{"id":349,"date":"2021-12-06T10:00:04","date_gmt":"2021-12-06T08:00:04","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/athenenoctua\/?p=349"},"modified":"2021-12-10T17:10:12","modified_gmt":"2021-12-10T15:10:12","slug":"6-12-die-blonde-zauberfrau-griechisches-maerchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/athenenoctua\/2021\/12\/06\/6-12-die-blonde-zauberfrau-griechisches-maerchen\/","title":{"rendered":"6. 12. &#8211; Die blonde Zauberfrau (griechisches M\u00e4rchen)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Winterzeit ist M\u00e4rchenzeit. In Deutschland wie auch auf der griechischen Insel Skiath\u00f3s, von der dieses M\u00e4rchen stammt.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Einst konnte man einen armen Hirten erblicken und seine Frau, die mit einem Kind hochschwanger war. Die beiden gingen langsam, langsam in die Berge hoch, sie stiegen \u00fcber Felsen, durchquerten Schluchten, ebendeshalb, um zu ihrer H\u00fctte zu kommen, die dort oben gelegen war. Sie kamen an, sie verrichteten ihre Arbeiten, sie versorgten die Ziegen und machten sich schlie\u00dflich auf den Heimweg.<\/p>\n<p>Sie gingen, gingen, der Abend kam. Und wie sie so dahinschritten mitten auf dem Weg, da bekam die Frau ihre Wehen. Ganz pl\u00f6tzlich \u00fcberfielen sie sie da oben in der Dunkelheit, und es zeigte sich, da\u00df sie bald ihr Kind bekommen w\u00fcrde. Hm, das Dorf war noch zu weit, sie konnten es nicht mehr rechtzeitig erreichen. Ihre Bergh\u00fctte? Keine Rede, die war noch viel weiter weg, und der Weg dahin war schwierig. Was sollten sie jetzt machen so allein und ohne Hilfe?<\/p>\n<p>Also, der Hirte l\u00e4uft dahin, l\u00e4uft dorthin, er findet einen hell erleuchteten Palast! Nein, nein, L\u00fcgen, nur einen verlassenen Stall! Halb zerfallen ist der und v\u00f6llig finster, aber der arme Mann hat keine andere Wahl: Er hilft seiner Frau hinein, sucht in aller Eile Brennholz zusammen, entfacht ein w\u00e4rmendes Feuer und schon bekommt die junge Frau ihr Kind. Er macht noch mehr Feuer, damit sich das Neugeborene nicht erk\u00e4ltet und sich beide wohlig und geborgen f\u00fchlen in dem armseligen Stall mitten in der Nacht. Ja, so war es damals in den alten Zeiten.<\/p>\n<p>Genau in dieser Nacht war zuf\u00e4llig der K\u00f6nig unterwegs in der Gegend mit seinem Schiff. Und w\u00e4hrend die junge Familie sicher im Stall sa\u00df, da sandte Gott pl\u00f6tzlich ein Unwetter, einen Regen, einen Wolkenbruch, als wenn die Welt unterginge, mit solch einem Wind, mit Blitz und Donner, mit solch einem Gekrache, \u2026 es war furchtbar! Und Wolken und wieder Wolken kamen, der Himmel f\u00fcllte sich mit ihnen an. Es bestand h\u00f6chste Gefahr, da\u00df das Schiff kentern und die Mannschaft ertrinken w\u00fcrde, denn es war finsterste Nacht, und sie wu\u00dften schlie\u00dflich nicht mehr, wo sie waren. Sie wu\u00dften nur, da\u00df sie sich in der N\u00e4he einer unwirtlichen Inselk\u00fcste befanden, wo es gef\u00e4hrliche Felsen und Untiefen gab. Die Seeleute gerieten in Panik, da sie bef\u00fcrchteten, da\u00df das Schiff auf den Felsen zerschellen und ihr K\u00f6nig dabei ertrinken k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Und in ihrer Not, da erblickten sie pl\u00f6tzlich den hellen Schein eines Lichts, irgendwo hoch oben! Es war der Schein des Feuers, das der Hirte f\u00fcr seine geb\u00e4rende Frau entz\u00fcndet hatte. Der Kapit\u00e4n konnte sich daran orientieren, er umschiffte mit seinen Leuten die gef\u00e4hrlichen Felsen und fand die Einfahrt in eine ruhige Bucht. Und auf diese Weise wurden sie gerettet.<\/p>\n<p>Sofort bei Sonnenaufgang lie\u00df sich der K\u00f6nig an Land bringen, stieg auf den Berg und traf, wie konnte es auch anders sein, auf den Hirten. Den fragt er: \u00bbHe, du! Kannst du mir sagen, wer hier oben in der Nacht ein gro\u00dfes Feuer gemacht hat? Wo finde ich den?