{"id":104,"date":"2011-10-08T17:30:35","date_gmt":"2011-10-08T20:30:35","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/buenosaires\/2011\/10\/08\/kuriositten\/"},"modified":"2011-10-09T17:19:58","modified_gmt":"2011-10-09T20:19:58","slug":"kuriositten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/buenosaires\/2011\/10\/08\/kuriositten\/","title":{"rendered":"Kuriosit&auml;ten"},"content":{"rendered":"<p>Damit alle, auch die lieben Mitarbeiter, Trainer und Sittenw\u00e4chter von \u201ckulturweit\u201d beruhigt sind: nat\u00fcrlich ist\u00a0 NICHT ganz Argentinien immer genauso wie im folgenden Text beschrieben, und ich bringe nur einzelne Beispiele an. Allerdings hab ich mich auch in Gespr\u00e4chen mit Argentiniern und Deutschen \u00fcber diese \u201cMerkmale\u201d unterhalten und gerade von Argentiniern werden diese Beobachtungen oft\/immer unterschrieben. Bisher haben sich sehr viele Vorurteile (fast immer positiv) best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Nach nun gut 2 Wochen f\u00fchle ich mich hier sehr wohl und habe mich gut eingelebt. Aber umso mehr man sich einlebt, desto besser lernt man auch das Land kennen, und zwar nicht nur die sch\u00f6nen und vielleicht auch weniger sch\u00f6nen Gegenden und Geb\u00e4ude, sondern man bemerkt auch, dass man nicht zuhause ist. Ich k\u00f6nnte euch jetzt nat\u00fcrlich berichten das es hier auch einen VW Gol gibt, der eine Kreuzung aus Golf und Polo ist, aber unterhaltsamer sind sicherlich die nicht unbedingt gleich so offensichtlichen Unterschiede. Das erste, was mir sofort aufgefallen ist, kann man aber schon als offensichtlich abstempeln: Die Lautst\u00e4rke. Argentinien ist sehr, sehr laut. Die Menschen\/Jugendlichen k\u00f6nnen locker mit den ber\u00fchmten lauten Deutschen mithalten. Die Sch\u00fcler aus der 12. Klasse fangen an im besten Einkaufszentrum der Stadt im Chor den Trololo zu singen. Wenn man nur ein kleines 50ccm Motorrad hat, sollte man den Sound hier schon auf Harleyniveau bringen, das gleiche gilt f\u00fcr den VW Fox. Wer also dachte, dass ein Subaru Rallyewagen schon laut sein kann, hat die Tuner aus Argentinien noch nicht kennengelernt. Wof\u00fcr sollte man noch in Diskos gehen, wenn der alte Fiat Uno ne bessere und lautere Anlage hat? Und wenn die Hersteller schon Hupen in Autos bauen, sollte man diese auch nicht kalt werden lassen. Und es macht auch Sinn, wenn man den Ford F350 (riesen Gel\u00e4ndewagen) morgens mal eine gute Stunde warmlaufen l\u00e4sst (Meine Nachbarn). Selbige lieben auch Reggaeton (wer will kann sich den Spa\u00df mal bei youtube g\u00f6nnen). Und da hier die H\u00e4user Wand an Wand gebaut werden, h\u00f6rt der ganze Block die Musik mit. Reggeaton besticht durch eine gewisse Eint\u00f6nigkeit und hat immer den selben Beat und wir traditionell LAUT und \u00fcberall geh\u00f6rt. Aber auch Fu\u00dfball h\u00f6rt man gerne im Radio und dann so, dass der gesamt Parkplatz auch wei\u00df, wie der Spielstand ist. Sehr sozial. Aber auch wenn sich das jetzt alles etwas nervig anh\u00f6rt, ich liebe es. Und wenn es dem Porte\u00f1os zu laut werden sollte kann er sich ja noch immer in die Pampa oder ins Stille Patagonien fl\u00fcchten. Was auch etwas Gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig ist\/war sind die Portionsgr\u00f6\u00dfen, vor allem bei Getr\u00e4nken. Am Flughafen war ein beliebter Coffeeshop und ich dachte, dass so ein kleiner Espresso am Morgen nicht schaden kann. Also Espresso bestellt, auf Nachfrage die kleinste Gr\u00f6\u00dfe noch einmal best\u00e4tigt, und schwups hatte ich einen 0,3 Liter Becher randvoll mit Cafe in der Hand. Ich fragte nach, ob das jetzt ein 6x Espresso sei, aber die Dame zeigte mir dann die anderen Becher (Medium: 0,4; Large: 0,5).\u00a0\u00a0 <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/buenosaires\/files\/2011\/10\/DSCN0583.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"margin-left: 0px;margin-right: 0px;border-width: 0px\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/buenosaires\/files\/2011\/10\/DSCN0583_thumb.jpg\" alt=\"DSCN0583\" width=\"184\" height=\"244\" align=\"left\" border=\"0\" \/><\/a> Dass ich danach Schwei\u00dfausbr\u00fcche hatte, und mich bewegte wie ein Zitteraal ist ja eigentlich klar. Wasser kauft man in 6 Liter \u201cFlaschen\u201d und Coca-Cola in 3 Liter Flaschen. Das Problem immer: man kann nur sehr schlecht damit eingie\u00dfen, oder man f\u00fcllt alles in kleine Flaschen um. In den letzten Tagen war das Wetter etwas durchwachsen, und gestern Abend begann es zu regnen. Dieses Naturph\u00e4nomen tritt nicht allzu oft hier auf, entsprechend \u00fcberfordert sind die Menschen. Auf einer Stadtrundfahrt, fuhren wir mit dem Bus gegen 20 Uhr Stadteinw\u00e4rts, d.h. eigentlich m\u00fcssten die Stra\u00dfen frei sein, da die Leute ja von der Arbeit nachhause fahren. Aber da es ja regnete hat sich wahrscheinlich jeder Porte\u00f1os ins Auto gesetzt und ist kopflos durch die Stadt gefahren. Nat\u00fcrlich mussten in diesem Moment auch noch 20 demonstrierende Menschen die breiteste Stra\u00dfe der Welt blockieren, womit wir schon beim n\u00e4chsten Punkt w\u00e4ren: Argentinien ist gelebte Demokratie &#8211;&gt; Demos. Des Argentiniers liebstes Hobby scheint das Demonstrieren zu sein. \u00dcberall in der Stadt sind Sperrgitter der Polizei aufgebaut, und \u00fcberall sieht man auch Leute demonstrieren. Diese Woche gipfelte der Protest am Flughafen. 