{"id":44,"date":"2019-11-01T12:00:44","date_gmt":"2019-11-01T11:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/clarainmexiko\/?p=44"},"modified":"2026-07-30T14:09:00","modified_gmt":"2026-07-30T12:09:00","slug":"sicher-lich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/clarainmexiko\/2019\/11\/01\/sicher-lich\/","title":{"rendered":"sicher-lich"},"content":{"rendered":"<p>Ich glaube, das erste, was einem in den Sinn kommt, wenn man an Mexiko denkt ist: Tequila, Tacos und alle m\u00f6glichen Sicherheitsbedenken. Tja und was bleibt mir anderes \u00fcbrig als zu sagen, dass diese Klischees tats\u00e4chlich wahr sind.<\/p>\n<p>Ich muss aber auch dazu sagen, dass mir bis jetzt noch nichts passiert ist. Dennoch war ich am Anfang sehr paranoid. W\u00e4hrend ich in Deutschland immer gesagt habe, dass schon alles gut wird, schlie\u00dflich gibt es hier auch Menschen, die ganz normal ihr Leben leben, war ich doch etwas panisch als ich in Mexiko ankam. Ich erinnere mich noch daran, wie ich einmal durch einen Park auf dem Weg zu einem Shopping-Center gegangen bin und mir nicht getraut habe, eine Sonnenbrille aufzusetzen oder Musik zu h\u00f6ren, weil ich Angst hatte, nicht zu h\u00f6ren oder zu sehen, was um mich herum passiert. Und um ehrlich zu sein ist diese Art von Paranoia sehr ungewohnt f\u00fcr mich. Ich w\u00fcrde mich sogar tats\u00e4chlich als naiv einsch\u00e4tzen und kann mir nicht vorstellen, dass mir irgendwer etwas B\u00f6ses antun k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Ich vermute allerdings, dass diese ganze Sensibilisierung, dass etwas passieren k\u00f6nnte, tats\u00e4chlich etwas Gutes hat. Denn ich muss nun mal hier in Mexiko aufpassen. Ich kann nicht leugnen, dass ich mit meinen blonden Haaren und blauen Augen nicht auffalle. Und ich gebe zu ich habe mich immer noch nicht daran gew\u00f6hnt, dass sich Leute auf ihren Fahrr\u00e4dern nochmal umdrehen, wenn sie an mir vorbeifahren oder ich, wenn ich gerade mal zwei Minuten irgendwo sitze direkt angesprochen werde und dann den mittlerweile klassischen Spruch h\u00f6re, was ich f\u00fcr sch\u00f6ne Augen h\u00e4tte und dass meine Haare aussehen als w\u00e4ren sie aus Gold. In Begleitung von anderen Mexikanern, bin ich relativ unauff\u00e4llig und werde nicht unbedingt beachtet.<\/p>\n<p>Es gibt ein paar Sicherheitsregeln, die es einem aber leichter machen und mittlerweile habe ich mich daran auch schon gew\u00f6hnt. Zum Beispiel:<\/p>\n<ol>\n<li>Wenn ich das Haus ohne meine Gastfamilie verlasse, muss ich ihnen immer \u00fcber WhatsApp meinen Standort schicken, damit sie wissen wo ich bin.<\/li>\n<li>Fahre ich mit einem Uber (eine Art Taxifirma) muss ich gucken, ob das Kennzeichen richtig ist, die Farbe und Marke des Autos, sowie der Name des Fahrers.<\/li>\n<li>Nicht alleine im Dunkeln drau\u00dfen sein und einsame Gegenden meiden.<\/li>\n<li>Alles, wo ich ein ungutes Gef\u00fchl habe oder mir nicht sicher bin vermeiden.<\/li>\n<li>Ich muss Personen, die ich kennenlerne, mindestens einen Monat kennen, bevor ich zu ihnen nach Hause gehe, weil sie mich ausnutzen oder bel\u00e4stigen k\u00f6nnten.<\/li>\n<li>Geld nicht sichtbar zeigen oder z\u00e4hlen. Gleiches gilt f\u00fcr das Handy. Dieses sollte insbesondere nicht nah an Stra\u00dfen benutzt werden, da Motorradfahrer es im Vorbeifahren aus der Hand rei\u00dfen k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Immer beobachten, was um dich herum passiert. Auch auf der anderen Stra\u00dfenseite.