinten klappte. Bevor die anderen Leute kapiert hatten, dass man diesen Platz nicht besetzen konnte, verging auch wieder einige Zeit. Neben mich setzte sich dann noch ein \u00e4ltere Frau, die unruhiger kaum h\u00e4tte sein k\u00f6nnen; selbst der Busfahrer musste sie ermahnen, dass sie sich w\u00e4hrend der Fahrt hinzusetzen hatte!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In Kunming angekommen, blieben noch zwei H\u00fcrden: Die erste war der Ticketkauf f\u00fcr meinen Zug nach <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Millionenstadt nahe dem Drei-Schluchten-Staudamm in Zentralchina\">Yichang<\/span>. Der Bahnhof dieser fast 7-Millionen-Stadt war riesig, es gab etwa 15 Ticketschalter, an denen je 50 Leute standen. Alles war auf Chinesisch, sodass ich mich einfach irgendwo anstellte. Ohne etwas zu sagen, gab ich den handgeschriebenen Zettel vom Hostel mit meinen Abfahrtsdaten hin und die Frau im Verkauf wiederholte alles noch einmal auf Englisch. Dann bekam ich das gew\u00fcnschte Ticket!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die zweite H\u00fcrde war meine Brille: Gl\u00fccklicherweise hatte ich die Rechnung vom Vortag noch und so ging die Abholung recht schnell, auch wenn dieses Mal eine andere Optikerin besch\u00e4ftigt war. Ich konnte also frohen Mutes, mit Fahrkarte und neuer Brille zur\u00fcck ins Hostel gehen, noch ein wenig im Internet surfen und traf doch tats\u00e4chlich noch \u2013 die Hoffnung hatte ich bereits aufgegeben \u2013 die im ganzen Hostel gesuchte mysteri\u00f6se Amy. Vorgeschichte: Travis aus Neuseeland, den ich in Laos am Wasserfall kennen gelernt hatte, hatte mir einen laotischen Schal f\u00fcr eine gewisse Amy im \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Name meiner Unterkunft in Kunming\">Hump Hostel<\/span>\u201c mitgegeben. Dort kannte man sie aber nicht, also hatte ich eine Notiz an der Rezeption hinterlassen. Ein bisschen dumm kam ich mir dabei schon vor, aber schlie\u00dflich freute sie sich doch, dass ich ihr den Schal hatte \u00fcberbringen k\u00f6nnen, auch wenn sie dann eher mich als ich sie fand. Viel mehr redeten wir aber nicht. Stattdessen wurde ich von ein paar Chinesen in meinem Alter zum Spiel \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Regeln: Wer dran ist, muss 'Wahrheit' oder 'Pflicht' w\u00e4hlen, wobei man bei Ersterem eine von einem vorher ausgew\u00e4hlten Spieler Frage wahrheitsgem\u00e4\u00df beantworten oder bei Letzterem eine T\u00e4tigkeit im Raum ausf\u00fchren muss\">Wahrheit oder Pflicht<\/span>\u201c eingeladen. Da man bei ihrer Version w\u00fcrfeln musste, lernte ich die Zahlen bis zw\u00f6lf schnell auf Chinesisch, den Rest \u00fcbersetzten sie f\u00fcr mich. Das Spiel machte sichtlich Spa\u00df, es ging bis in die sehr sp\u00e4ten Abendstunden, doch dann wurde es mir zu albern und ich ging zu Bett.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a name=\"kunming3\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Kunming Tag 3 (Sonntag, den 27.12.2009)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Um meinen Zug nach <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Millionenstadt nahe dem Drei-Schluchten-Staudamm in Zentralchina\">Yichang<\/span> zu bekommen, musste ich bereits f\u00fcnf Uhr morgens aufstehen. Vorm <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Deutsch-Englisch: Verlassen des Hauses\">Auschecken<\/span> joggte ich noch zur n\u00e4chsten Bank, die meine Kreditkarte akzeptierte, kehrte zum Hostel zur\u00fcck, holte meinen Rucksack und begab mich mit einem Taxi zum Bahnhof. Es dauerte eine Weile, bis der Fahrer \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Bahnhof, w\u00f6rtlich: Feuer Wagen Station\">huo che zhan<\/span>\u201c verstand, aber schlie\u00dflich kam ich an, wo ich wollte. Die Wartehalle f\u00fcr den Zug war gigantisch (ca. zwei Fu\u00dfballfelder) und ebenso die Menschenmenge, und das fr\u00fch um sieben! Hier wurde ich bereits von mehreren Chinesen angesprochen, ich konnte aber lediglich \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: ich verstehe nicht, w\u00f6rtlich: nicht verstehen\">bu dong<\/span>\u201c antworten. Im Laufe der n\u00e4chsten Versuche lernte ich, dass man eigentlich \u00f6fter \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Ich verstehe nicht, w\u00f6rtlich: h\u00f6ren nicht verstehen (Bedeutung: ich h\u00f6re dich, aber ich verstehe es nicht)\">ting bu dong<\/span>\u201c sagte. Ich war in der Wartehalle und im Zug selbstverst\u00e4ndlich der einzige Ausl\u00e4nder, denn auf dieser Strecke und noch dazu mit solch einer Zugklasse fuhr kein Tourist! Ich hatte die billigste Klasse und einen harten Sitzplatz ergattert: <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"10 Euro\">100 Yuan<\/span> f\u00fcr knapp 2000 Kilometer, nicht schlecht, oder? \ud83d\ude09<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: none\"><a name=\"kunming-yichang\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Fahrt von Kunming nach Yichang (Sonntag, den 27.12.2009 \u2013 Montag, den 28.12.2009)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Als ich endlich, nach einigem Fragen, im richtigen Abteil ankam, setzte ich mich irgendwo hin. Nie h\u00e4tte ich gedacht, dass jeder Platz in diesem Abteil gef\u00fcllt w\u00fcrde, also musste ich mich auch auf den auf meinem Ticket aufgedruckten Platz setzen. Irgendwie stand da eine 91 und man verfrachtete mich auf die 8, warum auch immer! Zun\u00e4chst sa\u00df mir ein \u00e4lterer Herr gegen\u00fcber, dann kam noch ein weiterer \u00e4lterer Mann wahrscheinlich mit seiner Tochter und belegten die \u00fcbrigen beiden Pl\u00e4tze in unserer Vierersitzgruppe. Da jeder Reisende mindestens zwei riesige Gep\u00e4ckst\u00fccke dabei hatte, mussten die Koffer oben auf der Ablage sorgf\u00e4ltig sortiert werden. Als planender und gro\u00dfer Europ\u00e4er \u00fcbernahm ich diese Aufgabe auf unserer Seite und stapelte alles ordentlich zusammen. Auf Grund dessen fuhr mich im Laufe der n\u00e4chsten paar Stunden ein etwas verbitterter Mann an, dass er meinetwegen nicht mehr an seinen Koffer komme! Was konnte ich denn daf\u00fcr, dass so wenig Platz f\u00fcr das Gep\u00e4ck vorgesehen war!?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im ganzen Abteil sprach tats\u00e4chlich keiner ein Wort Englisch \u2013 und ich konnte nichts als \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: ich verstehe nicht, w\u00f6rtlich: h\u00f6ren nicht verstehen\">ting bu dong<\/span>\u201c, \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: ich will nicht, w\u00f6rtlich: nicht wollen\">bu yao<\/span>\u201c und \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: danke, w\u00f6rtlich: danken danken\">xie xie<\/span>\u201c. Ich hatte aber bald auch keine Lust mehr, mit irgendjemandem zu reden, denn viele Passagiere ignorierten wissentlich das Rauch-, M\u00fcllwegwerf- und Spuckverbot. Obwohl sie unter diesen Verbotsschildern sa\u00dfen, wurde eben eine Zigarette nach der anderen angez\u00fcndet, die Abf\u00e4lle einfach vom Tisch gekehrt oder zumindest in Richtung des M\u00fclleimer geworfen und den \u00fcberfl\u00fcssigen Schleim nicht in eine T\u00fcte oder ins Klo, sondern anderen Leuten vor die F\u00fc\u00dfe gespuckt. Nahezu jeder machte das! Das mag hier vielleicht etwas rassistisch klingen, aber das sind leider Gottes meine Eindr\u00fccke aus diesem Zug \u2013 ich will so etwas nicht verschweigen. Nat\u00fcrlich wurde der harte Sitz irgendwann unbequem und so stand ich immer mal auf und schaute mir die Landschaft aus dem Fenster zwischen den Abteilen an \u2013 auch das war so eine typische \u201eSpuckecke\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am sp\u00e4ten Nachmittag kam dann eine lustige, aber etwas penetrante Schaffnerin und gleichzeitig Verk\u00e4uferin von Essen und Spielzeug auf mich zu, setzte sich mir gegen\u00fcber und fragte alles M\u00f6gliche auf Chinesisch. Anfangs war aus mir nichts herauszubekommen. Irgendwann h\u00f6rte ich ein \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: wo\">nali<\/span>\u201c sowie von einem anderen Mann \u201eUSA!\u201c (das war das einzige englische Wort, das mir auf der gesamten Zugfahrt je zu Ohren kam). Ich konnte stolz \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Deutschland, w\u00f6rtlich: Tugend Land\">de guo<\/span>\u201c antworten und zeigte mein Ticket, damit sie auch bald wussten, wo ich hinwollte. Immer mehr interessierte Chinesen versammelten sich um mich herum, aber viel mehr konnten sie aufgrund der Sprachbarriere auch nicht erfahren. Bald kam die Nacht \u2026 oh je, h\u00e4tte ich mir in Kunming doch mal Wintersachen gekauft! Lediglich ein Unterhemd, ein T-Shirt, ein Pullover, eine leichte Jacke, eine Stoffhose und ein paar Socken zierten meinen K\u00f6rper. Das reichte bei Weitem nicht aus f\u00fcr einen Zug, der bei Temperaturen um den Gefrierpunkt mit undichten T\u00fcren durch das kalte chinesische Hochland raste. Die T\u00fcr zum anderen Abteil war ohnehin eine Attraktion f\u00fcr sich: Kaum einer bekam sie ordentlich auf oder zu, denn sie klemmte an allen Ecken und Kanten. Und hatte man es tats\u00e4chlich mal geschafft, sie zuzumachen, so ging sie ewig nicht mehr auf. Auch wenn sie einmal ganz ge\u00f6ffnet war, bedurfte es schon viel Geschick und Kraft, sie wieder zu schlie\u00dfen. Zwischenzeitlich stand sie auch quer. Noch dazu regte es mich etwas auf, dass die ganze Nacht Essenswagen mit Marktschreierlautst\u00e4rke durch alle Abteile geschoben wurden, weshalb immer wieder die T\u00fcr ge\u00f6ffnet werden musste. In dem Abteil war es praktisch die ganze Nacht genauso kalt wie drau\u00dfen, dank des Fahrtwindes vielleicht gef\u00fchlt noch k\u00e4lter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die letzten Stunden des 27. Dezembers waren trotz der K\u00e4lte sehr angenehm, da pl\u00f6tzlich eine mir schr\u00e4g gegen\u00fcbersitzende chinesische Studentin anfing, Zettelchen auf Englisch zu schreiben. Anfangs schien sie extrem unsicher, aber bald schrieb sie sich warm und ich verstand auch das meiste, was sie von mir wissen wollte. Diese Konversation hielt etwa zwei Stunden an, sie erfuhren von meiner T\u00e4tigkeit in Thailand, meinen China-Pl\u00e4nen und deutschen Br\u00e4uchen und auch ich lernte eine ganze Menge \u00fcber die Denkweise der Menschen und vor allem \u00fcber die Haltung zur Ein-Kind-Politik. Leider traute sie sich nicht zu sprechen. Der Schmuckverk\u00e4ufer in meinem Alter neben ihr fl\u00fcsterte ihr immer wieder eine Frage ins Ohr, die sie dann f\u00fcr mich \u00fcbersetzen und aufschreiben musste. Er verstand praktisch gar kein Englisch. Mir tat es Leid, dass es f\u00fcr die Studentin wohl seit langer Zeit die einzige M\u00f6glichkeit war, ihr Englisch zu \u00fcben. So erging es wahrscheinlich vielen jungen Chinesen, die Englisch in der Schule lernten, aber es wohl nie anwenden k\u00f6nnen w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In der Nacht versuchte ich, so gut es ging zu schlafen, bis ich fr\u00fch um f\u00fcnf von einem sehr unfreundlichen Schaffner geweckt wurde, der mir befahl, mein Zeug zusammenzupacken und ihm zu folgen. Er schleppte mich insgesamt durch acht Abteile, durch die K\u00fcche und verfrachtete mich in die hinterste Ecke des Essenswagens. Dort sollte ich etwas essen, tat es aber nicht. Ich hatte schlie\u00dflich bereits vorher mein Proviant vertilgt und selbstverst\u00e4ndlich um diese Zeit auch keinen Hunger. Das Gute an diesem Abteil war, dass es eine Uhr gab, denn mein Handyakku hatte in der Zwischenzeit seinen Geist aufgegeben. Ich schlief ein und wurde um sieben \u2013\u00a0 wer h\u00e4tte es gedacht? \u2013 wieder von diesem Schaffner geweckt, um mich abermals in ein anderes, aber ziemlich leeres Abteil zu stecken. Dort sollte ich nun schlafen. Das tat ich auch, ich hatte ja nun eine ganze Bank f\u00fcr mich allein. Warum der Schaffner dies getan hatte, wei\u00df ich bis heute nicht! In dem neuen Abteil wurde ich wieder von einem \u00e4lteren Mann angesprochen, aber auch er gab nach den Infos \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Deutschland, w\u00f6rtlich: Tugend Land\">de guo<\/span>\u201c, \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Millionenstadt in der N\u00e4he des Drei-Schluchten-Staudamms in Zentralchina\">Yichang<\/span>\u201c und \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Ich verstehe nicht, w\u00f6rtlich: h\u00f6ren nicht verstehen\">ting bu dong<\/span>\u201c auf. Das Schwierige war nun noch, dass ich keine Uhr hatte. Ich wusste, um welche Zeit der Zug planm\u00e4\u00dfig in Yichang einfahren w\u00fcrde, aber ohne Uhr war das nur schwer auszumachen. Immerhin konnte ich die chinesischen Zeichen f\u00fcr Yichang lesen, somit stieg ich auch am richtigen Bahnhof aus und winkte im Vorbeigehen noch meinen ehemaligen Sitzgenossen zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a name=\"yichang1\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Yichang Tag 1 (Montag, den 28.12.2009)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das war also Yichang. Trotz vieler Angebote bez\u00fcglich Unterkunft direkt vor dem Bahnhof steuerte ich planlos in die Innenstadt. Zun\u00e4chst lief ich in die falsche Richtung, dann fand ich mich aber schnell zurecht. So gro\u00df schien die 4-Millionen-Stadt gar nicht zu sein. Nachdem ich zweimal mit meinem riesigen Rucksack um den Stadtkern gelaufen war, entschied ich mich f\u00fcr ein mickriges Hotel in einem Sachenladen. Dort verstand man aber kein Englisch, nicht einmal \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Zimmer\">room<\/span>\u201c, und ich wurde mit einem \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: nein\">no<\/span>\u201c verabschiedet. Im benachbarten, sehr luxuri\u00f6s scheinenden Hotel, das ich mir ohnehin nicht h\u00e4tte leisten k\u00f6nnen, fiel die Frau an der Rezeption, noch bevor ich \u00fcberhaupt einen Ton hatte sagen k\u00f6nnen, fast in Ohnmacht und rief den Dolmetscher. Dieser hatte nichts weiter zu tun, als mir die Preisliste auszuh\u00e4ndigen und sogar noch einen Megarabatt von 60 % zu gew\u00e4hren. Damit w\u00e4re der billigste Raum etwa <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"37 Euro\">370 Yuan<\/span> gewesen. Ich sah mich weiter in der Stadt um und entschied mich f\u00fcr das \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Kombination aus Motor und Hotel als Unterkunft f\u00fcr Autoreisende\">Motel<\/span> Rest\u201c, in dem man immerhin das Wichtigste auf Englisch sagen konnte. Ein Zimmer f\u00fcr <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"16,80 Euro\">168 Yuan<\/span> lag zwar auch weit \u00fcber meinem geplanten <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Franz\u00f6sisch: Geldmittel\">Budget<\/span>, aber daf\u00fcr war es traumhaft eingerichtet. \u00dcber die kaputte Klosp\u00fclung, bei der man den St\u00f6psel immer manuell im Sp\u00fclkasten hochheben musste, sah ich hinweg. Die Dusche war sehr ger\u00e4umig, hei\u00df und einfach nur ideal, der Fernseher war programmierbar (aber auf Chinesisch, was mich einige Zeit kostete), es gab auch die \u00fcbliche Hotelausstattung inklusive: Zahnputzzeug, Kamm, Badelatschen, Telefon und was man sonst so alles nicht brauchte. \ud83d\ude09<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich kaufte mir im naheliegenden Supermarkt erst einmal Proviant f\u00fcr den Tag und machte mich dann auf, die von <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Angeblich weltgr\u00f6\u00dfter Reisef\u00fchrer-Verlag\">Lonely Planet<\/span> beschriebene Bushaltestelle zum Drei-Schluchten-Staudamm \u00fcber den <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Fluss durch China, l\u00e4ngster Asiens und drittl\u00e4ngster der Welt\">Jangtse<\/span> zu suchen. Tats\u00e4chlich fand ich sie etwas versteckt in einem Hinterhof. Alle Busse trugen nur chinesische Schriftzeichen, nirgends konnte ich aber die Zeichen f\u00fcr \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Drei-Schluchten-Staudamm, w\u00f6rtlich: drei Schlucht gro\u00df Damm\">sanxia daba<\/span>\u201c, die ich bereits kannte, erkennen. Also ging ich zum Ticketverkauft und sagte den Namen dieses Staudamms auf Chinesisch; mein Busticket bekam ich auch. Und welcher Bus war es nun? Auch hier musste ich wieder mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen agieren, bis mir jemand half. An dem Bus stand \u00fcbrigens <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Maoping, Name eines Ortes\">\u8305\u576a<\/span>, was, wie ich erst in Shanghai von einer chinesischen Freundin erfahren sollte, <em>Maoping<\/em> hie\u00df und der