{"id":458,"date":"2016-03-09T06:41:56","date_gmt":"2016-03-09T05:41:56","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/?p=458"},"modified":"2016-03-12T17:09:39","modified_gmt":"2016-03-12T16:09:39","slug":"die-karte-der-herumtreiberin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/2016\/03\/09\/die-karte-der-herumtreiberin\/","title":{"rendered":"Die Karte der Herumtreiberin"},"content":{"rendered":"<p>Es ist Fr\u00fchling geworden und so langsam zieht es auch Freunde und Verwandte in das Land, in dem ich schon l\u00e4ngst mein zweites zu Hause gefunden habe. Daf\u00fcr mache ich doch glatt mal ein paar meiner Lieblingspl\u00e4tze locker.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/MotherofGeorgia14b.jpg\" rel=\"attachment wp-att-468\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-468\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/MotherofGeorgia14b.jpg\" alt=\"MotherofGeorgia(14)b\" width=\"1024\" height=\"678\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/MotherofGeorgia14b.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/MotherofGeorgia14b-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/MotherofGeorgia14b-768x509.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/MotherofGeorgia14b-750x497.jpg 750w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Meinen Tag beginne ich am liebsten bei einer guten Tasse Kaffee und einem Mandel-Rosinen-Croissant im <strong>Caf\u00e9 Entr\u00e9e<\/strong>, das schon um 8 Uhr (!) seine T\u00fcren \u00f6ffnet. Davon gibt es mehrere in Tbilissi, doch das sch\u00f6nste ist direkt bei mir um die Ecke, am Ende der Lesolidze Stra\u00dfe. Mit einem frischen Brot unterm Arm schlendere ich dann &#8211; soweit m\u00f6glich &#8211; am Fluss entlang bis zur <strong>trockenen Br\u00fccke<\/strong>. Dort st\u00fcrze ich mich mitten ins Gewusel zwischen <strong>K\u00fcnstler- und Flohmarkt<\/strong>, auf dem man alle m\u00f6glichen Kuriosit\u00e4ten erstehen kann. Ab neun kann man auf M\u00e4rkten aufkreuzen, L\u00e4den machen meistens erst um zehn Uhr auf.<\/p>\n<p>Noch chaotischer geht es auf dem <strong>Vagzlis Basar<\/strong> an der Metrostation &#8222;Station Square&#8220; zu. Hier kriegt man einfach alles, von Kleidung, Kosmetikartikeln und Schmuck \u00fcber Handys und Elektrozubeh\u00f6r bis hin zu Obst, Gem\u00fcse, Fisch und Fleisch. Und ein Geruchs-, Farben- und Ger\u00e4uschswirrwarr noch gratis dazu. Zugegebenerma\u00dfen: Der Horror. Aber wer richtig Handeln lernen will, der muss die Lautst\u00e4rke eben in Kauf nehmen. Irgendwie geh\u00f6rt es zu einem Trip nach Tbilissi auch dazu, sich in den unterirdischen, vollgestopften Gassen dieses Komplexes zu verlaufen und irgendwann entnervt und verschwitzt der Reiz\u00fcberflutung entfliehen zu wollen.<\/p>\n<p>Diese Erlebnis schreit nur so nach Pause. Einen zweiten Kaffee kann man sich im <strong>Prospero&#8217;s Books &amp; Calibian&#8217;s Coffeehouse<\/strong> g\u00f6nnen. Trotz den f\u00fcr georgische Verh\u00e4ltnisse gehobenen Preisen ist die Wohlf\u00fchloase allemal einen Besuch wert. Der Flair aus dem englischen Buchladen schwappt \u00fcber den netten Innenhof bis ins dazugeh\u00f6rige Caf\u00e9. Alternativ bietet sich das <strong>Moulin Electrique<\/strong> in der Altstadt an, das seinen Innenhof mit einer Synagoge teilt. Auch hier sind die Preise h\u00f6her als sonst wo &#8211; der Kaffee und das leckere Essen lassen dar\u00fcber jedoch hinweg sehen.<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-458 gallery-columns-2 gallery-size-full'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/2016\/03\/09\/die-karte-der-herumtreiberin\/motherofgeorgia5b\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"676\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/MotherofGeorgia5b.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/MotherofGeorgia5b.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/MotherofGeorgia5b-300x198.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/MotherofGeorgia5b-768x507.