{"id":390,"date":"2015-08-06T23:02:35","date_gmt":"2015-08-06T21:02:35","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/africtions\/?p=390"},"modified":"2015-08-06T23:04:09","modified_gmt":"2015-08-06T21:04:09","slug":"lesson-learnt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/africtions\/2015\/08\/06\/lesson-learnt\/","title":{"rendered":"Lesson learnt&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>&#8230; lautet <strong>das Motto des gestrigen Tages.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es ist ja nicht so, als h\u00e4tte ich es nicht schon vor meiner Ankunft gewusst. Dass in Windhoek eine andere Sicherheitslage herrscht als in Deutschland. Dass man nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr alleine auf die Stra\u00dfe gehen sollte, aber auch tags\u00fcber seine Wertsachen immer im Auge behalten muss. Ich habe schon so einige Horrorgeschichten geh\u00f6rt. Von Freiwilligen, die am helllichten Tag mit einem Messer vor einem Shoppingcenter \u00fcberfallen wurden wurden. Von einer Freundin, deren Mitbewohnerinnen nachts bewusstlos gemacht wurden und anschlie\u00dfend beraubt wurden (die Diebe durften sich einer\u00a0fetten Ausbeute erfreuen: Laptops, ne Menge Bargeld, P\u00e4sse. Alles weg .) Keine sch\u00f6nes Material f\u00fcr Blogeintr\u00e4ge\u00a0oder f\u00fcr das Telefonat mit der Familie zuhause. Au\u00dferdem r\u00fcckt es Windhoek nicht ins beste Licht, dabei braucht diese Stadt ihr Touristen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Diese Realit\u00e4t geh\u00f6rt aber genauso zu meinem Alltag hier wie die faszinierende Natur, die romantischen Sonnenunterg\u00e4nge und die gl\u00fccklichen Menschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nun, was soll ich sagen. Auch ich kann nun eine solcher Geschichten erz\u00e4hlen, leider.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es ist in meiner neuen Arbeitsstelle passiert, dem Nationaltheater Windhoeks. Dort arbeite ich seit Anfang Juli und assistiere dem Production Manager. Was genau das Theater macht, erz\u00e4hle ich euch gerne dann in einer neuen \u201cIch liebe mein Windhoekleben\u201c- Episode.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich genie\u00dfe also gerade einen recht ruhigen Mittwochvormittag im ziemlich hip eingerichteten B\u00fcro des NTNs. Mein Chef fragt mich, ob ich mit ihm die Vorbereitungen einer bevorstehenden Tanzshow im gro\u00dfen Saal anschauen m\u00f6chte. Klar, will ich. Ich liebe Theater und das ganze schillernde, aufregende Drumherum. Das Timing ist eh grad super, da die Cleaning ladies einen Gro\u00dfputz veranstalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nach 20 Minuten renne ich schnell zur\u00fcck ins office, ich m\u00f6chte f\u00fcr meinen Chef und mich in traditioneller Manier Bananen und Fatcakes von den Obstfrauen gegen\u00fcber kaufen. Da kommt mir auch schon eine aufgebrachte Meme Anna hingegegen. Ich h\u00f6rt nur <em>\u201cthey took my phoen<\/em>\u00a0und <em>\u201cI knew they were up to no good, when they asked for the bathroom\u201c<\/em>. Ich bin nicht mal \u00fcberrascht, als ich mein Geldbeutel nicht mehr vorfinden kann. Schnell z\u00e4hle ich eins und eins zusammen: w\u00e4hrend die beiden unbekannten M\u00e4nner sich mit dem Wunsch tarnten, ihr Blase zu entleeren, haben sie unser office blitzschnell durchk\u00e4mmt und dabei nat\u00fcrlich meine Tasche auf dem Tisch gesehen. Drin war mein Portmonnaie, samt Kreditkarte und Schl\u00fcssel f\u00fcr unser Haus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Tja, das wars dann wohl. Ich h\u00e4tte mich schon gewundert, wenn ich diesen Auslandsaufenthalt ohne weitere Fauxpas \u00fcberstanden h\u00e4tte. (Alle, die mich besser kennen, wissen, dass ich nicht zu den aller achtsamsten Menschen auf diesem Planeten z\u00e4hle. So haben in Lauf der Jahre bereits zwei Digitalkameras, ein Smartphone und etliche Schl\u00fcssel ihren Besitzer gewechselt. )<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00a0Ich kann es mir eigentlich auch nicht so ganz erkl\u00e4ren, aber ich bin (im Vergleich zu den anderen Missgeschicken, die mir mein Leben schon oft <em>vers\u00fc\u00dft<\/em> haben) nach dem Vorfall sehr ruhig geblieben. Dank Papa war die Karte schnell gesperrt. Von dem Bargeld konnten sich die Diebe h\u00f6chstens ein bisschen Fleisch zum Mittagessen\u00a0kaufen. Vielleicht reagiere ich so gelassen, will ich mich schon mental auf einen Vorfall vorbereitet hatte. In den 5 Monaten Namibia habe ich mich schlichtweg an die Situation hier angepasst und gelernt, auch in unangenehmen Momenten die Ruhe zu bewahren. Ich erinnere mich, dass ich mich am meinem ersten Abend hier (ist das wirklich schon f\u00fcnf Monate her?? <em>Oh boy.<\/em>)\u00a0schon davor gegruselt habe,\u00a0im Dunkeln zur gegen\u00fcberliegenden Bibliothek zu gehen um zu skypen. Mittlerweile laufe ich montags und mittwochs nach meinem Oshivambo-Sprachkurs die knappen 1.5 km vom Goethe Centre zu uns nach Hause. Man stellt sich dazu das folgende Szenario vor: stockdunkle Stadt, leergefegte Stra\u00dfen. Der Mensch ist und bleibt ein Gew\u00f6hnungstier. Der fehlende Sicherheitsomfort wird daf\u00fcr durch andere wundersch\u00f6ne Alltagsmomente kompensiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Meine Kollegen sind an solche \u00dcberf\u00e4lle gew\u00f6hnt, Diebst\u00e4hle geh\u00f6ren hier leider zum Alltag. Die Sicherheitsvorkehrungen im Geb\u00e4ude sollen jetzt nochmals erh\u00f6ht\u00a0werden, hei\u00dft: noch mehr Kameras an der Empfangshalle installieren, keine Fremden mehr durch die massive Gittert\u00fcr reinlassen. Die T\u00fcr des Office immer absperren, auch wenn nur mal eben Tee gekocht wird. Das ist m\u00fchselig und manchmal nervt es, aber leider ist es auch\u00a0notwendig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich lasse mir meine letzten wertvollen <strong>drei Wochen<\/strong> in Windhoek durch dieses \u00e4rgerliche Zwischenerlebnis nicht vermiesen, daf\u00fcr br\u00e4uchte es auch schon einiges mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bis dahin gr\u00fc\u00dft euch eure<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Sophia<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/africtions\/files\/2015\/08\/photo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-392\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/africtions\/files\/2015\/08\/photo.jpg\" alt=\"photo\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/africtions\/files\/2015\/08\/photo.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/africtions\/files\/2015\/08\/photo-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; lautet das Motto des gestrigen Tages. 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