Advent, Advent – zwei Lichtlein brennen

Mittlerweile sind es fast schon drei – also höchste Zeit, aus den letzten zwei Wochen zu berichten!

Seit dem ersten Adventswochenende hat der Weihnachtsmarkt in der Pécser Innenstadt geöffnet. Während direkt vor der Moschee ein riesiger Weihnachtsbaum und diverse Glühwein- und Essensstände stehen, reihen sich die Straße runter kleine Ständchen aneinander, bei denen man alles von regionalem Honig über handgemachte Seife bis hin zu handgefertigter Keramik kaufen kann. Wenn es gerade kein Programm direkt auf dem Széchenyi tér gibt, steht auf dem Balkon des Rathauses eine Sängerin, die die Besucher des Weihnachtsmarkts mit ihrem schönen Gesang unterhält. Ich war mit Dóri auf dem Weihnachtsmarkt und sie zeigte mir den Sauerkirsch-Glühwein, der mir viel besser schmeckt, als der normale. Insgesamt ist die Atmosphäre toll: Es gibt viele Lichter, die Menschen sind gut gelaunt und unbeschwert und es riecht nach Punsch und Baumstriezeln; letztere habe ich hier zum ersten Mal probiert und ich bin begeistert!

Pécsi Vásártér
Am ersten Advent, waren wir auf dem Flohmarkt in Kertváros, der am ersten Sonntag im Monat immer am größten ist. Das Marktgelände ist riesig und bevor man überhaupt zum Flohmarkt gelangt, kommt man an vielen Ständen mit Lebensmitteln, Wäsche und allerhand Werkzeug vorbei. Unter ihnen waren auch Stände, bei denen man Äxte, Sägen und Macheten kaufen konnte – ein wenig beängstigend, wie ich finde. Auf dem Flohmarkt wird auch alles Mögliche verkauft. Mein Highlight war der Flohmarktstand mit alten Büchern und Postkarten. Dort habe ich zwei Postkarten aus den 70er Jahren aus Russland gefunden. Da war ich schon ein bisschen stolz, ein Stück zweite Heimat in meiner neuen Heimat gefunden zu haben.

Neue Heimat? Letzte Woche Freitag war ich zum ersten Mal ein bisschen traurig, als mir klar wurde, dass ich in genau einem Jahr nicht mehr hier sein werde. Am Freitag war nämlich szalagavató, die Bandweihe. Alle Schüler der 12. Klasse, also des Abschlussjahrgangs, bekommen bei einer feierlichen Zeremonie ein Band mit den Jahreszahlen ihrer Zeit auf dem Gymnasium angesteckt, in diesem Jahr also 2015 – 2019. Und nächstes Jahr hat dann die 11.C ihren großen Auftritt – die Klasse, mit der ich am meisten zu tun habe – und da ist mein FSJ schon zu Ende. Das ganze Event fand in der großen Sporthalle von Pécs statt, in die alle Schüler, Lehrer und Familien der 12. Klässler passten. Natürlich gab es auch ein Rahmenprogramm mit Reden, musikalischen Beiträgen, den fünf Tänzen der einzelnen Klassen und palotás (ein traditioneller ungarischer Tanz). Anschließend ging es mit dem Ball in der medizinischen Fakultät der Universität weiter, der auch sehr schön und interessant war.

 

Am Wochenende haben wir außerdem eine Wanderung zum Fernsehturm von Pécs gemacht. Das bedeutet 5 km bzw. 1 Stunde die ganze Zeit bergauf. Es war sehr anstrengend, aber sie Aussicht vom Turm aus hat sich definitiv gelohnt.

Als ich nach Hause gekommen bin, war meine bezaubernde Mitbewohnerin schon fleißig am Backen und dank ihr hatten wir einen gemütlichen 2. Adventssonntag mit vielen Plätzchen.

Ein Gedanke zu “Advent, Advent – zwei Lichtlein brennen

  1. So ein schoener Bericht. Vielen Dank Antonia .
    Ich fühle mich , als ob ich auch in Ungarn war .
    Darf ich den schönen Kulturberichte zu meinen
    Deutschen Freundinnen weiter geben ?
    Danke , hat mich sehr gefreut , kurz in Ungarn zu sein. ❤️❤️

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