{"id":338,"date":"2016-01-08T13:10:56","date_gmt":"2016-01-08T12:10:56","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/?p=338"},"modified":"2016-01-10T19:33:11","modified_gmt":"2016-01-10T18:33:11","slug":"warum-ich-jetzt-schon-weiss-wie-das-neue-jahr-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/2016\/01\/08\/warum-ich-jetzt-schon-weiss-wie-das-neue-jahr-wird\/","title":{"rendered":"Warum ich jetzt schon wei\u00df, wie das neue Jahr wird"},"content":{"rendered":"<p>Kaum war ich zur\u00fcck in Georgien hat mich Zeiko, meine Mentorin, f\u00fcr den ersten Januar zu sich nach Hause eingeladen. Insgeheim hatten Melle und ich sowieso auf eine Einladung von Einheimischen gewartet, um das georgische Fest der Feste mitzuerleben. Neujahr ist hier wie unser Weihnachten: F\u00fcr viele die sch\u00f6nste Familienfeier des Jahres. Deshalb war ich von der Einladung echt ger\u00fchrt. Nach einer wunderbaren Silvesternacht \u00fcber den D\u00e4chern Tbilissis, einem kurzen Besuch auf dem Freiheitsplatz, wo Konzerte stattfinden, einer Hausparty, Barbesuchen und neuen Bekanntschaften hat Melle also bei mir \u00fcbernachtet. Am Morgen sind wir gemeinsam zum Neujahrsmal aufgebrochen.<\/p>\n<p>Abgesehen von der \u00fcberladenen Tafel mit den feinsten Leckereien, der wunderbaren Gastfreundschaft und Alkohol, auf den man am diesen Tag h\u00e4tte herzlich verzichten k\u00f6nnen, haben wir einige typische Traditionen kennengelernt. So zum Beispiel, dass fester Bestandteil des Neujahrsfestes &#8222;Gosinaki&#8220; (eine S\u00fc\u00dfigkeit aus Honig und Waln\u00fcssen) und &#8222;Tschutschchela&#8220; sind und die Kinder Geschenke vom Schneemann bekommen.<\/p>\n<p>Am ersten Januar besucht der sogenannte &#8222;Meklvle&#8220; die Familie, um alles Gute und ein erfolgreiches\u00a0 Jahr zu w\u00fcnschen. Er kann Familienmitgleid, Freund oder Freundin der Familie sein und bringt S\u00fc\u00dfigkeiten und\u00a0 Bonbons als Symbol f\u00fcr Fruchtbarkeit und Gl\u00fcck. Meistens hat er auch &#8222;Chichilaki&#8220;, den georgischen Weihnachtsbaum, der dan Bart des heiligen Antonius darstellt und Sinnbild f\u00fcr ein gutes neues Jahr ist, dabei.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/01\/P1060927.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-339 aligncenter\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/01\/P1060927.jpg\" alt=\"P1060927\" width=\"768\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/01\/P1060927.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2016\/01\/P1060927-300x400.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><br \/>\nDie f\u00fcr uns bedeutendste Neuigkeit war, dass der zweite Januar symbolisch f\u00fcr das neue Jahr steht.<span class=\"st\"> Dieser pr\u00e4gende Tag hei\u00dft in der georgischen Tradition &#8222;Bedoba&#8220;, das bedeutet &#8222;Schicksalstag&#8220;.<\/span><\/p>\n<p>Mit diesem Wissen rei\u00dft mich mein Wecker am zweiten Januar aus dem Schlaf. Am liebsten w\u00e4re ich liegen geblieben, doch Melle und ich wollen eine fr\u00fche Maschrutka nach Jerewan erwischen. Urlaub steht an. Melle hat verschlafen, na toll, die n\u00e4chsten 363 Tage stehen gelassen werden &#8211; darauf kann ich echt verzichten. :D<\/p>\n<p>Im Caf\u00e9 um die Ecke versuche ich mit einem leckeren Fr\u00fchst\u00fcck diesen R\u00fcckschlag wieder wett zu machen. So zumindest mein Plan. Statt meinem Lieblings-Banane-Walnuss-Joguhrt gibts dann laute Partymusik, gut gelauntes Personal und ungew\u00f6hnlicherweise keinen anderen Gast weit und breit. Wie soll ich das jetzt deuten? Ich bekomme nicht das, was ich will, daf\u00fcr aber gute Musik, oder was?! (;<\/p>\n<p>Melle hat mich dann irgendwann abgeholt und wir sind zu der von der Touristeninfo-Frau auf dem Stadtplan markierten Stelle gelaufen. Dummerweise f\u00e4llt uns jetzt erst auf, dass sie nur den Stadtbezirk, in dem sich der Busbahnhof befinden soll, eingekreist hat. Na vielen Dank auch. In diesem Moment verabschiede ich mich vom Aberglauben. Ist glaub&#8216; ich besser so.<\/p>\n<p>Wir irren ein bisschen umher, bis wir einen Mann nach dem Weg fragen. Er nimmt uns netterweise direkt dort hin mit. Die Maschrutka f\u00e4hrt, wie eigentlich schon von uns erwartet, eine Stunde sp\u00e4ter ab als angek\u00fcndigt. Das ist mir jedoch egal, so lange ich dieses Jahr viel reise. :D<\/p>\n<p>Sonst gibt es vom Weg nicht so viel zu berichten au\u00dfer, dass die Grenzbeamten mit uns scherzen und wir vom rauchenden Hintermann fast erstickt werden. Im verschneiten, kalten Jerewan angekommen, hebe ich erstmal 20000 Dram ab. Ich werde dieses Jahr reich, Leute! \u00dcbersehen wir einfach mal die Tatsache, dass sich das mehr anh\u00f6rt als 40 Euro.<\/p>\n<p>Wenig sp\u00e4ter kommen wir bei Tobi und Lisa (zwei kulturweit-Freiwillige, die in Jerewan zusammen wohnen) an, duschen hei\u00df, kochen gem\u00fctlich, starten in die Nacht und entdecken unseren neuen Lieblings-DJ.<\/p>\n<p>Jetzt k\u00f6nnt ihr selbst entscheiden, ob ihr daran glaubt oder nicht. :D Ich wei\u00df jedenfalls: Egal, was dieses Jahr passiert, es wird vor allem eins &#8211; schlaflos. Und voll mit coolen Leuten. (:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaum war ich zur\u00fcck in Georgien hat mich Zeiko, meine Mentorin, f\u00fcr den ersten Januar zu sich nach Hause eingeladen. Insgeheim hatten Melle und ich sowieso auf eine Einladung von Einheimischen gewartet, um das georgische Fest der Feste mitzuerleben. Neujahr ist hier wie unser Weihnachten: F\u00fcr viele die sch\u00f6nste Familienfeier des Jahres. 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