{"id":227,"date":"2014-03-07T15:15:40","date_gmt":"2014-03-07T14:15:40","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/alienaimwunderland\/?p=227"},"modified":"2014-03-07T15:15:40","modified_gmt":"2014-03-07T14:15:40","slug":"ex-jugoslawien-tour-i-hinter-wien-faengt-der-balkan-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/alienaimwunderland\/2014\/03\/07\/ex-jugoslawien-tour-i-hinter-wien-faengt-der-balkan-an\/","title":{"rendered":"EX-Jugoslawien Tour I: Hinter Wien f\u00e4ngt der Balkan an!"},"content":{"rendered":"<p><em>Zu diesem Blogeintrag passt das Sprichwort: &#8222;Besser sp\u00e4t als nie&#8220;<\/em><\/p>\n<p>So denken, ohne irgendjemand zu nahe zu treten, doch einige Deutsche die ich kenne. Beziehungsweise, eigentlich spielt es f\u00fcr die meisten keine Rollen, denn direkt nach der \u00f6stlichen deutschen Grenze beginnt f\u00fcr viele eine wilde unerforschte Ein\u00f6de. Serbien? Sibirien? Pah, alles das gleiche.\u00a0 In meinen ersten Blogeintr\u00e4gen klang bei mir ja auch noch etwas von \u201ewildem Osten\u201c und den verr\u00fcckten ungarischen Begebenheiten durch. Inzwischen wei\u00df ich nicht, ob ich \u00fcber meine naive Nichtahnung lachen oder weinen soll. Ungarn liegt zwar hinter Wien, aber definitiv nicht auf dem Balkan.<\/p>\n<p>Deswegen machte ich mich in meinen letzten Ferien vor inzwischen zwei Wochen auf, ein weiteres St\u00fcck dieses relativ undefinierten, aber oft zitierten Landstrichs zu erkunden. Mit von der Partie war Mascha. Gleich zweimal. Einmal kulturweit P\u00e9csi Mascha und einmal EFD Budapest Mascha.\u00a0 Zwei Mitreisende zu haben, die denselben Namen und \u00a0dazu auch noch beide harte Kontaktlinsen haben, \u00a0bringt wirklich einige Vorteile, aber stiftete\u00a0 auch bei jedem, dem wir unsere kleine aber feine Reisegruppe auf unserem Weg vorstellten, gro\u00dfes Verwirren.<\/p>\n<p>Doch Verwirren passte ganz gut zu unserem Reisestart und der gesamten Tour, auf der eine Skurrilit\u00e4t die N\u00e4chste jagte. Lange beschlossen, wenig geplant, ging es nach einigem hin und her diverser Maschas am Freitag von Budapest\/P\u00e9cs los in Richtung Ljubljana. Eine Stadt, deren Namen ich nur bei jedem zweiten Versuch richtig zu buchstabieren vermag. Warum soviel Chaos vor Abreise in eine so kleine, gepflegte Stadt? Naja, p\u00fcnktlich vor unserem Reiseantritt war alles voll mit Nachrichten \u00fcber das extreme Schneechaos, das halb Slowenien im Griff hatte. F\u00fcr uns kein Grund die Reise abzubrechen, aber zugegeben, jedenfalls ich rechnete mit Pleiten, Pech, Pannen und der geringen M\u00f6glichkeit es nicht mal bis nach Ljubljana zu schaffen. Aber d zeigte sich wieder einmal der alte Pessimist in mir, denn angekommen in der putzigen Hauptstadt, hatte sich der Schnee bereits vollst\u00e4ndig in Matsch und Regen verwandelt, der allerdings \u00a0leider auch die n\u00e4chsten Tage nicht aufh\u00f6rte. Ein Regenschirm war indes nicht aufzutreiben, da samstags der slowenische Nationalfeier- und oder Tag der Dichter war, wie uns der Free Walking Tour Guide \u00a0ja nur an die 30 Mal erkl\u00e4rte. Doch man sollte nicht zu hart mit dem netten Mann sein, der w\u00e4hrend unserer Stadterkundung nicht nur die Stadt, sondern gef\u00fchlt jeden Einwohner kannte. (Inklusive dem Ungarischem Botschafter, der gerade vom Metzger kam) Nach der Tour bannten wir uns trotz Regen und Unwettersch\u00e4den unseren Weg \u00fcber Stock &amp; Stein und so machen entwurzelten Baum zur Burg. Auf dem Turm, unter dem Banner der wahrscheinlich gr\u00f6\u00dften Flagge, die ich in meinem Leben gesehen habe, hatten wir trotzdem eine wundervolle Aussicht auf die Stadt.