Kalimera Kerameikos!

Spotted! Ich bin im Kerameikos, der Ausgrabungsstätte mitten im heutigen Athen. Heute umfasst die Stätte einen Teil der antiken Stadtmauer, den bedeutendsten Friedhof der Stadt, eine Keramikwerkstatt und viele weitere Bauten aus der Antike. 

Und genau hier arbeite ich seit Anfang des Jahres. Da der Kerameikos viel weiter südlich als das Institut liegt, fahre ich nicht mit der Metro, sondern laufe nun jeden Morgen zur Arbeit, was bei dem tollen Wetter in letzter Zeit ein schöner Morgenspaziergang ist. Und mein Spaziergang endet immer mit dem Überqueren der Ausgrabungsstätte – der Lycabettos am Horizont, die Sonne über dem Hymettos, die das Gras fast neongrün erscheinen lässt – einfach wunderschön! 

Meine Arbeit besteht bisher größten Teils aus scannen, Pläne, Fotografien, ganze Bücher, aber immer mit dem Ausblick aus dem Fenster auf den Kerameikos. Oder ich vermesse Mauern auf dem Gelände, wobei ich mich etwas nach Olympia zurückversetzt gefühlt habe, obwohl das Messen diesmal ziemlich altmodisch mit Maßband von statten ging. Es waren auch nur grobe Anhaltspunkte, im Sommer kommt dann doch noch die Technik zum Einsatz. Außerdem erstelle eine Inventarliste für kleine Tonhunde, die aber deutlich mehr Ähnlichkeit mit Kühen und Schweinen haben, als mit Hunden. Eine komische Vorstellung hatten die Römer damals von Tieren…

Mal abgesehen vom Kerameikos an sich, ist eines meiner täglichen Highlights hier die Kaffeepause, in der alle in der Küche zusammenkommen. Mehr oder weniger Punkt 11.00 Uhr ist immer Kaffeepause angesagt und da habe ich mir meinen ersten griechischen Kaffee gekocht, den ich davon nur in Cafés getrunken habe. In eine kleine metallene Kanne, genannt Briki, wird für eine Tasse einen Löffel Kaffeepulver gegeben, mit Wasser aufgefüllt und kräftig verrührt. Dann wird alles mit einem Gaskocher erhitzt, bis langsam die Bläschen, genannt Kaimaki, am Rand auftauchen. Sobald die Bläschen die Mitte erreichen, die Kanne vom Gaskocher nehmen, in eine Tasse umfüllen und griechischen Kaffee genießen. Es ist wirklich schön, jeden Morgen zusammenzusitzen und gemeinsam Kaffee zu trinken.

 

Anfang Januar gab es zum Kaffee auch Kuchen, den traditionellen griechischen Neujahrskuchen, genannt „Vasilopita“ oder einfach „Pita“. Von oben sieht es wie ein ganz normaler mit Puderzucker bestreuter Kuchen aus, aber irgendwo ist eine Münze mit eingebacken. Der Kuchen wird auf alle Personen aufgeteilt und wer die Münze in seinem Stück hat, wird das ganze Jahr lang Glück haben! Und obwohl die Münze nicht in meinem Stück war, bin ich hier im Kerameikos sehr glücklich!

XOXO Amelie

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