{"id":1,"date":"2022-09-27T01:48:32","date_gmt":"2022-09-26T23:48:32","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/berichteausbogota\/?p=1"},"modified":"2022-10-01T17:34:05","modified_gmt":"2022-10-01T15:34:05","slug":"hallo-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/berichteausbogota\/2022\/09\/27\/hallo-welt\/","title":{"rendered":"Part 1 &#8211; Comienzos (Anf\u00e4nge)"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><strong>Parte 1 &#8211; Comienzos (Anf\u00e4nge)<\/strong><\/h5>\n<p><strong>Anreise<\/strong><br \/>\nIch kann mich noch gut daran erinnern, dass ich die Nacht vor meinem Abflug nicht viel geschlafen habe. Mein Schlafrhythmus war zu dem Zeitpunkt eh nicht der beste und so hatte ich gerade einmal drei Stunden Schlaf gehabt, als um vier Uhr morgens mein Wecker klingelte. Somit sa\u00df ich gegen acht etwas m\u00fcde im Flieger nach Amsterdam und fasste den Entschluss dort erstmal einen Kaffee zu kaufen. Die \u00dcberraschung: diesen musste ich nicht alleine trinken, da ich zuf\u00e4llig zwei weitere Kulturweitfreiwillige traf, die auf dem Weg nach Afrika waren. Am Gate f\u00fcr meinen Flug nach Bogot\u00e1 wartete dann auch schon ein anderer Freiwilliger auf mich, der den selben Flug gebucht hatte. Meine Zeit in der Luft betrag 10 Stunden und 40 Minuten und verging \u00fcberraschend schnell. Neben mir sa\u00df eine nette Kolumbianerin, mit der ich schon etwas Spanisch beim Unterhalten \u00fcbte und dann war ich pl\u00f6tzlich auf der anderen Seite der Erde. TIPP: Habe deinen Pass, dein Visum und deinen Corona-Nachweis\/Test immer griffbereit und stelle dich auf lange Wartezeiten bei der Einreise ein. Wir standen \u00fcber eine Stunde in der Schlange und mit uns sehr viele andere Menschen. Dann trennten uns unsere Wege und ich wurde von einem Fahrer, welcher von meiner Schule organisiert wurde, zu meiner Gastfamilie gebracht.<\/p>\n<p><strong>Gastfamilie<\/strong><br \/>\nMeine Begr\u00fc\u00dfung war unglaublich herzlich und ich habe mich gleich willkommen gef\u00fchlt. Ich habe eine kleine Gastschwester (10 Jahre), die ein wahrer Sonnenschein ist und meine Gasteltern sind auch sehr freundlich. Bei der Vermittlung hat mir auch die Schule geholfen und da diese eine teure Privatschule ist, ist auch meine Gastfamilie recht wohlhaben. Ich habe mein eigenen Zimmer, einen begehbaren Kleiderschrank und ein eigenes Bad. Von Montag bis Freitag arbeitet eine Haush\u00e4lterin (sie ist total lieb) bei ihnen und ein paar mal die Woche kommen weitere Putzkr\u00e4fte. Wir haben einen sehr geregelten Tagesablauf (mehr dazu sp\u00e4ter) und im Allgemein ist besonders meine Gastmutter extrem organisiert und alles hat seinen Platz. So entspricht sie eher ein deutschem Klischee, haben wir sofort scherzhaft festgestellt. Mein Gastvater ist da eher ein \u201etypischer Kolumbianer\u201c, locker, humorvoll und ein ganz kleiner bisschen verplanter. Aber alle haben gemeinsam, dass sie sehr freundlich zu mir sind. Trotzdem ist es manchmal etwas schwierig, sich an all die neuen Abl\u00e4ufe und Gewohnheiten zu gew\u00f6hnen und oft f\u00fchle ich, als w\u00fcrde ich sehr viel falsch machen. Ich denken, da ist der beste Weg zur Besserung Kommunikation, eine Weisheit, die ich mir auch noch \u00f6fter vor Augen halten muss.