{"id":487,"date":"2016-02-22T10:00:24","date_gmt":"2016-02-22T14:00:24","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/cochabamba\/?p=487"},"modified":"2016-02-22T10:00:24","modified_gmt":"2016-02-22T14:00:24","slug":"die-erfindung-meines-lebens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/cochabamba\/2016\/02\/22\/die-erfindung-meines-lebens\/","title":{"rendered":"Die Erfindung meines Lebens"},"content":{"rendered":"<p>Man stelle sich vor: Mit dem Mut eines Reisenden werde ich an die verschiedensten Orte der Welt kommen. An die Enden der Welt, vielleicht auch an die Enden der Gedanken. Das Scheitern und die L\u00fcge werden\u00a0mich \u00fcberall hin begleiten. Und dennoch ist es f\u00fcr mich die sch\u00f6nste Zeit der Welt, ebendieselbe zu entdecken und zu begreifen. Vermutlich\u00a0ist die organisierte, oder sinnvolle, Lebensreise erst von hinten aus, so geordnet anzusehen, wie wir es uns ertr\u00e4umen. Man kann erst vom Schluss her die Punkte einer Lebensreise erz\u00e4hlerisch verkn\u00fcpfen. Bis dahin bleiben sie Fragmente einer Rahmenhandlung, die sich erst sp\u00e4ter offenbart. Ein Herstellen von Ordnung, einige Fakten auszuschlie\u00dfen, andere einzubeziehen, diese als bestimmend zu sehen, andere als fl\u00fcchtig zu sehen, diese\u00a0Ordnung, ist eine erz\u00e4hlerische Ordnung. Insofern hei\u00dft es, dem eigenen Leben gegen\u00fcber zum Erz\u00e4hler zu werden, hierarchisch\u00a0anzuordnen, was war wichtig und was unbedeutend. Man k\u00f6nnte jedes Leben auf komplett unterschiedliche Art und Weise erz\u00e4hlen. Die einzige M\u00f6glichkeit zur Erfindung seines Lebens ist, es so zu erz\u00e4hlen, wie man es\u00a0leben hatte wollen. Dazu kommen f\u00fcr mich die Gef\u00fchle, die man in den beschriebenen Momenten durchlebte.<br \/>\n<em>Verlegen sein, sich hinterfragen, staunen, nicht weiter wissen, \u00fcberzeugt\u00a0sein, \u00fcberrascht werden, angewidert sein und sich selber zu \u00fcberwinden<\/em>, dass alles geh\u00f6rt zu dieser Zeit, die ich gerade durchlebe. Kalt und warm. Irgendetwas dazwischen &#8211; gemischte Gef\u00fchle. Ich m\u00f6chte versuchen, dass alles hier ein wenig zu ordnen, f\u00fcr mich und f\u00fcr andere. Ob es mir dabei gelingt, auch noch mit Pointen aufzutrumpfen, die ich vielleicht im richtigen Leben gar nicht bringen konnte, weil alles viel zu verworren war, bleibt abzuwarten.<br \/>\nWenn ich im Taxi sitze, rede ich mit den Taxifahrern \u00fcbers Taxifahren. Ich bin neugierig und rede gerne mit den Leuten dar\u00fcber, was sie machen oder was sie in meinen Augen ausmacht. Ich versuche mich in Blog und Tat\u00a0nicht selber zu kontrollieren und bin narzisstisch genug, mich nicht andauernd anpassen zu m\u00fcssen. Sondern mich selber, mit meinen H\u00e4nden und meinem Kopf,\u00a0Situationen erleben zu lassen, wie ich sie wahrnehme. Reisensensationen und Innenwelten.<a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/cochabamba\/files\/2016\/02\/IMG_7375.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-490 alignleft\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/cochabamba\/files\/2016\/02\/IMG_7375-300x450.jpg\" alt=\"IMG_7375\" width=\"300\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/cochabamba\/files\/2016\/02\/IMG_7375-300x450.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/cochabamba\/files\/2016\/02\/IMG_7375.jpg 455w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\u00a0 Sollte man mal eine Zeit hier nichts h\u00f6ren, hei\u00dft das keineswegs, dass ich nur im Bett liege und nicht nach Drau\u00dfen gehe, keine erz\u00e4hlenswerten Situationen erlebe, ich habe zeitweise\u00a0schlicht keine Lust, \u00fcber sie zu berichten. Oder, wei\u00df nicht, wie ich sie in Worte fassen kann. Das\u00a0Gute\u00a0ist, dass ich den Blog zwar wegen\u00a0der\u00a0Leser f\u00fchre, aber auch trotz der Leser f\u00fchre. Nat\u00fcrlich freue ich mich \u00fcber etwa 70 Leser in den letzten drei Tagen, aber auch wenn der Schrieb\u00a0mal weniger Anklang finden sollte, werde ich weiterhin\u00a0selbstzufrieden und dankbar Texte verfassen.\u00a0Ich werde ja schlie\u00dflich bei schlechten Quoten nicht abgesetzt. Also\u00a0werde ich weiterhin\u00a0in grenzenloses Schw\u00e4rmen, ern\u00fcchterndes Bewerten, zuf\u00e4lliges Hineinstolpern oder humoristisches Beschreiben verfallen, wie es mir angemessen scheint. Manchmal <em>unreif, drastisch, begeistert, direkt, sensibel, ungerecht oder halbstark<\/em>. Einige Geschichten m\u00f6chte ich erz\u00e4hlen, weil es mir ein Anliegen ist, dass sie zu einem Interesse werden. Andere Geschichten bestehen aus der Stille, sind unszeniert und real. Es sind nicht immer meine Geschichten, aber es sind Geschichten mit mir.<\/p>\n<p>Gut, dass wir dr\u00fcber gesprochen haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man stelle sich vor: Mit dem Mut eines Reisenden werde ich an die verschiedensten Orte der Welt kommen. An die Enden der Welt, vielleicht auch an die Enden der Gedanken. Das Scheitern und die L\u00fcge werden\u00a0mich \u00fcberall hin begleiten. 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