{"id":1,"date":"2012-09-06T09:59:34","date_gmt":"2012-09-06T09:59:34","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/annagoestobollywood\/?p=1"},"modified":"2013-11-13T13:30:28","modified_gmt":"2013-11-13T12:30:28","slug":"hallo-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/annagoestobollywood\/2012\/09\/06\/hallo-welt\/","title":{"rendered":"Blondinenpreise und indische B\u00fcrokratie"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left\">Werte Leserschaft,<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">I proudly present <em>\u00c4nna goes to Bollywood<\/em>, meinen hochoffiziellen Indienblog. Das kommende halbe Jahr werde ich in Chennai (dem fr\u00fcheren Madras) an der S\u00fcdostk\u00fcste Indiens verbringen und euch nat\u00fcrlich flei\u00dfig berichten, was ich in dieser Zeit alles erlebe.<\/p>\n<div id=\"attachment_7\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/annagoestobollywood\/files\/2012\/09\/DSCF0688.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7\" class=\"wp-image-7 \" alt=\"\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/annagoestobollywood\/files\/2012\/09\/DSCF0688-225x300.jpg\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/annagoestobollywood\/files\/2012\/09\/DSCF0688-225x300.jpg 225w, https:\/\/kulturweit.blog\/annagoestobollywood\/files\/2012\/09\/DSCF0688.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7\" class=\"wp-caption-text\">Diese kleinen gelbe Flitzer bringen uns jeden Morgen in die Arbeit.<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: left\">Bereits seit einer Woche bin ich nun schon in Chennai, der viertgr\u00f6\u00dften Stadt Indiens und einem der Hauptverkehrskreuze im S\u00fcden. Entsprechend dicht dr\u00e4ngt sich der Verkehr auf der Stra\u00dfe &#8211; und wenn ich dicht sage meine ich dicht! Jeder noch so kleine Platz wird mit Motorrollern, Rikschas, Autos, Bussen und auch Fahrradfahrern ausgef\u00fcllt. Abstand zur Leitplanke \u2013 no way. Es wird gehupt, gedr\u00e4ngelt, waghalsig auf der Gegenspur \u00fcberholt, stark abgebremst und wieder angefahren. Und das alles funktioniert \u2013 irgendwie zumindest. In Deutschland w\u00fcrde ich bei so einer Fahrweise wahrscheinlich im Sekundentakt Todes\u00e4ngste ausstehen, hier in Indien hingegen hat mich eine stoische Ruhe erfasst. Nur wenn ich \u00fcber die Stra\u00dfe gehen, und ein Motoradfahrer ohne jegliche Motivation zu bremsen auf mich zusteuert, wird mir manchmal etwas mulmig zumute. Als Fu\u00dfg\u00e4nger in Indien gilt jedoch ganz kla,r langsam und bestimmt \u00fcber die Stra\u00dfe gehen, sonst wird das nie etwas.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Um jeden Morgen zum Goethe Institut zu gelangen, fahren wir etwa eine halbe Stunde mit einer kleinen gelben Autorikscha quer durch die Stadt. Genauer gesagt von Adyar, wo Luisa und ich wohnen, in das Stadtviertel Thousand Lights. Der Preis wird jeden Morgen auf&#8217;s Neue ausgehandelt und nat\u00fcrlich versuchen die Rikschafahrer uns viel mehr Geld abzukn\u00fcpfen als die Fahrt wert ist. F\u00fcr alles m\u00f6gliche versuchen sie Geld auf den normalen Fahrpreis aufzuschlagen. Es gibt einen Aufschlag f\u00fcr zu viel Verkehr, Regen, Dunkelheit, den \u00fcblichen &#8222;ihr-seid-wei\u00df-und-habt-mehr-Geld&#8220;-, sowie den Blondinen-Aufschlag. Wenn man aber wei\u00df wie viel die Fahrt kosten darf und unnachgiebig handelt, ist das meist kein Problem. Die Fahrt an sich ist aberjedess Mal aufs Neue spannend, weil man das Leben auf der Stra\u00dfe und den wilden Verkehr in aller Ruhe beobachten kann. Wobei \u201eRuhe\u201c ist eigentlich der falsche Ausdruck, denn die Motorger\u00e4usche und das st\u00e4ndige Gehupe sind so laut, dass wir mittlerweile immer ein paar Ohropacks in der Handtasche haben. Ein Mittel gegen die bei\u00dfenden Abgase haben wir jedoch noch nicht gefunden, denn selbst die R\u00e4ucherst\u00e4bchen, die manche Fahrer in ihren Rikschas anz\u00fcnden, helfen nur selten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Lasst mich nun aber noch ein paar Worte \u00fcber den Kauf einer Handysimkarte verlieren. W\u00e4hrend man in Deutschland Simkarten ja mittlerweile in jedem Supermarkt bekommt, ist