{"id":157,"date":"2021-01-13T14:43:40","date_gmt":"2021-01-13T13:43:40","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/chelmosvouraikos\/?p=157"},"modified":"2021-01-13T14:43:51","modified_gmt":"2021-01-13T13:43:51","slug":"ueber-den-wolken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/chelmosvouraikos\/2021\/01\/13\/ueber-den-wolken\/","title":{"rendered":"\u00dcber den Wolken"},"content":{"rendered":"<p>Obwohl die\u00a0 Corona Ma\u00dfnahmen\u00a0 in Griechenland verl\u00e4ngert wurden, waren wir diese Woche viel unterwegs: am Donnerstag sind wir zum Styx gefahren. Zwei Studenten von George, dem Professor, mussten irgendwelche Steine f\u00fcr ihre Masterarbeit anschauen und Maya brauchte Fotos vom Styx f\u00fcr ihre Datenbank.<\/p>\n<p>Der Styx ist n\u00e4mlich nicht nur aus geologischer Sicht ein interessanter Wasserfall, sondern auch ein wichtiges Element in der griechischen Mythologie:<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><em>Diese besagt, dass der Fluss Styx in die Unterwelt f\u00fchrt und somit eins der drei Tore in die Unterwelt ist, in der der Gott Ha<\/em><em style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;font-size: 14px;font-weight: 400\">des regiert.<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_186\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/chelmosvouraikos\/files\/2021\/01\/IMG_2384.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-186\" class=\"wp-image-186 size-medium\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/chelmosvouraikos\/files\/2021\/01\/IMG_2384-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/chelmosvouraikos\/files\/2021\/01\/IMG_2384-300x200.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/chelmosvouraikos\/files\/2021\/01\/IMG_2384-768x512.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/chelmosvouraikos\/files\/2021\/01\/IMG_2384-1x1.jpg 1w, https:\/\/kulturweit.blog\/chelmosvouraikos\/files\/2021\/01\/IMG_2384.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-186\" class=\"wp-caption-text\">Styx-Wasserfall<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: left\"><em>Der Fluss wurde nach Styx, der G\u00f6ttin des Flusses, benannt, die die \u00e4lteste Tochter von Oceanus und Tethys ist. Styx wird oft als schreckliche G\u00f6ttin beschrieben, die von den anderen G\u00f6ttern verachtet wurde, weshalb der Fluss Styx oft auch als Fluss des Hasses bezeichnet wird. Es ist jedoch auch der Fluss der unbrechbaren Eide. W\u00e4hrend der letzten Schlacht der Titanen entschied sich Styx daf\u00fcr, auf der Seite von Zeus und den anderen G\u00f6ttern des Olymps zu k\u00e4mpfen. Um Styx f\u00fcr ihre Hilfe zu danken, entschied Zeus, dass die heiligsten Eide bei dem Styx-Gew\u00e4sser gesprochen werden sollten. Die Botin des Olymps, Iris, ist die einzige G\u00f6ttin, die das Wasser durchqueren konnte. Wann immer auf dem Olymp ein Eid geleistet werden soll, sandte Zeus Iris, um das Wasser vom Styx in einen Krug aus Pferdehuf (Kr\u00fcge aus Gold, Silber, Ton, Glas usw. w\u00fcrden durch das Wasser des Styx brechen) zum Olymp zur\u00fcckzubringen. Die Gottheit, die beim Wasser von Styx schwor, durfte nur die Wahrheit sagen. Die Strafe f\u00fcr das Brechen des Eides ist ein Jahr ohne Ambrosia oder Nektar.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><em>Der Tradition zufolge hatte das Wasser die Kraft, jemanden unverwundbar zu machen. Thetis badete ihren Sohn Achilles im Wasser von Styx, um ihn unsterblich zu machen. Sie hielt ihn an der Ferse fest, was dazu f\u00fchrte, dass er mit Ausnahme seiner Ferse unverwundbar war. Daher kommt auch der Name Achillesferse. F\u00fcr Menschen soll das Wasser aber giftig sein. Das Wasser also nicht trinken!<\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;font-size: 14px;font-style: normal;font-weight: 400\">So trafen wir uns am Donnerstagmorgen mit dem Ranger Panagotis, George, Penelope und den zwei Studenten Vasilis und Irena am Fu\u00df des Neirodachi.\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;font-size: 14px;font-style: normal;font-weight: 400\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-177 alignright\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/chelmosvouraikos\/files\/2021\/01\/IMG_2373-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/chelmosvouraikos\/files\/2021\/01\/IMG_2373-300x200.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/chelmosvouraikos\/files\/2021\/01\/IMG_2373-768x512.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/chelmosvouraikos\/files\/2021\/01\/IMG_2373-1x1.jpg 1w, https:\/\/kulturweit.blog\/chelmosvouraikos\/files\/2021\/01\/IMG_2373.