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Türkiye

Was ein Trip…

Die Herbstferien stehen vor der Tür und damit die erste freie Woche, zumindest für uns kulturweitler, die wir an Schulen sind. Natürlich sind alle mehr als begierig darauf, umherzureisen und diesen Teil der Welt kennenzulernen. Auch wenn wir in Armenien selbst längst noch nicht alles gesehen haben, diese ganzen 9 Tage, die uns zur Verfügung stehen, möchten wir richtig ausnutzen. Und so machen wir uns am Donnerstagabend vor den Ferien zu fünft auf zu einer Reise in die Türkei; über Tbilisi nach Ankara, dort zwei Tage bleiben und schließlich weiter nach Istanbul.

Wir alle stehen mit Vorfreude auf den Nachtzug nach Tbilisi am Bahnhof. 20€ kostet dieser zwar, dafür soll es eine Erfahrung sein, die sich definitiv lohnt. Aber – wie so oft hier in Armenien – es läuft nicht alles wie geplant.
„Der Zug fällt aus“, wir sollen ein Sammeltaxi nehmen; zum selben Preis. Wir haben keine andere Wahl, am nächsten Morgen um 9.00Uhr fährt unser Bus Richtung Ankara, auch wenn das bedeutet, dass wir schon um vier Uhr morgens in Tblisi ankommen.

Die restliche Hinfahrt – 24h Reisebus – ist ebenso anstrengend, jedoch weitgehen ereignislos.

Ankara

„Wieso wollt ihr nach Ankara? Fahrt direkt nach Istanbul!“ Das durften die anderen Freiwilligen und ich uns vor dem Urlaub oft anhören und so komme ich in die Stadt, mit dem leisen Vorurteil, dass sie nicht besonders viel zu bieten hat. Zwar freue ich mich darüber, Hannah und Vincent, die wir auf dem Vorbereitungsseminar kennengelernt haben, wiederzusehen, doch vor allem sehe ich Ankara als zweitägigen Zwischenstopp vor Istanbul. Selten wurde ich in meinen Erwartungen so sehr enttäuscht!

Das liegt wahrscheinlich auch an dem jungen, etwas alternativen Viertel, in dem wir untergebracht sind, und an den freundlichen Menschen die wir treffen, doch Ankara zeigt uns ein strahlendes Lächeln bei unserem Besuch. Wir essen Falafeln, besichtigen das Atatürkmuseum, die Altstadt und die Burg und gehen Hannah und Vincent damit auf die Nerven, dass wir an den – im Vergleich nach Deutschland immer noch sehr günstigen – Preisen herummäkeln und alles in Armenische Dram umrechnen.

Zum Glück hat Karl seine Kamera mitgenommen, sodass ich dieses Mal tatsächlich Fotos in einer guten Qualität präsentieren kann.

 

Istanbul

Am Montag geht es dann mit dem Zug weiter in die größte Stadt, die ich jemals betreten habe: Istanbul, 15Millionen Einwohner. 5x Armenien, 15x Köln und fast 900x meine Heimatsstadt Remagen. Dementsprechend überfordert bin ich am ersten Tag auch, selbst die Aussicht vom Galataturm kann ich wegen Schwindel nicht richtig genießen. Erst gegen Abend, als wir von einer Mitarbeiterin des Goethe-Instituts und ihrem Mann in einen Pub eingeladen werden, komme ich etwas besser mit dem rauschenden Leben der Stadt klar.

Dienstagmorgen folgt auch schon mein persönliches Highlight unseres Trips: Das türkische Frühstück, ein Brunch in einem Café, der so satt macht, dass man bis abends nichts mehr essen muss. Ich probiere auch Sahlep, eine Gewürzmilch, die ähnlich wie Grießbrei schmeckt und stark an Weihnachten erinnert. Den Rest der Tage verbringen wir mit dem Must-See-Programm: eine Bootstour und die Hagia Sophia, die Festlichkeiten zum Nationalfeiertag (mit sehr vielen Flaggen und einem Feuerwerk, dass wir mit unserem super Timing leider verpassen, weil wir gerade in der Metro sind), eine weitere Moschee, der Bazar und außerdem eine exklusive Führung von Simon und Richard durch das Deutsche Archäologische Institut. Unfreiwillig machen wir eine weitere Bootsfahrt, als wir uns zu den Inseln aufmachen wollen und uns die Zeit vorher nicht ausrechnen, doch so bekommen wir auch noch einmal einen anderen Blick auf die riesige Stadt.

Bald kommt auch der Abschied: Freitagmorgen um 10.00Uhr machen wir uns auf zur Busstation, wo unsere 27,5h lange Fahrt beginnt. Wenigstens unsere Busbegleiterin ist etwas freundlicher, auch wenn Sie weder englisch noch russisch versteht. In Tblisi agekommen (Samstag um 16.30Uhr) trenne ich mich von den anderen: Sie wollen am folgenden Tag nach Yerevan trampen, ich steige für 25$ in ein Sammeltaxi und falle 7h später vollkommen fertig in der WG ins Bett.

Doch dieser Ausflug hat sich definitiv gelohnt!

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