Name einer Kleinstadt in der N\u00e4he des Staudamms war. Von dort aus sollen angeblich auch Touristenschiffe bis an den gro\u00dfen Damm fahren, aber davon wusste ich nicht und so schickte ich einen Motorradtaxifahrer zum \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Drei-Schluchten-Staudamm, w\u00f6rtlich: drei Schlucht gro\u00df Damm\">sanxia daba<\/span>\u201c. Dieser gehorchte flei\u00dfig, aber ich verga\u00df, den Preis im Voraus auszuhandeln. Und der nette Herr fuhr und fuhr und fuhr \u2026 den ganzen Weg, den der Bus auf der Yichang abgewandten Seite hochgeklettert war, wieder hinunter und auf der anderen Seite des Staudamms wieder nach oben. Die Fahrt dauerte gute 20 Minuten und wieder fror ich, vor allem am Kopf, und f\u00fcrchtete eine bald einsetzende Erk\u00e4ltung. Nachdem wir ein Dorf durchquert hatten, in dem man, den Blicken nach zu urteilen, noch nie einen Ausl\u00e4nder auf einem Motorradtaxi gesehen hatte, erreichten wir an einem Abhang einen kleinen Pavillon mit drei Leuten. Einer wollte sofort <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"5 Euro\">50 Yuan<\/span> von mir haben. Da ich dachte, man m\u00fcsste hier eine Art Zoll f\u00fcr den Staudamm bezahlen, und ich ohnehin nichts verstand, gab ich ihm widerwillig das Geld. Dann sollte ich absteigen und ihm folgen. Mann, ich hoffte, dass der Motorradfahrer dort stehen blieb, wie sonst sollte ich wieder zur\u00fcckkommen? Ich f\u00fchlte mich wie im Nirgendwo. Dann nahm der dubiose Fremde meinen Fotoapparat und befahl mir, mich mal hier hinzustellen, dann mal dort, dann wieder an diese Stelle und dann an jene, vor diesen Schriftzug, an jenen Zaun, in dieser Pose, mal mit <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Kraft\">Power<\/span>, mal kerzengerade \u2013 und immer wieder schoss er Fotos von mir mit dem Staudamm im Hintergrund, den man aufgrund des Nebels leider nicht so sehr gut sehen konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Anschlie\u00dfend zeigte er mir noch ein paar Postkarten mit sch\u00f6nen Bildern vom Damm, die auf Chinesisch, Englisch und Deutsch beschriftet waren und mir f\u00fcr insgesamt <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"1,30 Euro\">13 Yuan<\/span> ein Schn\u00e4ppchen schienen, bevor ich ihm und dem Motorradfahrer, der nun zum Foto-<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: mehrere Aufnahmen von Fotos\">Shooting<\/span> dazugekommen war, versuchte klarzumachen, dass ich AUF oder IN den Staudamm m\u00f6chte. Es schien zwar ein Weg dorthin zu f\u00fchren, aber sie verstanden nicht. Also ging es die ganze Strecke mit dem Motorrad wieder zur\u00fcck zu einem zweiten Aussichtspunkt, wiederum auf der anderen Seite des Staudamms. Dieser Weg war allerdings versperrt, deshalb wollte ich endlich schnellstm\u00f6glich zum Bus zur\u00fcck. Meine Fotos hatte ich ja, auf dem Staudamm war ich allerdings nicht \u2013 ob das \u00fcberhaupt m\u00f6glich gewesen w\u00e4re, wei\u00df ich bis heute nicht. Es scheint aber Bootsfahrten bis an den Fu\u00df des Riesenkoloss zu geben. Blieb noch die Bezahlung: Ich h\u00e4tte ich h\u00f6chstens <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"3 Euro\">30 Yuan<\/span> geben wollen f\u00fcr die Fahrt, aber er lie\u00df sich von seinen geforderten <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"6 Yuan\">60 Yuan<\/span> einfach nicht abbringen. Da half auch eine f\u00fcnfmin\u00fctige Diskussion nichts. Viel hatte ich in dem Nest sowieso nicht zu sagen, also blieb mir keine Alternative, als ihm das Geld schweren Herzens zu geben. Die Busfahrt zur\u00fcck nach <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Millionenstadt in der N\u00e4he des Drei-Schluchten-Staudamms\">Yichang<\/span> war von extrem schlechten Stra\u00dfen gepr\u00e4gt. Danach musste ich nur noch das Ticket nach Shanghai f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag im Bahnhof kaufen. Ich hatte mich vorbereitet und bereits selbst die wichtigsten Sachen in den entsprechenden Schriftzeichen aufgeschrieben: Datum, harter Sitzplan, Zugname, Zielort. So konnte ich das Zettelchen durch das Schalterfenster schieben und bekam z\u00fcgig meine Fahrkarte. Mein Abendbrot holte ich mir bei McDonald\u2019s; die Frau konnte immerhin \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Men\u00fc\">menu<\/span>\u201c und \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: eins\">one<\/span>\u201c sagen. Den Rest des Abends verbrachte ich vor dem chinesischen Fernseher, dessen Bedienung ich nach etwa zwei Stunden endlich verstanden hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a name=\"yichang2\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Yichang Tag 2 (Dienstag, den 29.12.2009)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Den zweiten Tag nutzte ich f\u00fcr einen morgendlichen Spaziergang zum <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Fluss durch China, auch als Changjian oder Jangtsekiang bekannt\">Jangtse<\/span>, dem l\u00e4ngsten Fluss Chinas und damit dem drittl\u00e4ngsten der Welt. Am Ufer fand ich einige einheimische Spazierg\u00e4nger vor sowie vereinzelt Fischer auf ihren Booten. Wieder war es sehr nebelig, sodass man nicht weit am Ufer entlang sehen konnte und ich etwas entt\u00e4uscht den R\u00fcckweg in die Stadt antrat. F\u00fcr meinen Einkauf von Proviant f\u00fcr die Zugfahrt nach Shanghai hatte ich mir extra einen Rucksack mitgenommen, um nicht alles tragen zu m\u00fcssen, da man in China gew\u00f6hnlich keine T\u00fcten (wie es aus Thailand gewohnt war) an der Kasse f\u00fcr seinen Einkauf bekam. Doch diesen leeren Rucksack musste ich <em>aus Sicherheitsgr\u00fcnden<\/em> am Eingang einschlie\u00dfen und durfte ihn erst wiederholen, nachdem ich meinen Einkauf get\u00e4tigt hatte. Verstehe einer das mal! An der Kasse versuchte die Verk\u00e4uferin, noch ein bisschen Englisch mit mir zu sprechen, sie gab aber zu: \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Mein Englisch ist nicht gut\">My English is not good<\/span>\u201c. Punkt 12 checkte ich aus dem Motel aus, lief zum Bahnhof und hatte noch gute zwei Stunden Luft bis zu meinem Zug. Da ungef\u00e4hr 500 Menschen vor dem Bahnhof auf ihren Koffern sa\u00dfen, tat ich das auch, obgleich ich mir sicher war, dass es einen Warteraum im Geb\u00e4ude geben m\u00fcsste. Wieder war ich als einziger Ausl\u00e4nder in der ganzen Stadt bald die Hauptattraktion und schon zeigten die ersten Jugendlichen mit dem Finger auf mich, andere kamen nach kurzem Z\u00f6gern auf mich zu. Ich verstand wieder einmal nichts au\u00dfer \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: wo\">nali<\/span>\u201c (der ganze Satz wird wohl &#8222;<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Woher kommst du?, w\u00f6rtlich: du von wo kommen\">ni cong nali lai<\/span>&#8220; gewesen sein), worauf ich mit \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Deutschland, w\u00f6rtlich: Tugend Land\">de guo<\/span>\u201c antworten konnte. Mein Alter konnte ich auch mit \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: zwanzig, w\u00f6rtlich: zwei zehn\">er shi<\/span>\u201c angeben und \u201eShanghai\u201c als Zielort war leicht verst\u00e4ndlich. Sogar von meiner Arbeit in \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Thailand, w\u00f6rtlich: erhaben Land\">tai guo<\/span>\u201c erfuhren sie! Dann versuchten sie sich auf Englisch, was auch gar nicht so schlecht war. Teilweise waren ihre S\u00e4tze ziemlich lustig und sie mussten st\u00e4ndig \u00fcber sich selbst lachen. Ich erfuhr, dass die Gruppe aus der <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"N\u00f6rdliche Provinz Chinas, die an die Mongolei grenzt\">Inneren Mongolei<\/span> kam und schon seit zig Jahren Englisch lernte. Gegen um eins ging ich dann mit meinem Rucksack entlang des Bahnhofsgeb\u00e4udes und fand den Schriftzug <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Eingang (sprich: rukou)\">\u5165\u53e3<\/span> f\u00fcr \u201eEingang\u201c. Dort ging es auch zum Warteraum. Es waren nicht ganz so viele Menschen unterwegs wie aus Kunming, aber seltsamerweise quetschten sich beim <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Einstieg\">Boarding<\/span> alle in dasselbe Abteil wie ich. Es wurde also wieder ziemlich eng, aber mir gefiel hier sofort die Sauberkeit, die ich in dem Zug davor vermisst hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: none\"><a name=\"yichang-shanghai\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Fahrt von Yichang nach Shanghai (Dienstag, den 29.12.2009 \u2013 Mittwoch, den 30.12.2009)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Fahrt war recht angenehm. Ich hatte mir einen K-Zug herausgesucht (wahrscheinlich f\u00fcr \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Hochgeschwindigkeitsexpress, w\u00f6rtlich: schnell z\u00fcgig\"><strong>k<\/strong>uai su<\/span>\u201c), somit war auch der harte Sitzplatz angenehm weich. Die Leute gingen zum Rauchen in ein extra Abteil, der M\u00fcll wurde auf dem Tisch gesammelt, bis der Schaffner in einem gro\u00dfen M\u00fcllsack alles wegbrachte, und gespuckt wurde entweder in T\u00fcten oder nur ganz vereinzelt auf den Boden. Man nervte mich nicht mit Fragen, es gab kaum seltsame Blicke, der Zug war warm, die Nacht ruhig, die Essenswagen wurden nur bis etwa 22 Uhr durch die Abteile geschoben, viele Leute hatten vor Einbruch der Dunkelheit den Zug bereits verlassen und ich konnte gut schlafen, hatte ja ab Mitternacht eine ganze Bank f\u00fcr mich allein. Diese Zugfahrt, die insgesamt 24 Stunden dauerte, war richtig bequem, sparte mir eine \u00dcbernachtung und f\u00fcr <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"21,50 Euro\">215 Yuan<\/span> unbedingt weiterzuempfehlen. Es war selbstverst\u00e4ndlich kein <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Intercity-Express, deutscher Hochgeschwindigkeitszug\">ICE<\/span>, sondern eher mit einem sehr guten Bummelzug in Deutschland zu vergleichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am n\u00e4chsten Morgen gegen 10 Uhr, also bereits am 30.12.2009, sprach mich eine zugestiegene Chinesin an, um ihr Englisch zu trainieren. Ich habe viel von der Konversation vergessen, aber so waren die letzten Stunden nicht ganz so langweilig. Sie stieg bereits in <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Millionenstadt s\u00fcdwestlich von Shanghai\">Hangzhou<\/span> wieder aus, also schlief ich den Rest bis Shanghai durch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a name=\"shanghai1\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Shanghai Tag 1 (Mittwoch, den 30.12.2009)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Da war ich also: 14 Uhr, Shanghai S\u00fcdbahnhof. Angekommen in der gr\u00f6\u00dften Stadt Chinas mit fast 20 Millionen gemeldeten Einwohner und einer Fl\u00e4che halb so gro\u00df wie Th\u00fcringen. Zun\u00e4chst musste ich mich auf dem S\u00fcdbahnhof orientieren. Bevor ich die Metro fand, verging auch einige Zeit. Der <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Angeblich weltgr\u00f6\u00dfter Reisef\u00fchrer-Verlag\">Lonely-Planet<\/span>-Reisef\u00fchrer von 2005, den ich von Travis aus Neuseeland erhalten hatte, beinhaltete auch einen Metro-Streckenplan f\u00fcr Shanghai, der noch \u00e4lter als das Buch selbst war. Seitdem waren aus drei Linien bereits zw\u00f6lf geworden und einige Stationen hatten mittlerweile einen anderen Namen. Ich hatte keine Ahnung, wo ich hinfahren sollte, da ich ja auch noch keine Unterkunft herausgesucht, daf\u00fcr aber gl\u00fccklicherweise ein paar Hosteladressen aufgeschrieben hatte. Ich entschied mich f\u00fcr den <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Volksplatz, w\u00f6rtlich: Person B\u00fcrger weitl\u00e4ufig Feld = Volk + Platz\">Renmin Guangchang<\/span>, da er wohl das Zentrum Shanghais bildete. Dort angekommen wurde ich erst einmal von den zahlreichen Wolkenkratzern und Menschen um mich herum \u00fcberrascht. Es sah genauso aus, wie ich mir Shanghai vorgestellt hatte. Doch im Moment konnte ich mich noch nicht um die Umgebung k\u00fcmmern, solange ich keine Unterkunft hatte. Also begab ich mich zur ersten Adresse namens \u201eCaptain <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Eine Art Jugendherberge, in der sich mehrere fremde Menschen ein Zimmer teilen\">Hostel<\/span>\u201c. Dort wollte man mich aber ohne Reservierung nicht aufnehmen, also zog ich weiter. Das zweite Hostel war aufgrund von Renovierungsarbeiten geschlossen! Na, das fing ja toll an. Gl\u00fccklicherweise kam ein niederl\u00e4ndisches P\u00e4rchen vorbei, die mir verrieten, sie h\u00e4tten vor ein paar Tagen die gleiche Idee gehabt und w\u00e4ren in ein anderes, neues Hostel geschickt worden. Dieses zeigten sie mir auch und ich fragte h\u00f6flich nach einer Bleibe. Die niedliche Rezeptionistin im n\u00e4mlichen \u201eBik Time Hostel\u201c verneinte erst, da das Haus erst im neuen Jahr \u00f6ffnen w\u00fcrde, dann gab sie aber nach und \u00fcberreichte mir den Zimmerschl\u00fcssel. Ich war froh, so eine Unterkunft gefunden zu haben, denn sie war nicht nur billig und zentral gelegen, sondern die Angestellten waren auch extrem freundlich und gew\u00e4hrten mir kostenloses Internet, einen Waschservice und einiges mehr, was ich erst noch kennen lernen sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am Abend wollte ich nur schnell etwas bei McDonald\u2019s in der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone essen gehen, weil ich von der Anreise ziemlich m\u00fcde war. Und dann passierte das Unheil: Auf dem R\u00fcckweg nach Hause wurde ich inmitten der Menschenmassen von einer Shangainesin auf Englisch angesprochen, woher ich denn komme, was ich hier mache, wie alt ich sei und so weiter. Ich erz\u00e4hlte ihr alles brav, war aber nicht sonderlich interessiert an dem Gespr\u00e4ch. Dann lud sie mich \u201ein eine Bar\u201c ein. Ich h\u00e4tte lieber schnell verschwinden sollen, aber stattdessen willigte ich ein, weil sie erstens ganz gutes Englisch sprach und zweitens gar nicht so bl\u00f6d aussah. Nat\u00fcrlich gingen wir nicht in eine Bar, sondern in ein absolut exklusives Restaurant f\u00fcr das perfekte Dinner zu zweit \u2013 ich ahnte bereits Schlimmes und h\u00e4tte hier abermals umkehren sollen, aber stattdessen setzte ich mich mit ihr hin und sah mir die Karte an: Letzte Chance zum Abhauen, ein Tee allein kostete schon <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"3,90 Euro\">39 Yuan<\/span>! Aber ich Bl\u00f6dmann bestellte diesen Tee auch noch, um nicht ganz so unh\u00f6flich im Restaurant zu erscheinen. Das Geld w\u00e4re ja nicht schlimm gewesen, aber als ich merkte, dass meine tolle Begleitung der Kellnerin einiges auf Chinesisch auflistete, wurde mir bereits das erste Mal schlecht. Nach einer Weile kam das Bestellte und ich traute meinen Augen nicht: Selbstverst\u00e4ndlich mein gew\u00fcnschter Tee, aber dazu auch eine Obstplatte, allm\u00f6glicher s\u00fc\u00dfer Schnickschnack und ach herrje \u2026 zwei Gl\u00e4ser Rotwein! Ich ahnte das Unheil und wollte protestieren, den Wein zu trinken, aber schlie\u00dflich gab ich mich geschlagen. Er schmeckte nicht einmal sehr gut, noch dazu war ich ohnehin kein Wein-<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: jemand, der verr\u00fcckt nach etwas ist\">Freak<\/span>. Sie w\u00fcnschte mir jedes Mal ein Frohes Neues Jahr, wollte immer wieder ansto\u00dfen und ich nur noch gehen. Wenigstens schmeckte das Obst gut. Doch was dann geschah, war wirklich zu viel des Guten: Quer durch das Lokal rief sie etwas auf Chinesisch, was ich nat\u00fcrlich nicht verstand, aber in etwa ahnte. Eine Nachbestellung also. Ich h\u00e4tte aus dem Fenster springen k\u00f6nnen \u2026 aber das h\u00e4tte mich auch nicht mehr retten k\u00f6nnen. Die Kellnerin kam mit unglaublichen sechs (!) Gl\u00e4sern Rotwein an und mir fielen die Augen aus dem Kopf. Das reichte nun wirklich. Um nicht unh\u00f6flich zu wirken, trank ich meinen Tee noch aus und verlangte dann die Rechnung. W\u00e4hrend die Kellnerin etwa 15 Minuten an der Rechnung sa\u00df (jede Minute tat weh), leerte das M\u00e4del neben mir zwei weitere Rotweingl\u00e4ser und wirkte zunehmend angetrunkener. Dann kam die Rechnung. Ehrlich gesagt h\u00e4tte ich mit h\u00f6chstens <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"10 Euro\">100 Yuan<\/span> f\u00fcr diesen Abend rechnen wollen, aber dann lag da ein Zettel auf dem Tisch, an dessen Ende eine stolze <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"200 Euro\">2000<\/span> thronte! Mir wurde schlagartig \u00fcbel und mein Verstand sagte im Einklang mit