{"id":134,"date":"2015-10-15T22:22:38","date_gmt":"2015-10-15T20:22:38","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/colorblind\/?p=134"},"modified":"2015-10-15T22:22:38","modified_gmt":"2015-10-15T20:22:38","slug":"alltag-und-gewohnheiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/colorblind\/2015\/10\/15\/alltag-und-gewohnheiten\/","title":{"rendered":"Alltag und Gewohnheiten"},"content":{"rendered":"<p>Schon Oktober! Wie schnell die Zeit doch immer verfliegt. Apropos fliegen &#8211; mein R\u00fcckflug ist mittlerweile auf das richtige Datum umgebucht. Ende August bin ich wieder zur\u00fcck in Norddeutschland. Aber bis dahin werde ich hier bestimmt noch so einiges erleben.<\/p>\n<p>Manchmal wundert es mich, wie schnell man sich an einige Dinge im Ausland gew\u00f6hnen kann, die es zu Hause nicht gibt oder die definitiv anders ablaufen. Das Sprichwort \u201aTIA &#8211; This is Africa\u2018 brachte mich bei dem Verfassen dieser Liste etwas zum Schmunzeln. Das beim kulturweit Vorbereitungsseminar thematisierte faire Bloggen nat\u00fcrlich im Hinterkopf. Ich hoffe ihr, besonders diejenigen die derzeit auf diesem Kontinent zu Hause sind, k\u00f6nnt den Grund daf\u00fcr nachvollziehen. Es ist nicht meine Absicht zu verallgemeinern. Ich schreibe \u00fcber meine Beobachtungen \u00fcber das Leben in Port Elizabeth, S\u00fcdafrika, die ich w\u00e4hrend meiner l\u00e4ngeren Aufenthalte gemacht habe und nun hier in Maseru, Lesotho wiedererkenne.<\/p>\n<p><em>&#8211;\tregelm\u00e4\u00dfiges Ablesen des Stromz\u00e4hlers<br \/>\n&#8211;\thoffentlich rechtzeitig neuen Strom an der Tankstelle zu kaufen<br \/>\n&#8211;\tauch mal ein, zwei Tage ohne flie\u00dfend Wasser auszukommen<br \/>\n&#8211;\tseine W\u00e4sche mit kaltem Wasser zu waschen<br \/>\n&#8211;\tdie Hausarbeit teilweise nicht selbst erledigen zu m\u00fcssen<br \/>\n&#8211;\teine Stunde bevor man duschen m\u00f6chte den Durchlauferhitzer anzustellen<br \/>\n&#8211;\tkeine eingebauten Heizungen im Haus zu haben<br \/>\n&#8211;\tnachts nicht mehr jedes Mal von dem \u00fcblicherweise lauten Gewitter aufzuwachen<br \/>\n&#8211;\tweder Z\u00fcge, Stra\u00dfenbahnen noch Linienbusse auf der Stra\u00dfe fahren zu sehen<br \/>\n&#8211;\twenige Passanten in der Stadt auf ihr Smartphone konzentriert zu sehen<br \/>\n&#8211;\tbeim Herunterladen einer Datei aufs eigene Handy verbliebenes Datenvolumen zu checken<br \/>\n&#8211;\tObst und \u201aAirtime\u2018 an jeder Stra\u00dfenecke angeboten zu bekommen<br \/>\n&#8211;\tVerhandlungen mit dem Taxifahrer zu f\u00fchren, wie viel man f\u00fcr eine private Fahrt zahlt<br \/>\n&#8211;\tan den Tankstellen auf Angestellte zu warten, da Sprit nicht selbst getankt werden darf<br \/>\n&#8211;\tGesch\u00e4fte zu besuchen, die jeden Sonntag ge\u00f6ffnet sind<br \/>\n&#8211;\tFeiertage zu verlegen, damit ein weiterer Urlaubstag dabei rausspringt<\/em><\/p>\n<p>Um nun aber auch einige Dinge zu nennen, an die ich