{"id":38,"date":"2019-10-28T20:22:54","date_gmt":"2019-10-28T19:22:54","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/clarainmexiko\/?p=38"},"modified":"2026-07-30T14:09:00","modified_gmt":"2026-07-30T12:09:00","slug":"meine-gastfamilie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/clarainmexiko\/2019\/10\/28\/meine-gastfamilie\/","title":{"rendered":"Meine Gastfamilie"},"content":{"rendered":"<p>Entschuldigt die Versp\u00e4tung! Ich war letzte Woche in Puerto Vallarta. Einem Ort an der Westk\u00fcste und konnte deshalb keinen Beitrag hochladen!<\/p>\n<p>Heute m\u00f6chte ich euch gerne meine Gastfamilie vorstellen, denn mit meiner ihr verbringe ich abgesehen von der Schule wohl die meiste Zeit! Ob auf Ausfl\u00fcgen, Reisen, beim Einkaufen oder bei den w\u00f6chentlichen Gro\u00dffamilien Treffen.<\/p>\n<div id=\"attachment_41\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/clarainmexiko\/files\/2019\/10\/IMG_3351.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-41\" class=\"wp-image-41 size-medium\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/clarainmexiko\/files\/2019\/10\/IMG_3351-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/clarainmexiko\/files\/2019\/10\/IMG_3351-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/clarainmexiko\/files\/2019\/10\/IMG_3351-768x576.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/clarainmexiko\/files\/2019\/10\/IMG_3351.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/clarainmexiko\/files\/2019\/10\/IMG_3351-1x1.jpg 1w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-41\" class=\"wp-caption-text\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/clarainmexiko\/files\/2019\/10\/IMG_3358.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-42 alignright\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/clarainmexiko\/files\/2019\/10\/IMG_3358-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/clarainmexiko\/files\/2019\/10\/IMG_3358-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/clarainmexiko\/files\/2019\/10\/IMG_3358-768x576.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/clarainmexiko\/files\/2019\/10\/IMG_3358.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/clarainmexiko\/files\/2019\/10\/IMG_3358-1x1.jpg 1w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> \u00a0Etwas bew\u00f6lkt, aber dennoch wundersch\u00f6n! Der Strand von Bucerias bei Puerto Vallarta.\u00a0<\/p><\/div>\n<p>Darf ich vorstellen?<\/p>\n<p>Victor- mein Gastvater<\/p>\n<p>Veronica- meine Gastmutter<\/p>\n<p>Samuel- mein neunj\u00e4hriger Gastbruder<\/p>\n<p>und das neuste Familienmitglied: Tortuga- die Schildkr\u00f6te (und ja &#8222;tortuga&#8220; hei\u00dft Schildkr\u00f6te auf Spanisch)<\/p>\n<p>Wir wohnen alle zusammen in einem H\u00e4uschen in Zapopan (etwa eine halbe Stunde vom Stadtzentrum Guadalajaras entfernt). Das Haus liegt in einem sogenannten &#8222;Parque&#8220;, welche hier in Guadalajara sehr verbreitet sind. Ein Parque ist ein abgegrenztes Wohngebiet, was von Sicherheitsleuten bewacht wird und welches man nur mit einer Marke, die einen als Anwohner ausweist am Auto befahren darf.<\/p>\n<p>Die Wohngebiete sind meistens von Leuten aus der Mittelklasse und Oberschicht bewohnt und gelten als realtiv sicher. Nichtsdestotrotz besitzt nahezujedes Haus eine Alarmanlage, Bewegungsmelder oder irgendeine andere Art von Sicherheitsanlagen.