{"id":21,"date":"2012-09-26T10:09:16","date_gmt":"2012-09-26T08:09:16","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/annagoestobollywood\/?p=21"},"modified":"2013-11-13T13:42:25","modified_gmt":"2013-11-13T12:42:25","slug":"wenn-rosa-elefanten-baden-gehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/annagoestobollywood\/2012\/09\/26\/wenn-rosa-elefanten-baden-gehen\/","title":{"rendered":"Wenn rosa Elefanten baden gehen"},"content":{"rendered":"<p>Hiermit ist es offiziell: Vodafone hat es sich zum Lebenswerk gemacht mich in den Wahnsinn zu treiben. Vergangene Woche war ich mal wieder im VF-Shop, inkl. Mietbescheinigung, Ausweiskopie, Immatrikulationsbescheinigung und Freiwilligenausweis, um die Karte entsperren zu lassen. Und was haben sie von den Dokumenten gebraucht? Gar nichts. Sie sind nur in ihrem kleinen K\u00e4mmerchen verschwunden und haben die Dokumente weggeschickt (als ob sie das nicht schon l\u00e4ngst h\u00e4tten machen k\u00f6nnen). Wenige Minuten sp\u00e4ter ging mein Handy wieder&#8230;zumindest bis Samstag. Seit dem geht n\u00e4mlich gar nichts mehr. Ich kann noch nicht mal mehr Anrufe empfangen, geschweige denn selber welche t\u00e4tigen.<\/p>\n<p>Gestern war es deshalb wieder Zeit meine Freunde bei VF zu besuchen, mich in die beduftete Eish\u00f6hle namens Gesch\u00e4ft zu setzen und mich von der in Dauerschleife laufenden \u201eDumm-dumm-dumm\u201c-Musik beschallen zu lassen, die mal eher lateinamerikanisch, mal irisch, mal nach Comedysendung klingt. Eigentlich fehlt nur noch eine Bandansage \u00e0 la \u201eDer n\u00e4chste freie Mitarbeiter ist in K\u00fcrze f\u00fcr Sie da. Haben Sie noch einen Moment Geduld.\u201c Als ich endlich an der Reihe war durfte ich zum dritten (!) Mal meinen Antrag ausf\u00fcllen, mein kompletter Reisepass wurde noch einmal kopiert (diesmal auch die letzte Seite, wieso auch immer), ich musste schon wieder ein Passfoto abgeben und dann den Antrag drei Mal, sowie jede der drei Kopien meines Ausweises unterschreiben und zwar genauso wie ich meinem Pass.\u00a0 Dann wollten meine guten Freunde dieses Mal sogar noch meine Adresse in Deutschland haben und erneut Kontaktdaten von meinem Vermieter. W\u00e4hrendessen ist mein Sachbearbeiter f\u00fcr unbestimmte Zeit in seinem K\u00e4mmerchen verschwunden. Angeblich sollte meine Sim-Karte innerhalb von sechs Stunden wieder funktionieren, ich warte bereits seit 24 Stunden, \u00a0werde ihnen jedoch noch einen weiteren Tag einr\u00e4umen, man kann ja nie wissen. Wenn mein Handy dann immer noch nicht funktionieren sollte, werde ich VF leise &#8222;Servus&#8220; sagen und mir einen anderen Anbieter suchen. So nun aber genug von meinem Telefoniewahnsinn.<\/p>\n<div id=\"attachment_29\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/annagoestobollywood\/files\/2012\/09\/DSCF0718.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-29\" class=\"size-medium wp-image-29 \" alt=\"\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/annagoestobollywood\/files\/2012\/09\/DSCF0718-225x300.jpg\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/annagoestobollywood\/files\/2012\/09\/DSCF0718-225x300.jpg 225w, https:\/\/kulturweit.blog\/annagoestobollywood\/files\/2012\/09\/DSCF0718.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-29\" class=\"wp-caption-text\">Einer der zahlreichen Steintempel in Mamallapuram.<\/p><\/div>\n<p>Vergangenen Mittwoch hatte Ganesha, dieser rosafarbene Elefantengott, der immer von einer Horde M\u00e4usen umgeben ist, Geburtstag gefeiert. Zur Feier des Tages hatten wir frei und konnten einen Ausflug nach Mamallapuram machen. Mamallapuran, oder auch Mahabs genannt, ist eine sehr alte Tempelstadt, die von Chennai aus bequem in eineinhalb Stunden mit dem Bus zu erreichen ist. Dort haben wir uns die kunstvoll gestalteten Tempel aus dem 7. Jahrhundert angesehen, die in der ganzen Ortschaft verteilt sind. Die meisten davon konnten wir kostenlos besichtigen, f\u00fcr die zwei UNESCO-Weltkulturerbe-Tempel mussten wir \u00a0jedoch Eintritt bezahlen. Interessanterweise ist die Kostenspanne der Eintrittskarten f\u00fcr Inder und Ausl\u00e4nder sehr gro\u00df. Als Inder zahlt man n\u00e4mlich nur 10 Rupien (0,15 \u20ac) , als Ausl\u00e4nder 250 Rupien (3,60 \u20ac). Die Tempel waren aber allesamt sehr sehenswert, vor allem, weil viele davon aus einem einzigen riesigen Stein herausgearbeitet wurden. Durch den Tsunami 2006 ist der Meeresspiegel in Mahabs gesunken. Dadurch wurden viele Tempel, die eigentlich im Meer versunken sind, teilweise wieder freigelegt. An vielen Stellen kann man deshalb die Spitzen der Tempel aus dem Meer ragen sehen. W\u00e4hrend wir die beeindruckenden Tempel in Mamallapuram besichtigt haben, waren wir lustigerweise f\u00fcr die indischen Touristen die Attraktion des Tages und wurden st\u00e4ndig fotografiert.