Kunstprojekt – 30 Jahre Mauerfall

Hier endlich der Artikel zu meinem ersten eigenen Projekt, das schon im November stattfand.

Das Kunstprojekt war eine Kooperation meiner Schule, der Hauptschule Nr. 1, mit der Kunstschule Chambarak, an dem insgesamt 16 Schülerinnen und Schüler teilgenommen haben.

Anlässlich zum 30-jährigen Jubiläum des Mauerfalls wollte ich eine kleine Kunstausstellung organisieren. Ich ging also mit Absprache mit Emma und Eline, durch die Klassen und erklärte was ich vorhatte, um Kinder für das Projekt anzuwerben. Da viele von ihnen keine Ahnung von der Thematik hatten, erklärte ich auch diese und versuchte zusätzlich, die Gefühle zu vermitteln, die ich in der Ausstellung ausgedrückt zu sehen wünschte.

Emma sprach auch noch mit der Direktorin der Kunstschule, wie so viele Menschen in Chambarak eine ehemalige Schülerin von ihr, und ich erklärte es den interessierten Kindern auch dort noch einmal. Es wurden zusätzlich Bilder vom Mauerfall gezeigt, an denen sie sich orientieren konnten.

 

Über die Herbstferien haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemalt, wovon ich leider nur die Anfänge mitbekam, da ich in der Türkei war. Drei Jugendliche, die nicht mehr in der Kunstschule sind, haben ebenfalls am Projekt teilgenommen und es mit Hilfe des Kunstlehrers der 1. Hauptschule Chambarak, Novik, selbstständig durchgeführt.

 

Über die Herbstferien wurden die Bilder vervollständigt, sie wurden einige Tage in der Schule ausgestellt, bis sie dann nach Eriwan gebracht und im Goethe-Zentrum ausgestellt wurden.

Im Goethe-Zentrum wurde die Ausstellung von mehreren Schulklassen besucht, die sich über Mauerbau und Mauerfall informiert haben.

Auch die Teilnehmer sind im Dezember zusammen mit einem Lehrer der Kunstschule, Novik und mir hingefahren, um ihre Bilder ausgestellt zu sehen.

Höhlenmenschen

Heute profitieren wir davon, dass Sophia in Gyumri mit einem Armenier zusammenlebt: Zu ihrem 19. Geburtstag lädt sie uns ein, mit zu einem Ausflug zu kommen, eine Höhle im Süden Armeniens besichtigen. Sowohl ihr Mitbewohner Artyum als auch sein Cousin sind auf diesem Trip unsere Guides.

Auf dieser Ebene wurden die Autos abgestellt: Die höchste Stelle, die man so noch erreichen kann

Gegen 9Uhr fahren wir aus Gyumri, wo wir am Vorabend Sophias Geburtstag gefeiert haben, los, machen einen Zwischenstopp in Yerevan und kommen etwa um 15.00Uhr an dem Berg an, auf dem die Höhle ist. Der Eingang ist mit dem Auto allerdings nicht zu erreichen, weswegen wir eine kleine Schneewanderung steil den Berg hinauf unternehmen. Nach kurzem werde ich als Langsamste, da ich mit meinen Schuhen oft im Schnee ausrutsche, ganz nach Vorne geschickt, weswegen der Fußmarsch wohl etwas länger dauert als gewöhnlich. Dafür werden wir jedoch mit einem fantastischen Ausblick über das Winterwunderland der Berge belohnt.

In der Höhle selber lassen wir unsere Jacken im Eingangsbereich, denn innen ist es warm genug, besonders, wenn man herumklettert. Wir sehen kopfüber hängende und schlafende Fledermäuse, die aussehen wir Puppen, doch schon bald beginne ich mich unwohl zu fühlen, so tief im Berg.

Ich hatte nie das Gefühl gehabt, klaustrophobisch zu sein, doch die Enge und das Bewusstsein, wenn etwas passieren sollte, hier unten eingesperrt zu sein lassen mich zusehends panischer werden. Nach etwa einer halben Stunde klettern und kriechen und an einer besonders engen Stelle, die wir hochklettern sollen, weigere ich mich. Auch Nourian muss wegen einer Verletzung passen und so machen wir beide uns mit etwas Proviant auf den Rückweg und warten in der Eingangshalle auf die anderen. Zwischendurch können wir noch einmal die atemberaubende Aussicht auf die umliegenden Berge genießen, aber weil keiner von uns sein Handy mit oben hatte – in der Höhle ist ja sowieso kein Empfang – müssen wir diesen einzig in unseren Köpfen festhalten.

Als die anderen zurückkehren zeigen sie uns die Fotos, die sie gemacht haben und Artyum macht noch für einige Minuten etwas Musik an, doch die Temperaturen beginnen merklich zu sinken und wir machen uns schnell wieder auf den Rückweg, auf dem wir um einiges schneller vorankommen als den Berg hinauf.

Auch wenn ich wahrscheinlich nicht mehr so schnell in eine Höhle gehe, das ist eine Erfahrung, die ich so schnell nicht vergessen werde.

Der Weihnachtsmarkt

Als letztes Projekt vor den Weihnachtsferien hat sich Paula, die Freiwillige aus Sardarapat, etwas besonders Schönes ausgedacht: Für die Schüler und Schülerinnen an den PASCH-Schulen in Chambarak, Sardarapat, und Gyumri wird ein Weihnachtsmarkt organisiert.

 

Es handelt sich dabei allerdings nicht um einen klassischen Weihnachtsmarkt mit Verkaufsständen und Kinderpunsch, sondern wir acht Freiwilligen bereiten jeweils kleine Workshops vor, wo die Kinder deutsche Weihnachtslieder singen, Dekoration und Karten basteln, Plätzchen backen oder Weihnachtsgeschichten hören konnten.

Die Aktion beginnt in Chambarak und Goethe gönnt eine Privatmaschrutka für die anderere Freiwilligen, die gegen 12.00Uhr bei mir

ankommen. Obwohl Samstag ist, sind die Schüler sehr motiviert und wir haben in den folgenden zwei Stunden viel zu tun: Auf jeden Fall ein gelungener Auftakt des Weihnachtsmarktes!

Besonders der „Bastelraum“, wo die Kinder unter meiner Anleitung Weihnachtskarten und unter Almas -dekoration basteln können, ist gut besucht; die älteren Schüler sind vor allem Spiele spielen (natürlich auf deutsch!;))