{"id":146,"date":"2015-09-30T21:26:06","date_gmt":"2015-09-30T19:26:06","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/?p=146"},"modified":"2015-09-30T21:26:06","modified_gmt":"2015-09-30T19:26:06","slug":"back-to-school","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/2015\/09\/30\/back-to-school\/","title":{"rendered":"Back to school"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2015\/09\/20150928_111523.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-147 size-full\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/comeawaywithme\/files\/2015\/09\/20150928_111523.jpg\" alt=\"20150928_111523\" width=\"1024\" height=\"576\" \/><\/a><br \/>\n2500 Erst- bis Zw\u00f6lftkl\u00e4ssler, 100 Lehrer und ein verwirrendes Schulgeb\u00e4ude, das &#8211; genau wie das aus drei Tischen und zehn St\u00fchlen bestehende Lehrerzimmer &#8211; viel zu klein f\u00fcr den Haufen ist. Die Sch\u00fcler werden deshalb in zwei Schichten unterrichtet: von 8:30 Uhr &#8211; 14:20 Uhr und von 12:45 Uhr &#8211; 18:30 Uhr. Kein Wunder warum selbst die sechsten Klassen meistens bis 1:00 Uhr wach bleiben und in der Schule am Rad drehen. Vor allem in den f\u00fcnf Raumwechsel-Minuten zwischen den Stunden muss man aufpassen, dass man keinen Ohrenschaden kriegt oder umgerannt wird. Aber irgendwo verst\u00e4ndlich, wenn es keine Pausen gibt und der Schulhof nicht betreten werden darf. Eine Deutschkollegin beschreibt die Schule als ein Gef\u00e4ngnis: Gitterst\u00e4be vor den Fenstern, Menschen in Uniform, die den Gang auf und ab laufen und hier und da ein wenig Autorit\u00e4t verspr\u00fchen, Pf\u00f6rtner, die die Eingangst\u00fcren abschlie\u00dfen und irgendeine alte Furie, die schreiend durch die Cafeteria l\u00e4uft. Ich blicke in dem ganzen System nicht so wirklich durch. Es gibt noch ein paar Gestalten, die mit Holzst\u00e4ben an den Durchgangst\u00fcren zwischen zwei Geb\u00e4uden sitzen, damit ja keine falschen Sch\u00fcler sie passieren.<\/p>\n<p>Das h\u00f6rt sich jetzt vielleicht alles schlimmer an, als es ist. Kontrastprogramm: Im Unterricht wird viel gesungen &#8211; nat\u00fcrlich mit passender Bewegung und Theater gespielt. Bei Kursen von h\u00f6chstens 18 Sch\u00fclern k\u00f6nnen auch viele Projekte durchgef\u00fchrt werden. Das Foto zeigt eine Gruppe bei der Vorstellung ihrer Lieblingsband. Benotet werden sie \u00fcbrigens von der schlechtesten Note 0 bis zur besten Note 10.<\/p>\n<p>Manche Kids sind echt Zucker. Als wir Weil-S\u00e4tze ge\u00fcbt haben, hat eine Sch\u00fclerin geschrieben: &#8222;Ich bin froh, weil Mara bei uns ist.&#8220; &#8211;\u00a0 das spiegelt im Ansatz hoffentlich wider, wie willkommen ich mich hier f\u00fchle. Von manchen Deutschsch\u00fclern (dritte bis achte Klasse) werde ich sogar &#8211; falls sie nicht mit Scheuklappen an mir vorbeirauschen &#8211;\u00a0 zur Begr\u00fc\u00dfung umarmt und auf die Wange gek\u00fcsst &#8211; ist hier ganz normal, das machen sie auch h\u00e4ufig bei ihren Lehrern. Jup, bin da eigentlich andere Verh\u00e4ltnisse gew\u00f6hnt.<\/p>\n<p>Auch im Deutschkollegium herrscht eine sehr famili\u00e4re Stimmung. Das habe ich schon an meinem ersten Tag auf der Deutschkonferenz bemerkt. Die zehn Deutschlehrerinnen sind mega hilfsbereit und herzlich. Wir haben direkt mal einen Termin f\u00fcr den n\u00e4chsten Ausflug vereinbart , wird wohl \u00f6fters gemacht. Jackpot, Leute! (: Nat\u00fcrlich ist die Stimmung nicht unter allen Lehrerinnen so. Insbesondere fach\u00fcbergreifend wird gerne diskutiert. Vielleicht sollten mal Gesamtkonferenzen eingef\u00fchrt werden&#8230; Die Schule kommt mir manchmal vor wie ein Zirkus mit ganz viel Aufregung und Theater.<\/p>\n<p>Es gibt zweieinhalb Dinge, die &#8211; naja, wie soll ich sagen &#8211; die mich ehrlich gesagt nerven. :D<\/p>\n<p>1. Ein Sch\u00fcler kommt nie dazu seinen Fehler selbst zu erkennen oder sich selbst zu verbessern. Noch mitten im Satz rufen fast alle anderen rein und die Lehrerinnen lassen das auch meistens so laufen.<\/p>\n<p>2. Meinem kreativem Freiraum sind &#8211; dem Zeit- und Raummangel geschuldet &#8211; enorme Grenzen gesetzt. Es frustriert zugegebenerma\u00dfen schon, dass es schwer ist was eigenes zu starten, z.B. w\u00fcrde ich unglaublich gerne eine AG anbieten. AGs an meiner Schule? Fehlanzeige. Naja, ich versuche halt dran zu bleiben.<\/p>\n<p>2 1\/2. Die Lehrer sind hier immer topgestylt und kommen mit zehn Tonnen Make-Up, Kleid oder Bluse und schickem Schmuck in die Schule. Ich nutze da einfach mal meinen Freiwilligen-Bonus aus. :D<\/p>\n<p>Zum Schluss noch eine kleine Anekdote aus dem Unterricht &#8211; das Frage-Antwort-Spiel war manchmal doch ganz lustig&#8230;<\/p>\n<p>R\u00fcckfrage an eine Sch\u00fclerin: &#8222;Was ist denn dein Lieblingsbuch?&#8220;. Ein Junge ruft rein: &#8222;facebook&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2500 Erst- bis Zw\u00f6lftkl\u00e4ssler, 100 Lehrer und ein verwirrendes Schulgeb\u00e4ude, das &#8211; genau wie das aus drei Tischen und zehn St\u00fchlen bestehende Lehrerzimmer &#8211; viel zu klein f\u00fcr den Haufen ist. Die Sch\u00fcler werden deshalb in zwei Schichten unterrichtet: von 8:30 Uhr &#8211; 14:20 Uhr und von 12:45 Uhr &#8211; 18:30 Uhr. 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