{"id":228,"date":"2015-10-31T14:59:18","date_gmt":"2015-10-31T13:59:18","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/?p=228"},"modified":"2015-10-31T14:59:18","modified_gmt":"2015-10-31T13:59:18","slug":"der-tag-an-dem-ich-den-ungekroenten-koenig-georgiens-kennenlernte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/2015\/10\/31\/der-tag-an-dem-ich-den-ungekroenten-koenig-georgiens-kennenlernte\/","title":{"rendered":"Der Tag, an dem ich den ungekr\u00f6nten K\u00f6nig Georgiens kennenlernte"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2015\/10\/Ge-money-lari-20.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-229 aligncenter\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2015\/10\/Ge-money-lari-20.jpg\" alt=\"Ge-money-lari-20\" width=\"1024\" height=\"496\" \/><\/a>Lehrerausflug der Deutschlehrerinnen. Let&#8217;s fetz. Der Aufbruch verlief genau so wenig lehrerlike wie gew\u00f6hnt: 10 Uhr Treffpunkt, 11 Uhr Abfahrt. Und dann haben wir erstmal spontan entschieden, wo es hingehen soll. Unser erstes Ziel: das Ilia Chabchavadze Museum. Als ich den Sch\u00fclern sp\u00e4ter von meinem Sonntag erz\u00e4hle, wird mir erkl\u00e4rt, dass es keinen Georgier gibt, der dort noch nicht gewesen ist. Alle zuk\u00fcnftigen Besucher sollten sich diesen Namen also merken. (;<\/p>\n<p>Ilia Chabchavadze gilt als der ungekr\u00f6nte K\u00f6nig Georgiens, der Vater des Vaterlandes, der Nationalheld schlechthin. Er wurde sogar von der Kirche heiliggesprochen und erhielt den Ehrennamen &#8222;Ilia der Rechtschaffende&#8220;. Als Jurist, Schriftsteller, Dichter und inspiriert von der modernen liberalen Bewegung in Europa, leitete er die georgische Nationalbewegung an.\u00a0 Au\u00dferdem setzte er sich f\u00fcr die Abschaffung der Todesstrafe ein, k\u00e4mpfte f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit seines Heimatlandes, gr\u00fcndete viele Kultur- und Bildungseinrichtungen in Georgien (z.B. die Gesellschaft zur Verbreitung der Lese- und Schreibkunde) und war zu guter Letzt ein treuer Besch\u00fctzer der georgischen Sprache und Kultur von der Russifizierung. 1907 wurde Chabchavadze im Alter von 69 Jahren auf einer Reise ermordet. Es gilt heute als sicher, dass es sich dabei um ein politisches Attentat handelte.<\/p>\n<p>Gewohnt hat der Gr\u00fcndungsvater des modernen Georgiens, der den 20-Lari-Schein ziert, jedenfalls wundersch\u00f6n. Nach einem Spaziergang im umliegenden Garten ging es samt allen Deutschlehrerinnen dann noch zur Zedazeni Kirche. Eigentlich wollten wir hochlaufen, doch nach 10 Minuten kam einfach unsere Maschrutka hinter uns her, die uns die letzten Meter hoch kutschierte. F\u00fcr die Lehrerin in Pumps war das wahrscheinlich auch das Beste&#8230; Oben hatte man zwar nicht den wunderbarsten Blick auf Tbilisi, aber daf\u00fcr konnte man den Nebel anfassen. (;<\/p>\n<p>Beim gemeinsamen Picknick im Herbstwald mit zwei Omas, die unsere Maschrutka als Mitfahrgelegenheit nutzten, ist mir nochmal klar geworden, wie unglaublich wohl und willkommen ich mich in diesem vielseitigen Kollegium f\u00fchle. Ich wei\u00df, ich kann es nicht oft genug sagen, aber wenn der Tamada schon auf einen trinkt, kann man sich echt gl\u00fccklich sch\u00e4tzen. (:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lehrerausflug der Deutschlehrerinnen. Let&#8217;s fetz. Der Aufbruch verlief genau so wenig lehrerlike wie gew\u00f6hnt: 10 Uhr Treffpunkt, 11 Uhr Abfahrt. Und dann haben wir erstmal spontan entschieden, wo es hingehen soll. 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