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/MotherofGeorgia5b-750x495.jpg 750w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/2016\/03\/09\/die-karte-der-herumtreiberin\/motherofgeorgia4b\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"678\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/MotherofGeorgia4b.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/MotherofGeorgia4b.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/MotherofGeorgia4b-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/MotherofGeorgia4b-768x509.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/MotherofGeorgia4b-750x497.jpg 750w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<p>Von dort aus kann man wunderbar den engen Betlehemsauftieg hoch zur <strong>Mutter Georgiens<\/strong> laufen &#8211; f\u00fcr Lauffaule bietet sich nat\u00fcrlich auch die <strong>Seilbahn<\/strong> an, mit der man f\u00fcr ein paar Tetri \u00fcber dem Fluss schweben kann. Mit Aussicht auf die Stadt zur einen Seite und Blick auf den <strong>botanischen Garten<\/strong>, den es sich insbesondere jetzt zu besuchen lohnt, zur anderen Seite kann man nun zur Ruine der <strong>Nariqala-Festung<\/strong> spazieren. Auf keinen Fall darf man die Idylle des kleinen Gartens neben der Kirche unterhalb der Statue verpassen!<\/p>\n<p>Zur Mittagszeit besuche ich gerne das <strong>Kiwi-Caf\u00e9<\/strong>. Die frischen Speisen sind perfekt, wenn man mal eine Auszeit vom georgischen Essen braucht. Und dazu sind sie noch unglaublich g\u00fcnstig. Egal ob Falafel-Wrap, K\u00fcrbis-Ingwer-Suppe oder Hummussandwich dich von der bunt bemalten Kreidetafel anlachen &#8211; die t\u00e4glich wechselnde Speisekarte hat f\u00fcr jeden Geschmack etwas zu bieten. Falls man nicht in den Genuss ihrer g\u00f6ttlichen Applepie oder Erdnuss-Cranberry-Cookies kommen mag, lohnt sich ein Abstecher zu <strong>Luca Polare<\/strong>, eine georgische Eiskette: Mama, du w\u00fcrdest f\u00fcr das Mandel-Karamell-Eis so ziemlich alles tun!<\/p>\n<p>Nicht nur au\u00dferhalb der Gro\u00dfstadt finden Wanderbegeisterte ihre Wege, nein, auch direkt in der City kann man Berge erklimmen. Wenn einen die Wanderlust packt, dann empfehle den <strong>Schildkr\u00f6tensee<\/strong> zu besuchen. Nicht wegen des Sees &#8211; da sind der etwas au\u00dferhalb liegende Tbilissi-See und der Lissi-See alle mal charmanter &#8211; doch, wenn man den Einstieg mal gefunden hat, kann man den <strong>Berg<\/strong> hochlaufen und wunderbar \u00fcber die Stadt schauen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/P1060087b.jpg\" rel=\"attachment wp-att-465\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-465\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/P1060087b.jpg\" alt=\"P1060087b\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/P1060087b.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/P1060087b-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/P1060087b-768x576.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/P1060087b-750x563.jpg 750w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ein Besuch im <strong>Schwefelbad<\/strong> ist ein Muss, auch wenn es nicht jedermanns Sache ist. Es gibt viele Verschiedene, man kann in ein \u00f6ffentliches Bad gehen oder sich einen privaten Raum mieten. Zus\u00e4tzlich werden Massagen und Peelings angeboten. F\u00fcr absolute Tiefenentspanntheit und Babyhaut sollte man einfach versuchen den Geruch zu ignorieren.<\/p>\n<p>Danach muss man erstmal ordentlich Energie nachtanken. Hier bieten sich zahlreiche M\u00f6glichkeiten an: Ganz urig im <strong>georgischen Keller<\/strong> dirket in der Stra\u00dfe, in der ich wohne, kann man eines der besten Lobios (Bohneneintopf) probieren. Auch gute georgische und orientalische K\u00fcche wird in <strong>Sofia Melinkova&#8217;s Fantastic Douqan<\/strong> serviert. in diesem friedlichen Versteck kann man wunderbar der Hektik der Stadt entfliehen. Die hausgemachte Limonade genie\u00dft man am besten unter dem Weinblatthimmel in Mitten des Hofes.