Höhlenmenschen

Heute profitieren wir davon, dass Sophia in Gyumri mit einem Armenier zusammenlebt: Zu ihrem 19. Geburtstag lädt sie uns ein, mit zu einem Ausflug zu kommen, eine Höhle im Süden Armeniens besichtigen. Sowohl ihr Mitbewohner Artyum als auch sein Cousin sind auf diesem Trip unsere Guides.

Auf dieser Ebene wurden die Autos abgestellt: Die höchste Stelle, die man so noch erreichen kann

Gegen 9Uhr fahren wir aus Gyumri, wo wir am Vorabend Sophias Geburtstag gefeiert haben, los, machen einen Zwischenstopp in Yerevan und kommen etwa um 15.00Uhr an dem Berg an, auf dem die Höhle ist. Der Eingang ist mit dem Auto allerdings nicht zu erreichen, weswegen wir eine kleine Schneewanderung steil den Berg hinauf unternehmen. Nach kurzem werde ich als Langsamste, da ich mit meinen Schuhen oft im Schnee ausrutsche, ganz nach Vorne geschickt, weswegen der Fußmarsch wohl etwas länger dauert als gewöhnlich. Dafür werden wir jedoch mit einem fantastischen Ausblick über das Winterwunderland der Berge belohnt.

In der Höhle selber lassen wir unsere Jacken im Eingangsbereich, denn innen ist es warm genug, besonders, wenn man herumklettert. Wir sehen kopfüber hängende und schlafende Fledermäuse, die aussehen wir Puppen, doch schon bald beginne ich mich unwohl zu fühlen, so tief im Berg.

Ich hatte nie das Gefühl gehabt, klaustrophobisch zu sein, doch die Enge und das Bewusstsein, wenn etwas passieren sollte, hier unten eingesperrt zu sein lassen mich zusehends panischer werden. Nach etwa einer halben Stunde klettern und kriechen und an einer besonders engen Stelle, die wir hochklettern sollen, weigere ich mich. Auch Nourian muss wegen einer Verletzung passen und so machen wir beide uns mit etwas Proviant auf den Rückweg und warten in der Eingangshalle auf die anderen. Zwischendurch können wir noch einmal die atemberaubende Aussicht auf die umliegenden Berge genießen, aber weil keiner von uns sein Handy mit oben hatte – in der Höhle ist ja sowieso kein Empfang – müssen wir diesen einzig in unseren Köpfen festhalten.

Als die anderen zurückkehren zeigen sie uns die Fotos, die sie gemacht haben und Artyum macht noch für einige Minuten etwas Musik an, doch die Temperaturen beginnen merklich zu sinken und wir machen uns schnell wieder auf den Rückweg, auf dem wir um einiges schneller vorankommen als den Berg hinauf.

Auch wenn ich wahrscheinlich nicht mehr so schnell in eine Höhle gehe, das ist eine Erfahrung, die ich so schnell nicht vergessen werde.

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