Die spannendsten Geschichten entstehen im Zug

Sziasztok!

Debrecen

Anlässlich der Landesqualifikationsrunde von Jugend Debattiert International begaben wir uns mal wieder nach Budapest, und da wir eh schon mal in Ungarns schöner Hauptstadt waren, beschlossen wir, am Samstag, den 23.04., einen Tagesausflug nach Debrecen zu machen. Debrecen liegt im Nordosten des Landes und ist mit etwa 203000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Ungarns. Die Stadt ist schön und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander. Abgesehen von diesen haben wir uns noch das Universitätsgelände angeschaut und sind in den botanischen Garten gegangen. Der botanische Garten hat mir ausgesprochen gut gefallen, insbesondere das Gewächshaus, in dem die Luftfeuchtigkeit so hoch war, dass den Brillenträgern unter uns erst mal die Brillengläser angelaufen sind. Außer Paula und mir waren auch noch Elias (Freiwilliger in Eger) und Johannes (Freiwilliger in Budapest) mit von der Partie und in der Konstellation haben sich großartige Diskussion ergeben. Was passiert, wenn vier Leute aus vier unterschiedlichen Bundesländern darüber diskutierten, welches Abitur nun am besten ist, kann man sich ja denken…

Warschau – Ostern in Polens Hauptstadt

Nach einem viel zu kurzen Zwischenstopp in Kiew ging die Reise in Warschau, Polen weiter. Warschau ist die Hauptstadt von Polen und ist mit 1,7 Mio. Einwohnen auch die größte Stadt. Am Donnerstag Abend hatten Paula und ich unser großes Wiedersehen, dabei waren wir nur vier Tage getrennt. Am darauffolgenden Freitag und Samstag erkundeten wir Warschau. Wir waren im Neon Museum, auf der Aussichtsplattform des Kulturpalastes, im Museum für moderne Kunst, im botanischen Garten und in der Altstadt, in deren Zentrum der Markplatz liegt. Dieser ist von vielen hübschen Häusern umringt und in der Mitte des Platzes steht das Symbol der Stadt, eine Meerjungfrau. Dabei haben mir die ersten drei Programmpunkte am besten gefallen. Außerhalb der Altstadt ist das Stadtbild von verschiedenen Bauten und Baustilen geprägt. Der Kulturpalast aus Sowjetzeiten steht unweit entfernt von modernen Hochhäusern und verglasten Bürogebäuden. Insgesamt finde ich, dass Warschau sehr vielfältig, groß und gleichzeitig relativ leer wirkt. Vielleicht ist das im Sommer aber nochmal anders.

 

Ausstellung „Strachy“ im Museum für moderne Kunst

Krakau – Die besten Geschichten entstehen im (Nacht)-Zug

Am Ostersonntag machten wir einen Tagesausflug nach Krakau, da uns mehrmals ans Herz gelegt wurde, uns die zweitgrößte Stadt Polens auf jeden Fall anzuschauen. Gesagt, getan, saßen wir um 7 Uhr morgens im vollen Achterabteil nach Krakau, die Fahrt habe ich allerdings zum größten Teil verschlafen. Dort angekommen, fanden wir schnell die Innenstadt und konnten sofort feststellen, dass Krakau wesentlich touristischer ist, als Warschau. Schon am Rand der Innenstadt kamen uns mehrere Walking Tours entgegen, alle an einem leuchtend gelben Schirm erkennbar. Wir haben uns viel in der malerischen Altstadt umgesehen; bis auf ein paar Restaurants, Cafés und Souvenirläden hatten auch alle Museen usw. zu. Meine Favoriten waren das Schloss Wawel und die Drachenstatue in der Nähe der Weichsel. Das Schloss Wawel hat einen wunderschönen Innenhof mit Magnolienbäumen und einer eindrucksvollen Kathedrale. Die Drachenstatue speit im Abstand von etwa 10 Minuten Feuer, was bei Groß und Klein gleichermaßen zu Staunen führt. Am Mittag haben wir uns mit ein paar typisch polnischen Pierogi gestärkt, wie schon so oft die letzten Tage. Insgesamt ist Krakau eine wunderschöne Stadt, aber mir war es ein bisschen zu voll. Das könnte aber natürlich auch daran gelegen haben, dass Ostern war.
Das Abteil auf der Heimfahrt war zum Glück nicht ganz so voll und die letzten 1,5 Stunden waren wir nur noch zu viert. Und diese 1,5 Stunden sollten noch eine unerwartete Wendung auf diesem Trip bedeuten. Paula und mir gegenüber saß ein russischsprechendes Ehepaar, mit welchem ich mich (für mich selbst) überraschend gut unterhalten konnte. Das Ehepaar ist vor 25 Jahren von Russland nach Israel gezogen und hat schon erwachsene Kinder und auch Enkel. Sie erzählten, dass sie trotz Rente nebenbei noch ein bisschen arbeiten gehen und so Reisen nach Europa unternehmen können. Und auch sonst unterhielten wir uns über Gott und die Welt. Ich muss ehrlich sagen, dass mich diese Begegnung tief beeindruckt hat und ich hoffe, dass ich später mal so sein kann wie die beiden. Und auch Paula fand das alles trotz kleinerer oder größerer Sprachbarrieren sehr spannend.

