{"id":44,"date":"2017-10-17T21:15:23","date_gmt":"2017-10-17T19:15:23","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/aissatainbolivia\/?p=44"},"modified":"2022-03-19T16:21:11","modified_gmt":"2022-03-19T15:21:11","slug":"warum-hab-ich-hierzu-ja-gesagt-i-cochabamba","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/aissatainbolivia\/2017\/10\/17\/warum-hab-ich-hierzu-ja-gesagt-i-cochabamba\/","title":{"rendered":"Warum hab ich hierzu ja gesagt I (Cochabamba)"},"content":{"rendered":"<pre>Meinen letzten Eintrag hab ich in Cochabamba fertig geschrieben, deswegen fehlen zwei Wochenenden. Aber da an beiden ziemlich viel los war, fange ich mit Cochabamba an und wenn\/falls ich Lust und Zeit habe, schreibe ich auch nochmal vom letzten \r\nWochenende. :-)<\/pre>\n<h2>COCHABAMBA<\/h2>\n<p>Bolivianischen Busfahrten \u00fcber 6 Stunden sind auf jeden Fall angenehmer als ich angenommen hatte. Die Zeit vertreibt sich schnell, wenn man wie gebannt aus dem Fenster schaut und beobachten kann, wie sich die W\u00fcstengegend um Oruro in Berge und Palmen, die Cochabamba umgeben, verwandelt. Dazu noch eine T\u00fcte gebrannte Erdn\u00fcsse, die es hier \u00fcberall gibt und nach denen ich mittlerweile s\u00fcchtig bin, gute Musik, ein Tagebuch und die Fahrt l\u00e4sst sich im zur\u00fcckgelehnten Sitz genie\u00dfen.<\/p>\n<p>Als ich ankomme bin ich erst mal \u00fcberrascht, denn diese Stadt sieht ziemlich genau so aus wie ich mir Bolivien vorgestellt habe bevor ich Oruro gegoogelt habe. Anmutige Wolkenkratzer stehen gegen\u00fcber von kleinen nicht ganz fertiggestellten H\u00e4usern und die sommerlichen Palmen vor der Bergkulisse unterstrichen den Kontrast. Cochabamba ist die Art Stadt, die, wie ich sp\u00e4ter noch feststelle, nachts genauso laut ist wie tags\u00fcber und ich f\u00fchle mich sofort wohl hier. Was auch daran liegt, dass es hier richtig warm ist.<\/p>\n<p>Zusammen mit B., einem anderen Freiwilligen, seinen deutschen Mitbewohner*innen, einer Argentinierin, einem Bolivianer und einem Amerikaner feiere ich zum ersten Mal Pachamama. Das Pachamama Ritual findet in Cochabamba in der ersten Freitagnacht des Monats statt. Dabei werden Opfergaben f\u00fcr die personifizierte Mutter (oder Vater oder nicht bin\u00e4res Elternteil, Pachamama hat n\u00e4mlich kein Geschlecht) Natur verbrannt was den Spendenden Gl\u00fcck und Gleichgewicht bringt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/aissatainbolivia\/files\/2017\/10\/fullsizeoutput_12cd-300x299.jpeg\" width=\"300\" height=\"299\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p>Wir feiern das Ritual in\u00a0einer Bar (Ja, richtig inklusive Huari und Rotwein) , die La Troja (der Getreidespeicher) hei\u00dft und aus drei Bereichen besteht. Im Eingangsbereich wird nach dem eigentlichen Verbrennungsritual Panfl\u00f6te, Trommel und Charango, das aussieht wie eine Ukulele mit acht Saiten, gespielt und in einem Kreis um die Band getanzt. Im Innenhof kann man sich den leckersten Flammkuchen \u00fcberhaupt belegen lassen und sich auf eine der Steinb\u00e4nke um das Feuer setzten, indem die Opfergaben verbrannt werden. Drinnen gibt es eine Bar und die B\u00fchne auf der eine Liveband Poprock spielt und es wird getanzt. Und um alles noch einen Ticken unwirklicher f\u00fcr mich zu machen stehen \u00fcberall verteilt kleine Schalen mit Cocabl\u00e4ttern.<\/p>\n<p>Hier ist noch ein Link mit einer detaillierten Erkl\u00e4rung f\u00fcr das Pachamama Ritual. Die Seite ist zwar auf Spanisch, kann aber auf deutsch \u00fcbersetzt werden.\u00a0<a href=\"https:\/\/takiruna.com\/2013\/12\/21\/ritual-a-la-pachamama\/\">https:\/\/takiruna.com\/2013\/12\/21\/ritual-a-la-pachamama\/<\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/aissatainbolivia\/files\/2017\/10\/IMG_3852-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" align=\"BOTTOM\" border=\"2\" \/>Am Sonntag, unternehmen wir dann die wohl touristischste Aktion in Cochabamba. Sich bei 29\u00b0C und praller Sonne die Treppen zum Christo de la Concordia hoch qu\u00e4len. Ich stelle jetzt beim Schreiben fest, dass bei jedem meiner Wochenendausfl\u00fcge einmal dieser \u201eWarum-hab-ich-hierzu-ja-gesagt-\u201cMoment kommt. Ja, das war dieser Moment. Ich wei\u00df nicht on es sich lohnt eine missionarische Christusstatur zu erreichen, die die Stadt \u00fcberblickt. Aber die Aussicht!<\/p>\n<p>Mein Mini-Sommerurlaub endet mit einer Busfahrt durch eine sternenklare Nacht und ich plane im Kopf schon mein n\u00e4chstes Wochenende irgendwo in Bolivien.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meinen letzten Eintrag hab ich in Cochabamba fertig geschrieben, deswegen fehlen zwei Wochenenden. 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