<\/p>\n<p><strong>Auf offener Stra\u00dfe<\/strong><br \/>\nAuch mein Stadtviertel (Usaqu\u00e9n) ist eines, in dem eher wohlhabende Kolumbianer leben und auch ziemlich sicher, wobei man immer aufpassen sollte. TIPP: Mir wurde sofort gesagt, dass ich das Handy auf offener Stra\u00dfe lieber in der Tasche lassen sollte \u2013 und zwar nicht in der Hosen oder offenen Jackentasche. Ich habe jetzt ein System entwickelt, da bisher super funktioniert. Ich habe alle Wertsachen, die ich mitnehmen m\u00f6chte, wenn ich aus dem Haus gehe (Handy, Airpods und etwas Bargeld \u2013 so wenig wertvolles wie m\u00f6glich) immer in meiner Bauchtasche, die ich mir um die Schulter schnalle und dann auf meinen R\u00fccken unter die Jacke drehe. So komme ich immer noch schnell an alles dran und trotzdem ist es diskret und sicher. Zu der Sache mit dem Handy: ich benutze es nat\u00fcrlich auch manchmal auf der Stra\u00dfe, um kurz etwas zu googlen, ein Foto zu machen oder jemandem zu schreiben. Dabei ist es einfach wichtig, trotzdem vorsichtig zu sein und ein wachsames Auge zu haben. Achte also immer darauf wo du bist und wie sicher du dich dort f\u00fchlst.<\/p>\n<p><strong>Alltag (Mo bis Fr)<\/strong><br \/>\n06:00 Uhr \u2013 aufstehen<br \/>\n06:20 Uhr \u2013 Fr\u00fchst\u00fcck<br \/>\n06:45 Uhr \u2013 Schulbus zur Schule<br \/>\n07.15 Uhr \u2013 Schulbeginn<br \/>\n15:05 Uhr \u2013 Schulschluss<br \/>\n15:15 Uhr \u2013 Schulbus nach Hause<br \/>\n15:45 Uhr \u2013 Ankunft beim Haus<br \/>\n16:00 Uhr \u2013 Freizeit (spazieren gehen, einkaufen, joggen, lesen, Aufgaben f\u00fcr die Schule, meiner Gastschwester bei den Hausaufgeben helfen, YouTube, Sozial Media (je nach Lust und Laune))<br \/>\n19:00 Uhr Abendessen<br \/>\n20:00 Uhr \u2013 Abendroutine (lesen, auf Nachrichten antworten, Netflix oder Co, sich fertig f\u00fcrs Bett machen)<br \/>\n23:00 Uhr \u2013 schlafen<\/p>\n<p><strong>Wochenende<\/strong><br \/>\nMeine zwei Wochenenden, die ich bisher hatte, waren bisher eher ruhig. Wir sind einmal zum Country Club der Familie gefahren und haben uns etwas umgesehen und das andere Mal waren wir bei dem Ferienhaus, das etwas au\u00dferhalb der Stadt liegt und noch nicht fertig gebaut ist. Au\u00dferdem hei\u00dft Wochenende auch ausschlafen und meist gehen wir zum Fr\u00fchst\u00fccken in ein Caf\u00e9 oder bestellen etwas nach Hause.<\/p>\n<p><strong>Essen<\/strong><br \/>\nDas Essen in Kolumbien ist sehr, sehr fleischlastig. Es wird quasi zu jedem Essen gereicht, wenn man will, und das ist etwas, an das ich mich erst noch gew\u00f6hnen muss. Ich bin keine Vegetarierin, dennoch habe ich in Deutschland nie viel Fleisch gegessen. TIPP: Fall mal als Vegetarier in Kolumbien ist, sollte man auf jeden Fall mit seiner Gastfamilie reden (falls man eine hat) und bekommt sonst auch in vielen Restaurants vegetarische Optionen. Jedoch nicht immer. Vor ein paar Tagen war ich mit meiner Gastfamilie in einem Restaurant, das ausschlie\u00dflich Fleisch oder Fisch serviert hat \u2013 also aufpassen. Ansonsten habe ich aber noch kaum etwas gegessen, was mir nicht geschmeckt hat und ich w\u00fcrde raten, alles einmal zu probieren. Besonders gerne mag ich die gebratenen Platanos (eine besondere Art von Banane). Zum Essen werden au\u00dferdem immer S\u00e4fte getrunken (wenn man mag) und es gibt au\u00dferdem sehr vieles, g\u00fcnstiges und leckeres Obst, welches man in Deutschland kaum findet.<\/p>\n<p><strong>Schule<\/strong><br \/>\nIn der Schule helfe ich in der ersten, zweiten und vierten Klasse. Da es eine Schweizer Schule (Colegio Helvetia)\u00a0 ist, gibt es immer eine Klasse, die Deutsch lernt und eine andere die Franz\u00f6sisch lernt. Ich helfe nat\u00fcrlich im deutschen Unterricht und die Arbeit macht mir Spa\u00df, ist aber auch ziemlich ersch\u00f6pfend. Ich helfe bei den Aufgaben, organisiere den Klassenraum, bereite mit meiner Ansprechpartnerin den Unterricht vor, helfe bei der Pausenaufsicht und lese auch zwei mal die Woche in der Bibliothek ein Buch