{"id":411,"date":"2015-02-23T12:52:38","date_gmt":"2015-02-23T11:52:38","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/?p=411"},"modified":"2015-02-23T13:08:06","modified_gmt":"2015-02-23T12:08:06","slug":"wohin-die-ostseewinde-uns-treiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/2015\/02\/23\/wohin-die-ostseewinde-uns-treiben\/","title":{"rendered":"Wohin die Ostseewinde uns treiben&#8230;"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_418\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2015\/02\/10670200_604314706335782_7849399837819214826_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-418\" class=\"size-thumbnail wp-image-418\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2015\/02\/10670200_604314706335782_7849399837819214826_n-150x150.jpg\" alt=\"Flughafen RIX, 6.00 Uhr morgens\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2015\/02\/10670200_604314706335782_7849399837819214826_n-150x150.jpg 150w, https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2015\/02\/10670200_604314706335782_7849399837819214826_n-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-418\" class=\"wp-caption-text\">Flughafen RIX, 6.00 Uhr morgens<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Wir schreiben den 5. Februar 2015.<\/strong> Es ist 3:30 Uhr in der Nacht. Riga schl\u00e4ft, alles ist ruhig, fast schon friedlich. Doch Moment &#8211; wirklich alles? Nicht ganz. In einer Wohnung nahe dem Zentrum geht das Licht an. \u00dcberm\u00fcdet qu\u00e4le ich mich aus dem Bett, packe meine restlichen Sachen, mache mich fertig und verlasse das Haus. Hektisch mache ich mich auf den Weg Richtung Opera Hotel, um den Shuttle zum Flughafen nicht zu verpassen. Normalerweise w\u00fcrde ich mir den zus\u00e4tzlichen Stress sparen und wie alle anderen normalen Menschen auch den Bus nehmen. Doch um diese Uhrzeit ist hier nichts normal, erst recht nicht der \u00d6PNV. Um mir das \u00fcberteuerte Taxi zu sparen, nehme ich um 5:10 den Shuttle Richtung RIX.<\/p>\n<div id=\"attachment_422\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2015\/02\/10991391_606662226101030_7687037260675020637_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-422\" class=\"size-thumbnail wp-image-422\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2015\/02\/10991391_606662226101030_7687037260675020637_n-150x150.jpg\" alt=\"MASTERARBEIT &lt;3\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2015\/02\/10991391_606662226101030_7687037260675020637_n-150x150.jpg 150w, https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2015\/02\/10991391_606662226101030_7687037260675020637_n-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-422\" class=\"wp-caption-text\">MASTERARBEIT &lt;3<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Es ist 5:40. Ich betrete den Flughafen Riga, noch immer \u00fcberm\u00fcdet, aber erleichtert. Die erste Etappe ist bew\u00e4ltigt. Zielsicher steuere ich die Sicherheitskontrolle an. Ich habe zwar endlos viel Zeit, wozu aber sp\u00e4ter mit den anderen Reisenden Schlange stehen. Nat\u00fcrlich l\u00e4uft alles wunderbar, niemand m\u00f6chte meinen Laptop kontrollieren &#8222;weil das Soll heute noch nicht erf\u00fcllt ist&#8220;, niemand ist der Meinung, dass ich irgendwie verd\u00e4chtig aussehe. Etwas einsam stehe ich nun vor den Gates &#8211; so leer habe ich es hier noch nie gesehen. Zeit f\u00fcr Kaffee. Und wenn man schon mal sitzt, kann man doch auch noch etwas arbeiten&#8230;denke ich mir, klappe den Laptop auf und schreibe mal eben das Fazit zu meiner Masterarbeit, um das ich seit Tagen einen weiten Bogen mache. Zufrieden steige ich ins Flugzeug &#8211; auf nach Deutschland!<\/p>\n<div id=\"attachment_420\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2015\/02\/10959721_607134689387117_7259301726652514646_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-420\" class=\"size-thumbnail wp-image-420\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2015\/02\/10959721_607134689387117_7259301726652514646_n-150x150.jpg\" alt=\"...Abgabe feiern ist besser als Abgabe selbst!