meinem Geldbeutel: Das kannst du nicht bezahlen. Mein sch\u00f6nes Reise<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Franz\u00f6sisch: Guthaben\">budget<\/span>! Hatte ich daf\u00fcr etwa an anderen Ecken gespart? Daf\u00fcr!? <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"29,90 Euro\">299 Yuan<\/span> kostete ein winziges Glas Import-Rotwein und auch die Obstplatte musste sich da mit gut <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"13 Euro\">130 Yuan<\/span> nicht verstecken \u2026 Nun ja, jetzt ging die Diskussion los: Die nicht anger\u00fchrten Gl\u00e4ser stornierte ich erst einmal, das brachte uns auf eine Summe von gut <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"140 Euro\">1400 Yuan<\/span>. Immer noch ein stolzer Preis f\u00fcr einen 30-min\u00fctigen Abend f\u00fcr zwei Personen! Ich verlangte, dass wir die Rechnung zumindest teilen, auch wenn sie st\u00e4ndig behauptete, in China zahle stets der Mann. Das h\u00e4tte ihr so passen k\u00f6nnen und war nat\u00fcrlich von Anfang an geplant. Jetzt hielt mich nichts mehr: Sie hatte mehr Rotwein als ich getrunken, warum sollte ich also noch ihren Trinkwahn finanziell unterst\u00fctzen? Ich knallte erbost <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"60 Euro\">600 Yuan<\/span> auf den Tisch und lies sie den Rest bezahlen. Aber wie das nat\u00fcrlich gerade in dieser Situation passte, hatte sie nichts als einen mickrigen, zerknitterten <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"2 Euro\">20-Yuan<\/span>-Schein im Portemonnaie \u2013 und gl\u00fccklicherweise eine Kreditkarte! Mir tat nichts Leid und ich stand auf, lie\u00df sie mit der Kreditkarte zum Tresen gehen und verschwand durch den Fahrstuhl, hinaus in die Fu\u00dfg\u00e4ngerzone und ab ins Hostel. Ich konnte nicht mehr klar denken und begriff noch lange nicht, was mir gerade geschehen war! So teuer habe ich noch nicht einmal in Deutschland zu Abend gegessen! Es war grauenvoll \u2026 eine fiese Abzocke aufs \u00c4u\u00dferste. Ich wei\u00df nat\u00fcrlich bis heute nicht, ob sie entweder zum Restaurant geh\u00f6rte oder einfach nur eine etwas reichere Shanghainesin war, die sich von einem anscheinend noch reicheren Ausl\u00e4nder den Abend hatte bezahlen lassen wollen. Na, Frohes Neues Jahr also! V\u00f6llig ver\u00e4rgert schrieb ich am danach noch eine Rundmail \u00fcber die letzten Tage und verabredete mich f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag mit Felix, einem anderen <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Das Programm, mit dem ich Thailand gekommen bin\">kulturweit<\/span>-Freiwilligen, der in Shanghai gelandet war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a name=\"shanghai2\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Shanghai Tag 2 (Donnerstag, den 31.12.2009)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Mal sehen, ob der zweite Tag in der Metropole besser verlaufen w\u00fcrde. Ich hoffte es inst\u00e4ndig. Ab 10 Uhr erkundete ich die Stadt ein wenig und machte mich zu Fu\u00df auf, den <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Turm goldnenen Reichtums, w\u00f6rtlich: Gold reich gro\u00df Villa\">Jin Mao Dasha<\/span>, einem der h\u00f6chsten Wolkenkratzer der Welt, auf der anderen Seite des <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Hauptfluss durch Shanghai\">Huangpu<\/span> zu besichtigen. Auf dem Weg dahin wurde ich wieder von jemandem angesprochen. Es war ein 19-j\u00e4hriger Chinese aus <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Millionenstadt s\u00fcdwestlich von Shanghai\">Hangzhou<\/span>, der in Shanghai irgendwie v\u00f6llig die Orientierung verloren hatte und nach einer Unterkunft suchte. Ich war mir nicht sicher, ob ich dieses Mal Richtiges tat, aber ich empfahl ihm mein Hostel, wir liefen zusammen dahin und er kam auch noch in meinem Zimmer, dass ich mir bereits mit einem Koreaner teilte, unter. Danach liefen wir beide auf die andere Seite des Flusses, wo die richtig hohen Geb\u00e4ude, eins am anderen, standen. Neben dem Jin Mao Tower stand das um 40 Meter h\u00f6here <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Shanghaier Weltfinanzzentrum, zweith\u00f6chstes Geb\u00e4ude Chinas und vierth\u00f6chstes der Welt\">Shanghai World Financial Center<\/span>, dessen Form an einen Flaschen\u00f6ffner erinnerte. Andere Geb\u00e4ude \u00e4hnelten <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Unbekannten Flugobjekten\">UFOs<\/span>, wieder andere waren komplett aus Glas. Auch der <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Orientalischer Perlenturm, bis 2008 h\u00f6chstes Bauwerk Chinas\">Oriental Pearl Tower<\/span> hatte eine sehr markante architektonische Form. Weil ich mit Felix verabredet war, schickte ich meinen bisherigen Begleiter nach Hause, musste ihm aber den Weg zum Hostel auf seiner Karte aufmalen. Haha, ich war gerade mal einen Tag in Shanghai gewesen und musste schon einem Chinesen die Wege erkl\u00e4ren!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Mit der U-Bahn fuhr ich zur verabredeten Station, traf dort bald Felix, wir holten uns an einem Stand etwas typisch Chinesisches und vertilgten dies in seiner Wohnung. Ich war erstaunt, wie gut er schon mit seinem Mitbewohner Chinesisch reden konnte; ich w\u00fcnschte, mein Thai w\u00e4re bereits so gut gewesen, aber er hatte ja Vorlauf, da er vor <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Programm, mit dem ich nach Thailand gekommen bin\">kulturweit<\/span> schon einmal drei Monate in China gewesen war. Wir tauschten uns \u00fcber unsere bisherigen Erfahrungen bei einem Spaziergang durch den <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Jahrhundertpark\">Century Park<\/span>, der mit viel Gr\u00fcn und einem See als Platz der Entspannung galt, aus, bevor wir \u2013 bereits am sp\u00e4ten Nachmittag \u2013 uns f\u00fcr einen Museumsbesuch entschieden. Nat\u00fcrlich wollte ich das so hochgelobte <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Shanghaier Museum\">Shanghai Museum<\/span>, das von au\u00dfen wie ein Kochtopf aussah, auch von innen bewundern, allerdings war nach 16 Uhr kein Einlass mehr. Wir waren 16.07 Uhr angekommen. So fuhren wir zur\u00fcck zum <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Shanghaier Stadtbezirk \u00f6stlich vom Hauptfluss Huangpu\">Pudong<\/span>-Gebiet, verabschiedeten uns und wollten uns am Abend wiedertreffen. Ich lief noch ein bisschen zwischen den in der Dunkelheit mittlerweile sehr imposant beleuchteten Wolkenkratzern umher, bevor ich mich zur\u00fcck zum Hostel begab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Mit dem Koreaner und dem Chinesen ging ich zu Abend essen. Der Chinese bestellte f\u00fcr uns (wir konnten es ja nicht lesen), a\u00df aber selbst nichts. Meine Nudelsuppe schmeckte eigentlich auch ganz gut. Auf der <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Nanjinger Oststra\u00dfe, Fu\u00dfg\u00e4ngerzone in Shanghai\">Nanjing Donglu<\/span>, der Einkaufsmeile in Shanghai \u00fcberhaupt, waren in der Zwischenzeit bereits so viele Menschen zusammengekommen, wie ich es noch nie erlebt hatte. Ich ein paar Stunden sollte ja Silvester gefeiert werden. Es war kaum ein Durchkommen und die Polizei musste den Verkehr regeln, um wenigstens ein paar Autos durchzulassen. Ich wartete vergeblich auf eine Meldung von Felix, mit dem ich noch hatte ausgehen wollen, und erreichen konnte ich ihn auch nicht mehr. Es war bereits 23 Uhr, nur noch eine Stunde bis zum neuen Jahr. Bevor ich wieder hinausging, entschied ich mich noch, kurz zu duschen. Leider war das Wasser etwa eine Viertelstunde lang eiskalt, sodass ich, als es endlich warm wurde, diesen hei\u00dfen Erguss richtig genoss \u2013 und zwar ein wenig zu lange! Als ich mich gerade anziehen wollte, gab es drau\u00dfen einen furchtbaren Knall, gefolgt von weiteren kleineren Explosionen. Es war Mitternacht, Neujahr, der 1.1.2010! Und wo war ich!?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Schnell zog ich mir die Jacke, die Felix mir geborgt hatte, \u00fcber, raste durch das Hostel auf die Stra\u00dfe und st\u00fcrmte zur <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Nanjinger Oststra\u00dfe, Fu\u00dfg\u00e4ngerzone in Shanghai\">Nanjing Donglu<\/span>. Bis ich ankam, verging trotz Sprint bei 0 \u00b0C eine weitere Viertelstunde, sodass das Feuerwerk auch schon vorbei war! Ich wurde nur noch von Millionen von Menschen, von denen sich eine H\u00e4lfte von Ost nach West, die andere H\u00e4lfte in die entgegensetzte Richtung dr\u00e4ngte, empfangen. Es war bitterkalt, alles schon vorbei und einfach nur wahnsinnig \u00fcberlaufen. \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Shanghai-Dialekt: Frohes Neues Jahr!\">Sinni kualoq!<\/span>\u201c Auf dem R\u00fcckweg wollte ich mir noch schnell etwas bei McDonald\u2019s holen, aber oh Wunder, diese Idee hatten auch gesch\u00e4tzte 1000 andere Menschen. Das Restaurant hatte maximal 100 Sitzpl\u00e4tze und so stand der Rest. Es dauerte schon eine Weile, bis man seine Bestellung bekam. Anschlie\u00dfend kehrte ich zum Hostel zur\u00fcck und war eigentlich hundem\u00fcde. Aber das Hostelpersonal spielte irgendein seltsames Spiel vor dem Geb\u00e4ude; sie fragten mich, ob ich mitmachen wollte, und ich willigte ein. Das Wichtigste \u00fcbersetzten sie mir, aber viel musste man nicht reden: Bei dem Spiel ging es darum, nachdem man mit verbundenen Augen um die eigene Achse gedreht worden war und die anderen ringsumher springenden mit einem kurzen \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: halt\">stop!<\/span>\u201c oder \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: halt!\">ting!<\/span>\u201c zum Momentstillstand gebracht hatte, sich in irgendeine Richtung vorzutasten, einen anderen dabei zu ber\u00fchren und ihn anhand seiner Hand zu erkennen. Da ich deren Namen selbstverst\u00e4ndlich nicht kannte, musste ich, wenn ich an der Reihe war, nur \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Junge\">boy<\/span>\u201c oder \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: M\u00e4dchen\">girl<\/span>\u201c erraten. Den Namen des Spiels habe ich nie erfahren, aber es war ganz lustig. Etwa gegen zwei Uhr ging ich dann endlich ins Bett.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a name=\"shanghai3\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Shanghai Tag 3 (Freitag, den 01.01.2010)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Da ich mich f\u00fcr diesen Tag bereits um 10 Uhr mit einer langj\u00e4hrigen Freundin namens <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: schon wieder eine Xu (Bedeutung: zweite Tochter der Familie Xu)\">Xu Zai<\/span>, die ich in dem Sprachforum <a href=\"http:\/\/forum.wordreference.com\/\">wordreference<\/a> kennen gelernt hatte, im westlichen Au\u00dfenbezirk treffen wollte, stand ich sehr zeitig auf. Sie hatte ihre Zwillingsschwester <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: die dritte Xu (Bedeutung: dritte Tochter der Familie Xu)\">Xu San<\/span> dabei, was gleich zu einer lehrreichen Unterhaltung bez\u00fcglich chinesischer Namensvergabe f\u00fchrte. Nachdem wir uns einen morgendlichen frsch gepressten, warmen Saft geleistet hatten, fuhren wir in die Innenstadt, um etwas Richtiges zum Mittag zu essen. Ich bestellte mir malaysischen Reis und die beiden Schwestern bezahlten. Wir sprachen viel \u00fcber westliche, vor allem deutsche Essgewohnheit und sie konnten nicht glauben, dass man bei uns nahezu nie in ein Restaurant geht, dass man des \u00d6fteren auch mal alleine zu Hause isst, dass Restaurants bei uns im Vergleich so extrem teuer sind, dass man nicht jeden Tag dorthin gehen kann, und dass ich mir zum Fr\u00fchst\u00fcck immer ein Toastbrot schmierte, denn diese Erfindung kannten sie nicht \u2013 weder das Brot selbst noch das Ger\u00e4t dazu. Dann begaben wir uns auf meinen Wunsch hin zum <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Einer der h\u00f6chsten Wolkenkratzer Shanghais mit 421 Metern\">Jin Mao Tower<\/span>, da ich nicht glauben konnte, dass sie noch nie dort oben gewesen waren, wenn Xu San bereits seit einiger Zeit in Shanghai lebte. Xu Zai hatte hier nur ein Bewerbungsgespr\u00e4ch. Bereits vor dem Wolkenkratzer wurden wir von verschiedenen Fremdenf\u00fchrern angesprochen, die uns alle erm\u00e4\u00dfigte Angebote f\u00fcr eine Besteigung des Jin Mao Tower oder auch des um 71 Meter h\u00f6heren World Financial Trade Center nebenan anboten. Wir nahmen nach vielen Diskussionen und Nachfragen das Angebot an, <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"20 Euro\">200 Yuan<\/span> f\u00fcr alle drei zusammen zu bezahlen, um auf den Jin Mao Tower zu gelangen. Von dort oben h\u00e4tte man eigentlich auch eine sehr sch\u00f6ne Sicht \u00fcber ganz Shanghai haben k\u00f6nnen, aber es war an diesem Tag leider etwas diesig, sodass man kaum weiter als 20 Kilometer sehen konnte. Oben holte uns der <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Reisef\u00fchrer\">Guide<\/span> wieder ein, der uns die Tickets gegeben hatte; ich bezahlte <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"9 Euro\">90<\/span>, die anderen beiden teilten sich den Rest, da sie mich ja schon zum Essen eingeladen hatten. So waren wir wieder quitt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">An der U-Bahn-Station verabschiedeten wir uns, weil sie zu einem <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Treffen\">Meeting<\/span> mussten. An diesem Tag, weil fast alle Chinesen frei hatten, waren die Metro-Stationen \u00fcbervoll und ich brauchte zehn Minuten am Ticketautomaten, bevor ich an die Reihe kam. Den Rest des Tages wollte ich im Museum verbringen, aber wieder war ich erst kurz nach 16 Uhr dort, sprich kein Einlass. Ich war allerdings ohnehin sehr kaputt vom vielen Laufen in den letzten Tagen, kehrte also zur\u00fcck zum Hostel und schlief bis nachts um elf. Dann kl\u00e4rte ich noch schnell mit Moritz, einem weiteren <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Programm, mit dem ich nach Thailand gekommen bin\">kulturweit<\/span>-Freiwilligen in der N\u00e4he, wann und wo wir uns am n\u00e4chsten Tag in <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Kleinere Millionenstadt westlich von Shanghai\">Wuxi<\/span> treffen sollten, bevor ich mich wieder aufs Ohr haute.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a name=\"shanghai4a\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Shanghai Tag 4 (Samstag, den 02.01.2010)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich stand bereits 6 Uhr auf, um einen fr\u00fchen Zug nach <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Kleinere Millionenstadt westlich von Shanghai\">Wuxi<\/span> zu bekommen. Unsanft verabschiedete ich mich von meinen Zimmergenossen, duschte, packte meine Sachen zusammen, <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: verlie\u00df die Unterkunft\">checkte aus<\/span>, nahm die Metro zum Hauptbahnhof und wollte mir das Ticket f\u00fcr meinen vorher herausgesuchten Zug am Fahrkartenautomaten kaufen. Leider war der Zug schon voll, so musste ich einen viel teureren, aber doppelt so schnellen und mindestens zehnmal komfortableren <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Lateinisch: Schnellzug\">Express<\/span> nehmen. Es gab auf dem Bahnhof acht riesige Wartehallen, jede davon etwa ein Fu\u00dfballfeld gro\u00df und je vier Gleise bedienend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich hatte mir keinen Sitzplatz reserviert, also musste ich in dem einem deutschen <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Intercity-Express, deutscher Hochgeschwindigkeitszug\">ICE<\/span> \u00e4hnlichen Zug eine Stunde lang stehen. Solche Z\u00fcge sind mit einem gro\u00dfen \u201eD\u201c\u00a0gekennzeichnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a name=\"wuxi\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Wuxi (Samstag, den 02.01.2010)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dank dieser schnellen Verbindung kam ich noch vor vereinbarter Zeit (10 Uhr) in Wuxi an, wartete ein paar Minuten auf Moritz, einem <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Das Programm, mit dem ich nach Thailand gekommen bin\">kulturweit<\/span>-Freiwilligen, mit dem ich mich am Vorabend verabredet hatte, und dann schafften wir gemeinsam meinen Rucksack zum Kofferaufbewahrungsort. Ich war froh, dass er nahezu flie\u00dfend Chinesisch sprach, so lief vieles um einiges schneller und reibungsloser. Das war ja auch kein Wunder, seine Eltern kamen beide aus China. Ich kaufte gleich ein Ticket f\u00fcr den R\u00fcckweg nach Shanghai f\u00fcr 15.01 Uhr und von dort aus nach <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Millionenstadt an der s\u00fcdlichen Ostk\u00fcste Chinas\">Xiamen<\/span>, meinem n\u00e4chsten geplanten Ziel, f\u00fcr 18.14 Uhr. Zeit genug, um in Shanghai sogar vom Haupt- zum S\u00fcdbahnhof zu wechseln. Wir hatten also gerade einmal f\u00fcnf Stunden in Wuxi. Was ich dort machen wollte, wusste ich nicht, also lie\u00df ich mich beraten. Auf der Stra\u00dfe wurden wir von mehreren Pauschalreiseverk\u00e4ufern zu einem <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Ausflug\">Trip<\/span> zu einem Tempel an einer Bergkante am See geraten, aber das lehnten wir ab und machten uns selbst auf den Weg. Auf halber Strecke stiegen wir am Lihu-Park aus, konnten beim Spaziergehen \u00fcber unsere bisherigen Erlebnisse reden und den Blick auf einen Arm des riesigen Taihu-Sees werfen. Mit dem Riesenrad im Park wollten wir nicht fahren, es w\u00e4re bei der schlechten Sicht blo\u00df Geld- und vor allem Zeitverschwendung gewesen. Also fuhren wir zu besagtem Tempel, aber erstens kostete es \u00fcber <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"10 Euro\">100 Yuan<\/span> Eintritt und zweitens w\u00e4re von dort aus ein Bus (wenn voll!) gestartet, der wom\u00f6glich zu lange gebraucht h\u00e4tte, sodass ich um meinen Zug h\u00e4tte f\u00fcrchten m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Also liefen wir gem\u00fctlich um einen Teil des Sees herum, nahmen dann einen Bus in die Innenstadt, a\u00dfen lokaltypisch zum Mittag, Moritz empfahl mir noch einen \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Blasensaft, Strohhalmgetr\u00e4nk mit Fruchtblasen \">Bubble Juice<\/span>\u201c und dann wurde es pl\u00f6tzlich enorm knapp: Ich hatte noch genau 15 Minuten (15.01 Uhr) bis zur Abfahrt des Zuges. Bis zum Bahnhof waren es nur vier Kilometer, das sollte ein Taxi schaffen. Wir stiegen in eines ein, doch schon bald erstickte es im Nachmittagsverkehr. Staus, rote Ampeln, querstehende Autos und viele Menschen machten das Durchkommen zum Bahnhof nahezu unm\u00f6glich. 