{"id":308,"date":"2012-10-21T15:07:08","date_gmt":"2012-10-21T10:07:08","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/armenien2010\/?page_id=308"},"modified":"2012-11-14T23:26:45","modified_gmt":"2012-11-14T19:26:45","slug":"kapitel-4-was-mache-ich-hier-uberhaupt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/armenien2010\/kapitel-4-was-mache-ich-hier-uberhaupt\/","title":{"rendered":"Kapitel 4: Was mache ich hier \u00fcberhaupt?"},"content":{"rendered":"<p>Ein bis zwei Monate vorher hatte ich, trotz meines Entschlusses (und bereits unterschriebenen Vertrags) immer noch so gut wie keine Ahnung, was ich in meiner Einsatzstelle \u00fcberhaupt machen sollte. Denn ich bin mit Laura die erste Freiwillige, die in Sardarapat t\u00e4tig wird. Und die Aufgaben der einzelnen Freiwilligen variierte von Einsatzstelle zu Einsatzstelle so derma\u00dfen, dass ich beschloss, einfach mal hinzukommen und zu schauen, was sich dort so alles machen l\u00e4sst. Es stellte sich schnell heraus, dass es gut so war, da die Niveaus und die Ausstattung in den einzelnen Schulen sogar innerhalb Armeniens sehr unterschiedlich ist. Beispielsweise hat Sardarapat eine sch\u00f6ne Turnhalle, in einer Schule in Yerevan gibt es nur einen kleinen &#8222;Gymnastikraum&#8220; ( \/ Abstellkammer).<\/p>\n<p>Auch die Direktorin meiner Einsatzstelle war in dieser Hinsicht sehr verst\u00e4ndnisvoll und gab uns von vornherein gleich eine kleine Aufgabe und viel Zeit, den Unterricht der einzelnen Deutschlehrern beizuwohnen und die Schule erst einmal zu erkunden und kennenzulernen.<\/p>\n<p>Unser erstes Projekt war eine Auff\u00fchrung anl\u00e4sslich der Deutschen Wiedervereinigung. Wir sollten einen ca. 20 &#8211; 30 min\u00fctigen Beitrag dazu leisten. Da Laura und ich weder russisch noch armenisch sprechen, half eine Deutschlehrerin, uns mit der Musiklehrerin und den Kindern zu verst\u00e4ndigen. Diese blieb w\u00e4hrend s\u00e4mtlicher Nachmittagsproben an unserer Seite und unterst\u00fctzte uns bei s\u00e4mtlichen Problemen. An dieser Stelle vielen Dank daf\u00fcr!<\/p>\n<p>Auch die Kinder gaben sich richtig M\u00fche und \u00fcbten den Text, den sie gr\u00f6\u00dftenteils nicht verstanden (die Deutschlehrerin erkl\u00e4rte ihnen den Inhalt), so dass sie die Lieder, die wir ausgesucht hatten, fast ohne Akzent singen konnten. Wir \u00fcbten mit den Kindern &#8222;\u00dcber sieben Br\u00fccken&#8220;, &#8222;Kleines Senfkorn Hoffnung&#8220; und auf Wunsch der Direktorin den &#8222;Kleinen gr\u00fcnen Kaktus&#8220;, der \u00fcbrigens am besten ankam. Und am Schluss lie\u00df sich das Ergebnis wirklich h\u00f6ren.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/armenien2010\/files\/2010\/10\/K800_P10308361.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/armenien2010\/files\/2010\/10\/K800_P10308361-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"194\" height=\"145\" \/><\/a>Bei der Auff\u00fchrung klappte alles wie am Schn\u00fcrchen. Das war auch sehr gut, denn das Fernsehen kam (f\u00fcr uns ziemlich spontan, uns wurde das erst kurz davor mitgeteilt) vorbei und filmte das Ganze. Wir entschieden uns, am Anfang eine kleine Demonstration zum Thema &#8222;Mauerfall&#8220; zu zeigen: Die Kinder sollten in zwei Gruppen aufgeteilt sein und ein Tuch stellte die Mauer dar. Dann wurden verschiedene Texte gesprochen, dass beide Parteien sich w\u00fcnschten, wieder zusammenzukommen (es gibt so ein Lied, bei dem der Text um Tr\u00e4ume geht und nur, wenn alle den gleichen Traum haben, kann er Wirklichkeit werden und der war wirklich treffend und perfekt f\u00fcr das Thema). Und dann wurde das Tuch fallen gelassen und die Lieder gesungen. Ich habe zwar die Aufzeichnung noch nicht gesehen, aber ich bin wirklich zufrieden mit dem Ergebnis.<\/p>\n<p>Unser zweites Projekt war eine Hausaufgabenbetreuung der 8. und 9. Klasse im Fach Deutsch. Denn diese wurde regelm\u00e4\u00dfig von der H\u00e4lfte der Klasse vergessen und das geht ja mal gar nicht. \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Lustigerweise war zur ersten Hausaufgabenbetreuungsstunde nur ein einziges M\u00e4dchen anwesend, au\u00dferdem der geschlossene m\u00e4nnliche Teil der 9. Klasse. Ich muss sagen, damit hatte ich \u00fcberhaupt gar nicht gerechnet. Und das beste war, sie waren richtig bei der Sache und gaben sich M\u00fche. Au\u00dferdem blieben sie freiwillig l\u00e4nger, damit wir noch das Perfekt \u00fcben konnten. \u00dcbrigens sind diese bis jetzt, meistens regelm\u00e4\u00dfig, am Start (3x in der Woche!).