<\/p>\n<div id=\"attachment_31\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/annagoestobollywood\/files\/2012\/09\/DSCF0748.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-31\" class=\"size-medium wp-image-31\" alt=\"\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/annagoestobollywood\/files\/2012\/09\/DSCF0748-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/annagoestobollywood\/files\/2012\/09\/DSCF0748-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/annagoestobollywood\/files\/2012\/09\/DSCF0748.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-31\" class=\"wp-caption-text\">Die W\u00e4nde der Tempel sind sehr kunstvoll ausgearbeitet. Steinmetzkunst vom Feinsten also.<\/p><\/div>\n<p>Die Feierlichkeiten rund um Ganeshas Geburtstag haben \u00fcbrigens mehrere Tage gedauert. An seinem Geburtstag selbst kaufen die Hindus kleine Ganesha-Figuren aus Sand oder Lehm, es wird im Tempel gebetet und nat\u00fcrlich ausgiebig gegessen. F\u00fcnf Tage sp\u00e4ter werden diese kleinen Ganesha-Figuren dann an den Strand gebracht und im Meer versenkt. Aus allen Teilen der Stadt sind deshalb die Hindus in einer Art Prozession an den Strand gepilgert. Die Prozession war jedoch eher mit einem Faschingsumzug vergleichbar, da die Inder auf geschm\u00fcckten Lastw\u00e4gen ans Meer ged\u00fcst sind. Auf dem Dach des F\u00fchrerh\u00e4uschens war meist eine riesige rosa Ganesha-Figur befestigt und hinten auf der Ladefl\u00e4che haben M\u00e4nner und Frauen gesungen und getrommelt. Uns Ausl\u00e4ndern wurde nat\u00fcrlich zugewunken und zugejubelt. Leider haben wir die Feierlichkeiten am Meer nicht mitverfolgen k\u00f6nnen, aber ich bin mir sicher, dass die Inder eine gro\u00dfe Party daraus gemacht haben.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich geht dieser uns\u00e4gliche Mohammed-Film auch in Indien nicht spurlos an uns vor\u00fcber. Das Video an sich wurde ja sehr schnell gesperrt, aber nat\u00fcrlich wurde der Feiertag rund um Ganeshas Geburtstag f\u00fcr zahlreiche Proteste in der Stadt genutz. Schon Tage vor dem Feiertag konnten wir beobachten wie das Polizeiaufgebot rund um die amerikanische Botschaft immer weiter aufgestockt wurde. Am vergangenen Dienstag waren hunderte Polizisten und Polizistinnen teils mit Schusswaffen, teils mit Schlagst\u00f6cken bewaffnet an den Stra\u00dfen platziert. Auch die deutsche Botschaft soll zu dieser Zeit verst\u00e4rkt bewacht worden sein. Es kam zu einigen Ausschreitungen in der Stadt bei denen unter anderem die \u00dcberwachungskameras des US-Konsulats zerst\u00f6rt wurden. Zeitweise haben die Ladenbesitzer ihre L\u00e4den geschlosse, weil nicht abzusehen war wie die Demonstrantenz\u00fcge reagieren w\u00fcrde. Alles in allem scheint die Lage jedoch nie bedrohlich gewesen zu sein. Und mittlerweile hat sich alles wieder beruhigt und die Polizei ist wieder auf ein Minimum reduziert.<\/p>\n<p>Heute Abend werden wir \u00fcbrigens einen Ausflug ins Hilton Hotel machen, da dort eine der wenigen Bars ist, in der man auch mal ein Gl\u00e4schen Wein oder Bier trinken kann. Der Zugang zu alkoholischen Getr\u00e4nken ist in Chennai, wie in fast ganz Tamil Nadu, so gut wie unm\u00f6glich. Au\u00dfer man hat nat\u00fcrlich die n\u00f6tigen Kontakte. Bei all den Bildern vom Oktoberfest und den vollen Bierkr\u00fcgen musste ich deshalb unweigerlich an Paul Kuhns \u201eEs gibt kein Bier auf Hawai\u201c denken, das man situationsbedingt sehr gut in \u201eEs gibt kein Bier in Chennai, es gibt kein Bier. Drum bleib ich nicht in Chennai, drum bleib ich hier\u201c umdichten k\u00f6nnte. Damit wir uns jetzt aber nicht falsch verstehen: Chennai hat daf\u00fcr aber eine wunderbare Auswahl an frisch gepressten Fruchts\u00e4ften f\u00fcr ganz wenig Geld zu bieten, sowie frische Kokosn\u00fcsse an jeder Stra\u00dfenecke. Aber ab und zu ein alkoholisches Getr\u00e4nk werden wir uns trotzdem g\u00f6nnen und wenn wir daf\u00fcr ins Hilton fahren m\u00fcssen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hiermit ist es offiziell: Vodafone hat es sich zum Lebenswerk gemacht mich in den Wahnsinn zu treiben. Vergangene Woche war ich mal wieder im VF-Shop, inkl. Mietbescheinigung, Ausweiskopie, Immatrikulationsbescheinigung und Freiwilligenausweis, um die Karte entsperren zu lassen. Und was haben sie von den Dokumenten gebraucht? Gar nichts. 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