14.58 Uhr hielt das Taxi vor dem Eingang des Bahnhofs, ich musste noch meine Tasche abholen, durch den Sicherheits-<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Kontrolle\">Check<\/span> gehen, die richtige Wartehalle finden und \u2026 ach, es war ohnehin zu sp\u00e4t, der Zug stand nicht einmal mehr an der Abfahrtsliste, die Bahnhofsuhr zeigte bereits 15.06 Uhr! Verdammter Mist \u2026 was nun?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich rief Moritz an, wir fanden uns wieder und nun hie\u00df es planen und improvisieren. Das verfallene Ticket konnten wir nicht mehr retten, aber ich musste den Zug um 18.14 Uhr in Shanghai bekommen, denn dieses Ticket war sehr wertvoll. Moritz rief einen Kumpel an, der die Busverbindungen zu Hause am Computer <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"durchsuchte\">checkte<\/span> und wir taten das Gleiche am nahegelegenen Busbahnhof, denn Z\u00fcge nach Shanghai gab es bis um sechs nicht mehr. Und tats\u00e4chlich gab es einen Bus, der 16.10 Uhr in Wuxi losfuhr, aber erst nach zwei Stunden in Shanghai am S\u00fcdbahnhof (Ort wie gew\u00fcnscht, Zeit zu knapp) ank\u00e4me. Darauf konnte man sich nicht verlassen, aber das Busticket kaufte ich trotzdem als Sicherheit. Wir suchten auf der Stra\u00dfe nach weiteren M\u00f6glichkeiten. Es gab tats\u00e4chlich Leute, die mir Fahrten direkt bis nach <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Millionenstadt an der s\u00fcdlichen Ostk\u00fcste Chinas\">Xiamen<\/span> f\u00fcr \u00fcber <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"30 Euro\">300 Yuan<\/span> anboten, aber das war mir viel zu schwammig. Wir versuchten noch, das verfallene Ticket irgendwie zur\u00fcckzugeben, aber da war nichts zu machen. Ein netter Chinese sprach uns an und versuchte zu helfen. Er suchte nach einem Taxi, das auch au\u00dferhalb der Stadt fahren durfte, aber der einzige Fahrer, den wir finden konnten, verlangte ganze <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"60 Euro\">600 Yuan<\/span> f\u00fcr die Fahrt nach Shanghai. Es schien aussichtslos!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich musste umplanen: Das Ticket von Shanghai nach <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Millionenstadt an der s\u00fcdlichen Ostk\u00fcste Chinas\">Xiamen<\/span> wieder mit 20 %-iger Geb\u00fchr verkaufen, den Bus nach Shanghai nehmen und sobald wie m\u00f6glich dort einen Zug nach <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Millionenstadt im S\u00fcdosten Chinas, auch als 'Kanton' bekannt\">Guangzhou<\/span>, meinem eigentlich \u00fcbern\u00e4chsten Zielort, zu ergattern. Xiamen w\u00e4re damit gestorben. So geschah es dann auch und ich fuhr mit dem Bus nach Shanghai.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a name=\"shanghai4b\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Shanghai immer noch Tag 4 (Samstag, den 02.01.2010)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Bus kam tats\u00e4chlich punktgenau zwei Stunden nach Abfahrt in Shanghai an: 18.10 Uhr. So h\u00e4tte ich meinen Zug um 18.14 Uhr nie erwischen k\u00f6nnen! Ich suchte den Ticketschalter und konnte die Fahrkarte nach Guangzhou mittlerweile allein auf Chinesisch, ohne ein englisches Wort, bestellen. \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: harter Sitzplatz, w\u00f6rtlich: hart Sitz\">Yingzuo<\/span>\u201c und \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: nach Guangzhou, w\u00f6rtlich: gehen Guangzhou\">qu Guangzhou<\/span>\u201c waren nicht so schwierig. Bl\u00f6derweise meinte ich zum Ticketverk\u00e4ufer \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: morgen, w\u00f6rtlich: hell Himmel\">mingtian<\/span>\u201c statt \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: heute, w\u00f6rtlich: jetzt Himmel\">yintian<\/span>\u201c, also bekam ich eine Fahrkarte f\u00fcr fr\u00fch um vier. Ich fragte noch \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: wann kommt er an?, w\u00f6rtlich: wann ankommen\">jidian dao<\/span>\u201c und der Mann zeigte in typisch chinesischen Handzeichen eine Sechs. Der Zug gefiel mir eigentlich \u00fcberhaupt nicht: Abfahrt mitten in der Nacht, 26 Stunden Fahrt und eine Ankunft zu einer Zeit, wenn das B\u00fcro des <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Deutschen Akademnischen Austauschdienstes\">DAAD<\/span>, wo ich den Schl\u00fcssel von Axel, einem <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Das Programm, mit dem ich nach Thailand gekommen bin\">kulturweit<\/span>-Freiwilligen, der mir w\u00e4hrend seines Kambodscha-Thailand-Urlaubs freundlicherweise seine Wohnung \u00fcberlassen hatte, noch l\u00e4ngst nicht besetzt war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Trotzdem kehrte ich voller Stolz (ich hatte ja alles auf Chinesisch geregelt) zum <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Eine Art Jugendherberge, in der sich mehrere Fremde ein Zimmer teilen\">Hostel<\/span> in Shanghai zur\u00fcck und fragte freundlich, ob ich meinen Rucksack noch einmal f\u00fcr die paar Stunden dort deponieren k\u00f6nnte. Nat\u00fcrlich durfte ich. Dann nahm sich eine nette Kollegin meiner an und untersuchte mein eben gekauftes Ticket, nachdem ich ihr die Wuxi-<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Geschichte\">Story<\/span> erz\u00e4hlt hatte. Sie recherchierte im Internet nach einer besseren M\u00f6glichkeit, um nach Guangzhou zu kommen, und fand tats\u00e4chlich einen Zug, der die Strecke in 16 Stunden von 18 bis 10 Uhr f\u00fcr nahezu den gleichen Preis schaffte. Daraus ergaben sich zwei Vorteile: Noch einmal einen Tag in Shanghai genie\u00dfen und zu einer humanen Zeit in Guangzhou ankommen. Sie schrieb mir auf einen Zettel auf Chinesisch, dass ich gerne das vorhandene Ticket durch das neue ersetzen lassen w\u00fcrde. Keiner im Hostel hatte damit gerechnet, dass ich das ohne entstehende Unkosten hinbekommen w\u00fcrde. Sie empfahlen mir noch einen Bus, mit dem ich g\u00fcnstiger und schneller als mit der Metro zum Bahnhof kam, und so stellte ich mich an den Schalter, gab Ticket und Schriebs ab und hoffte, dass ich nicht viel draufzahlen m\u00fcsste. Zun\u00e4chst wurde ich an einen anderen Schalter geschickt, man versuchte dort, den Text zu entziffern, und auf dem Display erschien ein wahnsinniger Preis von <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"50 Cent\">5 Yuan<\/span>, nach dessen Zahlung ich das gew\u00fcnschte Ticket erhielt. Wahnsinn, ich hatte also nichts extra bezahlen m\u00fcssen! Endlich hatte ich mal wieder Gl\u00fcck nach allem Pech \u2026 voller Freude kehrte ich ins Hostel zur\u00fcck, erz\u00e4hlte die Geschichte, die man mir kaum abnahm, und zum Dank blieb ich nat\u00fcrlich noch eine Nacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a name=\"shanghai5\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Shanghai Tag 5 (Sonntag, den 03.01.2010)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Endlich konnte ich mal geruhsam bis 11 Uhr ausschlafen, Sachen packen und gegen Mittag <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: die Unterkunft verlassen\">auschecken<\/span>. Meinen Rucksack lie\u00df ich noch im <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Eine Art Jugendherberge, in der sich mehrere Fremde ein Zimmer teilen\">Hostel<\/span> stehen, um die Stadt bis zu meiner Abfahrt nach <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Millionenstadt im S\u00fcdosten Chinas, auch als 'Kanton' bekannt\">Guangzhou<\/span> unsicher zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Anstatt es abermals im Museum zu versuchen, entschied ich mich gleich f\u00fcr die <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Ausstellungszentrum zur Stadtplanung\">Urban Planning Exhibition Hall<\/span>. Mich sollte dort laut Beschreibung die f\u00fcr die Zukunft geplante Stadtgr\u00f6\u00dfe Shanghais als Modell erwarten sowie viele Infos zur bald stattfindenden <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Weltausstellung\">Expo<\/span>. Den Studentenpreis konnte ich leider nicht aushandeln, aber die <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"3 Euro\">30 Yuan<\/span> Eintritt waren es trotzdem wert: Auf vier Etagen durfte ich atemberaubende Modelle der Stadt in naher Zukunft und der <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Weltausstellung\">Expo<\/span> bestaunen, interessante Bildvergleiche von heute zu vor 100 oder noch mehr Jahren anschauen und eine ganze Menge \u00fcber die Geschichte und <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Aussehen und Funktionieren der Stadt\">Infrastruktur<\/span> der Riesenstadt erfahren. Alles Interaktive war leider nur auf Chinesisch. Insgesamt hielt ich mich gute zwei Stunden in der Ausstellung auf. Da ich erst gegen 16.30 Uhr noch einmal mit <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesische Freundin, die ich zwei Tage zuvor schon einmal getroffen hatte\">Xu Zai<\/span> verabredet war und es gerade einmal 14 Uhr geschlagen hatte, dachte ich, es sei noch ausreichend Zeit, um mehr von der Stadt zu sehen. So fuhr ich also zum <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Frieden und Ruhe\">Jing\u2019an<\/span>-Tempel, dessen <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"3 Euro\">30-Yuan<\/span>-Eintritt mir leicht \u00fcberteuert schien, und anschlie\u00dfend weiter in den Au\u00dfenbezirk zum <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Glanz des Drachens\">Longhua<\/span>-Tempel, den ich allerdings nicht fand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es war dank meines Suchens bereits 16.20 Uhr und so w\u00fcrde ich wohl nicht zeitig genug zum vereinbarten Treffpunkt kommen k\u00f6nnen. Dar\u00fcber hinaus musste ich erst noch meinen Rucksack im Hostel abholen. Insgesamt dauerte es bis 17.30 Uhr, bevor ich am Hauptbahnhof, wo wir uns treffen wollten, ankam. Gl\u00fccklicherweise hatte ich ihr bereits per <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Textnachricht per Handy\">SMS<\/span> mitgeteilt, dass es sp\u00e4ter werden w\u00fcrde. In dem Menschengewirr am Bahnhof fanden wir uns nicht mehr und da mein Zug schon gegen halb sieben abfahren sollte, ging ich bald durch die Sicherheitsschleuse, durch die man nur mit g\u00fcltigem Ticket kam, und begab mich in den Warteraum. Dieser war mehr als \u00fcberf\u00fcllt: Alle Pl\u00e4tze waren besetzt und gut 200 wartende Passagiere mussten stehen. Ich setzte mich auf den Boden und schon nach etwa 10 Minuten war Einlass.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Waggons waren wieder, wie es sich f\u00fcr einen <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Superhochgeschwindigkeitszug\">T-Zug<\/span> geh\u00f6rte, auf Top-Niveau. Von meiner 6er-Sitzgruppe war selbstverst\u00e4ndlich alles besetzt, trotzdem war die Fahrt recht entspannend. Auch in der Nacht konnte ich sehr gut schlafen. Der Zug hielt nur zweimal auf der Fahrt von Shanghai nach Guangzhou, gleich nach Abfahrt in <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Kleinere Millionenstadt s\u00fcdlich von Shanghai\">Jinhua<\/span> und laut Fahrplan noch einmal mitten in der Nacht in <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Kleinere Millionenstadt im S\u00fcdosten Chinas\">Zhuzhou<\/span>. Ich lernte noch die Zahlen auf Kantonesisch, wobei mir auffiel, dass sie ein Mischmasch aus <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesische Hochsprache\">Mandarin<\/span> und Thai waren, sodass mich mein <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"sprachwissenschaftliches\">linguistisches<\/span> Fieber packte und ich gleich alle Zahlen im Thai, Mandarin, Kantonesischen, Vietnamesischen, <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Sprache Kambodschas\">Khmer<\/span>, Laotischen, <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Sprache Burmas\/Myanmars\">Burmesischen<\/span> und <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Sprache Malaysias\">Malaiischen<\/span> in einer Tabelle gegen\u00fcberstellte. Dadurch verging die Zeit im Zug wie im Fluge und bald war ich auch schon angekommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a name=\"guangzhou1\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Guangzhou Tag 1 (Montag, den 04.01.2010)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Gegen 10.30 Uhr fuhr der Zug in den Ostbahnhof von Guangzhou ein. Ich suchte nach einer Metro-Verbindung, mit der Axels Beschreibung zu seiner Wohnung, die ich w\u00e4hrend seines Thailand-Urlaubs freundlicherweise hatte nutzen d\u00fcrfen, begann, fand sie aber nicht. Also lief ich weiter Richtung Osten, was eigentlich bl\u00f6dsinnig schien, mich aber gl\u00fccklicherweise bald zu einem Hinweisschild nach einer Metrostation f\u00fchrte. Ich sollte zur Station <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Sun-Yat-sen-Universit\u00e4t\">Sun Yat-Sen University<\/span> fahren, die sich, wie ich nach langem Suchen endlich herausgefunden hatte, auf Linie 2 befand. Ich war auf der Linie 3, einmal umsteigen also, oder?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bereits beim ersten Ansehen des Metroplans war mir eine Ungereimtheit aufgefallen: Die Linie 3 war zweigeteilt. <a href=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/en\/5\/5b\/GZM_Line_3.png\">Hier<\/a> k\u00f6nnt ihr euch selbst ein Bild davon machen. Ich fuhr also zun\u00e4chst bis zur <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Sportweststra\u00dfe\">Tiyu Xilu<\/span>, dem Knotenpunkt, an dem sich die Linie 3 teilte und wartete, was passierte: Ein paar Leute stiegen aus und einige, die wohl auch das erste Mal in Guangzhou waren, blieben im Zug. Die Metro fuhr denselben Weg wieder zur\u00fcck. So war ich also abermals am Ostbahnhof, der Endstation dieser Linie. Ich wartete, was die anderen Verwunderten taten; sie blieben im Zug und warteten ebenso. Also fuhr die Metro wieder zur Tiyu-Xilu-Station, an der ich dieses Mal ausstieg. Auf der gegen\u00fcberliegenden Seite konnte ich dann erkennen, dass man in die zweite Linie 3 einsteigen musste, was ich dann auch tat. Nach dem Umstieg am Transferpunkt <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Name einer Metrostation, w\u00f6rtlich: Besucherdorf\">Kecun<\/span> verlief dann alles normal.