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/armenien2010\/files\/2012\/10\/P1050060.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-407\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/armenien2010\/files\/2012\/10\/P1050060-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"266\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/armenien2010\/files\/2012\/10\/P1050060-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/armenien2010\/files\/2012\/10\/P1050060-640x480.jpg 640w, https:\/\/kulturweit.blog\/armenien2010\/files\/2012\/10\/P1050060.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 266px) 100vw, 266px\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/armenien2010\/files\/2012\/10\/P1050068.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-408 alignright\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/armenien2010\/files\/2012\/10\/P1050068-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"240\" height=\"184\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dann wurden wir von der Direktorin gebeten, einen &#8222;Konversationszirkel&#8220; in der 6. (Laura) und in der 7. (ich) Klasse zu organisieren. Leider fehlen den Kindern so ziemlich alle Vokabeln f\u00fcr richtige Gespr\u00e4che. Also beschloss ich, einfach mit s\u00e4mtlichen Vokabeln, die sie seit Anfang des Jahres gelernt hatten, Spiele zu spielen und so Sachen wie &#8222;Magst du&#8220; oder &#8222;Warst du schon&#8220; anzuwenden. Das sieht jetzt so aus, dass ich das Spiel &#8222;Mein rechter, rechter Platz ist leer&#8220; mit Berufen gespielt habe (den Satz konnte sich aber auch nach der 20. Runde keiner merken, also habe ich ihn angeschrieben); Hangman und Pantomime klappte auch recht gut. Das f\u00e4llt nat\u00fcrlich nicht unter Konversation, aber immerhin wenden sie die Vokabeln an und wenn sie eine Frage zu irgendetwas haben, dann m\u00fcssen sie es auch auf deutsch versuchen. Denn das geht ja mal gar nicht, wenn ich inzwischen schon mehr armenisch kann wie sie deutsch&#8230;^^ Nat\u00fcrlich ist beides noch ausbauf\u00e4hig, aber das wird noch, wie gesagt, ich will erst mal sehen, wo\u00b4s hapert, bevor ich irgendetwas mache, was ich nicht soll \/ darf \/ kann.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/armenien2010\/files\/2010\/10\/K800_P1030859.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/armenien2010\/files\/2010\/10\/K800_P1030859-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"223\" height=\"169\" \/><\/a>Au\u00dferdem sind immer ein paar Projekte au\u00dferhalb der Reihe, wie zum Beispiel die Buchlesung von Tamara Bach, zu der wir ein paar interessierte Sch\u00fclerinnen begleiteten. Ich denke nicht, dass sie irgendetwas davon verstanden haben, aber mir pers\u00f6nlich hat die Lesung wirklich super gefallen und danach bummelten wir noch zusammen in den Kaskaden, was der kr\u00f6nende Abschluss des Tages war.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Also zusammenfassend kann man wirklich sagen: Ich mag die Arbeit hier und habe viel Spa\u00df! Nat\u00fcrlich ist es sehr anstrengend (v.a. das Sprachenproblem ist wirklich nervig) und ich bin froh, wenn ich um 3 &#8211; 4 Uhr aus der Arbeit komme und dann mit Laura bei einer DEUTSCHEN Folge Cobra 11 relaxen kann.\u00a0 Ich muss auch sagen, dass ich den Entschluss, hierher zu kommen schon \u00f6fter verflucht habe, aber jeden Tag gibt es\u00a0 kleine Erfolge, die mir zeigen, dass es voran geht und dass meine Entscheidung vollkommen richtig war. Mir w\u00fcrden so viel Erfahrungen abgehen &#8211; ja, schon nach diesen 5 Wochen &#8211; die ich nur hier machen kann und ich kann jedem empfehlen, das auch mal auszuprobieren!<a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/armenien2010\/files\/2010\/10\/K800_P1030842.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/armenien2010\/files\/2010\/10\/K800_P1030842-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein bis zwei Monate vorher hatte ich, trotz meines Entschlusses (und bereits unterschriebenen Vertrags) immer noch so gut wie keine Ahnung, was ich in meiner Einsatzstelle \u00fcberhaupt machen sollte. 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