<\/p>\n<p>Bei uns im Haushaben wir einen Bewegungsmelder, der auf jegliche Bewegungen im und um das Haus mit einem Piepen reagiert. Was am Anfang sehr st\u00f6rend und nervt\u00f6tend war, f\u00e4llt mir mittlerweile gar nicht mehr auf.<\/p>\n<p>Eine Freundin hat mich mal gefragt, nachdem ich ihr mein Zimmer gezeigt und erz\u00e4hlt habe, was wir unternehmen und kaufen, ob meine Gastfamilie reich ist. Die Antwort ist nein. Meine Gastfamilie sch\u00e4tze ich als normal (f\u00fcr deutsche Verh\u00e4ltnisse) bis wohlhabend ein, aber nicht reich (wissen tue ich das nat\u00fcrlich nicht genau).<\/p>\n<p>Wie leben am Parque Metropolitano, dem zweitgr\u00f6\u00dften Park von Guadalajara. Dort kann man auf jedenfalll Sport treiben, was das Zeug h\u00e4lt. Ausgeschilderte Laufstrecken, Sportger\u00e4te und Trainingsgruppen, die sich t\u00e4glich treffen um Yoga zu machen, boxen oder Fu\u00dfball zu spielen. Neben Sport kann man dort aber auch auf in den Park gebauten Inseln, grille, kochen oder picknicken oder Pinatas an den extra daf\u00fcr bereitstehenden Stangen zerschlagen. Hinzu kommen Fahrradverleihe und Seilbahnfahrten \u00fcber den kleinen Teich in der Mitte des Parks. Sehr sch\u00f6n, wenn ihr mich fragt und ich halte mich da nur zu gerne, wenn auch leider selten auf.<\/p>\n<p>Mein Tagesablauf sieht im Moment wie folgt aus und ist eigentlich jeden Tag gleich:<\/p>\n<p>5.30 Uhr aufstehen<\/p>\n<p>6.30 Uhr mit dem Auto zur Bushaltestelle<\/p>\n<p>7.45 Uhr mit dem Schulbus an der Schule ankommen und zum Kindergarten gehen<\/p>\n<p>13 Uhr zur Verwaltung wechseln oder in den AGs helfen<\/p>\n<p>16.10 Uhr mit dem Schulbus zur\u00fcck zur Bushaltestelle<\/p>\n<p>17 Uhr mit Samuel und Veronica zu meiner Gastoma fahren und da das erste Abendbrot essen<\/p>\n<p>19 Uhr wieder los und entweder nach Hause oder zur Nachhilfe von Samuel<\/p>\n<p>20 Uhr zu Hause ankommen<\/p>\n<p>20.30 Uhr zweites Abendbrot essen, Essen zum mitnehmen f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag vorbereiten<\/p>\n<p>22 Uhr schlafen&#8230; wenn`s klappt.<\/p>\n<p>Am Anfang war ich ehrlich gesagt, sehr \u00fcberw\u00e4ltigt von diesem Tagesablauf. Ich habe nicht verstanden, wieso wir jeden Tag zu meinen Gastgro\u00dfeltern fahren und nicht direkt nach Hause. In Deutschland besuche ich meine Gro\u00dfeltern auch nur einmal die Woche. Aber hier verbringe ich eigentlich mehr bei meinen Gro\u00dfeltern als im Haus meiner Gastfamilie.<\/p>\n<p>Am Wochenende gehen wir Samstagvormittag schwimmen und fahren dann gegen 15 Uhr zu den Eltern von Victor, wo wir bis ca. 20 Uhr bleiben. Am Sonntag essen wir gegen 11 Uhr Fr\u00fchst\u00fcck und fahren dann wieder gegen 15 Uhr zu den Eltern von Veronica, wo ich s\u00e4mtliche Tanten und Onkels, Cousins und Cousinen treffe und dort bis ca. 21.30 Uhr bleibe, bevor auch schon wieder Montag ist und die Woche erneut beginnt. Es wird also nie langweilig und ich hatte von Anfang an das Gef\u00fchl, von der Familie herzlich aufgenommen und integriert worden zu sein und f\u00fchle mich sehr wohl.<\/p>\n<p>Da ich so viel Zeit mit meiner Gastfamilie verbringe (und damit meine ich nicht den kleinen Kreis Mutter-Vater-Kind), spreche ich meistens von der gesamten Familie also auch meine Gastgro\u00dfeltern und Cousins, Cousinen, Onkels und Tanten, wenn ich von meiner &#8222;Gastfamilie&#8220; rede.