Freitagabendgedanken

Ich stehe auf der Brücke der Ismoil Somoni Straße, eine der Hauptverkehrsstraßen in Khujand, die alle wichtigen Teile der Stadt miteinander verbindet vom Basar bis zur Sternenkrone.
Hinter mir rauscht der Freitag-Feierabendverkehr vorbei, doch ich bin trotzdem ganz ruhig. Vor mir scheint der Himmel hinter den Bergen zu glühen, hinter mir zieht langsam das Grau der Nacht hinauf. Ob das vielleicht ein Zeichen für meine derzeitige Situation ist? Heute vor genau fünf Monaten bin ich hier angekommen, unfassbar gespannt und aufgeregt was mich hier eigentlich so erwarten wird. Inzwischen ist eine sehr starke Normalität eingekehrt. Ich habe in den letzten fünf Monaten unglaublich viel erlebt: habe neue Menschen und Gepflogenheiten kennengelernt, habe neues Essen probiert, vieles sehr lecker manches mag ich immer noch nicht so wirklich. Ich stand für 13 Stunden im Bus auf der kasachischen Autobahn und bin bei wildfremden Menschen im Auto mitgefahren. All das und noch viel mehr Erinnerungen, die jetzt in meinem Herzen liegen, hätte ich auch vor fünf Monaten noch nicht für möglich gehalten. Vor allem dass ich, wo ich doch manchmal ein kleiner Spießer bin, lerne so entspannt zu werden und zu wissen: Alles wird schon irgendwie klappen!

Danke an all die Menschen mit denen ich diese wunderschönen Momente sammeln durfte, für meine Mit-Stan-Freiwilligen: Ich bin so froh euch zu haben und unglaublich glücklich, dass wir so eine tolle Gemeinschaft sind! Danke vor allem auch an meine Schule und an das kulturweit-Team, die alle immer für mich da sind, sollte ich mal Hilfe brauchen.

Ich hoffe sehr ich schaffe es ein bisschen die Normalität wieder abzuwerfen, damit die verbleibenden sechs Monate genauso glühen und brennen wie der Himmel vor mir!

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