{"id":275,"date":"2014-10-27T13:12:00","date_gmt":"2014-10-27T12:12:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/?p=275"},"modified":"2014-12-01T15:18:57","modified_gmt":"2014-12-01T14:18:57","slug":"von-karaoke-fitness-und-dem-alltaeglichen-wahnsinn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/2014\/10\/27\/von-karaoke-fitness-und-dem-alltaeglichen-wahnsinn\/","title":{"rendered":"Von Karaoke, Fitness und dem allt\u00e4glichen Wahnsinn"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Alltag. Alltag bedeutet nicht, dass man jeden Tag exakt das Gleiche erlebt oder dass kein Tag sich vom anderen unterscheidet. Alltag bedeutet, dass die Tage eine gewisse Struktur haben oder dass das Leben in etwas ruhigeren Bahnen verl\u00e4uft. Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss dieser Tage &#8211; k\u00f6nnte man meinen, wenn man das so liest. Manchmal meine ich das auch selbst, n\u00e4mlich dann, wenn ich mich in Riga Zuhause f\u00fchle, dann, wenn ich ganz normale Pl\u00e4ne f\u00fcr die kommenden Tage habe und keine Ausfl\u00fcge anstehen. Alltag, das war f\u00fcr mich immer der Schrecken an sich, ein Synonym f\u00fcr Langeweile und Stillstand. Langsam merke ich aber, dass es so eben nicht ist, nicht sein muss. Alltag ist ein Gef\u00fchl, manchmal auch nur ein Moment.<\/p>\n<div id=\"attachment_276\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2014\/10\/10653618_563336160433637_1325499399066314161_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-276\" class=\"size-thumbnail wp-image-276\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2014\/10\/10653618_563336160433637_1325499399066314161_n-150x150.jpg\" alt=\"Feierabend!\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2014\/10\/10653618_563336160433637_1325499399066314161_n-150x150.jpg 150w, https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2014\/10\/10653618_563336160433637_1325499399066314161_n-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-276\" class=\"wp-caption-text\">Feierabend!<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Wenn ich mich nach der Arbeit zum Essen mit Sophie treffe, dann ist das irgendwie Alltag, obwohl wir das nat\u00fcrlich nicht jeden Tag tun. Und langweilig ist es auch nicht. Nur kehrt einfach langsam Ruhe ein und vielleicht f\u00fchlt es sich f\u00fcr mich so an, weil ich nun keine Studentin mehr bin. Weil ich pl\u00f6tzlich geregelte Tagesabl\u00e4ufe habe &#8211; und zwar dauerhaft, nicht so, wie in einem normalen 3-Monatspraktikum. Vielleicht ist es doch gar nicht so erschreckend, mal f\u00fcr eine Weile irgendwo anzukommen, denn \u00fcberraschenderweise f\u00fchlt es sich ganz gut an. Was nat\u00fcrlich nichts daran \u00e4ndert, dass mein Abenteuergeist sich nach neuen Erlebnissen und Orten sehnt und ich daher mit vielen neuen Eindr\u00fccken und Erfahrungen nach einem Jahr nach Deutschland zur\u00fcckkehren will (oder wo immer die Winde mich dann hintreiben ;).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In diesem Sinne ging es am Wochenende dann auch mit meiner neuen Mitbewohnerin in die Altstadt, Pubs erkunden. Sie lebt schon l\u00e4nger hier und wusste daher viel besser als ich, wohin man so gehen kann &#8211; ein Gl\u00fcck! Ich meine, ich singe schon ganz gerne mal. Alleine, f\u00fcr mich, ohne Publikum, denn ich bin wirklich nicht sonderlich talentiert. Karaoke habe ich bisher erst ein einziges Mal gesungen, n\u00e4mlich &#8211; wenn man mal von Singstar absieht &#8211; in einem Irish Pub in Kiel. Es war also dringend an der Zeit, diese Erfahrung zu wiederholen und erst im Morgengrauen den Heimweg anzutreten ;).<\/p>\n<div id=\"attachment_277\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2014\/10\/1186726_563336127100307_6808774087556205453_n-e1414411557847.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-277\" class=\"size-thumbnail wp-image-277\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2014\/10\/1186726_563336127100307_6808774087556205453_n-e1414411557847-150x150.jpg\" alt=\"Der Beweis!\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2014\/10\/1186726_563336127100307_6808774087556205453_n-e1414411557847-150x150.jpg 150w, https:\/\/kulturweit.blog\/921km\/files\/2014\/10\/1186726_563336127100307_6808774087556205453_n-e1414411557847-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-277\" class=\"wp-caption-text\">Der Beweis!<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Um meinem Leben hier dann aber doch wieder etwas mehr Seri\u00f6sit\u00e4t zu verleihen, habe ich mich tats\u00e4chlich im Fitnessstudio angemeldet. Ich kann es selbst kaum glauben, war ich doch immer diejenige, die nicht verstehen konnte, warum die Menschen auf einmal keine Zeit mehr f\u00fcr Freunde haben, weil sie dringend zum Sport m\u00fcssen. Ich werde versuchen, das alles etwas lockerer zu sehen, will aber nun auch regelm\u00e4\u00dfig hingehen. Bisher klappt das ganz gut und ich kann daher feierlich verk\u00fcnden, dass ich schon ein wenig stolz bin. Aber warten wir ab, wie sich die Dinge hier entwickeln &#8211; mein Alltagsgef\u00fchl wird in jedem Fall in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden vertrieben, denn um mich herum passiert dann doch relativ viel. Sei es die Berlinale in Riga, ein Ausflug nach Ventspils ans Meer oder mein Zwischenseminar auf einer F\u00e4hre irgendwo zwischen Tallinn und Stockholm &#8211; es wird genug passieren, um auch den Alltag zwischendurch wertsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen, da bin ich mir sicher.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alltag. 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