<\/p>\n<p>Was sich bestimmt auch einige fragen werden: Ich rede mit meiner Gastfamilie haupts\u00e4chlich englisch. Mein Gastvater hat ein Jahr in Leipzig ga\u00e9arbeitet und spricht deshalb sehr gut deutsch (meiner Meinung nach, er findet sein deutsch sehr schlecht). Mein Gastbruder besucht ebenfalls die Deutsche Schule und ich \u00fcbe mit ihm regelm\u00e4\u00dftig Vokabeln &amp; Co., was auch sehr gut ist um mein Spanisch zu verbessern. Da Samuel kein englisch versteht, versuche ich mit ihm spanisch oder eben deutsch zu sprechen. Au\u00dferdem verstehe ich mich sehr gut mit meinem Cousin und meiner Cousine, die 19 und 14 Jahre alt sind und englisch sprechen.<\/p>\n<p>Ich gebe zu, dass ich erleichtert bin mit meiner Gastfamilie englisch sprechen zu k\u00f6nnen. Klar, \u00fcbe ich dann vielleicht nicht unbedingt spanisch, aber da laber ich eigentlich immer die Kindergartenkinder zu, die sowieso alles suuuper witzig finden, was ich sage. Die meisten Leute, die ich n\u00e4mlich au\u00dferhalb der Schule oder meinem zu Hause getroffen haben, k\u00f6nnen n\u00e4mlich sehr selten englisch.<\/p>\n<p>Erst seit letztem Jahr wurde an den Schule Englisch als Pfichtfach engef\u00fchrt. Es kommt auch leider nicht selten vor, dass ich schief angeguckt werde, wenn ich sage &#8222;No hablo espanol&#8220; (Ich spreche kein Spanisch). Das, was f\u00fcr mich im Moment sehr frustrierend ist, ist, dass ich viel verstehe (auch das &#8222;Wieso kommt man denn nach Mexiko, wenn man kein Spanisch kann?&#8220;, was mal ein Wachmann zum anderen gesagt hat, nachdem sie mich angequtascht haben), aber ich einfach nicht wei\u00df, wie ich das, was ich denke auch sagen kann. Nat\u00fcrlich habe ich nicht erwartet innerhalb eines Monats auf einmal flie\u00dfend Spanisch sprechen zu k\u00f6nnen und ich gebe auch auf keinen Fall auf und denke mir &#8222;Oh Gott, das wird nie was!&#8220;. Ich wei\u00df, dass ich mich irgendwann verst\u00e4ndigen kann und gebe mir daf\u00fcr auch die Zeit, die es eben braucht. Und wie meine treuen und geduligen Taxifahrer immer zu mir sagen: &#8222;poco a poco&#8220; (St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck).<\/p>\n<p>Was ich leider auch nur zu meiner Beziehung zu meinem Gastbruder sagen kann. Wir kommen miteinander klar, keine Frage, aber ich glaube ich bin im Moment die dauerhafte Erinnerung an sein gro\u00dfes Deutsch-Examen am Ende des Schuljahres, welches entscheidet, ob er auf der Schule bleiben darf oder nicht. Viel Druck f\u00fcr so einen kleinen Jungen, wenn ihr mich fragt und ich kann es auch irgendwie verstehen, dass er mich jedes mal, wenn ich mit ihm rede panisch den Kopf sch\u00fcttelt oder sofort wegrennt. Hinzu kommt, dass er ein Einzelkind ist und bevor ich nach Mexiko gekommen bin nat\u00fcrlich die ganze Aufmerksamkeit seiner Familie f\u00fcr sich hatte. Jetzt und besonders am Anfang war der Fokus auch viel auf mir, was ihn vermute ich immer noch sehr st\u00f6rt. Er weint viel und erwidert nie mein L\u00e4cheln. Manchmal habe ich das Gef\u00fchl, dass er mir zeigen will, dass er Dinge besser kann als ich oder muss mich immer korrigieren. Zum Beispiel lege ich die Deckchen auf den Tisch, die wir immer verwenden und er nimmt sie wieder weg und legt andere auf den Tisch, oder wir backen einen Kuchen (eine Backmischung) und er zeigt mir wie man das &#8222;richtig&#8220; macht. Ich wei\u00df ich klinge vielleicht etwas bescheuert und wie ein bockiges Kind, was seinen Eltern petzt wie bl\u00f6d der Bruder ist, aber ich f\u00fchle mich gerade einfach etwas&#8230; ersch\u00f6pft. Ich wei\u00df einfach nicht mehr, was ich machen kann um eine bessere Beziehung zu ihm aufzubauen. Ich spiele mit ihm Spiele, schenke ihm S\u00fc\u00dfigkeiten, helfe ihm bei den Hausaufgaben und bin (meiner Meinung nach) immer nett, aber ich pralle gef\u00fcllt immer gegen die Wand bei ihm. Tja, aber was bleibt mir anderes \u00fcbrig als postiv und zuversichtlich zu bleiben und dem ganzen einfach Zeit zu geben, oder eben die Situation zu akzeptieren und vielleicht auch eine &#8222;so lala&#8220; Beziehung zu meinem Gastbruder zu haben.