\u00ab<br \/>\n\u00bbDas war ich, Herr\u00ab, erwidert der Hirte, \u00bbich habe es entz\u00fcndet, weil meine Frau ein Kn\u00e4blein geboren hat, und ich wollte, da\u00df sie nicht frieren. Deshalb habe ich Feuer gemacht.\u00ab<br \/>\n\u00bbDieses Feuer, junger Mann, das du f\u00fcr deinen Sohn entfacht hast, hat mich, den K\u00f6nig dieses Landes, und meine Mannschaft vor dem sicheren Tod bewahrt! Wenn wir den hellen Schein nicht gesehen h\u00e4tten, w\u00e4ren wir heute nacht bei dem Unwetter alle j\u00e4mmerlich ertrunken. Ich, ja wir alle schulden dir gro\u00dfen Dank, da du unser Leben gerettet hast. Um dir das Gute zu vergelten, das du an uns vollbracht hast, m\u00f6chte ich dein Kind taufen und sein Pate sein. Wenn dein Knabe einmal das zw\u00f6lfte Lebensjahr erreicht hat, dann schicke ihn zu meinem Palast, er soll dort leben wie ein K\u00f6nigssohn.\u00ab<\/p>\n<p>Der Hirte und seine Frau waren \u00fcbergl\u00fccklich, da\u00df ihr Sohn den K\u00f6nig zum Paten hatte. Alle zusammen bereiteten sie die Taufe vor, und das neugeborene Kind wurde auf den Namen J\u00e1nnis getauft. Doch der S\u00e4ugling war noch so winzig klein, da\u00df jeder ihn nur Jann\u00e1kis nannte. Nach der Taufe feierten sie noch ausgiebig einen Tag, zwei Tage, zehn Tage lang. Sie a\u00dfen und tranken, sie tanzten und sangen, sie spielten Musik und redeten viel. Dann, eines Morgens, hi\u00dfte das Schiff des K\u00f6nigs seine Segel und fuhr aufs Meer hinaus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Wie es weitergeht mit dem jungen Jann\u00e1kis und welche Abenteuer er noch alles erleben wird, das k\u00f6nnt ihr in dem Buch nachlesen, in welchem ich dieses M\u00e4rchen gefunden habe: &#8222;Griechische Inselm\u00e4rchen&#8220; von Constanze Ott-Koptschalijski, erschienen in der Reihe <\/em>M\u00e4rchen der Welt<em>.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Winterzeit ist M\u00e4rchenzeit. In Deutschland wie auch auf der griechischen Insel Skiath\u00f3s, von der dieses&hellip;<a class=\"read-more\" href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/athenenoctua\/2021\/12\/06\/6-12-die-blonde-zauberfrau-griechisches-maerchen\/\">read more<span>&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2988,"featured_media":353,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14946,565,165725],"tags":[165725],"class_list":["post-349","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-adventskalender","category-gastland","category-maerchen","tag-maerchen"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/athenenoctua\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/349"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/athenenoctua\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/athenenoctua\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/athenenoctua\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2988"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/athenenoctua\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=349"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/athenenoctua\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/349\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":354,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/athenenoctua\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/349\/revisions\/354"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/athenenoctua\/wp-json\/wp\/v2\/media\/353"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/athenenoctua\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=349"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/athenenoctua\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=349"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/athenenoctua\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=349"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}