15 Menschen hatten ein Anliegen, das sie aus ihrer Sicht nur mit Hilfe einer Demonstration publik machen konnten. Also blockierten diese 15 Menschen die einzige Autobahn zum Flughafen, woraufhin ein 13km langer Stau entstand und wahrscheinlich hunderte Menschen ihre Langstreckenfl\u00fcge verpassten. Am Freitag protestierten dann mal die Herren vom Gep\u00e4ckband, sodass im ganzen Flughafen immer nur ein Koffer zur Zeit einen Abnehmer finden konnte. Der Rest wurde im Regen stehen gelassen. Trocknet ja auch wieder. Im Zuge des schlechten Wetters zog nat\u00fcrlich auch etwas Wind auf. So fielen s\u00e4mtliche B\u00e4ume, die man schon in den letzten Jahrzehnten h\u00e4tte f\u00e4llen k\u00f6nnen um. Die Feuerwehr war in Ciudad Jardin im Dauereinsatz, und sperrte mit gro\u00dfer Eifer s\u00e4mtliche Stra\u00dfen und verteilte Helme an die Passanten. <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/buenosaires\/files\/2011\/10\/DSCN0471.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: none;margin-left: auto;margin-right: auto;border-width: 0px\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/buenosaires\/files\/2011\/10\/DSCN0471_thumb.jpg\" alt=\"DSCN0471\" width=\"244\" height=\"184\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nun noch etwas \u00fcber meine Aktivit\u00e4ten hier:\u00a0 Am 29.09 war ich das erste Mal l\u00e4nger und alleine mit den Deutschen in der Stadt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/buenosaires\/files\/2011\/10\/DSCN0328.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"margin-left: 0px;margin-right: 0px;border-width: 0px\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/buenosaires\/files\/2011\/10\/DSCN0328_thumb.jpg\" alt=\"DSCN0328\" width=\"184\" height=\"244\" align=\"left\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Beim ersten mal war es eine totale Reiz\u00fcberflutung, denn die Stadt ist einfach gigantisch. Am Wochenende war ich dann gleich noch zweimal in der Stadt und habe mir unteranderem Puerto Madero, die Hafencity <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/buenosaires\/files\/2011\/10\/DSCN0451.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"margin-left: 0px;margin-right: 0px;border-width: 0px\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/buenosaires\/files\/2011\/10\/DSCN0451_thumb.jpg\" alt=\"DSCN0451\" width=\"244\" height=\"184\" align=\"right\" border=\"0\" \/><\/a>von Buenos Aires angesehen, wo sich Geb\u00e4ude von Philippe Stark an Norman Foster reihen. Au\u00dferdem gab es mal wieder ein richtig gutes Asado, diesmal aber von meinem Gastvater selber gemacht. Am Montag kamen dann die Austauschsch\u00fcler aus Deutschland. Am Mittwoch waren wir mit 20 Leuten von unser Schule auf der Plaza Alemania um den \u201cTag Der Deutschen Einheit\u201d zu feiern. Nach diesem Festakt, ging es dann f\u00fcr uns in die Botschaft, wo es sehr nett und sch\u00f6n war. Die Botschaft liegt in einem wundersch\u00f6nen Park, mitten im Zentrum, und durch die Mauern und das Gr\u00fcn hat man das Gef\u00fchl nicht in einer Millionen Metropole zu sein. Au\u00dferdem gab es neben argentinischem Essen auch deutsches, und deutsches und bayrisches Bier, und da Niedersachsen Gastgeber war auch J\u00e4germeister (der hier unglaublich teuer ist). Donnerstag haben wir mit den deutschen Austauschsch\u00fclern eine Stadtrundfahrt gemacht, auf der ich auch das ber\u00fchmte Boca kennengelernt habe.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/buenosaires\/files\/2011\/10\/DSCN04851.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: none;margin-left: auto;margin-right: auto;border-width: 0px\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/buenosaires\/files\/2011\/10\/DSCN0485_thumb.jpg\" alt=\"DSCN0485\" width=\"184\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Weitere Fotos werden wahrscheinlich demn\u00e4chst \u00fcber Flickr folgen. Aber all das wird dann hier bekannt gegeben und erkl\u00e4rt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Damit alle, auch die lieben Mitarbeiter, Trainer und Sittenw\u00e4chter von \u201ckulturweit\u201d beruhigt sind: nat\u00fcrlich ist\u00a0 NICHT ganz Argentinien immer genauso wie im folgenden Text beschrieben, und ich bringe nur einzelne Beispiele an. 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