vor. Das klingt vielleicht ziemlich entspannt, aber wenn man sich acht Stunden lang um eine Herde verspielter Kinder k\u00fcmmern muss, ist man am Ende des Tages doch sehr ersch\u00f6pft. Besonders die vierte Klasse macht mir noch etwas Sorge, da sie oft so chaotisch ist, dass man kaum richtigen Unterricht machen kann und sie auch besonders schlecht f\u00fcr die psychische Verfassung der Klassenlehrerin ist. Dennoch habe ich Hoffnung f\u00fcr die Gruppe und arbeite mit ihr und anderen Lehrer*innen zusammen, um sie unter Kontrolle zu bekommen. Was ich jedoch besonders an der Schule sch\u00e4tze, ist ihr Design. Sie ist sehr gr\u00fcn, mit wundersch\u00f6nen Blumen und einem verwunschen wirkendem Baum (siehe mein Profilbild) in der Mitte des Schulgartens. Wenn man von einem Klassenraum in den anderen gehen m\u00f6chte, ist man immer an der frischen Luft, da sich alle T\u00fcren nach au\u00dfen \u00f6ffnen. Man f\u00fchlt sich wie in einer gr\u00fcnen Oase mitten in der Stadt.<\/p>\n<p><strong>Bogot\u00e1<\/strong><br \/>\nEtwas, was mir mit als erstes aufgefallen ist, ist die Verkehrssituation in Bogot\u00e1 und damit meine ich, lange Wartezeiten im Stop and Go, keine wirklich erkennbaren Verkehrsregeln und ein Fahrstil, an den ich mich erstmal gew\u00f6hnen muss. Das \u00f6ffentliche Verkehrsnetzt ist ziemlich begrenzt, man kann den Bus nehmen oder, was ich bisher einmal gemacht habe, ein Uber. Es wird gerade auch an einer Metro gearbeitet, diese wird wohl aber nicht mehr fertig, solange ich hier bin. Somit bin ich zu 90 Prozent zu Fu\u00df unterwegs und alles, was unter 45 min entfernt liegt, wird gelaufen. Etwas anderes, was mir schon schnell aufgefallen ist, ist das Wetter. Hier wird auch gerne gesagt: \u201eDu hast alle vier Jahreszeiten an einem Tag\u201c und dem kann ich nur zustimmen. Das Wetter ist sehr schwer hervorzusagen und somit sollte man immer auf Regen gefasst sein, es kann aber auch pl\u00f6tzliche recht warm und sonnig werden. Ich denken, meist ist es bew\u00f6lkt. TIPP: Empfehlenswert ist ein Zwiebellock, sodass man schnell Kleidung aus- und anziehen kann, um sich an das Wetter anzupassen. Und ein kleiner Regenschirm f\u00fcr die Tasche ist sicher auch nicht schlecht.<\/p>\n<p><strong>Anmerkung<\/strong><br \/>\nDas waren meine ersten Eindr\u00fccke im September. Ich kann hier nur von meinen Gedanken, Erfahrungen und Beobachtungen erz\u00e4hlen und jeder Aufenthalt in Bogota ist sehr individuell. Somit sind die Sachen, die mir als \u201eanders\u201c aufgefallen sind, nur f\u00fcr mich fremd und jemand anderes k\u00f6nnte sie als ganz normal erachten. Auch ich bin sehr von den Meinungen der Menschen beeinflusst, mit denen ich hier lebe und arbeite und noch dazu bringe ich meiner eigenen Assoziationen aus Deutschland mit. Neutrales berichten ist quasi unm\u00f6glich und in allem steckt eine pers\u00f6nliche Perspektive. Ich bin gespannt, was ich in den kommenden Monaten noch so erleben werde und diese Erfahrungen werden meine Sichtweise in der Zukunft sicher auch weiterhin beeinflussen.<\/p>\n<p>Jetzt aber genug f\u00fcr heute. Danke f\u00fcr deine Aufmerksamkeit und alles Liebe von mir \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Kathi<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Parte 1 &#8211; Comienzos (Anf\u00e4nge) Anreise Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich die Nacht vor meinem Abflug nicht viel geschlafen habe. Mein Schlafrhythmus war zu dem Zeitpunkt eh nicht der beste und so hatte ich gerade einmal drei Stunden Schlaf gehabt, als um vier Uhr morgens mein Wecker klingelte. 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