\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2015\/02\/10959721_607134689387117_7259301726652514646_n-150x150.jpg 150w, https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2015\/02\/10959721_607134689387117_7259301726652514646_n-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-420\" class=\"wp-caption-text\">&#8230;Abgabe feiern ist besser als Abgabe selbst!<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Wir schreiben den 12. Februar 2015.<\/strong> Es ist 09:38. Ich sitze im Zug nach Kiel, meine fertige Masterarbeit in dreifacher Ausfertigung und digitaler Form im Gep\u00e4ck. Wenn nun nichts mehr schief geht, bin ich in rund 2,5 Stunden frei. M\u00fcde und genervt, aber frei. Auf Nimmerwiedersehen, Universit\u00e4t! (Wobei&#8230;ganz sicher ist das nicht ;). Bereits am Bahnhof holt mich eine Freundin ab. Der Plan ist: Zum Pr\u00fcfungsamt, abgeben und dann ab in die n\u00e4chste Bar zum wohlverdienten Cocktail. Nach einem halben Jahr Abstinenz zur\u00fcck in Kiel zu sein, ist ein besseres Gef\u00fchl als erwartet. Meine Arbeit, die ich mich nun von der ersten Themenfindung bis zur Abgabe ein Jahr lang gequ\u00e4lt, begeistert, ge- und \u00fcberfordert hat: Abgegeben. Ein besseres Geschenk zum 25. Geburtstag h\u00e4tte ich mir nicht machen k\u00f6nnen.<\/p>\n<div id=\"attachment_416\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2015\/02\/1508075_610926659007920_7154857919599900297_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-416\" class=\"size-thumbnail wp-image-416\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2015\/02\/1508075_610926659007920_7154857919599900297_n-150x150.jpg\" alt=\"Blick \u00fcber Riga\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2015\/02\/1508075_610926659007920_7154857919599900297_n-150x150.jpg 150w, https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2015\/02\/1508075_610926659007920_7154857919599900297_n-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-416\" class=\"wp-caption-text\">Blick \u00fcber Riga<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Wir schreiben den 15. Februar 2015. <\/strong>Seit zwei Tagen bin ich zur\u00fcck in Riga. Ihr wisst schon, die Arbeit ruft. Mit Alltag hat es allerdings wenig zu tun, dass ich gerade schon wieder mit einem Koffer in der Hand Richtung Busbahnhof renne und wie immer viel zu sp\u00e4t dran bin. Ich bin auf dem Weg nach Tallinn &#8211; die Stipendiat*innenauswahlreise kann beginnen. In den n\u00e4chsten Tagen wird sich zeigen, wer aus Estland, Litauen und Lettland ein Stipendium f\u00fcr ein Masterstudium in Deutschland bekommt. Irgendwann nachmittags kommen wir in Tallinn an, es gilt, die Auswahlkommission aus Deutschland zu begr\u00fc\u00dfen, im Hotel einzuchecken, sich auf die Auswahlen vorzubereiten und mit dem Deutschen Botschafter zu essen. Ein ganz normaler Sonntag also, nur ohne Tatort.<\/p>\n<div id=\"attachment_417\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2015\/02\/10505528_610926779007908_472465747569736647_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-417\" class=\"size-thumbnail wp-image-417\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2015\/02\/10505528_610926779007908_472465747569736647_n-150x150.jpg\" alt=\"Universit\u00e4t Vilnius\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2015\/02\/10505528_610926779007908_472465747569736647_n-150x150.jpg 150w, https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2015\/02\/10505528_610926779007908_472465747569736647_n-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-417\" class=\"wp-caption-text\">Universit\u00e4t Vilnius<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Es ist der 16. Februar 2015. <\/strong>Fr\u00fch mache ich mich auf den Weg in die Universit\u00e4t Tallinn, in der heute die Auswahlen stattfinden, um alles vorzubereiten. Sp\u00e4ter plaudere ich ein wenig mit den Kandidat*innen und bin beeindruckt. Ich kann mich nicht erinnern, am Ende meines Bachelorstudiums so genaue Pl\u00e4ne und Ziele gehabt zu haben. Noch sp\u00e4ter am Tag blicke ich allerdings mit Sorge zur Uhr. Es ist sp\u00e4t, wir m\u00fcssen unseren Flug erwischen. Denn heute soll es noch &#8211; mit Umweg \u00fcber Riga &#8211; weiter nach Vilnius gehen. Wie ihr vielleicht schon gelesen habt, war ich von Vilnius das letzte Mal wenig begeistert. Es erschien mir viel zu grau, viel zu erdr\u00fcckend. Doch wie mit vielem im Leben braucht es manchmal mehere Anl\u00e4ufe zum Gl\u00fcck. Wir werden also sehen. Gegen Abend denke ich mir zun\u00e4chst einmal: Aufwachen in Tallinn, Mittagessen in Riga und einschlafen in Vilnius, alles an nur einem Tag &#8211; ich habe wirklich Gl\u00fcck mit meiner Einsatzstelle.