{"id":85,"date":"2016-09-22T20:26:19","date_gmt":"2016-09-22T18:26:19","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/abenteuerafrika\/?p=85"},"modified":"2016-09-22T20:26:19","modified_gmt":"2016-09-22T18:26:19","slug":"vom-schulalltag-in-meru","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/abenteuerafrika\/2016\/09\/22\/vom-schulalltag-in-meru\/","title":{"rendered":"Vom Schulalltag in Meru"},"content":{"rendered":"<p>Nun sind meine ersten Tage in Meru, oder besser gesagt in der Kaaga Girls High School, auch schon wieder vorbei und ich m\u00f6chte behaupten, einen kleinen aber feinen Einblick in das Schulleben hier bekommen zu haben. Und das unterscheidet sich doch in einigen Punkten von dem, was ich aus Deutschland gewohnt bin.<\/p>\n<p>Erst einmal ein paar allgemeine Sachen \u00fcber die Schule. Es gibt etwa 950 Sch\u00fcler, die in vier Jahrgangsstufen aufgeteilt sind, die hier &#8222;Form&#8220; genannt werden. In Form eins sind die Sch\u00fclerinnen meist 14 oder 15 Jahre alt und in Form vier schlie\u00dflich 17 bis 18. Alle Sch\u00fclerinnen tragen eine Schuluniform mit einem aufgen\u00e4htem Kleeblatt. Dieses hat &#8211; je nach Form &#8211; eine unterschiedliche Farbe.<\/p>\n<p>Auf dem sehr sch\u00f6nen Schulgel\u00e4nde befinden sich die Klassenzimmer, verschiedene Fachr\u00e4ume f\u00fcr z.B. Biologie, Chemie, Physik und Hauswirtschaft, eine gro\u00dfe Halle u.a. f\u00fcr die Versammlung, die hier jeden Dienstag stattfindet, eine Mensa und nat\u00fcrlich einige B\u00fcros und das Lehrerzimmer. Zudem gibt es einen Computerraum und einen Deutschraum, wo ich mich den Gro\u00dfteil meiner Zeit aufhalte.<\/p>\n<p>Ich wohne in einer kleinen Wohnung auf dem Schulgel\u00e4nde, die ich ja im letzten Blogeintrag schon erw\u00e4hnt habe. Mittlerweile hab ich mir diese auch sch\u00f6n mit Fotos und Flaggen eingerichtet und die kahlen W\u00e4nde so \u2013 zumindest aus meinem Schlafzimmer \u2013 verbannt. Auch meine K\u00fcche hat Zuwachs bekommen. Es gibt dort jetzt ein mehr oder weniger reichhaltiges Angebot an Bananen, Toast, Honig, Eiern, Spaghetti, Reis und anderen Lebensmitteln, die ich zur Standardausr\u00fcstung z\u00e4hlen w\u00fcrde. Mit einem leckeren Spiegelei habe ich die K\u00fcche vorgestern dann auch eingeweiht. Mal sehen, was da noch so folgen wird. Vielleicht auch mal was traditionell kenianisches?<\/p>\n<p>Ich wei\u00df, dass einige von euch bestimmt auf Fotos warten. Ich bem\u00fche mich, so bald wie m\u00f6glich welche hochzuladen (was aber aufgrund des Nairobi-Zwischenfalls im Moment nicht so einfach ist). Aber die Bilder kommen, versprochen. \ud83d\ude09<\/p>\n<p>So, und wie sieht nun mein Tag aus? Ich stehe morgens immer zwischen sechs und neun Uhr auf. \u00a0Zugegeben, ein ziemlich gro\u00dfer Zeitraum, der dadurch zustande kommt, dass jeder Tag f\u00fcr mich etwas anders ist. Dienstag ist morgens um sieben Uhr zum Beispiel Assembly (Versammlung), wo alle Sch\u00fclerinnen zusammenkommen, singen (wundersch\u00f6n!), beten und einige Lehrer und die Schulleiterin Ank\u00fcndigungen machen. Ansonsten habe ich manchmal schon um acht Uhr Unterricht, an anderen Tagen aber auch erst um zehn. Unterricht \u2013 das bedeutet f\u00fcr mich eigentlich Assistenz. Ich bin bei Emmah (der super lieben Deutschlehrerin) im Unterricht und helfe, wo ich kann: bei Fragen, bei Aussprache\u00fcbungen, beim Anschreiben von S\u00e4tzen, aber auch bei der Vorbereitung oder im Anschluss beim Korrigieren von Klausuren oder Extraaufgaben. Das macht echt Spass und ich finde es toll, wenn ich den Sch\u00fclerinnen, die meist sehr engagiert sind, ein wenig helfen kann. Vielleicht werde ich bald auch ein paar kleine Einheiten \u00fcbernehmen k\u00f6nnen, mal sehen.<\/p>\n<p>Zu meinen Aufgaben z\u00e4hlt ansonsten auch die (Mit-)Leitung einer Deutsch-AG, wo einige Themen aus dem Alltagsleben noch einmal aufgriffen werden. Das soll vor allem Spa\u00df machen und den Sch\u00fclern die M\u00f6glichkeit geben, sich noch einmal mit der Sprache auf freiere Art auseinanderzusetzen. Dazu kann ich aber bestimmt bald mehr berichten.