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Дикая жизнь – Wildes Leben.

Die letzten zwei Wochen waren mal wieder sehr ereignisreich, sodass ich gar nicht weiß, wo ich so genau anfange. Sagen wir es mal so: Ich habe in den letzten zwei Wochen meinen wärmsten und meinen bis jetzt kältesten Tag in St. Petersburg erlebt. Am 13.10 bin ich im T-Shirt und Strickjacke mit einem Kaffee in der Hand durch die Straßen von Spb gelaufen, habe neue Parks entdeckt, tausende gelbe Blätter gesehen und lächelnd in die Sonne geblickt. Heute: knapp zwei Wochen später, am 30.10, ging ich in meinem dicken Wintermantel, Mütze und Handschuhen durch die Stadt und versuchte nicht auf den gefrorenen Bürgersteigen auszurutschen.

Aber ich beginne mal lieber mit den warmen Tagen: Das dritte Oktoberwochenende war nicht nur das wärmste, sondern auch das schönste Wochenende für mich. Am Freitagabend traf ich mich mit Andrey und seinen Freunden in einer Jazzbar und am Sonntag war ich nach dem Gottesdienst mit einer Mutter aus dem Kindergarten verabredet, welche mir einen coolen Streetart-, Skater-, Hipsterplatz am Hafen gezeigt hat. Durch die Wärme und den schönen Sonnenuntergang, hatte ich direkt das Gefühl in Deutschland zu sein. Apropo Kirche/Gemeinde: Ich habe hier in Spb zwei tolle Gemeinden gefunden, in denen ich regelmäßig, meist abwechselnd, die Gottesdienste besuche. Zum einen gibt es die Petrikirche, welche eine evangelisch-lutherische und deutsch-russische Gemeinde ist. Und zum anderen gibt es eine Internationale Studentengemeinde, welche mir sehr gefällt, weil dort sehr viele junge Leute sind, die oft Projekte starten, wie zum Beispiel einen Filmabend jeden Freitag, gemeinsames Essen etc.

Blick vom Hafen aufs Meer

Das coolste Erlebnis der Woche war am Ende doch mein spontaner Besuch eines Konzertes der Band LENINGRAD – eine der bekanntesten Bands Russland. Zusammen mit anderen 64.000 Menschen machte ich mich mit Lisa auf den Weg ins Zenitstadion. Dieses Stadion wurde extra für die WM gebaut und erst letztes Jahr eröffnet. Ich war aufgeregt, weil ich noch nie bei einem Konzert in einem so riesigen Stadion war. Und die Band war einfach hammermäßig. Wenn euch die Musik interessiert, hört euch LENINGRAD mal auf YouTube an. Sie gehen zurzeit auch auf Europatour und haben auch für den Film Russendisko, welcher meine Inspiration für den Blog war, den Soundtrack geschrieben.

                     

Neulich habe ich mich auch mit meinen beiden Nastjas getroffen und war auf einem Hausdach (Etage / Loftprojekt Spb). Man hatte von dort aus nochmal einen ganz anderen Blick, als von der Isaakskathedrale und wir haben einige lustige Fotos gemacht. Danach habe ich mich noch mit meiner Tandempartnerin Anna getroffen. Wir helfen uns gegenseitig beim Sprachen lernen – d.h. Ich helfe ihr mit Deutsch und sie mit mir Russisch. Das ist fair, alle freuen sich und es macht Spaß. Und ich weiß nicht wieso, aber irgendwie kamen wir danach noch auf die Idee ins Kino zu gehen. Also bin ich mit meinen Nastjas an einem Sonntag Abend um halb zehn zum Film  Дикая жизнь (Wildes Leben) gegangen. Ich muss sagen – es war toll, denn ich habe sogar einiges verstanden.

Meine beiden Nastjas und ich ^^

Blick auf die Stadt

 

Ich habe bis jetzt immer sehr viel über mein Freizeitleben geschrieben, deshalb will ich euch auch gerne noch etwas über die Arbeit erzählen. In den letzten Wochen gab es echt viele Ereignisse, die für die Kinder total spannend waren. Ein großes Highlight war der Besuch zwei russischer Verkehrspolizisten. Uns wurde alles über vorsichtigen Umgang im Verkehr erklärt, dann hat der Polizist noch einige Mal gehupt und eine Durchsage gemacht und dann waren alle Kinder überglücklich und wollen ab jetzt unbedingt Polizist werden. Ein sehr großes Ereignis war dann noch das Herbstfest der deutschen Schule – die Kinder hatten Lieder, Gedichte und Zeichnungen vorbereitet und gezeigt. Danach gab es leckeres Stockbrot, meine geliebten Pischkis und natürlich Tee. Momentan bereitet sich der Kindergarten wie wild auf das St.Martinsfest vor – aber dazu bald mehr.

 

Irgendwie passt der Filmtitel total gut zu meinem Leben, wie es momentan ist: wild. Ich bin der Meinung, dass man das zweiteilig interpretieren kann. Zum einen wild im Sinne von abenteuerlich und zum anderen im Sinne von chaotisch und durcheinander. Ich habe zwar eine Struktur in meinem Alltag hier, aber trotzdem trifft man immer wieder so viele neue Leute und erlebt so viel. Bis man das verarbeitet hat, kommt meistens schon das nächste. Letztlich freue ich mich einfach die Möglichkeit zu haben, so viel zu sehen und zu erleben und deshalb will ich das auch so gut wie möglich nutzen.

 

 

Fakten:

1) Melone esse ich hier am meisten. Grund dafür: Das Kilo kostet 15 Rubel – das sind umgerechnet ca 20ct. Zum Glück liebe ich Melone über alles <3

2) In Russland gibt es seit 2010 keine Zeitumstellung – deshalb müsst ihr jetzt immer +2h rechnen^^

3) mehr fällt mir gerade nicht ein, aber das wird noch 😀

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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