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;font-size: 14px;font-style: normal;font-weight: 400\">Doch bevor es mit dem Aufstieg losgin<\/span><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;font-size: 14px;font-style: normal;font-weight: 400\">g, wurd<\/span><span style=\"font-size: 14px\">en erstmal griechische K\u00e4se- und Spinatbl\u00e4tterteigtaschen verteilt. Nachdem sich alle ausgiebig gest\u00e4rkt h<\/span><span style=\"font-size: 14px\">atten liefen wir los. Zuerst wanderten wir einen bewaldeten aber recht steilen Hang hinauf, bis die Vegetation endete und man nur noch nackten Felsen sehen konnte. Dann ging es weiter \u00fcber e<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14px\">inen Kiespfad den Berg hinauf. W\u00e4hrend einer Pause, in der sich die Studenten etwas zu den Steinen notierten, konnten wir V\u00f6gel beobachten, die nur wenige Meter \u00fcber uns kreisten.\u00a0 Der darauffolgende Weg schl\u00e4ngelte sich nun an einer Steilwand entlang, in welche Metall\u00f6sen und ein Stahlseil eingelassen wurde, welches hier auch dringend ben\u00f6tigt wurde. Zu unserer linken hatten wir einen atemberaubenden Blick in die Schlucht, durch diese sich der Krathis, der Fluss, der vom Styx abgeht, schl\u00e4ngelte. Nach einigen Minuten waren wir hoch genug, um im Schnee zu stehen! Auf dieser H\u00f6he hatte man nicht nur die einmalige Gelegenheit griechischen Schnee zu bestaunen, sondern man stand wortw\u00f6rtlich in den Wolken. Dies lie\u00df sich daran erkennen, dass die atemberaubende Aussicht alle paar Minuten in dichten Nebel verschwand. So stapften wir noch eine Weile weiter durch den tiefen Schnee den Berg hinauf, bis zum Fu\u00dfe des Styx Wasserfalls. Dort war es nicht nur windig und neblig, sondern man konnte auch ein paar kleine Lawinen beobachten. All diese Faktoren und der Fakt, dass Panagotis, der Ranger, Hunger hatte (seine Frau hatte an dem Tag Schwein zubereitet und er wollte auf gar keinen Fall zu sp\u00e4t nach Hause kommen), trugen dazu bei, dass wir beschlossen umzukehren. Doch nur weil es bergabging und Panagotis in gef\u00fchlter Lichtgeschwindigkeit den Berg hinunterlief, kamen wir nicht schneller voran als beim Aufstieg. Denn wenn man mit Geologen unterwegs ist, <\/span><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;font-size: 14px;font-style: normal;font-weight: 400\">erkl\u00e4ren<\/span><span style=\"font-size: 14px\"> sie beim Berg hochklettern nicht nur alle m\u00f6glichen Theorien , wie der Berg entstanden ist und wie dieser sich weiterentwickelt, sondern packen beim Abstieg den halben Berg ein, um ihn im Labor untersuchen zu k\u00f6nnen. So sa\u00df Panagotis jedes Mal auf einem Stein, w\u00e4hrend wir George und seinen Studenten dabei zusahen, wie sie jeden Stein zwei Mal umdrehten, mit H\u00e4mmern darauf rum klopften und ihn dann in die Jackentaschen oder Rucks\u00e4cke steckten. W\u00e4hrenddessen brachten wir Penelope das sehr wichtige deutsche Wort \u201eDoch\u201c bei, welches sich schon in den darauffolgenden Sekunden als sehr n\u00fctzlich erweisen sollte. Denn George, der Professor, ist ein lebendes Wikipedia, was es sehr schwer macht mit ihm zu diskutieren. Er kann in einem Moment von Steinen reden und im n\u00e4chsten Moment erkl\u00e4rt er die Unterschiede verschiedener Affenarten und bei welchen Arten Kannibalismus auftritt. Als er mitbekam, dass wir Penelope deutsch beibringen, konnte er sogar etwas dazu beitragen: \u201eAlles ist Pupsegal\u201c. In diesem Sinne bis n\u00e4chstes Mal!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14px\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/chelmosvouraikos\/files\/2021\/01\/IMG_2234.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-170 aligncenter\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/chelmosvouraikos\/files\/2021\/01\/IMG_2234-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"389\" height=\"259\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/chelmosvouraikos\/files\/2021\/01\/IMG_2234-300x200.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/chelmosvouraikos\/files\/2021\/01\/IMG_2234-768x512.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/chelmosvouraikos\/files\/2021\/01\/IMG_2234-1x1.jpg 1w, https:\/\/kulturweit.blog\/chelmosvouraikos\/files\/2021\/01\/IMG_2234.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 389px) 100vw, 389px\" \/><\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Obwohl die\u00a0 Corona Ma\u00dfnahmen\u00a0 in Griechenland verl\u00e4ngert wurden, waren wir diese Woche viel unterwegs: am Donnerstag sind wir zum Styx gefahren. 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