der Erwerb einer solchen in Indien mit gr\u00f6\u00dfter B\u00fcrokratie verbunden. M\u00f6chte man eine Simkarte kaufen muss man einen Vertrag ausf\u00fcllen (ist ja normal). Zu dem Antrag muss man eine Kopie des Passes mit dem Visum abgeben (auch noch in Ordnung). Nun aber beginnt der Wahnsinn, denn auf jedem Antrag muss ein Passfoto sein (anscheinend braucht man diese wirklich immer und \u00fcberall) und der Antrag muss vier Mal unterschrieben werden. Zwei Mal der Vertrag, einmal die Kopie des Passes, sowie einmal das Passfoto (!). Ganz wichtig dabei ist, dass die Unterschrift auf dem Vertragsblatt beginnt. Dass der Stift jedoch in der Regel auf Fotopapier\u00a0 versagt, ist wiederum unerheblich. Mit etwas Gl\u00fcck erh\u00e4lt man dann eine funktionierende Simkarte und hat ein paar ungest\u00f6rte Tage. Aber nur so lange, bis dem Kartenbetreiber einf\u00e4llt, dass irgendwelche Dokumente fehlen, die innerhalb weniger Tage nachgereicht werden m\u00fcssen, da ansonsten die Karte gesperrt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Ganz so geschah es auch bei Luisa und mir: Bei Luisa war angeblich der Name irgendwo auf dem Antrag falsch (wir konnten nicht erkennen, wo das gewesen sein sollte) und bei mir war das Problem, dass die Unterschrift im Pass nicht mit den \u00fcbrigen Unterschriften auf dem Antrag \u00fcbereingestimmt hat. Hierbei muss erw\u00e4hnt werden, dass meine Passunterschrift ja mittlerweile fast f\u00fcnf Jahre alt ist und dementsprechend nat\u00fcrlich anders aussieht als meine aktuelle&#8230; Wie auch immer. Unsere Vertr\u00e4ge wurden noch einmal neu ausgef\u00fcllt &#8211; aber nat\u00fcrlich erst nachdem ich immer und immer wieder meine alte Unterschrift ge\u00fcbt habe. Man sehen, ob\u2018s diesmal klappt. All dieser b\u00fcrokratische Aufwand wurde \u00fcbrigens seit den Terroranschl\u00e4gen vor einigen Jahre n\u00f6tig, davor konnte man Simkarten auch sehr viel einfacher kaufen. Umst\u00e4ndlich und wie im Falle der Unterschrift unverst\u00e4ndlich ist es dennoch. Immerhin die Telefonkosten sind im Vergleich zu Deutschland richtig niedrig (eine Viertelstunde telefonieren nach Deutschland f\u00fcr nur etwas mehr als zwei Euro). Da nimmt man auch die tausenden Werbeanrufe und SMS pro Tag gerne auf sich.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Das war\u2019s nun aber f\u00fcr\u2019s Erste, aber ich melde mich bald wieder mit Geschichten aus Indien.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Werte Leserschaft, I proudly present \u00c4nna goes to Bollywood, meinen hochoffiziellen Indienblog. Das kommende halbe Jahr werde ich in Chennai (dem fr\u00fcheren Madras) an der S\u00fcdostk\u00fcste Indiens verbringen und euch nat\u00fcrlich flei\u00dfig berichten, was ich in dieser Zeit alles erlebe. Bereits seit einer Woche bin ich nun schon in Chennai, der viertgr\u00f6\u00dften Stadt Indiens und &hellip; <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/annagoestobollywood\/2012\/09\/06\/hallo-welt\/\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":981,"featured_media":7,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21,565,332],"tags":[],"class_list":["post-1","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-gastland","category-goethe"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/annagoestobollywood\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/annagoestobollywood\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/annagoestobollywood\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/annagoestobollywood\/wp-json\/wp\/v2\/users\/981"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/annagoestobollywood\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/annagoestobollywood\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/annagoestobollywood\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1\/revisions\/3"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/annagoestobollywood\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/annagoestobollywood\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/annagoestobollywood\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/annagoestobollywood\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}