<\/p>\n<p>Am Dienstag war ich au\u00dferdem beim Aerobic. So ein bisschen Sport tat echt mal wieder gut und es war sch\u00f6n, dort nochmal andere Sch\u00fcler kennen zu lernen. Zwar bin ich bis jetzt noch ein Kandidat f\u00fcr die letzte Reihe, aber das kann sich ja \u00e4ndern, zumal das Angebot jeden Dienstag und Donnerstag stattfindet.<\/p>\n<p>Auch kulinarisch habe ich hier schon einiges kennen gelernt. Von S\u00fc\u00dfkartoffeln \u00fcber Avocado (ja, auch die war mir neu) bis hin zu wirklich traditionellen Speisen wie Ugali, Mandazi Chapati, Kidgeri oder Samosa. Ich denke, dass ich dazu demn\u00e4chst mal einen eigenen Blogeintrag schreiben werde (dann auch mit Fotos), damit ihr mal einen Eindruck davon bekommt, was hier so auf den Teller kommt.<\/p>\n<p>Am Abend habe ich meist viel Freizeit, da die Sch\u00fcler bis in den sp\u00e4ten Abend mit Aufgaben besch\u00e4ftigt sind. Hier wird sehr viel Wert auf Disziplin und Religion gelegt. Au\u00dferdem gibt es Bestrafungen f\u00fcr Sch\u00fcler, die zum Beispiel zur Versammlung zu sp\u00e4t kommen oder zu laut sind, aber so etwas scheint an kenianischen Sekundarschulen wohl verbreitet zu sein.<\/p>\n<p>Trotzdem muss ich sagen, dass es mir hier bisher sehr gut gef\u00e4llt. Die Sch\u00fclerinnen und die LehrerInnen, die ich bisher getroffen habe, sind echt nett und ich f\u00fchle mich mit jedem Tag wohler hier.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Wochenende habe ich mir vorgenommen, die Stadt mal ein wenig zu erkunden, da ich bisher nur bis Makutano (einem kleinen Ort vor Meru) gekommen bin. Aber ich muss sagen, dass mich dieser Ort echt begeistert hat. Die Atmosph\u00e4re war irgendwie &#8222;famili\u00e4rer&#8220; als in Nairobi und am Stra\u00dfenrand standen Menschen mit aufgedrehten Musikboxen, w\u00e4hrend andere getanzt haben. Das war wirklich faszinierend, da ich mir so etwas in Deutschland nie vorstellen k\u00f6nnte! Au\u00dferdem hatte ich im Supermarkt ein paar interessante Begegnungen mit Kindern, die vermutlich vor mir noch nicht viele Wei\u00dfe gesehen haben. Sie wollten meine Haut ger\u00fchren und haben mich irritiert angestarrt. Ein kleiner Junge war total begeistert, als ich ihm ein High Five gegeben habe. \ud83d\ude00<\/p>\n<p>Von Makutano werde ich bald bestimmt auch mal das ein oder andere Foto hochladen.<\/p>\n<p>Das waren meine erste Eindr\u00fccke von der Schule und Makutano und es werden sicherlich nicht die einzigen bleiben.<\/p>\n<p>F\u00fcr alle, die es bis hier geschafft haben gibt&#8217;s zum Schluss noch zwei kuriose Dinge, die mir in meiner ersten Zeit an der Schule aufgefallen sind: Zum einen werde ich hier von den meisten LehrerInnen &#8222;Lala&#8220; oder &#8222;Olala&#8220; genannt. Das liegt daran, dass die Menschen aus Meru Probleme haben, dass &#8222;r&#8220; richtig auszusprechen. Es wird immer wieder viel gelacht, wenn sich mal wieder jemand an der richtigen Aussprache versucht.<\/p>\n<p>Zum anderen bekomme ich auf ein &#8222;Good morning&#8220; oder &#8222;Hello&#8220; oft die Antwort &#8222;Thank you, I&#8217;m fine&#8220;. Auch diese Erkl\u00e4rung h\u00e4ngt mit Sprache zusammen, genauer gesagt mit der Sprache &#8222;Kiswahili&#8220;. Denn auf Kiswahili begr\u00fc\u00dft man sich mit &#8222;Habari&#8220;, was genau \u00fcbersetzt &#8222;Nachrichten&#8220; hei\u00dft und worauf man zum Beispiel mit &#8222;nzuri tu&#8220; (&#8222;nur Gute&#8220;) antwortet.<\/p>\n<p>So, das war es erst einmal wieder von mir. Ich sende euch liebe Gr\u00fc\u00dfe nach Deutschland bzw. in alle Welt (zu meinen Mitfreiwilligen) und freue mich \u00fcber Fragen und Kommentare!<\/p>\n<p>Eure Lara \ud83d\ude42<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun sind meine ersten Tage in Meru, oder besser gesagt in der Kaaga Girls High School, auch schon wieder vorbei und ich m\u00f6chte behaupten, einen kleinen aber feinen Einblick in das Schulleben hier bekommen zu haben. 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