 

Ausstellung von Straßenkünstlern in Warschau

Der Montag war leider schon unser letzter Tag in Warschau. Glücklicherweise hatten wir aber den ganzen Tag, weil unser Zug Richtung Budapest erst um 19:30 Uhr ging. So konnten wir nochmal in die wesentlich leerere Altstadt fahren, wo wir uns das Schloss und die integrierte Rembrandt-Ausstellung ansahen. Abgesehen davon konnten wir uns noch einige Ecken anschauen, zu denen wir es vorher nicht geschafft hatten. Dieser Spaziergang hat mir gezeigt, wie schön Warschau ist. Ich würde auf jeden Fall nochmal in Polens schöne Hauptstadt fahren.
In unserem Schlafabteil im Nachtzug nach Budapest waren anfangs vier von sechs Liegen belegt. Außer uns waren zwei Vietnamesinnen auf der Reise und wir unterhielten uns sogar ein bisschen – aber nicht auf Englisch, weil sie kein Englisch sprechen, sondern auf Ungarisch! Die beiden leben seit 2 Jahren in Budapest und arbeiten dort. Wenn ich jetzt so drüber nachdenke, war diese Situation so verrückt und ich hätte nie gedacht, dass mir meine Ungarisch-Kenntnisse mal eine Konversation im Nachtzug retten.
Morgens um halb 9 waren wir mehr oder weniger fit in Budapest und Mittags wieder in Pécs.

Pécs – Der April macht, was er will!

Ich glaube, die alte Bauernregel hat noch nie so gut gepasst, wie in diesem Jahr. Nach fast zwei Wochen, die ich unterwegs war, ist nun alles grün und auch die Rapsfelder entlang der Zugstrecke von Budapest nach Pécs blühen in einem warmen, strahlenden Gelb.
Ende letzter Woche war es zwei Tage lang sehr warm, 28 Grad, was dazu führte, dass die Pflanzen vorm Schulgebäude bewässert werden mussten. Nachdem es aber ein großes Gewitter gab, sind es nun wieder frische 14 Grad.
Am Wochenende hatten wir Besuch von Elias und Johannes. Paula und ich haben unseren Gästen die ultimative Pécs-Stadttour (inklusive des Zsolnay-Kulturviertels) gegeben. Und dabei haben wir selbst auch was Neues gesehen: Wir haben es endlich geschafft, in dzsámi, das Wahrzeichen von Pécs, hineinzugehen. Dzsámi oder auch die Ghazi Kasim Pascha Moschee entstand während der Besetzungszeit der Türken, heutzutage ist sie aber eine katholische Kirche. Von innen ist sie übrigens genauso beeindruckend wie von außen. Hier sind noch ein paar Bilder von unserem frühlingshaften Stadtrundgang:

An dieser Stelle möchte ich diesen doch sehr langen Bericht beenden und mich bis zum nächsten Mal verabschieden.
Bis dann

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