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Wegbeschreibung von Axel f\u00fchrte mich zun\u00e4chst zum <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Deutscher Akademischer Austauschdient\">DAAD<\/span>-B\u00fcro auf dem Gel\u00e4nde der <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Revolution\u00e4r aus der Guangdong-Provinz in S\u00fcdostchina\">Sun-Yat-sen<\/span>-Universit\u00e4t, wo ich den Wohnungsschl\u00fcssel f\u00fcr meine vorr\u00fcbergehende Unterkunft abholen konnte. Die beiden chinesischen Kolleginnen sprachen Deutsch auf Muttersprachlerniveau und gaben mir den Schl\u00fcssel. Die Wohnung konnte ich zun\u00e4chst nicht finden, da das McDonald\u2019s, anhand dessen sich Axels Wegbeschreibung orientiert hatte, hinter einem Ger\u00fcst versteckt war. Also kehrte ich zur\u00fcck zum DAAD-B\u00fcro, lie\u00df mir den Weg zum McDonald\u2019s erkl\u00e4ren und fand so auch schnell zur Wohnung. Den Rucksack hatte ich im B\u00fcro gelassen, also musste ich den Weg noch einmal gehen, um ihn wieder abzuholen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich ruhte mich kurz aus, wusch meine W\u00e4sche, nachdem ich die Anleitung zur Waschmaschine gefunden hatte und probierte den Fernseher aus. Mit Letzterem kam ich leider nicht klar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Den Nachmittag verbrachte ich im <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Gr\u00f6\u00dfte Parkanlage im Zentrum Guangzhous\">Yuexiu-Park<\/span>, in dem man gut spazieren gehen konnte und \u00fcber den man vom <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Turm auf einer Anh\u00f6he inmitten des Yuexiu-Parks\">Zhenhai Tower<\/span> aus einen guten Blick erhaschen konnte. Auf dem R\u00fcckweg kam ich an der Statue und der Gedenkhalle von <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Revolution\u00e4r aus der s\u00fcdchinesischen Guangdong-Provinz\">Dr. Sun Yat-sen<\/span> vorbei und wollte mich noch zum <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: froher Respekt der Kinder gegen\u00fcber ihren Eltern\">Guangxiao<\/span>-Tempel begeben, aber erstens war die Dunkelheit bereits eingekehrt und zweitens fand ich ihn nicht auf Anhieb. Danach versuchte ich, am Hauptbahnhof ein Zugticket nach Hongkong zu bekommen, fand aber weder einen Hinweis noch einen Schalter daf\u00fcr. Ich traute mich auch nicht zu fragen (warum auch immer) und fuhr zur\u00fcck nach Hause. Am Abend probierte ich endlich mal die st\u00e4ndig im Zug verkaufte chinesische Form der Suppenterrine und stellte fest, dass sie richtig gut schmeckte. Ich besch\u00e4ftigte mich noch ein bisschen mit Axels Fernseher und bekam ihn immerhin als Radio zum Laufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a name=\"guangzhou2\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Guangzhou Tag 2 (Dienstag, den 05.01.2010)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dieser Tag war absolut unspektakul\u00e4r: Ich wachte erst gegen Mittag auf, holte mir zwei Suppenterrinen im <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Amerikanische Supermarktkette\">7-Eleven<\/span>, a\u00df sie gem\u00fctlich in der Wohnung und kehrte dann ins Land der Tr\u00e4ume zur\u00fcck. Der Grund war wohl einerseits Ersch\u00f6pfung, andererseits aber auch das Nieselwetter, bei dem weder Sehensw\u00fcrdigkeiten noch Parks oder sonstige Touristenanlaufpunkte Spa\u00df machten. Nachdem ich in den fr\u00fchen Abendstunden endlich aufwachte, fiel mir ein, dass ich ja noch gar keine Unterkunft f\u00fcr Hongkong am n\u00e4chsten Tag herausgesucht hatte, also machte ich mich im nasskalten Regenwetter auf, um ein Internet-Caf\u00e9 zu suchen. Der <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Angeblich weltgr\u00f6\u00dfter Reisef\u00fchrer-Verlag\">Lonely-Planet<\/span>-China-Reisef\u00fchrer listet solche gew\u00f6hnlich f\u00fcr jede Stadt auf; diese sind aber nicht immer verl\u00e4sslich oder haben bereits dichtgemacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich fuhr mit der Metro zu einer Station in der N\u00e4he des beschriebenen Internet-Caf\u00e9s, musste aber noch eine ganze Weile durch eine dunkle Gasse, in die sich gew\u00f6hnlich Blondsch\u00f6pfe auch nicht verirren, laufen, weil ich die entsprechende Hauptstra\u00dfe nicht gefunden hatte, und suchte dann noch eine gute halbe Stunde nach dem Geb\u00e4ude. Im Prinzip war der Internetraum ein riesiger <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Griechisch-Englische Vorsilbe f\u00fcr Datenverarbeitung im Internet\">Cyber<\/span>-Treffpunkt f\u00fcr die <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Computer-Spieler\">Zocker<\/span>, die wohl zu Hause keinen Rechner hatten. Ich bekam mein Passwort (nun ja, auf Chinesisch) und lie\u00df mir erkl\u00e4ren, wie ich denn nun ins Internet k\u00e4me. Dann klappte auch alles sehr gut, ich fand erstaunlich viele Hostels in Hongkong und zahlte am Ende nur <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"30 Cent\">3 Yuan<\/span> f\u00fcr die eine Stunde online.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Anschlie\u00dfend wollte ich im Hauptbahnhof mein Zugticket f\u00fcr die Hongkong-Fahrt kaufen, man verwies mich aber auf Nachfrage auf \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Guangzhou-Ost\">Guangzhou Dong<\/span>\u201c. Allerdings traute ich mich nicht mehr bis dorthin, da ich f\u00fcrchtete, die Metro w\u00fcrde auf dem Weg dahin bereits schlie\u00dfen; es war immerhin schon gegen halb zw\u00f6lf nachts. Ein Taxi vom Bahnhof bis in die Innenstadt w\u00e4re wahrscheinlich extrem teuer gewesen und die Buslinien kannte ich nicht. Bis in die sp\u00e4ten n\u00e4chtlichen Stunden arbeitete ich weiter an meiner Sprachenvergleichstabelle, die ich ja auf der Fahrt von Shanghai nach Guangzhou bereits angefangen hatte, und schlief nur noch drei Stunden \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a name=\"guangzhou3\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Guangzhou Tag 3 (Mittwoch, den 06.01.2009)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u2026 denn ich musste noch die Wohnung aufr\u00e4umen und sie, so gut es ging, sauber machen, meinen Rucksack packen, den Schl\u00fcssel zur\u00fcck zum <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Deutscher Akademischer Austauschdienst\">DAAD<\/span>-B\u00fcro bringen, zum Ostbahnhof fahren und dort den richtigen Ticketschalter finden, bevor mein Zug in das vierte Land auf meiner Reise ging. Aber dank der hilfreichen Informationen an den Metroschildern (\u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Gr\u00f6\u00dfte Stadt Hongkongs\">Kowloon<\/span> Tickets\u201c) kam ich schnell in einen Extra-Etage f\u00fcr Z\u00fcge nach Hongkong. Nur an einem einzigen Schild konnte man \u00fcbrigens tats\u00e4chlich \u201eHongkong\u201c lesen, ansonsten stand nur \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Gr\u00f6\u00dfte Stadt Hongkongs\">Kowloon<\/span>\u201c, \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Bezirk der Stadt Kowloon in Hongkong, in dem sich der Bahnhof befindet\">Hung Hom<\/span>\u201c oder gar \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Guang-Kow\">\u5e7f\u4e5d<\/span>\u201c (kurz f\u00fcr \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Guangzhou-Kowloon\"><strong>\u5e7f<\/strong>\u5dde<strong>\u4e5d<\/strong>\u9f8d<\/span>\u201c) an den Hinweisschildern, sodass man sich schon ein wenig mit der Sprache besch\u00e4ftigen musste, um in dem Land zurechtzukommen. Am Schalter kaufte ich also ein, wie ich finde, extrem teures Ticket f\u00fcr einen Durchgangszug, d.h. wie bei einem Flug fand die Ausreise aus China bereits vor dem <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Einstieg in den Zug\">Boarding<\/span> und die Einreise in Hongkong erst im Zielbahnhof statt. Somit musste der Zug nicht auf der Grenze halten, wie es normalerweise der Fall w\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dieses Mal hatte ich bei dem <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Superhochgeschwindigkeitszug\">T-Zug<\/span>, also \u00e4hnlich einem deutschen ICE, sogar einen Sitzplatz und schlief die meiste Zeit der etwa anderthalbst\u00fcndigen Fahrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a name=\"hongkong1\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Hongkong Tag 1 (Mittwoch, den 06.01.2009)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Jaaaa, das vierte Land auf meiner Reise! Hongkong: Eine ehemalige britische Kolonie und Metropole aus hohen Glasgeb\u00e4uden, massig Beton und zu vielen Autos, die mit den 200 naturbelassenen, idyllischen und d\u00fcnn besiedelten vorgelagerten Inseln kontrastiert. Ich war also angekommen in dem kleinen bisschen Europa in Asien, das ich vor allem auch an den Preisen merken sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Da sich der <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Bezirk der Stadt Kowloon in Hongkong\">Hung-Hom<\/span>-Bahnhof im Stadtzentrum Kowloons befand und ich mir die meisten Hostels f\u00fcr den Bezirk <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: sandiger Mund\">Tsim Sha Tsui<\/span> herausgesucht hatte, entschied ich, sie zu Fu\u00df und ohne \u00d6ffentliche Verkehrsmittel aufzufinden. Ich lief intuitiv immer am Wasser entlang, genoss die sch\u00f6ne <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Stadtpanorama, das sich durch die h\u00f6chsten Geb\u00e4ude auf der Horizontlinie abzeichnet, w\u00f6rtlich: Himmelslinie\">Skyline<\/span> auf der anderen Seite des <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Meeresenge zwischen der n\u00f6rdlichen Stadt Kowloon und de s\u00fcdlichen Gebiet Hong Kong Island\">Victoria-Hafens<\/span> und fand nach einiger Zeit auch die <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Nathan-Stra\u00dfe\">Nathan Road<\/span>. Als ich all die <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: beleuchtete Werbetafeln\">Billboards<\/span>, Hotels, Juweliere, Uhrenl\u00e4den und Ausl\u00e4nder sah, erinnerte es mich zun\u00e4chst an die Shanghaier <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Nanjinger Oststra\u00dfe\">Nanjing Donglu<\/span>, aber es war viel krasser. Da ich mit dem gro\u00dfen Rucksack nicht gerade so aussah, als h\u00e4tte ich bereits eine Unterkunft, war ich nat\u00fcrlich gefundenes Fressen f\u00fcr die ganzen Inder, die vor den Einkaufspassagen standen und ihre tollen Hotels, <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Eine Art Jugendherberge, in der sich mehrere Fremde ein Zimmer teilen\">Hostels<\/span> und <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Billige Unterkunft mit Einzel- oder Doppelzimmern mit sp\u00e4rlicher Ausstattung\">Guesthouses<\/span> anpriesen. Nachdem ich die ersten drei abgewiesen hatte, legte ich es auf einen Versuch an: Ein Inder nervte mich so derart und verfolgte mich ganze 100 Meter, sodass ich schlie\u00dflich nachgab und ihm nach seinem billigsten Zimmer fragte: <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"14 Euro\">150 Hongkong-Dollar<\/span> bot er mir an. Das wies ich gleich ab. Er meinte, ich sollte mir erst einmal den Raum anschauen, was ich auch widerwillig tat, da ich mir Verhandlungsspielraum ausrechnete. Mein Ziel waren eigentlich <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"4,50 Euro\">50 HK$<\/span>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">So schleppte er mich zu einem Aufzug, an dem man ewig anstehen musste. Dann fuhren wir bis in den 15. Stock, den h\u00f6chsten! Oben angekommen erwartete mich nicht etwa ein langer Flur, sondern direkt ein Gef\u00e4ngnis: Eine vergittertes Tor aus Stahl, dahinter ein weiterer Inder mit T\u00fcrsteherfigur sowie ein enger Gang mit kleinen T\u00fcren rechts und links. Ich wollte schon umkehren, hier w\u00e4re ich auch f\u00fcr <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"4,50 Euro\">50 HK$<\/span> nicht geblieben, denn ich f\u00fcrchtete um mein Leben. Er lobte seine tolle Unterkunft, f\u00fcr die <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"14 Euro\">150 HK$<\/span> h\u00e4tte ich sogar (!) eine Dusche auf einer Gr\u00f6\u00dfe von einem Quadratmeter im Zimmer gehabt. F\u00fcr <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"9 Euro\">100 Dollar<\/span> h\u00e4tte er mir ein Zimmer mit externem Bad gegeben, aber unter <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"8 Euro\">90<\/span> f\u00fcr ein <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Kurz f\u00fcr englisch 'dormitory' = Schlafsaal mit mehreren Betten\">Dorm<\/span> (wenn ich es richtig verstanden hatte, mit ihm zusammen!) ging er nicht und meinte st\u00e4ndig, ich w\u00fcrde in der ganzen Stra\u00dfe nichts unter <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"14 Euro\">100 HK$<\/span> finden. Na, das wollten wir doch erst einmal sehen und so ging ich. Ehrlich gesagt, hatte ich ziemliche Angst vor dem Gehen, da der Inder erst mit seinem Chef telefonierte, dann noch einen anderen angeblichen Bewohner des Hostels aus seinem Zimmer holte und ihm nach seiner Bezahlung fragte (der meinte etwas von <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"32 Euro\">350 Dollar<\/span>) und anschlie\u00dfend notorisch auf mich einredete. Ob ich hier wieder heil herausk\u00e4me? Ich versprach ihm, dass ich zur\u00fcckkehren w\u00fcrde, falls ich nichts G\u00fcnstigeres f\u00e4nde. Selbst in den Fahrstuhl begleitete er mich noch; ich f\u00fchlte mich erstaunlich bedr\u00e4ngt, aber bald war ich erl\u00f6st.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zur\u00fcck auf der Stra\u00dfe bekam ich gleich das n\u00e4chste Angebot, wieder von einem Inder. Ich wollte es eigentlich mit der Mirador-<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Hochhaus mit Gesch\u00e4ften im Untergeschoss und Wohnungen dar\u00fcber\">Mansion<\/span>, in der sich viele Hostels befinden sollten, versuchen, aber ohne angesprochen zu werden. Da auch der zweite Inder so aufdringlich war, freute ich mich fast, dass ein Chinese ihn \u201eabl\u00f6ste\u201c und mich in die Mirador-Mansion in sein \u201eUSA Hostel\u201c f\u00fchrte. Dieses hatte ich mir sogar als m\u00f6gliche Alternative herausgesucht, also folgte ich dem \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: gew\u00f6hnlich ein \u00d6rtlicher, der Touristen seine tolle Ware, Unterkunft oder Reise aufschwatzen will\">Tout<\/span>\u201c (daf\u00fcr gibt es leider noch kein gutes deutsches Wort). Auch er fuhr in das fast h\u00f6chste Stockwerk, Nr. 13. Dort angekommen, versuchte er gleich, meine Daten, Anzahl der N\u00e4chte usw. aufzunehmen, bevor ich \u00fcberhaupt etwas sagen konnte. Aber ich wollte noch verhandeln. Sein Angebot war zun\u00e4chst <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"11 Euro\">120 Dollar<\/span>, mir auch zu teuer. Ich verlangte nach einem <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Schlafsaal mit mehreren Betten\">Dormitory<\/span>, aber die waren angeblich bereits ausgebucht, ich hatte ja keine Reservierung. Was sollte ich machen? So handelte ich eben das Einzelzimmer herunter, auf leider nur <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"9 Euro\">100 HK$<\/span>. Da ich schon keine Lust mehr auf Wohnungssuche hatte, mein Rucksack immer schwerer wurde und ich den Tag in Hongkong noch f\u00fcr andere Sachen nutzen wollte, willigte ich halt ein, mit dem Fehler, mir nicht das Zimmer zeigen zu lassen! Hongkong-Dollar hatte ich auch noch nicht, also musste ich mit Kreditkarte bezahlen, worauf sie eine Service-Geb\u00fchr von <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"50 Cent\">sechs weiteren Dollar<\/span> erhoben. Was f\u00fcr ein Schwindel, all das hier!