Das kleine α-β-γ | Laufen lernen im ersten Monat

Der erste Monat!

Ich habe sehr lange über eine passende Einleitung für die erste „Monatszusammenfassung“ nachgedacht. Wie sollte ich einen einheitlichen Anfang finden für dieses riesige Paket an Eindrücken, Erinnerungen und Gefühlen.
Deshalb umgehe ich diese Einleitung, indem ich als Einleitung nehme, dass es schwierig ist eine passende Einleitung zu finden. Genial oder?

Es ist, um es mal ganz schlicht zu sagen, zu viel passiert. Zu viel um jedes Detail aufzuschreiben.

Seit der ersten Stunde an beiden Schulen hat sich einiges verändert. Ich lese mehr Diktate, spiele Namensspiele mit den Kindern, werde zu aktuellen Themen befragt und so immer weiter in den Unterricht mit eingebunden.
Nicht nur das Verhältnis zwischen den Deutschlehrern und mir hat sich gebessert sondern die Schüler vertrauen mir immer mehr und mehr.
Dadurch wurde für mich ein unglaublich angenehmes Arbeitsumfeld geschaffen. So kommt es auch manchmal dazu, dass ich die Möglichkeit bekomme den Unterricht, mit umgangssprachlichen Tipps oder mit Kniffen bei bestimmten Formulierungen, zu unterstützen. Dadurch hatte ich das Gefühl, dass die Deutsch-AGs sehr belebt und locker waren.

Bei manchen Fragen bin ich selbstverständlich mit meinem Latein am Ende.
Obwohl ich dieses Fach bis zur 11. Klasse hatte, kann ich Fragen wie: Wie kann man Zufall besser beschreiben? Warum heißt es „der“ Junge aber „das“ Mädchen? Warum sagt man „zweite“ aber nicht „dreite“ sondern dritte Klasse?, nicht beantworten.
Ja also … ist halt irgendwie so. Mehr kann ich dazu nicht sagen.
Doch durch solche Fragen bzw. allgemein sehr wichtigen Themen hatte ich teilweise schon unglaubliche Diskussionen mit den Schülern. Mit einer Klasse habe ich zum Beispiel über die Frage, ob man denn zwei Heimatländer haben könnte, diskutiert. Nebenbei gab es einen unfassbaren kulturellen Austausch, wo jeder von jedem gelernt hat.

Natürlich stellen die Schüler nicht immer so interessante Fragen. Ich wurde in Stunden bei beiden Schulen mit den verschiedensten Schüler-Typen konfrontiert. Haben die Schüler eine Kein-Bock Stimmung, die ich nur zu gut aus meiner Schulzeit kenne, ist es zwar sehr ruhig in der Klasse aber so unglaublich langweilig, dass die Lehrer viel weniger schaffen als sie sich vorgenommen hatten. Die Lehrkräfte wirken dann auf mich auch so, als würden sie dann weniger Lust auf die Stunde oder allgemein weniger Freude am Unterricht haben. Diese Wechselwirkung selber zu sehen, als Nicht-Schüler und Nicht-Lehrer, war sehr lehrreich.
Und dann geht man in die nächste Klasse und die Grundschüler sind so aufgedreht, dass die Lehrer heiser aus dem Klassenraum kommen.

Am Anfang war es sehr schwer das Deutsch-Level der Kinder zu erkennen. Dementsprechend habe ich am zunächst viel zu kompliziert und schnell gelesen bzw. gesprochen.
Mittlerweile habe ich das Gefühl, als würde es immer besser werden.

Die Vorbereitungen beider Schulen für das große PASCH-Jubiläum laufen schon. Ich bin wirklich gespannt, wie das Endprodukt am Ende aussehen wird.

Wenn ihr dachtet, dass mein Beitrag hier endet … Falsch gedacht!
Mit der Zusammenfassung über die Schule bin ich vielleicht fertig aber es ist noch viel mehr passiert.

Da wäre zum Beispiel die große Feier zum Tag der Deutschen Einheit.
ich persönlich haben den immer nur als freien Tag von der Schule genossen aber, dass das in diesem Ausmaß überhaupt gefeiert wird war mir nicht bewusst.
Wir als kulturweit-Freiwillige wurden ganz offiziell, per E-Mail, zu dieser Feier in die Residenz des deutschen Botschafters eingeladen. Und auf einmal gehörten wir zu der „High Society“ von Athen. Alle Männer im Anzug und alle Frauen im Abendkleid und wir dazwischen.
Es gab viel leckeres Essen und Getränke. Wir konnten sogar kurz mit S.E. dem Botschafter reden.
Es fühlte sich schon ziemlich besonders an und wird eine unglaubliche Erinnerung bleiben.

Vielleicht könnte man bei unglaublicher Erinnerung gleich weiter machen.
Am 11. Oktober wurden wir, also die Freiwilligen und viele Schüler, zu einer Podiumsdiskussion in die Stavros Niarchos Stiftung eingeladen. Das ist ein riesiges und sehr künstlerisch gestaltetes Gebäude.
Als wäre das Gebäude noch nicht genug, nahmen an dieser Diskussion z.B. die Frau vom Bundespräsidenten Steinmeier, also Elke Büdenbender, und die Gattin des Präsidenten von Griechenland teil.
Mitten in der Diskussion fingen auf einmal alle an zu tuscheln. Als ich mich dann zur Tür drehte, sah ich eine große Menge an wichtig aussehenden Menschen den Raum betreten. Zwischen ihnen konnte man einen Blick auf Frank-Walter Steinmeier und Prokopis Pavlopoulos werfen. Dicht gefolgt  von Personen wie z.B. Gregor Gysi, Jens Plötner oder Linda Zervakis.
Die Diskussion wurde noch eine Weile weitergeführt und nach dem Ende dieser konnte wir sogar mit Frank-Walter Steinmeier und Gregor Gysi reden.
Da der jetzige Bundespräsident einer der Gründer von „kulturweit“ war konnte man kurz ins Gespräch kommen, da er uns „kannte“.
Am Abend des gleichen Tages hatten wir die Möglichkeit bei der Verleihung des Ehrendoktortitels an Frank-Walter Steinmeier von der Kapodistrias Universität in Athen anwesend zu sein. Auch ein einmaliges Erlebnis

Natürlich könnte ich jetzt noch was über meinen Hundebiss, oder die Verwechslung mit einem Schweden oder Australier reden, aber das ist vielleicht zu viel des Guten.

Ich denke, dass ich weiterhin noch echt viel erleben werde.
Leider hat man manchmal echt wenig Zeit für einen Eintrag oder ähnliches.
Daher kann ich auch nicht sagen, wann ihr wieder von mir hören werdet!

Dann würde ich mal sagen … Bis zum nächsten Eintrag

P.S. Wer Fragen hat … fragt ruhig

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