<\/p>\n<p>Aber tats\u00e4chlich gibt es auch ein paar &#8222;Fun-Facts&#8220; \u00fcber meine Gastfamilie:<\/p>\n<p>1. Was f\u00fcr mich irgendwie am verr\u00fccktesten, komischsten und unverst\u00e4ndlichsten ist: Wir haben einen Geschirrsp\u00fcler benutzen ihn aber nie. Wir waschen aaaaalles ab. Und ich meine wirklich alles. Das bedeutet auch das Geschirr vom 3-G\u00e4nge-Men\u00fc, welches jedes Wochenende die ganze Familie (14-15 Personen) zu sich nimmt. Auf meine Frage, wieso wir den ganze Spa\u00df nicht in den Geschirrsp\u00fcler tun, habe ich noch keine richtige Antwort bekommen. Einmal musste ich meiner Familie sogar erkl\u00e4ren wie das Ding \u00fcberhaupt funktioniert, wo der Geschirrsp\u00fcltap reinkommt und wie lange ein Waschgang ungef\u00e4hr dauert. Immerhin werde ich am Ende meines Jahres Abwaschprofi sein.<\/p>\n<p>2. Brotdosen! Meine Gastfamilie <em>liebt <\/em>sie! Wir haben ungef\u00e4hr einen ganzen Kleiderschrank damit voll und meine h\u00e4rteste Entscheidung besteht jeden Abend darin, die geeignete f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag zu w\u00e4hlen.<\/p>\n<p>3. Serviette sind das A und O. So wie es bei uns in den Superm\u00e4rkten Toilettenpapier gibt, findet man hier Servietten und meine Gastfamilie bringt sie \u00fcberall mit hin. Egal, ob auf dem Essenstisch oder im Auto. Ohne Servietten geht gar nichts.<\/p>\n<p>4. Fleisch ist auch ein ganz gro\u00dfes Thema. Besonders f\u00fcr meine Gastoma! Bei jedem Abendbrot gibt es entweder Fleicheintopf, Gem\u00fcse mit Fleisch, Tacos mit Fleisch oder Fleisch zum Fleisch. Also vegetarisch kommt bei meiner Gastfamilie nicht infrage.<\/p>\n<p>5. Milch wird von meiner Gastfamilie getrunken wie Wasser. Auf mein st\u00e4ndiges verneinen, dass ich keine Milch zum Abendbrot trinken m\u00f6chte, fragte mich meine Gastfamilie ganz entsetzt, ob ich keine Milch m\u00f6ge oder ob man in Deutschland keine Milch trinkt. Ich erk\u00e4rte ihnen also das ich pers\u00f6nlich nicht gerne Milch pur trinke, sondern beispielsweise nur im Kaffee.<\/p>\n<p>Das soll es f\u00fcr heute erstmal gewesen sein! Falls ihr Fragen, W\u00fcnsche, Anregungen oder Feedback habt, w\u00fcrde ich mich sehr \u00fcber Kommentare freuen.<\/p>\n<p>Und weil ich schon Fragen bekommen habe, wieso ich so wenige oder keine Bilder hochlade. In Guadalajara geht es leider sehr schnell, dass einem das Handy geklaut werden kann. Hinzu kommt, dass ich viel mit dem Auto unterwegs bin und es sich schlecht daraus mit meiner schlechten Handykamera fotografieren l\u00e4sst. Vielleicht kann ich aber mal einen Post mit Bildern machen oder ich f\u00fcge sie noch zu \u00e4lteren Beitr\u00e4gen hinzu.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Entschuldigt die Versp\u00e4tung! Ich war letzte Woche in Puerto Vallarta. Einem Ort an der Westk\u00fcste und konnte deshalb keinen Beitrag hochladen! Heute m\u00f6chte ich euch gerne meine Gastfamilie vorstellen, denn mit meiner ihr verbringe ich abgesehen von der Schule wohl die meiste Zeit! Ob auf Ausfl\u00fcgen, Reisen, beim Einkaufen oder bei den w\u00f6chentlichen Gro\u00dffamilien Treffen. 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