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">N\u00e4chste Entt\u00e4uschung: Mein Zimmer. Darin befand sich fast nichts. Na gut, ein Eisengestell und darauf lag eine uralte Matte. Ein mickriges und nicht sehr sch\u00f6n anzuschauendes Kissen pr\u00e4sentierte sich mir auch noch stolz. Die kleine klapprige Kommode musste ich erst noch zu einem Nachttisch umfunktionieren. Welch Gl\u00fcck, dass wenigstens ein Ventilator an der Decke hing, wenn es schon keine Fenster gab, denn der Raum roch extrem muffig. Das hatte ich also f\u00fcr <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"9 Euro\">100 Dollar<\/span> bekommen \u2013 und dann auch noch gleich f\u00fcr zwei N\u00e4chte!? Was f\u00fcr eine Verschwendung! Schwamm dr\u00fcber, ich wollte hier ohnehin nur n\u00e4chtigen und nicht wohnen. Am Tage konnte ich mich ja drau\u00dfen aufhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das machte ich dann auch gleich und lief zur nur 20 Meter entfernten Metrostation. Ich erschrak, als ich mir die Preise, um innerhalb von zwei Stopps zur n\u00e4chsten Insel zu gelangen, ansah: <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"80 Cent\">8,50 HK$<\/span> allein f\u00fcr diesen Weg. Das war fast so teuer wie eine Fahrt durch die ganze Stadt mit der Shanghaier Metro mit gerade einmal <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"90 Cent\">9 Yuan<\/span>! Trotzdem g\u00f6nnte ich mir die Fahrt, um nach <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Zweitgr\u00f6\u00dfte s\u00fcdliche Insel Hongkongs\">Hong Kong Island<\/span> zu kommen, wo ich mir als erste Sehensw\u00fcrdigkeit die l\u00e4ngste Rolltreppe der Welt vorgenommen hatte. Diese fand ich auch bald und stellte mich darauf, wie einige andere auch, die sie wohl eher als Transportmittel denn als Attraktion nutzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Jedoch wurde ich schon beim ersten Anblick entt\u00e4uscht: Ich hatte in meinem Reisef\u00fchrer nur von \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: die l\u00e4ngste Rolltreppe der Welt\">the world\u2019s longest escalator<\/span>\u201c gelesen, daraus ging aber nicht hervor, ob es eine Rolltreppe oder ein <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"ebenfalls 'escalator' auf Englisch\">Rollband<\/span> w\u00e4re. Es war Letzteres und damit nicht sehr spektakul\u00e4r. Nach ein paar Metern wurde ich das zweite Mal entt\u00e4uscht, denn das Band endete und ein neues f\u00fchrte nach oben. Ich dachte hoffnungsvoll, ab jetzt w\u00fcrde es durchgehen, aber wieder kam eine Unterbrechung. Teilweise musste man auch Stufen selbst laufen. Ich realisierte also, dass dies wohl das l\u00e4ngste Rolltreppen<em>system<\/em> gewesen sein musste, nicht aber die l\u00e4ngste Rolltreppe in einem St\u00fcck. Dennoch dauerte die Fahrt auf dem 800 Meter langen Transportsystem gute 20 Minuten und man gelangte in ein Wohnviertel aus riesigen, schmalen Hochh\u00e4usern. Auf der Anh\u00f6he orientierte ich mich zun\u00e4chst, wunderte mich \u00fcber dieses pl\u00f6tzlich so bergige Hongkong als Kontrast zur sonst flachen Innenstadt, aus deren Oberfl\u00e4che hunderte Meter hohe Wolkenkratzer ragten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich fand ein Hinweisschild auf eine <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Gipfel-Bahn\">Peak Tram<\/span>, das mich sehr interessierte. Also folgte ich ihm und es ging wieder den ganzen Berg herunter und an einem Zoo vorbei, bis ich schlie\u00dflich an der Drahtseilbahn, die die Passagiere f\u00fcr <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"2,70 Euro\">30 HK$<\/span> bis auf den Gipfel des <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"H\u00f6chster Berg von Hongkong Island\">Victoria Peak<\/span> und zur\u00fcck brachte, ankam und mir ein Ticket kaufte. Bereits w\u00e4hrend der Bergfahrt hatte man ein herrliche Sicht \u00fcber die gigantische Stadt, die nur noch vom Blick aus den Fenstern des <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Gipfelturm\">Peak Tower<\/span> getoppt werden konnte. Leider war es an diesem Tag extrem neblig, sodass man nicht allzu weit schauen konnte. Aber es hatte sich gelohnt, zumal bald die Dunkelheit einkehren sollte. Vorher versuchte ich noch, bis zur h\u00f6chsten Stelle des <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Gipfelturm\">Peak Tower<\/span> zu gelangen, aber vor der letzten Rolltreppe standen zwei Damen, die mich zur\u00fcckwiesen, da ich daf\u00fcr kein Ticket hatte. Noch einmal <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"2,30 Euro\">25 Dollar<\/span> h\u00e4tte ich bezahlen sollen, was mir dann doch etwas zu viel erschien bei so diesigem Wetter. Also was sollte es, so ging ich halt ins <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Amerikanische Fastfood-Kette\">Burger King<\/span>, da mir erstens die anderen Restaurants viel zu teuer waren und ich zweitens dort mit meinem <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Drahtseilbahn\">Tram<\/span>-Ticket etwas erm\u00e4\u00dfigt kaufen konnte, bis es richtig dunkel wurde. Die Sicht auf die Hongkonger Lichter bei Nacht war schon eindrucksvoll, aber ich bereute in diesem Moment, dass ich in Deutschland vor meinem Aufenthalt in Thailand nur so eine billige Kamera gekauft hatte, denn jeder Versuch, die Aussicht auf Bild festzuhalten, scheiterte; teilweise sah man nur schwarz, manchmal war es sehr hell, verzerrt und verschwommen, sodass kein gescheites Foto zustande kam. Entschuldigt bitte! Das war wohl der Hauptgrund, warum ich bald wieder vom Berg verschwand und die Bahn nach unten nahm. <a href=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/f\/f1\/Hong_Kong_Night_Skyline_v2.jpg\">So ein Foto<\/a> h\u00e4tte ich gern selbst geschossen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Unten angekommen und immer noch auf <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"S\u00fcdliche Insel Hongkongs\">Hong Kong Island<\/span> befindlich, probierte ich, intuitiv, d.h. ohne Karte, zum Wasser zu laufen. Doch irgendwie schaffte ich es nicht und merkte nach einer Weile, dass ich die ganze Zeit \u00fcber parallel zum Ufer gelaufen war. Ich spazierte entlang einer sch\u00f6n angelegten Promenade, ruhte mich auf einer Bank aus, genoss die Sicht auf die andere Seite und begab mich dann, dank herumstehender Hinweisschilder, zum <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Mein n\u00e4chstes Ziel, Sonderverwaltungszone Chinas mit \u00e4hnlichem Status wie Hongkong\">Macau<\/span>-F\u00e4hrticketverkauf. Der Kauf des Tickets f\u00fcr neun Uhr morgens in zwei Tagen klappte reibungslos und ich konnte geruhsam nach Hause fahren. Doch als ich an der Metrostation in meinem Bezirk nach dem richtigen Ausgang suchte, fand ich auch den Hinweis auf eine <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Allee der Stars\">Avenue of Stars<\/span>. F\u00e4lschlicherweise verstand ich den Begriff \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Sterne\/Ber\u00fchmtheiten\">stars<\/span>\u201c hier in seinem eigentlichen Sinne als \u201eSterne\u201c, was mein Interesse nat\u00fcrlich sofort weckte. Ich kam also auf einer Promenade im Hongkonger Stadtteil <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Gr\u00f6\u00dfte Stadt Hongkongs\">Kowloon<\/span> gegen\u00fcber Hong Kong Island an und entdeckte die wohl sch\u00f6nste <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Panorama aller Hochh\u00e4user entlang des Horizontes\">Skyline<\/span> bei Nacht, die ich je in meinem Leben gesehen hatte. Zun\u00e4chst dachte ich, mit \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Sterne\/Ber\u00fchmtheiten\">stars<\/span>\u201c seien die Lichter an den Hochh\u00e4usern gegen\u00fcber gemeint, bis ich begriff, dass ich mich auf einer Art <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Ruhmesweg, Gehweg in Los Angeles zur Ehrung diverser Ber\u00fchmtheiten\">Walk of Fame<\/span> befand, auf der sich verschiedene K\u00fcnstler der Filmindustrie mit Handabdr\u00fccken im Boden verewigt hatten. Ich genoss die Sicht \u00fcber den <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Meeresenge zwischen dem n\u00f6rdlichen und s\u00fcdlichen Teil Hongkongs\">Victoria-Hafen<\/span>, ging anschlie\u00dfend zum \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Anlegestelle der 'Star'-F\u00e4hre\">Star Ferry Terminal<\/span>\u201c, um mir Infos f\u00fcr meine geplante Hafenkreuzfahrt am n\u00e4chsten Tag zu holen und meine letzten \u00fcbrigen <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Volksw\u00e4hrung\">Renminbi<\/span> <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Urspr\u00fcnglich Japanisch: runder Gegenstand, heute W\u00e4hrung Chinas\">Yuan<\/span> umzutauschen, und schaffte es doch tats\u00e4chlich, wundersch\u00f6ne Fotos mit meiner Kamera von der n\u00e4chtlichen <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Panorama aller Hochh\u00e4user entlang des Horizontes\">Skyline<\/span> zu schie\u00dfen! Ich ging zur\u00fcck zum <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Art Jugendherberge, in der sich mehrere Fremde ein Zimmer teilen\">Hostel<\/span> und \u201efreute\u201c mich schon auf mein komfortables Bett. Nicht einmal eine funktionierende Steckdose hatte ich, so gab ich mein Handy an die Rezeption zum Aufladen. Problem dabei: F\u00fcr den n\u00e4chsten Morgen w\u00fcrde ich mir keinen Wecker stellen k\u00f6nnen und dank fehlender Fenster w\u00fcrde ich auch kein Zeitgef\u00fchl haben! Um ein zu sp\u00e4tes Aufstehen zu vermeiden, lie\u00df ich w\u00e4hrend der Nacht das Licht brennen, um dadurch immer mal wieder kurz aufzuwachen und vor der T\u00fcr nachzusehen, ob schon jemand unterwegs war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a name=\"hongkong2\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Hongkong Tag 2 (Donnerstag, den 07.01.2010)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das erste Mal wachte ich wahrscheinlich gegen vier Uhr morgens auf, es war noch keiner an der Rezeption, aber immerhin brannte auch im Flur Licht. Ich schlief wieder ein und beim zweiten Aufwachen konnte ich bereits mein Handy abholen und es zeigte acht Uhr an. Welch ideale Zeit, um den Tag in Hongkong zu nutzen! Also entschied ich mich f\u00fcr eine F\u00e4hrfahrt von <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"S\u00fcdliche Insel Hongkongs, gegen\u00fcber meinem Bezirk\">Hong Kong Island<\/span> nach <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Gr\u00f6\u00dfte Insel Hongkongs im S\u00fcdwesten\">Lantau<\/span>, der wohl billigsten M\u00f6glichkeit, auf diese Insel zu gelangen, und begab mich per typischer Stadtstra\u00dfenbahn (City Tram) zum Pier. Ein Standardticket kostete tats\u00e4chlich nur <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"1,20 Euro\">13 HK$<\/span>, die Metro dahin w\u00e4re mit <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"2,10 Euro\">23,50 HK$<\/span> fast doppelt so teuer, aber selbstverst\u00e4ndlich auch doppelt so schnell, jedoch nicht einmal halb so interessant gewesen. Ich musste nur ein paar Minuten auf die F\u00e4hre warten, da ich zu einer g\u00fcnstigen Zeit angekommen war. Sie fuhr sch\u00f6n entlang der beiden <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Panorama aller Hochh\u00e4user entlang des Horizontes\">Skylines<\/span> von Hongkong durch den <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Meeresenge zwischen dem n\u00f6rdlichen und s\u00fcdlichen Teil Hongkongs\">Victoria-Hafen<\/span> und ich hatte mir einen Fensterplatz gesichert. Die Scheiben sowie auch das Wetter lie\u00dfen allerdings keine sch\u00f6nen Fotos zu und an Deck konnte man auch nicht gehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nach etwa einer Stunde kamen wir in <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Dorf, an dem sich das F\u00e4hrpier befindet\">Mui Wo<\/span> auf <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Gr\u00f6\u00dfte Insel Hongkongs im S\u00fcdwesten\">Lantau<\/span> an, doch da es hier nicht viel au\u00dfer Unmengen an Fahrr\u00e4dern zu sehen gab, nahm ich gleich den Bus Nr. 2 nach <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Bergregion auf Lantau\">Ngong Ping<\/span>, dessen Preis angeblich <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"1,20 Euro\">13,50 HK$<\/span> betrug, aber der Fahrer sich nicht um die Bezahlung beim Einstieg scherte. Auch w\u00e4hrend der Fahrt, die \u00fcber P\u00e4sse und an Bergh\u00e4ngen vorbei f\u00fchrte, wie ich sie schon aus Laos kannte, kam keiner, um das Geld einzusammeln. Als wir ankamen, wollte ich dem Fahrer endlich das Geld in die Hand dr\u00fccken, aber er schickte mich heraus und meinte nur \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Falsches Englisch: nicht bezahlen\">no pay<\/span>\u201c. Interessant!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Erste, was ich mir in Ngong Ping ansah, war der kostenfreie <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Kantonesisch: Wundervolle Lotusblume\">Po-Lin<\/span>-Tempel des <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Str\u00f6mung des Buddhismus, die angeblich 'nichts' bieten kann, kein Antworten und keine Lehre\">Zenbuddhismus<\/span>, der wieder mit einer gro\u00dfen silbernen Buddha-Statue, reicher Verzierung und viel Glanz auf den Besucher wartete. Viel mehr gab es hier aber auch nicht zu sehen, also ging ich zu DER Attraktion auf Lantau \u00fcberhaupt: der <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Tempel des Himmels\">Tian-Tan<\/span>-Buddha-Statue, die weit oben auf einem Berg sa\u00df, leicht im Nebel verschwand und nur \u00fcber 268 Stufen zu erreichen war. Mit 34 Metern z\u00e4hlt sie zu den gr\u00f6\u00dften Buddha-Statuen der Welt und ich fand, sie sah sehr elegant aus, vor allem die erhobene Hand war so beeindruckend. Nachdem ich mich ein bisschen auf der Statue und umher umgesehen hatte, begab ich mich zur\u00fcck in Richtung Bushaltestelle, kam dabei aber an dem \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Bergregion auf Lantau, in der ich mich gerade befand\">Ngong Ping<\/span> <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Dorf\">Village<\/span>\u201c vorbei, das ich mir noch eine Weile ansah. Da ich bisher noch nichts zum Mittag gegessen und den Fehler gemacht hatte, mir nichts als Proviant mitzunehmen, musste ich wohl oder \u00fcbel in einem der teuren Restaurants auf dem Berg speisen. Ich w\u00e4hlte lange und eigentlich auch gewissenhaft aus, da alle Lokale ihr Men\u00fc bereits drau\u00dfen ausgestellt hatten, was f\u00fcr chinesische und \u00fcberhaupt s\u00fcdostasiatische Gastst\u00e4tten nicht sehr typisch war. Als ich endlich eines auserkoren hatte, g\u00f6nnte ich mir das billigste Essen: Gegrilltes Schweinfleisch mit Reis, dazu einen Orangensaft. Doch weder war das Schweinefleisch gegrillt (zumindest nicht f\u00fcr meinen Geschmack), noch bekam ich den erwarteten stinknormalen Orangensaft, sondern einen frisch gepressten mit Fruchtfleisch. Igitt! Aber was sollte es, ich hatte ihn ja bereits getrunken, ohne gleich zu reklamieren. Das einzig Gute an dem Teller war der Reis im Sch\u00e4lchen. Dann veranschlagte man noch eine obligatorische Servicegeb\u00fchr von 10% statt Trinkgeld, was mich insgesamt auf rund <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"7,30 Euro\">80 HK$<\/span> brachte! Was f\u00fcr eine Abzocke \u2013 und auf dem Berg gab es nat\u00fcrlich keinen <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Kurz f\u00fcr 'Automatic Teller Machine', Englisch: Bankautomat\">ATM<\/span>, sodass ich um meine R\u00fcckfahrt f\u00fcrchten musste.