{"id":388,"date":"2015-05-18T14:33:25","date_gmt":"2015-05-18T17:33:25","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/buenaonda\/?p=388"},"modified":"2015-05-18T14:33:25","modified_gmt":"2015-05-18T17:33:25","slug":"kurzgeschichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/buenaonda\/2015\/05\/18\/kurzgeschichten\/","title":{"rendered":"Kurzgeschichten"},"content":{"rendered":"<p>Hier eine kleine Sammlung wundersch\u00f6n unwichtiger aber witziger Geschichten, die mich im Alltag erfreuen&#8230;:<\/p>\n<p>Der mysteri\u00f6se Mendoza-Mann<br \/>\nEines meiner Lieblingserlebnisse, das ich auch schon ziemlich weit verbreitet habe&#8230;<br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline\">Teil 1<\/span>: Als ich <span style=\"text-decoration: underline\">vor dem Konex<\/span> (oder Ciudad Cultural Konex) auf eine Freundin gewartet habe, um mit ihr zu einem Konzert zu gehen, habe ich diesen Mann gesehen, der auch wartete, den ich irgendwo schonmal gesehen hatte.<br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline\">Teil 2<\/span>: Am letzten Tag unseres Osterwochenendes in Mendoza hat sich dieser Mann einem Freund <span style=\"text-decoration: underline\">im Eiscaf\u00e9<\/span> an den Tisch neben uns gesetzt. Sie haben franz\u00f6sisch gesprochen. Zum dritten Mal gesehen und schon in der zweiten Stadt.<br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline\">Teil 3<\/span>: Einen Tag sp\u00e4ter, beim Warten <span style=\"text-decoration: underline\">am Busbahnhof<\/span> stand pl\u00f6tzlich der gleiche Mann vor mir und hat mich kurz angel\u00e4chelt. Ich wusste und wei\u00df nicht, ob aus Wiedererkennung oder H\u00f6flichkeit.<br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline\">Teil 4<\/span>: Auf der Nachtfahrt zur\u00fcck nach Buenos Aires glaube ich, diesen Mann <span style=\"text-decoration: underline\">im (dunklen) Bus<\/span> gesehen zu haben, und ich glaube, dass er mich auch gesehen hat.<br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline\">Teil 5<\/span>: Als ich nach Mendoza einmal etwas zu sp\u00e4t <span style=\"text-decoration: underline\">in der Sprachschule<\/span> war, habe ich in einen Raum mit offener T\u00fcr geschaut und da sa\u00df er, hat mir mit einer Geste gezeigt in welchen Raum ich musste, und ich bin schnell reingehuscht. Ich habe mich gef\u00fchlt wie die fabelhafte Am\u00e9lie, als sie herausfindet, dass der r\u00e4tselhafte Mann aus dem Fotobuch weder ein Verfolgter, noch ein Untoter ist, sondern einfach nur Elektriker. Mein r\u00e4tselhafter Mann ist weder ein Verfolger, noch ein Spion, sondern arbeitet einfach in meiner Sprachschule. Und kommt wahrscheinlich aus Frankreich.<\/p>\n<p>Beim Warten an einer Kreuzung auf dem Heimweg von der Arbeit fuhr ein Duo an mir vorbei bestehend aus einem Pickup und einem Fahrrad, dessen Fahrer sich am Heckst\u00fcck des Pickups festhielt. Er profitierte eindeutig vom Tempo des Pickups, hatte wahrscheinlich den Spa\u00df seines Lebens und bereitete mir ein bisschen Angst und viel Freude.<\/p>\n<p>In der Secundaria gibt es eine ziemlich temperamentvolle zweite Klasse (entspricht ungef\u00e4hr der achten Klasse in Deutschland). Als einer der ganz besonders gro\u00dfen Sch\u00e4tzchen mal wieder irgendeinen Mist gemacht hatte und ich ihn lange\/streng\/intensiv anguckte, meinte der einfach nur: &#8222;Soy lindo?&#8220;, &#8222;Bin ich h\u00fcbsch?&#8220;. Ja klar. Und wahrscheinlich 14 Jahre alt und ein ziemlicher Teufel.<\/p>\n<p>In den Bahnen wimmelt es nur so vor Verk\u00e4ufern (von Kaugummis, Socken, Schokolade, N\u00e4hzeug, Stickern, Werkzeugsets und \u00e4hnlich lebenswichtiger Dinge) und Musikern. Das Schauspiel, f\u00fcr das sie auf den oft langen Fahrten sorgen, scheint gewissen Spielregeln zu folgen. Ob diese Situation dazugeh\u00f6rt oder eher ein improvisierter Akt war, wei\u00df ich nicht genau: Ein Musiker hatte gerade sein Set aus Gitarre und Mikro aufgebaut und schon ein paar Akkorde gespielt, die sich mit den Rufen eines Schokoladenverk\u00e4ufers mischten. Die beiden gaben sich ein Zeichen, der Verk\u00e4ufer ratterte sein Set an Werbespr\u00fcchen runter, gab schlie\u00dflich wieder ein Zeichen, und der Musiker konnte ungest\u00f6rt spielen und singen.<\/p>\n<p>Timing sollte man niemals untersch\u00e4tzen &#8211; es ist essentiell, wenn es darum geht, rein zuf\u00e4llig mal einen einzelnen von den viel zu vielen Facebook-Posts zu lesen und dabei herauszufinden, dass ein Freund (Connor) aus den USA, den ich seit drei Jahren nicht gesehen habe, n\u00e4chsten Monat nach Buenos Aires kommt. Im Leben h\u00e4tte ich nicht gedacht, gerade ihn gerade hier wieder zu treffen. \u00dcberhaupt h\u00e4tte ich vor drei Jahren nicht gedacht, mal f\u00fcr ein halbes Jahr in Buenos Aires zu leben. Und aus dieser Perspektive, mit diesem zeitlichen Abstand wird mir ansatzweise bewusst, wie ich mich in den letzten drei Jahren ver\u00e4ndert und was ich erlebt habe. Jetzt bin ich gespannt, wie er sich ver\u00e4ndert hat und was er alles erlebt hat, denn f\u00fcr diese Art von Infos reicht Facebook dann doch nicht.<\/p>\n<p>Im Kindergarten hat mir ein M\u00e4dchen (mal wieder) ein Bild mit roten und pinken Blumen und Herzen geschenkt. Als ich mich bedankte und ihr einen Kuss gab, umarmte sie mich ganz besonders st\u00fcrmisch und sch\u00fcttete meinen Tee \u00fcber meine Beine. Auch das Bild hat ein bisschen abbekommen. Jetzt habe ich also ein doppeltes Andenken an diese herz- und beinerw\u00e4rmende Situation.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier eine kleine Sammlung wundersch\u00f6n unwichtiger aber witziger Geschichten, die mich im Alltag erfreuen&#8230;: Der mysteri\u00f6se Mendoza-Mann Eines meiner Lieblingserlebnisse, das ich auch schon ziemlich weit verbreitet habe&#8230; Teil 1: Als ich vor dem Konex (oder Ciudad Cultural Konex) auf eine Freundin gewartet habe, um mit ihr zu einem Konzert zu gehen, habe ich diesen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1610,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[],"class_list":["post-388","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/buenaonda\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/388"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/buenaonda\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/buenaonda\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/buenaonda\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1610"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/buenaonda\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=388"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/buenaonda\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/388\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/buenaonda\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=388"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/buenaonda\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=388"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/buenaonda\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=388"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}