Frühling

Der Baum vor meinem Fenster fängt wieder an zu grünen – jeden Morgen, wenn ich aufstehe, sehe ich mehr Blätter. Es ist Nachmittag, ich sitze auf meinem Bett und die warme Nachmittagssonne scheint in mein Zimmer und in mein Gesicht.
Fast sieben Monate verbringe ich jetzt schon im schönen Pécs und ich hätte niemals gedacht, dass ich mich hier so wohlfühlen würde. Die Stadt, all die herzlichen und wertschätzenden Menschen und sogar die anfangs nicht entschlüsselbare ungarische Sprache habe ich in mein Herz geschlossen.
Letzteres insbesondere in den letzten paar Wochen, seitdem ich immer wieder kleine Erfolgserlebnisse habe. Zum Beispiel ist es mir gelungen, meine Zugfahrkarten für Budapest am Schalter zu kaufen – auf ungarisch!
Aber mit am wichtigsten ist die Arbeit, die so vielseitig ist und mir sehr viel Spaß macht. Abgesehen von den alltäglichen Aufgaben, sind es oft die kleinen Sachen, die alles noch schöner machen: Wenn man im Schulhaus gegrüßt wird, wenn man sieht, dass die Schüler*innen immer weniger Hemmungen haben, sich auf deutsch zu unterhalten oder sogar eine Sprachprüfung bestehen, …
Ich habe, außer dem Schulalltag, noch das Glück, bei zwei anderen Projekten mitwirken zu können.
Das erste ist „Jugend debattiert International“, kurz JDI. JDI ist ein Wettbewerb, der in insgesamt 12 europäischen Ländern stattfindet. Dabei debattieren Schüler und Schülerinnen auf deutsch über aktuelle Streitfragen. Ihre Position zum Thema (pro oder contra) wird gelost. Als nächstes steht im Wettbewerb in Ungarn die Landesqualifikation im Goethe Institut in Budapest in knapp 10 Tagen an. Neben der Tatsache, dass es toll ist, die anderen Freiwilligen wiederzusehen, wird es auch spannend sein, die Debatten zu verfolgen. Weil sich vom Babits Gimnázium auch zwei Schülerinnen für die anstehende Runde qualifiziert haben, kann ich nicht als Jurymitglied mitwirken, dafür bin ich dann als Fotografin auf der Veranstaltung unterwegs. Ich bin schon sehr gespannt und freue mich.
Das zweite Projekt ist ein Projekt von uns Pécs-Freiwilligen. Unsere Vorgänger haben die schulübergreifende Schülerzeitung „Einmalig“ ins Leben gerufen und wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, sie weiterzuführen. Zusammen mit kreativen und engagierten Schülern von drei Schulen arbeiten wir in regelmäßigen Treffen an der neuen Ausgabe der Schülerzeitung, die noch vor Ende des Schuljahres fertig sein sollte. Wir gehen bald in die Layout-Phase, von daher bin ich zuversichtlich! Über das Ergebnis werde ich sicherlich zu einem späteren Zeitpunkt berichten.
Eigentlich ist nichts besonderes passiert, aber ich hatte das Gefühl, dass ich einfach mal aufschreiben muss, woran ich arbeite und wie dankbar ich bin, dass ich das hier alles erleben und mitmachen darf.
Bis zum nächsten Mal!

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