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bis <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Stadt auf Lantau mit Metro-Anbindung\">Tung Chung<\/span>, von wo aus ich die Metro zur\u00fcck nach Hause h\u00e4tte nehmen k\u00f6nnen, fuhr zwar eine Seilbahn, aber die war mir viel zu teuer und Geld hatte ich ja auch keines mehr. Also lief ich zum Busbahnhof, z\u00e4hlte meine M\u00fcnzen und fuhr mit einem anderen Bus noch bis <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Kleines Dorf ganz im Westen von Lantau\">Tai O<\/span>, wovon ich auch im Reisef\u00fchrer gelesen hatte. Die Fahrtkosten lagen mit <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"80 Cent\">8,50 HK$<\/span> gerade noch in meinem Budget, hoffte aber wieder, dass ich kostenlos fahren d\u00fcrfte, warum auch immer. Dem war zwar nicht so, aber daf\u00fcr lohnte sich der Ausflug auch. Tai O kann ich als krassen Gegensatz zu der Hongkonger Innenstadt nur w\u00e4rmstens empfehlen. Ein 300 Jahre altes Dorf, in dem die Menschen leben, wie in deutschen D\u00f6rfern vor 400 Jahren: Ein Kanal trennt das Nest in zwei Teile, die H\u00fctten stehen auf Pf\u00e4hlen im Wasser, jedes Bauwerk besteht aus Holz oder h\u00f6chstens primitivem Stein oder Beton und \u00fcberhaupt gibt es fast nur Menschen \u00fcber 40 Jahre dort. Leider zeigen sich auch hier die Kettenraucher nicht gerade von der besten Seite und mittlerweile ist das beschauliche D\u00f6rfchen zu einer Touristenattraktion geworden, weshalb die Wegweiser auch oft auf Englisch erscheinen, aber insgesamt war es eine gelungene Abwechslung nach verstopften Stra\u00dfen, roten Ampel, <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Einkaufspassagen\">Shopping-Malls<\/span> und einem Hochhaus neben dem anderen. Das einzig Westliche, was ich in diesem Moment wirklich \u00e4u\u00dferst n\u00fctzlich fand, war der <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Kurz f\u00fcr 'Automatic Teller Machine', Englisch: Bankautomat\">ATM<\/span> am Ortseingang. Ich lief einmal durch das komplette Dorf, schlenderte \u00fcber einen typischen Markt, auf dem vorwiegend Meerestiere lebend verkauft wurden, kam am <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Etwas verfallener und ziemlich verlassener Tempel\">Yeung-Hau-Tempel<\/span> aus dem Jahre 1699, den man nur \u00fcber eine Mole erreichen konnte, an, machte dort kehrt und lief den ganzen Weg zur\u00fcck. Ein langer, k\u00fcnstlicher Damm f\u00fchrte in ein anderes Dorf, aber meine F\u00fc\u00dfe wollten nicht mehr und so nahm ich den Bus nach <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: Stadt auf Lantau mit Metro-Anbindung\">Tung Chung<\/span>, von wo aus ich gleich in die Metrostation lief und mir ewig einen Zielort suchte, da ich nat\u00fcrlich noch nicht nach Hause wollte; es war ja erst halb f\u00fcnf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich w\u00e4hlte das sich ebenfalls auf Lantau befindliche <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Freizeitkomplex nach amerikanischem Vorbild\">Disneyland<\/span> aus, um wenigstens einmal die extra daf\u00fcr gebaute <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Disneyland-Resort-Strecke\">Disneyland Resort Line<\/span> auszuprobieren und \u00e4rgerte mich jetzt schon \u00fcber den Preis von <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"1 Euro\">10,50 HK$<\/span>. Um wieder von dort wegzukommen, w\u00fcrde ich bis <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Gr\u00f6\u00dfte Stadt Hongkongs, mein Bezirk\">Kowloon<\/span> auch noch <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"2,10 Euro\">23,50 HK$<\/span> bezahlen m\u00fcssen. Aber ich fand die Fahrt auf der <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Tung-Chung-Strecke\">Tung Chung Line<\/span> am Meer entlang sowie auch die extra f\u00fcr die Kleinen sch\u00f6n gestaltete Disneyland Resort Line sehr eindrucksvoll. Leider setzte bald ein leichter Nieselregen ein, der sich immer weiter verst\u00e4rkte, sodass ein Besuch im Disneyland nat\u00fcrlich undenkbar war. Der Preis von gut <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"31,80 Euro\">350 Dollar<\/span> war zwar f\u00fcr europ\u00e4ische Verh\u00e4ltnisse vollkommen in Ordnung, aber nicht f\u00fcr einen <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Reisender mit Rucksack ohne feste Unterkunft\">Backpacker<\/span> durch Asien. Ich sah mich also nur um, lauschte der angenehmen Musik, lief zum Pier und hoffte auf ein Boot, aber dort gab es weder Informationen zu Preisen und Abfahrtszeiten noch einen einzigen Menschen, den man h\u00e4tte fragen k\u00f6nnen. Also musste ich den ganzen Weg bis nach <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"S\u00fcdliche Insel Hongkongs\">Hong Kong Island<\/span> mit der teuren Metro fahren, denn dort gab es mehr zu entdecken als in meinem Bezirk. Ich nahm wieder die <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Stra\u00dfenbahn\">Tram<\/span>, denn damit konnte man am billigsten parallel zum Ufer des <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Meeresenge zwischen dem n\u00f6rdlichen und s\u00fcdlichen Teil Hongkongs\">Victoria-Hafens<\/span> \u00fcber die ganze Insel fahren. Zun\u00e4chst nahm ich eine in Richtung Westen, kaufte mir dort sehr gutes Brot und ein paar St\u00fcckchen Kuchen f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag und fuhr dann mit einer anderen immer weiter in den \u00f6stlichen Teil der Insel. Allerdings war bald nichts mehr mit Osten, denn die Bahn bog pl\u00f6tzlich nach S\u00fcden ab und ich gelangte in ein Wohnviertel. Bis ich meinen Standpunkt auf der Karte orten konnte, verging einige Zeit. Dann entschied ich, den ganzen Weg zur\u00fcckzulaufen, mich in die Metro nach Hause zu begeben und im <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Art Jugendherberge, in der sich mehrere Fremde ein Zimmer teilen\">Hostel<\/span> nach Internet zu fragen. Da ich keinen <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: tragbarer Rechner\">Laptop<\/span> mithatte, brauchte ich selbstverst\u00e4ndlich au\u00dfer Internet auch noch einen Computer, den sie mir erst nach einer kleinen Verhandlung zur Verf\u00fcgung stellten. Daf\u00fcr bekam ich eine Viertelstunde gratis Internet, um Unterk\u00fcnfte f\u00fcr <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Mein n\u00e4chstes Ziel, Sonderverwaltungszone Chinas mit \u00e4hnlichem Status wie Hongkong\">Macau<\/span> herauszusuchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das reichte mir allerdings nicht und so ging ich noch einmal hinaus auf die <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Nathan-Stra\u00dfe, Hauptstra\u00dfe in meinem Bezirk mit zahlreichen Bars\">Nathan Road<\/span> und lief sie bis zum n\u00f6rdlichen Ende (auf etwa 600 Hausnummern), fand aber kein einziges Internet-Caf\u00e9. Also ersparte ich mir den langen R\u00fcckweg und nahm die U-Bahn, die direkt unter der Stra\u00dfe entlang f\u00fchrte. Da ich im 13. Stock der Mirador <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Villa bzw. vielst\u00f6ckiges Hochhaus in Hongkong\">Mansion<\/span> untergekommen war, konnte ich gut alle Fenster im Innenhof sehen und ersp\u00e4hte sogar eine Aufschrift \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Vorsilbe f\u00fcr alles Computergesteuerte, mittlerweile auch im Internet\">Cyber<\/span> Caf\u00e9\u201c drei Stockwerke unter mir. So hatte ich doch noch mein Internet f\u00fcr eine halbe Stunde nutzen k\u00f6nnen, musste aber feststellen, dass Macaus Zentrum an <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Reisender mit Rucksack ohne feste Unterkunft\">Backpacker<\/span>-Unterk\u00fcnften kaum etwas zu bieten hatte. An diesem Abend packte ich noch meine Sachen, duschte und stellte den Wecker auf 6.30 Uhr, da meine F\u00e4hre um neun auf der anderen Insel gehen sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a name=\"hongkong3\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Hongkong Tag 3 (Freitag, den 08.01.2010)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wie gew\u00fcnscht, klingelte mein Wecker halb sieben und ich wachte davon auf. Super! Da konnte mir ja nichts mehr passieren. Aber irgendwie wollte ich noch zehn Minuten liegen bleiben und schlief \u2013 aus Versehen \u2013 wieder ein. Dann war da kein Wecker mehr, der mir helfen konnte, die F\u00e4hre um neun zu kriegen. Nur noch meine innere Uhr \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u2026 die mich gl\u00fccklicherweise gerade noch rechtzeitig um 8.20 Uhr weckte. Die F\u00e4hre w\u00fcrde 9.00 Uhr auf der anderen Insel fahren und ich hatte keine Lust, sie zu verpassen! Also schnappte ich meinen zum Gl\u00fcck schon gepackten Rucksack, zog mich rasant an, war froh, dass ich bereits am Abend zuvor geduscht hatte, <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: verlie\u00df\">checkte<\/span> in Windeseile aus dem Hostel aus und st\u00fcrmte zur Metro-Station. Der Ticketschalter akzeptierte keine Scheine und ich hatte keine M\u00fcnzen! Also musste ich noch in einem Laden nebenan meinen Hunderter wechseln gehen. Auf dem U-Bahn-Plan sah ich, dass ich sogar noch einmal die Linie wechseln m\u00fcsste, um sofort zum Pier zu gelangen. Die Zeit verging pl\u00f6tzlich wie im Fluge, dann musste ich an der letzten Station der Metro auch noch den richtigen Ausgang und dann den Weg zur F\u00e4hre finden, was aber kein gro\u00dfes Problem mehr war, da ich ja bereits vor zwei Tagen dort das Ticket f\u00fcr den <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Name der F\u00e4hrfirma\">TurboJet<\/span> gekauft hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die letzte H\u00fcrde stellte nur noch die Ausreise aus Hongkong dar \u2013 und dann war ich auch schon im Warteraum zum <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Einstieg in die F\u00e4hre\">Boarding<\/span>. Das alles hatte ich tats\u00e4chlich bis 8.50 Uhr, also in genau einer halben Stunde, geschafft. Eingeplant hatte ich zwei Stunden f\u00fcr diesen Weg! Nun also auf nach Macau, in das f\u00fcnfte Land und dem letzten Ziel auf meiner Reise, von wo aus bereits am n\u00e4chsten Tag mein <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Latein: abschlie\u00dfender\">finaler<\/span> Flug nach Bangkok gehen sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Beim Einstieg in die F\u00e4hre, wurde mir schnell mein Sitzplatz gezeigt und ich stopfte den Rucksack in den Gep\u00e4ckraum \u00fcber mir. W\u00e4hrend der Fahrt besch\u00e4ftigte ich mich mit meinem China-Reisef\u00fchrer, der auch Macau enthielt, da ich mit einer Dauer von f\u00fcnf Stunden gerechnet hatte. Tats\u00e4chlich war die Fahrt aber schon nach gut einer Stunde zu Ende und ich vermisste pl\u00f6tzlich meinen Reisepass. Er war weder im Handgep\u00e4ck noch lag er auf dem Boden oder auf dem Sitz. Ich suchte wie verr\u00fcckt und mir wurde hei\u00df und kalt gleichzeitig, der Angstschwei\u00df lief mir von der Stirn. Hatte ich den Pass, das wichtigste Dokument \u00fcberhaupt, etwa beim <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Einstieg in die F\u00e4hre\">Boarding<\/span> verloren? Aber nein, ich hatte ihn doch in der Hand gehabt, doch wo war er danach hingekommen? Er musste auf dem Schiff sein! Ich \u00fcberlegte mir, wie ich die <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: F\u00e4hrmannschaft\">Crew<\/span> am geschicktesten informieren k\u00f6nnte, da ich selbstverst\u00e4ndlich ohne Pass nicht nach Macau kommen w\u00fcrde \u2013 und auch nach Hongkong zur\u00fcck w\u00e4re unm\u00f6glich. Ich war zwischen zwei Grenzen eingesperrt, im S\u00fcdchinesischen Meer! Die ersten Leute standen bereits und mir war immer noch schlecht. Letzte Chance, wo der Pass sein k\u00f6nnte: Im Gep\u00e4ckraum, in den ich meinen gro\u00dfen Rucksack getan hatte. Also \u00f6ffnete ich voller Hoffnung die Klappe und sah \u2026 nur meinen gr\u00fcnen Rucksack dort liegen. Jetzt war jegliche Hoffnung gestorben, ich nahm meinen Rucksack aus dem Fach und wollte gerade zu einem der <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: F\u00e4hrmannschaft\">Crew<\/span>mitglieder gehen, als ich doch tats\u00e4chlich den Reisepass etwas zerknautscht in der Ecke des Gep\u00e4ckraums entdeckte! Mann, da fielen mir aber tausend Steine vom Herzen und meine K\u00f6rpertemperatur normalisierte sich schlagartig. Nun konnte ich gelassen aussteigen und in ein Land gehen, das eigentlich noch zu China geh\u00f6rte, aber bereits weitgehend autonom agieren durfte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a name=\"macau1\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Macau Tag 1 (Freitag, den 08.01.2010)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Einreise nach Macau verlief, dank meines wiedergefundenen Reisepasses, recht reibungslos, allerdings stand ich nun etwas orientierungslos am Pierausgang, da es erstens in Macau keine Metro oder sonstige S-Bahn-Systeme gibt und ich zweitens keinen \u00f6ffentlichen Stadtbus entdecken konnte, der am Pier hielt. Willkommen in der ehemaligen portugiesischen Kolonie, in der noch heute \u201eOst trifft West\u201c wie in kaum einem anderen Land sichtbar wird! Ich lief einmal quer \u00fcber den Busbahnhof, fand aber eben keinen Linienbus, sondern nur Reisebusse. Dann versuchte ich, einen nach \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Zentrum\">Center<\/span>\u201c zu fragen, der war aber nur ein Reisebegleiter und sprach kein Englisch. Ich probierte es auf Portugiesisch (\u201ecentro\u201c), da Macau ja einst eine portugiesische Kolonie war und alle Stra\u00dfenschilder Kantonesisch und Portugiesisch konnten. Das kapierte er aber auch nicht, mit Sicherheit sprach ich es auch falsch aus. Leider wusste ich nicht, wie es auf <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesische Hochsprache\">Mandarin<\/span>, geschweige denn auf <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesische Sprache im S\u00fcdosten Chinas\">Kantonesisch<\/span> hie\u00df, also holte der immerhin freundliche Mann eine englischsprachige Kollegin, die mir empfahl, sich einfach in einen kostenlosen <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Zubringerbus\">Shuttle-Bus<\/span> zu einem Nobelhotel in der Innenstadt zu setzen und sich bei Ankunft schnell zu entfernen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das tat ich dann auch, fuhr zum \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Gro\u00dfer Eroberer, Name eines luxeri\u00f6sen Hotels\">Grand Emperor<\/span>\u201c und war bereits auf der Hinfahrt vom \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Gro\u00dfes Lissabon, Name des gr\u00f6\u00dften und teuersten Hotels Macaus\">Grand Lisboa<\/span>\u201c, <em>dem<\/em> Hotel in Macau \u00fcberhaupt, ergriffen. Es f\u00fchlte sich schon wie Stadtzentrum an, aber seltsamerweise konnte ich den Stra\u00dfennamen \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Portugiesisch: Allee des Almeida Ribeiro\">Avenida de Almeida Ribeiro<\/span>\u201c nicht finden. So lief ich zun\u00e4chst gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfig Richtung Osten und entlang der \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Portugiesisch: Feldstra\u00dfe\">Rua do Campo<\/span>\u201c, bis ich merkte, dass hier nur Wohnungen und kleine Gesch\u00e4fte standen, sodass ich wieder umkehren musste. Macau sah sehr sch\u00f6n aus, sparte weder an Hochh\u00e4usern noch an Casinos und bot den Spazierg\u00e4ngern mal hier, mal da eine Bank und einen netten Blick \u00fcber See und Meer. So lief ich weiter mit meinem schweren Rucksack durch die Stra\u00dfen von Macau, studierte eine Ewigkeit meine Stadtkarte und kam schlie\u00dflich in der erw\u00fcnschten Stra\u00dfe an. Diese durchlief ich einmal bis zum Nordende, musste aber mit Bedauern feststellen, dass es kein einziges <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Billige Unterkunft mit sp\u00e4rlicher Einrichtung\">Guesthouse<\/span> oder Hotel dort gab. In den kleineren Parallelstra\u00dfen wurde ich dann f\u00fcndig. Im ersten Hotel versuchte ich lange herunterzuhandeln, mir gelang es aber nicht, ein sch\u00e4biges Zimmer f\u00fcr weniger als <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"9,10 Euro\">100 Patacas<\/span> zu kriegen. Ich zog beleidigt weiter und suchte mir ein weiteres. Das Angebot lautete <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"31,80 Euro\">350 Patacas<\/span> und keine Verhandlung! Wo war ich denn hier gelandet!? Letzte M\u00f6glichkeit in diesem Bezirk, sonst w\u00fcrde ich weiterziehen, in eine andere Gegend Macaus: Das \u201eSan Va Hotel\u201c, das ich mir auch im Internet herausgesucht hatte, hatte auch nur h\u00e4ssliche Zimmer f\u00fcr <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"9,10 Euro\">100 Patacas<\/span> im Angebot, abermals ohne Verhandlungsbasis. Ich willigte halt ein, immerhin hatte ich hier Bettw\u00e4sche, einen Nachttisch, einen Spiegel und ein Waschbecken. Man f\u00fchlte sich aber eher wie in einem Schrank, da die W\u00e4nde zwischen den Zimmern nur aus einem d\u00fcnnen Brett bestanden, das nur an den Seiten festgemacht war, sodass man h\u00e4tte dar\u00fcber klettern oder darunter durchkriegen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nachdem ich mich schnell eingerichtet hatte, zog ich gleich wieder los in die Stadt, die ich ja dank meines Irrlaufs bereits etwas kennen gelernt hatte. Zun\u00e4chst orientierte ich mich auf dem \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Portugiesisch: Platz des Senats\">Largo do Senado<\/span>\u201c, wo ich zum bereits auf viele Touristen stie\u00df, holte mir zwei chinesische Arten von Waffeln, von denen mir die H\u00e4lfte von einer auch gleich herunterfiel, und folgte den Schildern zur \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Portugiesisch: Kirche des Heiligen Dominik\">Igreja de S\u00e3o Domingos<\/span>\u201c, angeblich einer der sch\u00f6nsten Kirchen Macaus, konnte sie aber nicht finden (sp\u00e4ter sollte ich erfahren, dass ich bereits mehrere Male daran vorbeigelaufen war) und ging stattdessen in Richtung \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Portugiesisch: Ruinen der Paulskirche\">Ru\u00ednas de S\u00e3o Paulo<\/span>\u201c, was sehr interessant klang. Dort kam ich auch bald an und wurde von den zahlreichen Touristen \u00fcberrascht. Es war tats\u00e4chlich eine gelungene Attraktion, die alten, aber rekonstruierten \u00dcberreste der einst gr\u00f6\u00dften Kirche Asiens aus dem fr\u00fchen 17. Jahrhundert zu betrachten und auch zu besteigen. Sehr gut fand ich auch die M\u00f6glichkeit, mal in eine <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Begehbare Grabst\u00e4tte unter dem Chor einer christlichen