{"id":20,"date":"2018-09-01T11:11:18","date_gmt":"2018-09-01T09:11:18","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/baobablog\/?p=20"},"modified":"2018-09-03T22:42:43","modified_gmt":"2018-09-03T20:42:43","slug":"das-abenteuer-beginnt-wie-die-deutsche-bahn-einen-inneren-monolog-in-mir-ausloest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/baobablog\/2018\/09\/01\/das-abenteuer-beginnt-wie-die-deutsche-bahn-einen-inneren-monolog-in-mir-ausloest\/","title":{"rendered":"Das Abenteuer beginnt! Wie die Deutsche Bahn einen inneren Monolog in mir ausl\u00f6st."},"content":{"rendered":"<p>Ich sitze im Zug Richtung Berlin. Dort wird die n\u00e4chsten zehn Tage das Vorbereitungsseminar f\u00fcr alle kulturweit-Freiwilligen stattfinden. In meinem riesigen Koffer habe ich &#8211; neben viel zu vielen Klamotten &#8211; einen Haufen Vorfreude auf das, was wir lernen werden und ganz besonders auf die Menschen, die ich kennenlernen werde. Die drei M\u00e4dchen, die mit mir gemeinsam in den Senegal reisen werden, habe ich schon kennen gelernt, wenn auch nur digital. Jedoch habe ich besonders mit einer von ihnen, Nora, schon so viel geschrieben und zehnmin\u00fctige Sprachnachrichten ausgetauscht, dass es mir so vorkommt, als w\u00fcrden wir uns schon ewig kennen.<\/p>\n<p>Im Zugfenster neben mir fliegt Mitteldeutschland mit zerfallenen Fabrikgeb\u00e4uden und Wohngebieten mit Fertigwohnh\u00e4usern vorbei. Ich kann es kaum erwarten, in zwei Wochen im Senegal aus dem Fenster zu sehen und mitten in einer Welt zu sein, die vermutlich kaum etwas mit dieser zu tun hat. Auf welche westlichen Strukturen werde ich treffen? Wie viel urspr\u00fcngliches Afrika steckt in der Millionenmetropole Dakar? Und wie wird es werden, pl\u00f6tzlich alleine zu leben? W\u00e4hrend andere aus meiner Stufe, Freunde, neben denen ich jahrelang in der Schule gesessen habe, nun in andere deutsche St\u00e4dte zum Studieren ziehen werden, ziehe auch ich aus \u2013 aber nach Afrika.<\/p>\n<p>Das ist nur ein Bruchteil der Fragen, die ich mir stelle. Jedoch sind es auch die Fragen, \u00fcber die ich in den n\u00e4chsten zehn Tagen gerne mit den anderen Freiwilligen sprechen m\u00f6chte. Gestern Abend haben wir den Seminarplan erhalten (kulturweit ist so gruselig gut organisiert) und wir werden anscheinend viel Zeit haben, um uns in Kleingruppen, den so genannten \u201eHomezones\u201c auszutauschen, aber auch Momente zur eigenen Reflexion haben und mit den Verantwortlichen von kulturweit sprechen k\u00f6nnen. \u00dcber solche Vorbereitungsseminare habe ich bereits die verschiedensten Geschichten geh\u00f6rt. W\u00e4hrend eine Freundin auf ihrer dreit\u00e4gigen \u201eVorbereitungswoche\u201c philosophische Gespr\u00e4che zu Themen wie \u201eWas ist Kultur?\u201c f\u00fchrte, hatte eine andere Freundin einen Praxis-Workshop, wie man in Afrika mit den H\u00e4nden isst. Was nun am Werbellinsee geschehen wird gleicht also vermutlich einer Wundert\u00fcte.<\/p>\n<p>Meine Fahrt mit dem ICE 1724 Richtung M\u00fcritz scheint mir eine lachhaft passende Metapher f\u00fcr meine gesamte Reise in den Senegal zu sein. Alles ist unglaublich strukturiert und organisiert (siehe Zugnummer), aber das Ziel des Ganzen ist einem g\u00e4nzlich unbekannt, auch wenn man sich ihm langsam n\u00e4hert. Dieses Vorbereitungsseminar ist die erste Etappe meines Abenteuers Afrika \u2013 und ich freue mich unglaublich darauf!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich sitze im Zug Richtung Berlin. 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