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/Mtazminda3b.jpg\" rel=\"attachment wp-att-469\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-469\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/Mtazminda3b.jpg\" alt=\"Mtazminda(3)b\" width=\"1024\" height=\"678\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/Mtazminda3b.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/Mtazminda3b-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/Mtazminda3b-768x509.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/Mtazminda3b-750x497.jpg 750w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nun lohnt es sich hoch zum <strong>Mtadsmindapark<\/strong> hochzufahren. Abends ist es hier ruhiger geworden und man kann die von Lichtern geflutete Stadt bewundern, ob auf dem Riesenrad oder nicht. Besser kann ein Start in die Nacht nicht sein.<\/p>\n<p>In der Lesolidze Stra\u00dfe kann man jetzt einfach einen Weinshop nach dem anderen abklappern und sich durch die verschiedenen Weinsorten probieren. Es ist nicht selten, dass dabei das ein oder andere Gl\u00e4schen Tschatscha heraus springt. Am Freiheitsplatz angekommen, sollte man in der <strong>Warszawa-Bar<\/strong> vorbei schauen. Hier bekommt man n\u00e4mlich f\u00fcr 2 Lari leckeren Zitronen-Tschatscha.<\/p>\n<p>Auch lohnt es sich <strong>Zoes Tan<\/strong> einen Besuch abzustatten. Hinter den Backsteinw\u00e4nden kann man sich vollends auf seine Freunde konzentrieren. Und hier gibt es nicht nur die besten Potatoewedges, sondern auch leckere Cocktails.<\/p>\n<p>Pl\u00e4tze zum Feiern hat man mehr als genug zur Auswahl. Einen Liebling kann ich euch nicht nennen, aber diese Bars und Clubs sind den meisten Partypeople ein Begriff: <strong>Dive<\/strong>, <strong>Canudos, Heaven, Bassiani<\/strong>, <strong>Caf\u00e9 Gallery, Underwheel<\/strong> und <strong>Mtkravze<\/strong>.<\/p>\n<p>Und hier noch ein paar \u00fcberlebenswichtige Tipps&#8230;<\/p>\n<figure id=\"attachment_459\" aria-describedby=\"caption-attachment-459\" style=\"width: 773px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/P1070107.jpg\" rel=\"attachment wp-att-459\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-459 size-full\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/P1070107.jpg\" alt=\"P1070107\" width=\"773\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/P1070107.jpg 773w, https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/P1070107-300x397.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/P1070107-768x1017.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/03\/P1070107-750x994.jpg 750w\" sizes=\"(max-width: 773px) 100vw, 773px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-459\" class=\"wp-caption-text\">Aus dem alternativen &#8222;USE-IT Tbilisi &#8211; Stadtplan&#8220;, der im Kiwi-Caf\u00e9 ausliegt<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die wichtigsten Vokabeln:<br \/>\nGamardschoba &#8211; Hallo, Nachvamdis &#8211; Tsch\u00fcss, Diach &#8211; ja, Ara &#8211; nein, (Didi) madloba &#8211; (vielen) Dank, Gaumardschos &#8211; Prost, Vaime &#8211; das georgische &#8222;mama mia&#8220;, Erti &#8211; eins, Ori &#8211; zwei,\u00a0 Sami Lari &#8211; drei Lari (im Zentrum sollte eine Taxifahrt nicht mehr kosten), Angarischi tuscheidsleba &#8211; bezahlen bitte, Bodishi &#8211; es tut mir leid, Ak gaacheret &#8211; hier halten, Ra pa\u00dfi &#8211; Wie viel kostet es?<\/p>\n<p>P.S.: Tbilisi Loves You. So hei\u00dft das kostenlose Wi-Fi der Stadt. Leider liebt es dich oft nur an Metrostationen und am Freiheitsplatz.<\/p>\n<p>Und nicht vergessen, wenn ihr waschechte Georgier sein wollt: Selfies, Selfies, Selfies! Sonst fallt ihr direkt auf. :D<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist Fr\u00fchling geworden und so langsam zieht es auch Freunde und Verwandte in das Land, in dem ich schon l\u00e4ngst mein zweites zu Hause gefunden habe. Daf\u00fcr mache ich doch glatt mal ein paar meiner Lieblingspl\u00e4tze locker. 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