\u00a0 W\u00e4hrend dem Erklimmen der zweiten Ebene ver\u00e4nderte sich das Bild vollkommen: Der Nebel, der bisher dicht \u00fcber der Stadt gelegen und den Blick auf das Umland versperrt hatte, zog sich zur\u00fcck. An sich eigentlich schon ein wundervoller Anblick, standen wir nun pl\u00f6tzlich Umgeben von aus dem Nebel auftauchenden schneebedeckten Alpenspitzen.\u00a0 Ja, es hatte sich gelohnt trotz Warnungen hierher zu fahren, in das Land zwischen Adria und Alpen. Dieser Satz fiel auch abends des \u00d6fteren, allerdings auch in einem anderen Stadium der Intoxikation. Nach einem so lala Essen auf erschreckend hohem, fast deutschem Preisniveau in einem Restaurant mit skurrilem Inventar und K\u00fchen die von der Decke hingen (also so wie ich es mag), hatten wir uns zu sp\u00e4ter Stunde in die K\u00fcnstlersiedlung Metelkova, auf einer alten verlassenen Milit\u00e4rbasis aufgemacht. Diesen Ort zu beschreiben, macht wenig Sinn, da einem das sowieso mal wieder niemand glaubt, wenn er es nicht gesehen hat. (Wie st\u00e4ndig auf unserem Trip eigentlich) Nach langem suchen und einer leichten Odyssee durch diverse Ruinen fanden wir zwei Slowenen, die uns aufkl\u00e4rten, dass viele der Bars aus unerkl\u00e4rlichen Gr\u00fcnden heute zu w\u00e4ren und uns doch schlie\u00dflich die einzig offene, daf\u00fcr aber einfach megacoole lustige Bar zeigten und sich unserer auch noch gleich annahmen. Wie irgendwie alle Einheimischen dort. Wir waren die einzigen Touris und deswegen furchtbar interessant f\u00fcr die \u2026.\u00e4hm Kreaturen aus dem K\u00fcnstlerviertel. \u00a0Zu dem 1 Euro Dosenbier gab es deshalb auch noch ungefragt Lebensweisheiten von Menschen, die es wissen m\u00fcssen. Danach irrten wir nochmal eine ganze gef\u00fchlte Nacht durch die Innenstadt, um eine ber\u00fchmte andere Bar zu finden, die es aber anscheinend \u00fcberhaupt nicht mehr gibt. Naja.<\/p>\n<p>Sonntags trafen wir uns mit Patricia, Freiwilligen des Goethe Instituts auf einen Kaffee und besichtigten noch das Museum f\u00fcr moderne Kunst, das doch sehenswert war, aber, wie alles in dem St\u00e4dtchen, etwas verblasst durch die Gr\u00f6\u00dfe und Pracht, die ich inzwischen aus Budapest gew\u00f6hnt bin. Andererseits, ist auch das Ma\u00df an Zerfall in Budapest deutlich h\u00f6her. Sowieso, dass muss noch festgehalten werden. Slowenien schm\u00fcckt sich nicht nur mit ganz viel \u201eAlpe-Adria\u201c Image, teilweise f\u00fchlte es sich eher an wie \u00d6sterreich. Da konnten wir Ungarn auch nur l\u00e4cheln \u00fcber den neu eingetroffenen, etwas \u00fcberfordert scheinenden deutschen Erasmus Studenten, der meinte \u201ees ist hier ja alles schon sehr sozialistisch\u201c. Viel Spa\u00df, solltest er jemals nach Rum\u00e4nien oder Bulgarien kommen, aber wie bereits gesagt, f\u00fcr einige f\u00e4ngt der Balkan eben hinter Wien an. Da f\u00fcr uns Slowenien eher wie das Musterkind der EU vorkam, das es bis zur Krise 2008, sogar offiziell war, ging es f\u00fcr uns (nach etwas FAST FOOD im urspr\u00fcnglichen Sinn des Begriffes), mit dem Bus, nach Zagreb.