<\/p>\n<div id=\"attachment_423\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2015\/02\/10999813_610926769007909_8119826016524173166_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-423\" class=\"size-thumbnail wp-image-423\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2015\/02\/10999813_610926769007909_8119826016524173166_n-150x150.jpg\" alt=\"Buchladen in Vilnius \" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2015\/02\/10999813_610926769007909_8119826016524173166_n-150x150.jpg 150w, https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2015\/02\/10999813_610926769007909_8119826016524173166_n-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-423\" class=\"wp-caption-text\">Buchladen in Vilnius<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Wir schreiben den 17. Februar 2015.<\/strong> Ich befinde mich in Vilnius, das sich &#8211; als h\u00e4tte es geahnt, dass es vermutlich nur eine zweite Chance bekommen wird &#8211; von seiner besten Seite zeigt. Die Sonne scheint, alle Menschen, die mir begegnen, sind mehr als freundlich. Auch sehe ich dieses Mal andere Dinge und bekomme dank Menschen, die sich hier bestens auskennen, einen anderen Einblick. Ich muss ehrlich sagen: Mein Favorit bleibt Riga, dicht gefolgt von Tallinn. Aber Vilnius ist in meiner Erinnerung nun nicht mehr der d\u00fcstere Ort irgendwo im S\u00fcden, sondern eine Stadt, die auch ihren Charme hat. Am Abend steht wieder einmal ein feierliches Essen an, in der Residenz der Deutschen Botschafterin. Wieder einer dieser v\u00f6llig normalen Tage, versteht sich.<\/p>\n<div id=\"attachment_427\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2015\/02\/11021164_610926639007922_8611274096998525177_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-427\" class=\"size-thumbnail wp-image-427\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2015\/02\/11021164_610926639007922_8611274096998525177_n-150x150.jpg\" alt=\"Nationalbibliothek Riga\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2015\/02\/11021164_610926639007922_8611274096998525177_n-150x150.jpg 150w, https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2015\/02\/11021164_610926639007922_8611274096998525177_n-300x300.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2015\/02\/11021164_610926639007922_8611274096998525177_n-750x750.jpg 750w, https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2015\/02\/11021164_610926639007922_8611274096998525177_n.jpg 960w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-427\" class=\"wp-caption-text\">Nationalbibliothek Riga<\/p><\/div>\n<p><del><strong>Wir schreiben<\/strong> <\/del><strong>Hier. Heute. Jetzt.<\/strong> Seit einigen Tagen bin ich zur\u00fcck in Riga. Zun\u00e4chst stand das feierliche Ende der Auswahlen an. Ihr ahnt es: Essen mit der Deutschen Botschafterin. Nun jedoch hat mich der Alltag wieder. Theoretisch. Heute ist mein erster regul\u00e4rer Arbeitstag seit zwei Wochen. Nur ist nichts mehr so, wie es vor zwei Wochen war. Ich habe pl\u00f6tzlich Zeit. Ich kann wieder Leute treffen, zum Sport gehen, privat B\u00fccher lesen, Filme sehen, in Ruhe kochen, besser Lettisch lernen, mich weiterbilden, mich mit meinem Fernstudium befassen, ich muss nicht mehr nach Arbeit nach Hause hetzen&#8230;kurzum: Meine Masterarbeit ist weggefallen und ich merke so langsam, wie sehr sie mich in den letzten Wochen vereinnahmt hat. Dennoch: Bis diese Informationen in meinem Kopf ankommen, werden wohl noch einmal so viele Wochen ins Land gehen, wie ich diesen Blog nun schon vernachl\u00e4ssigt habe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir schreiben den 5. 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