Kirche\">Krypta<\/span> zu gehen, da ich so etwas bisher nur theoretisch aus dem Kunstunterricht kannte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Danach folgte ich den benachbarten Stufen zur \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Portugiesisch: Bergfort\">Fortaleza do Monte<\/span>\u201c und abermals staunte ich \u00fcber die vielen Touristen. Es ging hinauf in \u2013 wie der Name schon sagte \u2013 ein ehemaliges <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Franz\u00f6sisch: Teil einer Festung\">Fort<\/span>, das nun nat\u00fcrlich nur noch als Besucherattraktion gilt. Von dort aus hatte man einen wunderbaren Blick \u00fcber die ganze Halbinsel Macau, vor allem auf den Inneren Hafen und das \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Gr\u00f6\u00dftes und luxeri\u00f6stestes Hotel Macaus\">Grand Lisboa<\/span>\u201c, und in weiter Ferne sah ich auch einen Leuchtturm, der noch h\u00f6her stand. Auf der Burg befand sich auch ein Museum, dazu fehlte mir allerdings die Zeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zum Mittag wollte ich gerne thail\u00e4ndisch essen gehen, da ich in meinem Reisef\u00fchrer eine Empfehlung daf\u00fcr gefunden hatte und sich das Restaurant in nicht allzu gro\u00dfer Distanz von mir befinden sollte. So spazierte ich bis direkt zur Adresse und war pl\u00f6tzlich in einem thail\u00e4ndischen Viertel Macaus gelandet. Ich f\u00fchlte mich bereits wie zu Hause; \u00fcberall stand etwas auf Thai, ich konnte es lesen (im Gegensatz zu den chinesischen Schriftzeichen) und an den Fenstern waren Gerichte wie \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Thai: Gebratener Reis mit H\u00fchnchen, w\u00f6rtlich: Reis braten Huhn\">khaao phat gai<\/span>\u201c oder \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Thai: Gebratenes auf thail\u00e4ndische Art, w\u00f6rtlich: braten Thai\">phat thai<\/span>\u201c abgebildet. Jedoch hatte keines der hiesigen Restaurants ge\u00f6ffnet, ehrlich gesagt wirkte alles auch sehr verlassen und verfallen, als h\u00e4tte es hier schon Ewigkeiten kein Thai-Essen mehr gegeben. So kehrte ich wohl oder \u00fcbel zur\u00fcck und kam gleich an einem McDonald\u2019s vorbei, sodass ich mir den weiteren Weg sparte und dort etwas zu mir nahm. Anschlie\u00dfend ging ich wieder durch das Thai-Viertel, entlang der \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Portugiesisch: Stra\u00dfe des Ferreira do Amaral\">Rua Ferreira do Amaral<\/span>\u201c und bis zur \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Portugiesisch: Guia-Anh\u00f6he\">Colina da Guia<\/span>\u201c, von wo aus ich mir die Seilbahn bis zum Gipfel mit zwei Macanesen teilte. Nach etwa 500 Metern Wanderung erreichte ich auch die \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Portugiesisch: Guia-Festung\">Fortaleza da Guia<\/span>\u201c mit dem sich in Restauration befindlichen Leuchtturm. Von dort aus hatte man einen noch besseren Blick \u00fcber Macau und eben auch auf das vor ein zwei Stunden erst besuchte Bergfort. Unter dem Leuchtturm befand sich noch ein winziges Museum, das die Geschichte der Anlage erkl\u00e4rte, viel mehr gab es aber hier oben aber nicht zu sehen, sodass ich schon nach einer guten Stunde wieder unten ankam und mich sofort der n\u00e4chsten Attraktion widmete, dem <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Macau-Turm\">Macau-Tower<\/span>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">F\u00fcr <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"9,10 Euro\">100 Patacas<\/span> fuhr ich ganz allein bis nach oben und \u00e4rgerte mich zun\u00e4chst ein bisschen \u00fcber das nicht allzu erfreuliche Wetter, das die Sichtweite behinderte. Aber bald sollten sich die Wetterverh\u00e4ltnisse \u00e4ndern und es wurde Nacht. Nacheinander fingen die Geb\u00e4ude gute 200 Meter unter mir an, ihre W\u00e4nde eine sch\u00f6ner als die andere zu beleuchten. Im <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"US-Amerikanische Stadt des Gl\u00fcckspiels\">Las Vegas<\/span> Asiens zeigten die teuersten Hotels und Casinos blinkende, glitzernde und unglaublich beeindruckende Lichteffekte, Videos und Werbung an ihren Glasw\u00e4nden. Dabei \u00fcbertraf nat\u00fcrlich das \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Teuerstes und h\u00f6chstes Hotel Macaus\">Grand Lisboa<\/span>\u201c alle anderen mit einer Lichtshow aus aufbl\u00fchenden Pflanzen sowie animierter und dreidimensionaler Poker-Werbung auf der unteren gigantischen Glaskugel. Nahezu jedes Casino hatte seine eigenen Effekte und in Lichtern drehende D\u00e4cher. Und auch die drei Br\u00fccken nach <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"S\u00fcdliche Insel Macaus\">Taipa<\/span> standen den Geb\u00e4uden in nichts nach, denn sie waren ebenfalls \u00fcber die gesamte Strecke beleuchtet und hatte schon bei Tageslicht wundersch\u00f6n ausgesehen. Ich genoss die sch\u00f6ne Sicht, da der Turm an dem Tag kaum besucht war, und entschied mich dann, noch eine Etage h\u00f6her zu fahren. Dort erwartete mich der <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Himmelslauf\">Skywalk<\/span>, den ich mir aber nicht leisten konnte. Andere M\u00f6glichkeiten, die einem sofort angeboten wurde, waren der h\u00f6chste <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Kopf\u00fcber-Sprung in die Tiefe vom Turm aus\">Bungee-Jump<\/span> der Welt, ein <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Erklimmen des Mastes\">Mast Climb<\/span> zum h\u00f6chsten Punkt Macaus und der <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Himmelssprung\">SkyJump<\/span>. Ich schaute zu, wie sich ein paar Leute den <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Lauf au\u00dfen um den Turm herum auf einer schmalen Plattform\">Skywalk<\/span> trauten, was ich selbstverst\u00e4ndlich auch gemacht h\u00e4tte, wenn mir das Geld nicht zu schade gewesen w\u00e4re. Da f\u00e4llt mir ein: Hatte ich nicht irgendwo in Shanghai gute <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"60 Euro\">600 Yuan<\/span> in den Sand gesetzt? Die w\u00e4ren hier eindeutig besser angelegt gewesen. \ud83d\ude09<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nachdem ich mich sattgesehen hatte, ging es wieder herunter und in Richtung der \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Portugiesisch: Sai-Van-Br\u00fccke\">Ponte de Sai Van<\/span>\u201c, die bei Nacht nat\u00fcrlich unheimlich sehenswert war. Um meinen Weg abzurunden, ging ich \u00fcber die \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Allee des Dr. Sun Yat-sen\">Avenida Dr. Sun Yat-Sen<\/span>\u201c, die unter der \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Portugiesisch: Governador-Nobre-de-Carvalho-Br\u00fccke\">Ponte Governador Nobre de Carvalho<\/span>\u201c, einer Br\u00fccke mit einer buckelartigen Erhebung in der Mitte, hindurchf\u00fchrte und einen einmaligen Blick auf die macanesische <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Panorama aller Hochh\u00e4user entlang des Horizontes\">Skyline<\/span> mit dem \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"H\u00f6chstes und luxeri\u00f6sestes Hotel Macaus\">Grand Lisboa<\/span>\u201c im Mittelpunkt, das einen Drachenkopf darstellen sollte, erm\u00f6glichte. Als ich auf dem R\u00fcckweg zuf\u00e4llig am \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Nobelhotel\">Wynn Macau<\/span>\u201c vorbeikam, wurde ich von der pl\u00f6tzlich einsetzenden Wasser- und <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Lichtschauspiel\">Lightshow<\/span> im sonst so ruhigen Pool vor dem Geb\u00e4ude \u00fcberrascht. Es war ein wahres Spektakel, das etwa drei Minuten anhielt und viele Touristen anzog. Danach ging ich nach Hause und da meine F\u00fc\u00dfe schon wehtaten, hielt ich es f\u00fcr angebrachter, dort auch bis zum n\u00e4chsten Morgen, meinem letzten Tag, zu verweilen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a name=\"macau2\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Macau Tag 2 (Samstag, den 09.01.2010)<\/span><\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nachdem ich meine Sachen zusammengepackt hatte, wollte ich mich vor meinem geplanten gro\u00dfen Fu\u00dfmarsch zum Flughafen auf der anderen Insel f\u00fcr meinen R\u00fcckflug noch mit lokalem Essen st\u00e4rken, musste aber feststellen, dass ich in einem christlichen und nicht mehr buddhistischen Staat gelandet war: Alle Gesch\u00e4fte und Restaurants hatten am Sonntag geschlossen! Nun ja, so lief ich also wohl oder \u00fcbel wieder zum McDonald\u2019s, obwohl ich doch zum Abschluss extra noch etwas Lokaltypisches hatte essen wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dann ging es auf zum <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Latein: abschlie\u00dfenden\">finalen<\/span> <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Griechisch: scherzhaft f\u00fcr extrem lange Laufstrecke\">Marathon<\/span>: Ein Fu\u00dfmarsch vom Zentrum der Halbinsel Macau \u00fcber die \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Portugiesisch: Governador-Nobre-de-Carvalho-Br\u00fccke\">Ponte Governador Nobre de Carvalho<\/span>\u201c bis nach <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"S\u00fcdliche Insel Macaus\">Taipa<\/span> zum Flughafen, selbstverst\u00e4ndlich mit meinem Gep\u00e4ck: einem neun Kilogramm schweren Rucksack auf dem R\u00fccken und einem kleineren vorn \u00fcber den Bauch. Bis zum Abflug waren es noch gute drei Stunden. Ich freute mich auf die Wanderung, da das Wetter nahezu ideal war: Etwa 15 \u00b0C und kein Nebel, sodass ich meinen Weg immer gut im Blick hatte. Den ersten R\u00fcckschlag erlitt ich bereits nach etwa einem Kilometer, als ich an der tollen Br\u00fccke ankam: Sie sei f\u00fcr Fu\u00dfg\u00e4nger verboten, obgleich es doch einen Fu\u00dfweg gab. Ich sah allerdings einen L\u00e4ufer, der die Br\u00fccke als Sportstrecke verwendete, sodass ich bei der \u00dcberquerung auch nichts f\u00fcrchtete. Die \u00dcberf\u00fchrung verlief zun\u00e4chst \u00fcber den Nam-Van-See und anschlie\u00dfend \u00fcber die Meeresenge zwischen dem n\u00f6rdlichen und s\u00fcdlichen Teil Macaus, wo sie in der Mitte bis auf 36 Meter anstieg, sodass man, wenn man sich umdrehte, einen herrlichen Blick \u00fcber die gesamte <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Panorama aller Hochh\u00e4user entlang des Horizontes\">Skyline<\/span> Macaus hatte. Am Ufer sah ich ein Polizeiauto, das gerade in dem Moment, als ich es erblickt hatte, losfuhr. Nun bef\u00fcrchtete ich schon, angehalten zu werden und noch einmal kurz vor Ende meiner Reise ordentlich blechen zu m\u00fcssen. Aber zum Gl\u00fcck kamen sie nie zu mir. Nach dem H\u00f6hepunkt der Br\u00fccke, den man nach etwa einem Kilometer erreichte, lagen noch gute anderthalb Kilometer bis zur <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"S\u00fcdliche Insel Macaus\">Taipa-Insel<\/span> vor mir. Dort angekommen, ruhte ich mich zum ersten Mal kurz auf und musste nun nur noch bis zum Flughafen, der ja ausgeschildert war, gelangen. Bisher hatte ich h\u00f6chstens 40 Minuten gebraucht, also war mir der Flug schon so gut wie sicher. Die restlichen vier Kilometer waren dann auch kein Problem mehr, lediglich der <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Kontrollpunkt vorm Betreten des Warteraumes f\u00fcr den Flug\">Check-In<\/span> verwirrte mich etwas: Angeblich sei bei meinem bereits gebuchten Flug f\u00fcr <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"40 Euro\">435 Patacas<\/span> kein Gep\u00e4ck eingeplant, sodass ich eben alles mit in den Passagierraum mitnehmen musste. Das fand ich im Endeffekt auch vorteilhaft, weil ich so das Notwendigste nicht erst in den kleinen Rucksack hatte packen m\u00fcssen. Beim <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Englisch: Sicherheitskontrolle\">Security-Check<\/span> sollte ich auch noch all meine Getr\u00e4nke leeren, bevor ich endlich in den Warteraum und schlie\u00dflich ins Flugzeug konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Da ich die Zeitverschiebung bei der Buchung nicht bedacht hatte, dauerte der Flug zwei, nicht wie angenommen nur eine Stunde, weshalb ich mir auch trotz anhaltendem Hunger nichts zum Essen bestellte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a name=\"bangkok2\"><strong><em><span style=\"text-decoration: underline\">Zur\u00fcck in Bangkok (Samstag, den 09.01.2010)<\/span><\/em><\/strong><\/a><a><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Landung. Keine Zwischenf\u00e4lle. Ich war zur\u00fcck, zu Hause, in Bangkok, in Thailand. Ich war so froh, vor allem, dass ich mich endlich wieder verst\u00e4ndigen konnte, nach allen Strapazen von wegen \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Chinesisch: ich verstehe nicht, w\u00f6rtlich: h\u00f6ren nicht verstehen\">ting bu dong<\/span>\u201c in China. Nat\u00fcrlich w\u00fcrde ich immer noch oft \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Thai: ich verstehe nicht, w\u00f6rtlich: nicht verstehen\">mai khao dschai<\/span>\u201c sagen m\u00fcssen, aber dennoch w\u00fcrde ich meistens bekommen, was ich wollte. Wie ein Thai wollte ich ganz leger einen Stadtbus bis zu meinem Bezirk nehmen, konnte aber keinen finden. Ich fragte in einer Bude, die <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Zubringer\">Shuttle<\/span>-Busfahrten in die Innenstadt anboten, nach einem Bus zur \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Thai: Ramkhamhaeng-Stra\u00dfe\">Thanon Ramkhamhaeng<\/span>\u201c. Aber was war das? Sie verstanden mich nicht! War mein Thai etwa in den letzten drei Wochen so schlecht geworden, dass sie wirklich nicht verstanden, oder waren das Einzige, was sie kannten, die Namen gro\u00dfer Hotels in Bangkok? Ich vermutete nat\u00fcrlich Letzteres, und Ersteres sollte auch bald widerlegt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">So nahm ich mir ein Taxi und unterhielt mich die ganze Fahrt mit dem Taxifahrer auf Thai. Ich konnte ihm sagen, dass ich eigentlich aus Deutschland, gerade aber aus China komme, dass ich an der \u201e<span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Name der englischsprachigen Schule, auf deren Campus die Deutschsprachige Schule Bangkok steht\">Ruamrudee<\/span>\u201c ein Lehrerpraktikum mache und dass meine Familie noch zu Hause sei. Wir unterhielten uns \u00fcber deutschen Fu\u00dfball und tats\u00e4chlich fiel nur ganz selten ein englisches Wort. Als ich wieder in meiner <span style=\"border-bottom: 1pt dashed #33cc33\" title=\"Thai: Nebenstra\u00dfe einer gro\u00dfen Hauptstra\u00dfe\">Soi<\/span> war und den Rucksack ins Zimmer schmei\u00dfen konnte, war ich froher denn je, ein festes Dach \u00fcber dem Kopf zu haben. Ich war wieder zu Hause!<\/p>\n<p><a href=\"#vorwort\"><font size=\"1\">Seitenanfang<\/font><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorwort Monatelange Planung, dann wieder Pl\u00e4ne verwerfen, Geld sparen, z\u00e4hlen, umrechnen und vergleichen, das muss man gesehen haben, da sollte man lieber nicht hin, R\u00fcckflug buchen, Z\u00fcge in China heraussuchen, Infos \u00fcber Busse in Laos finden, mit Freunden verabreden, ein chinesisches Visum bekommen und die Zeitplanung nicht vergessen \u2026! Habe ich das wirklich alles neben [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[294,180],"tags":[],"class_list":["post-816","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-auserhalb-thailands","category-in-thailand"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/daniel\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/816"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/daniel\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/daniel\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/daniel\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/daniel\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=816"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/daniel\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/816\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":819,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/daniel\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/816\/revisions\/819"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/daniel\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=816"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/daniel\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=816"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/daniel\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=816"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}