<\/li>\n<li>Keinen auff\u00e4lligen oder viel (Gold-)Schmuck tragen.<\/li>\n<li>Und das, was f\u00fcr mich am h\u00e4rtesten ist: &#8222;Traue niemandem&#8220;<\/li>\n<\/ol>\n<p>Generell wird gesagt, dass das Stadtzentrum Guadalajaras gef\u00e4hrlicher ist und man aufpassen soll. Die Vororte wie Zapopan gelten als relativ sicher. Dennoch gibt es nat\u00fcrlich immer Ecken, die man meiden sollte.<\/p>\n<p>Ich bin dennoch der Meinung, dass man ganz gut selber einsch\u00e4tzen kann, wie man sich verh\u00e4lt oder verhalten muss. Ich gehe auch ganz normal und benutze dabei mein Handy und gehe mittlerweile auch durch den Park mit Sonnenbrille und Musik auf den Ohren. Ich treffe mich mit fremden Leuten und ich bin auch nach 20 Uhr au\u00dfer Haus. Trotz aller Warnungen, \u00c4ngste und Vorurteile muss man sich trotzdem sagen, dass Guadalajara eine ganz normale Stadt ist, mit ganz normalen Leuten und das alles, was mir hier passieren <em>k\u00f6nnte<\/em>, auch in Deutschland passieren kann. Man muss halt einfach nur vorsichtig sein.<\/p>\n<p>Aber das Thema Sicherheit spielt nicht nur eine Rolle in Sachen Kriminalit\u00e4t, sondern auch in der Gesundheit.<\/p>\n<p>So darf man beispielsweise auf gar keinen Fall das Wasser aus der Leitung trinken, oder an zwielichtigen Stra\u00dfenst\u00e4nden essen. Ich habe tats\u00e4chlich von zwei M\u00e4dchen geh\u00f6rt, die aktuell im Krankenhaus liegen, weil sie sich daran nicht gehalten haben und die jetzt nahezu todkrank sind (wenn auch wieder auf dem Weg der Besserung\u2026 trotzdem nichts, was man erleben will\/muss).<\/p>\n<p>Hinzu kommt das erh\u00f6hte Risiko von Krankheiten, die durch M\u00fccken \u00fcbertragen werden. Eine Krankheit die in Guadalajara sehr oft vorkommt (insbesondere in der \u00e4rmeren Bev\u00f6lkerungsschicht) ist das Dengue-Fieber. Leider, kann man sich dagegen kaum sch\u00fctzen. Um das Risiko zu verringern kann man jedoch (hochwertigen!) M\u00fcckenschutz auftragen, viel trinken, and allen Fenstern und T\u00fcren M\u00fcckennetze anbringen und was meine Gastfamilie und ich machen, sind Vitamin B Tabletten einzunehmen, die angeblich helfen (Genau habe ich das Prinzip aber immer noch nicht verstanden). Symptome w\u00e4ren beispielsweise: Lichtempfindlichkeit, grippeartige Erscheinungen, schmerzende Augen und Gliederschmerzen. Das Fieber kann leider auch t\u00f6dlich ausgehen. Die passiert aber, dank der guten medizinischen Versorgung selten. Malaria ist in Mexiko kaum verbreitet.<\/p>\n<p>Wieso habe ich also diesen komischen Titel \u201esicher-lich\u201c gew\u00e4hlt? Klar, muss ich hier mehr beachten. Zumindest mehr als das, was ich bewusst in Deutschland beachten musste. Dennoch f\u00fchle ich mich \u201eirgendwie sicher\u201c hier. Quasi sicher mit Sternchen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich glaube, das erste, was einem in den Sinn kommt, wenn man an Mexiko denkt ist: Tequila, Tacos und alle m\u00f6glichen Sicherheitsbedenken. Tja und was bleibt mir anderes \u00fcbrig als zu sagen, dass diese Klischees tats\u00e4chlich wahr sind. Ich muss aber auch dazu sagen, dass mir bis jetzt noch nichts passiert ist. 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