mich hier definitiv nicht gew\u00f6hnen m\u00f6chte:<\/p>\n<p><em>&#8211;\tfehlende M\u00fclltrennung und v\u00f6llig \u00fcberf\u00fcllte M\u00fclltonnen<br \/>\n&#8211;\tin einigen K\u00f6pfen verankerte Mentalit\u00e4t, seinen M\u00fcll einfach aus dem Auto oder an den Stra\u00dfenrand zu werfen<br \/>\n&#8211;\tPlastikt\u00fcten, die es zu wirklich JEDEM Einkauf umsonst dazu gibt und in die wirklich jede Kleinigkeit eingepackt wird<\/em><\/p>\n<p>Ich stehe manchmal an der Supermarktkasse und muss die Verk\u00e4uferin davon \u00fcberzeugen, dass ich f\u00fcr meine Wasserflasche wirklich keine T\u00fcte brauche. Wie ihr aus den letzten Punkten vielleicht rauslesen konntet, hat dies viel mit Umweltverschmutzung zu tun. Leider ist in Lesotho davon viel vorhanden. Bei der Arbeit gibt es Tonnen, die einmal die Woche entleert werden und die deshalb am Freitag schon so \u00fcberladen sind, dass die H\u00e4lfte daneben liegt. Sehr unsch\u00f6n. Ich habe den Eindruck, dass es einfach zu wenige Menschen k\u00fcmmert und umweltschonende Verhaltensweisen einzelner B\u00fcrger \u00fcberhaupt nicht auffallen (so wie mir vermutlich bisher auch nicht). Ich werde weiterhin tapfer mit Leuten dar\u00fcber sprechen und f\u00fcr Stoffbeutel werben.<\/p>\n<p>Da ich im letzten Artikel dar\u00fcber geschrieben habe, was mir hier in Lesotho fehlt, m\u00f6chte ich in diesem Beitrag auf einige Aspekte eingehen, die mir am Leben hier besonders gut gefallen.<br \/>\n<em><br \/>\n&#8211;\tgeringer Stress im Alltag und ein gesundes Ma\u00df an Stress im Arbeitsumfeld<br \/>\n&#8211;\toffene, lebensfrohe Menschen mit viel Sinn f\u00fcr Humor<br \/>\n&#8211;\tdie Tatsache, dass fremde Personen als Br\u00fcder und Schwestern angesehen werden<br \/>\n&#8211;\tblauer Himmel wenn ich aufstehe und wundersch\u00f6ne Sonnenunterg\u00e4nge am Abend<br \/>\n&#8211;\tweite, unber\u00fchrte Landschaften in denen mehr Menschen auf Eseln und Ponys unterwegs sind als in ihren Autos<\/em><\/p>\n<p>Anmerkung zum letzten Punkt: Lesotho z\u00e4hlt zu einem der \u00e4rmsten L\u00e4ndern der Welt. Ein Gro\u00dfteil seiner Bewohner ist noch im Agrarsektor t\u00e4tig und besonders die l\u00e4ndlichen Gebiete weisen wenig Infrastruktur auf. Das Land ist gepr\u00e4gt von einer hohen Jugendarbeitslosigkeit, geringen Bildungsrate, einer hohen Schwangerschaftsrate unter jungen Frauen und ein Viertel der Bev\u00f6lkerung ist mit HIV infiziert. Es ben\u00f6tigt viele Anstrengungen und vor allem hohe Beteiligung der Bewohner, diese sozial-\u00f6konomischen Herausforderungen in Angriff zu nehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon Oktober! Wie schnell die Zeit doch immer verfliegt. Apropos fliegen &#8211; mein R\u00fcckflug ist mittlerweile auf das richtige Datum umgebucht. Ende August bin ich wieder zur\u00fcck in Norddeutschland. Aber bis dahin werde ich hier bestimmt noch so einiges erleben. 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