<\/p>\n<p>Was noch wichtig w\u00e4re, w\u00e4hrend wir uns so gem\u00fctlich unseren Weg \u00fcber die j\u00fcngste EU Grenze machten (zu Fu\u00df aber ohne Stempel), \u00fcberschlugen sich die deutschen und internationalen Medien. Nur nicht mehr \u00fcber den Zusammenbruch der slowenischen Infrastruktur, sondern \u00fcber Unruhen in Bosnien, in deren Zuge das Pr\u00e4sidialamt gebrannt hatte und in einige St\u00e4dten, darunter auch unserem Hauptziel Sarajevo, Menschen bei Auseinandersetzungen verletzt worden waren. In Zagreb selber war ich f\u00fcrchterlicher Angsthase dann auf einmal doch etwas aufgeregt, was so alles passieren k\u00f6nnte. Beim Essen meines ansonsten einwandfreien Salates, war ich emotional etwas verwirrt und unschl\u00fcssig. Aber nach einer netten whatsapp Nachricht von Mama, Maschas unbeirrbarer Meinung \u201eAaach das finde ich doch sooo aufregend!\u201c und dem Kommentar der Sarajevo Freiwilligen \u201eGestern hat es gebrannt, aber ist inzwischen alles wieder gel\u00f6scht\u201c! war der weitere Reiseverlauf gesetzt und wurde bei einem unversch\u00e4mt guten Cocktail besiegelt. Von Zagreb sahen wir also nicht viel, obwohl alles ganz interessant schien und irgendwann sehr f\u00fcr einen kurzen Wochenendausflug in Frage kommen w\u00fcrde. Kuna haben allerdings den bl\u00f6desten Umrechnungskurs, den ich bisher angetroffen habe. Eins zu sieben. Wer soll denn so schnell mitkommen, das macht nicht mal die Tatsache, dass auf manchen Kuna TUNAfische\u00a0 drauf sind irgendwas besser. (Trotzdem freute mich dieses Wortspiel so sehr, dass ich es Mascha mindestens\u00a0 15-mal erz\u00e4hlte. Also jeder der beiden.) Das sind mir meine 300 Forint doch eindeutig lieber! Doch obwohl auch Kroatien, wie k\u00f6nnte es anders sein, einmal Teil von Ungarn war, musste mit den letzten zusammengekratzten Tuna \u00e4h Kuna noch schnell ein bisschen Proviant f\u00fcr die lange Fahrt durch Bosnien besorgt werden.<\/p>\n<p>P\u00fcnktlich aber unglaublich langsam rollte der Zug um 9.20 Uhr in Zagreb los, Richtung Sarajevo. Doch die Eindr\u00fccke von dort und aus Serbien sprengen f\u00fcrs Erste den Rahmen des Eintrages und die Konzentrationsf\u00e4higkeit jeglicher Leser. So viel darf verraten werden, jetzt fing der Balkan wirklich an. Aber\u00a0 wie schon an Weihnachten und wie Mascha W. baue ich hier jetzt mal einen Cliffhanger ein. Man soll aufh\u00f6ren wenn es am sch\u00f6nsten ist. Vielleicht das Motto meines gesamten Freiwiligendienstes?<em>\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 16%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-227 gallery-columns-6 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/kulturweit.blog\/alienaimwunderland\/dsc07878\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"100\" height=\"100\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/alienaimwunderland\/files\/2014\/03\/DSC07878-100x100.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" 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