Ankunft, die; Substantiv, feminin

Morgens um 9:00 Uhr bin ich vor genau einer Woche in Berlin in den Zug gestiegen und 18:00 Uhr in Bratislava rausgestolpert. Buchstäblich. Denn mein Koffer war so schwer, dass ich ihn eher rausschleudern musste als alles andere. Zusätzlich dazu habe ich auch versucht darauf zu achten, meine anderen drei Gepäckstücke nicht zu verlieren. Die Zugfahrt war eigentlich mehr als erträglich, besonders da eine andere kulturweit-Freiwillige und ich uns zusammengetan haben und praktisch die ganze Zugfahrt lang nur gegessen und aus dem Fenster gestarrt und geredet haben.

Nun ging es daran, besagten tonnenschweren Koffer in den fünften Stock zu hieven. Und das nicht nur einmal, nein, zweimal. Denn Sofia, die andere kulturweit-Freiwillige, hatte einen mindestens genauso schweren Koffer und unser Vermieter hatte uns im Vorhinein geschrieben, dass er zum Zeitpunkt unserer Ankunft nicht da sein würde. Schade. Allerdings konnte er unsere vollkommen kraftlosen, schwitzenden Körper dann immerhin auch nicht sehen, als wir endlich in unseren Zimmern standen.

Mein Zimmer ist echt schön, vor allem sehr hell und groß (im Vergleich zu meinem Zimmer Zuhause). Ein paar Sachen fehlen mir in der Wohnung persönlich allerdings noch, von denen ich nicht weiß, warum es sie nicht gibt, denn die Lebensumstände hier in diesem Stadtgebiet von Bratislava sind mindestens genauso gut wie die, die ich aus Berlin kenne. Zu den fehlenden Sachen zählen ein Toilettenpapierhalter, Handtuchhalter, Putzzeug (mal ehrlich, wann putzen meine Mitbewohner und womit?) und eine Steckdose im Bad. Letzteres ist wohl das Einzige, was ich nicht mit einem Besuch beim Ikea abhaken kann. Na ja, was soll’s?

Bratislava ist auf jeden Fall eine sehr schöne Stadt! Ich bin nicht zum ersten Mal dort, weil ich ja, wie schon mal erwähnt, mit Interrail auch durch Bratislava gefahren bin, aber es gibt wirklich super viel zu sehen und ich habe noch längst nicht alle Ecken der Stadt gesehen. Fragt sich, ob ich das bis zum Ende des Freiwilligendienstes haben werde. Zu meinen Lieblingssehenswürdigkeiten gehören zum einen die Burg, die bei strahlendem Sonnenschein einfach atemberaubend aussieht und die St. Elisabeth Kirche (Kostol svätej Alžbety), auch Blaue Kirche genannt.

Bratislavský Hrad

Kostol svätej Alžbety

 

 

 

 

 

 

Wer mal unter dem Michaelertor (Michalská brána) entlang geht, kann dort den Null-Kilometerstein ansehen, wenn nicht eine Gruppe Touristen darauf oder davor steht, was sehr gut möglich ist. Das Michaelertor ist nämlich auch das einzige noch erhaltene Stadttor der alten Stadtbefestigung. Diese Platte im Boden zeigt einem an, wie weit die größten Städte der Welt von Bratislava entfernt sind. Berlin ist im Vergleich schon ziemlich nah.

Michalská brána

Null-Kilometerstein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vom 13.09 bis zum 15.09 fanden dieses Jahr in Bratislava auch die Krönungstage statt. An diesen Tagen wartet die Stadt mit einem sehr vielseitigen Programm auf, das ich sicher noch mehr hätte genießen können, hätte ich nicht erst am 14.09 davon erfahren. Immerhin habe ich die riesige Parade noch von hinten gesehen, nachdem ich nochmal extra zum Schloss hochgelaufen bin. Das Gelände um das Schloss war wie in alten Zeiten mit Zelten geschmückt und Menschen in authentischen Kostümen sind mit Pferden herumgelaufen. Es war echt ein cooles Spektakel! Es gab sogar ein Puppentheater für die ganz Kleinen. Auch wenn es super anstrengend war, den Burgberg hochzugehen, hat es sich allein wegen der guten Aussicht gelohnt und kostenloses Wasser wurde am Samstag auch ausgeschenkt.

Bratislavské Korunovačné Dni

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