{"id":18,"date":"2014-09-07T21:17:34","date_gmt":"2014-09-07T19:17:34","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/8360km\/?p=18"},"modified":"2014-09-07T21:19:28","modified_gmt":"2014-09-07T19:19:28","slug":"frequently-asked-questions","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/8360km\/2014\/09\/07\/frequently-asked-questions\/","title":{"rendered":"Frequently Asked Questions"},"content":{"rendered":"<p>Hallihallo,<\/p>\n<p>nun bin ich schon \u00fcber eine Woche ein Windhoek und wie das nun mal so ist wenn man neu ist und die Menschheit nicht mit t\u00e4glichen Blogeintr\u00e4gen belasten m\u00f6chte, habe ich mehr erlebt, als sinnvoll ist, in einem Blogbeitrag zu berichten. Vielleicht sollte ich also erstmal die Fragen beantworten, die ich immer wieder aus der Heimat zu h\u00f6ren bekomme.<\/p>\n<p><strong>Wie ist das Wetter?<\/strong><\/p>\n<p>Trocken, echt trocken. Die Luftfeuchtigkeit erreichte bislang noch nie \u00fcber f\u00fcnf Prozent. Lippen, H\u00e4nde und sonstige Hautstellen rei\u00dfen nach Belieben auf. In den ersten Tagen sah ich aus wie f\u00fcr eine Halloween-Party zurecht gemacht. Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben Nasenbluten gehabt. Die Sonne knallt. Fett. Besonders mittags. Nachts ist es k\u00fchler bis arschkalt. Ich bin die extreme Sonneneinstrahlung noch nicht gew\u00f6hnt und bekomme nach 10 Minuten in der Mittagssonne Kopfschmerzen. Und au\u00dferdem liegt der ganze Salat hier auch noch auf 2000 Metern H\u00f6he.<\/p>\n<p><strong>Wie ist die Arbeit?<\/strong><\/p>\n<p>Unmenschliche Arbeitszeiten. Bin n\u00e4mlich bei den Fr\u00fchaufstehern. Fr\u00fchaufstehen &#8211; genau mein Ding. Niemand h\u00fcpft des Morgens fr\u00f6hlicher aus dem Bett als ich. Niemand h\u00fcpft schneller als ich. Denn zum Gl\u00fcck brauche ich weder ein ausgiebiges Fr\u00fchst\u00fcck noch eine halbe Kanne Kaffee, um in der Fr\u00fch munter zu werden.<\/p>\n<p>Die Fr\u00fchaufsteher sind die Morgensendung des deutschen Radioprogramms hier. Ich stehe um vier Uhr auf, um sechs stehen wir schon im Studio, wo man den H\u00f6rern bittesch\u00f6n authentisch-fr\u00f6hlich einen guten Morgen w\u00fcnscht. Ich musste direkt an meinem ersten Tag hier live sprechen. Man wird ziemlich ins kalte Wasser geschmissen, aber das ist gut, denn so lernt man. Und wird am Mikro entspannter. T\u00e4glich kommen neue Aufgaben f\u00fcr mich dazu, Donnerstag habe ich mein erstes Live-Interview gef\u00fchrt. Am Freitag gab es dann einen Totalausfall bei der Arbeit, Internet, Telefon, und das Mischprogramm DaletPlus waren tot. Wir redeten uns um Kopf und Kragen und spielten zwischendrin Musik von der CD. Professionell improvisiert, w\u00fcrde ich sagen.<\/p>\n<p>Da ohne Internet im Sender nicht viel zu machen war, haben wir Praktikantinnen uns dann erstmal in Studio 5 begeben und die Musik laut aufgedreht. Aus der Kinderstunde begleiteten uns Anne Kaffeekanne und der Gorilla mit der Sonnenbrille, genauso wie Clueso und die besten Apr\u00e9s-Ski-Hits beim Tanzen durchs Studio. Der Sound war gut. Fett sozusagen. Der Kollege, der gegen\u00fcber live geschaltet war, zeigte uns immer wieder durch die Glasscheibe den Vogel.<\/p>\n<p><strong>Wie viel Uhr ist es hier?<\/strong><\/p>\n<p>Seit heute, dem 07.09.2014 befinden wir uns in der namibischen Sommerzeit, die gleichzeitig mit der deutschen Sommerzeit ist. Wenn ihr in ein paar Wochen auf Winterzeit umstellt, ist es hier eine Stunde sp\u00e4ter als in Deutschland.<\/p>\n<p><strong>Wie sind die Leute hier?<\/strong><\/p>\n<p>Nice. Very nice. Man lernt sehr leicht sehr viele sehr nette Menschen kennen.<\/p>\n<p><strong>Was isst du da so?<\/strong><\/p>\n<p><em>Was es hier nicht gibt:<\/em> Essbaren Mozarella, leckeres Pesto (au\u00dfer ich finde noch welches), Gurken, normale Zucchini (nur Minidinger).<\/p>\n<p><em>Was es gibt:<\/em> Gigantische Auswahl an Toastbrot (von dunkel-schwarz bis hell-korn, jammi), die leckersten Avocados, Passionfruits, Mangos, Papayas (zu Spottpreisen) UND eine gigantische Auswahl an Schokolade.<\/p>\n<p><em>In Caf\u00e9s:<\/em> Die gr\u00f6\u00dften Smoothies und frisch gepressten S\u00e4fte der Welt (0.5 Liter auf den Tisch zu bekommen, scheint normal zu sein), die leckersten Sandwiches (ich schw\u00f6re, wirklich)<\/p>\n<p>Kurzum: Ich bin ziemlich erfreut \u00fcber diese erstklassige Gelegenheit, viel Obst und Schokolade in mich zu stopfen.<\/p>\n<p>Highlight aus dem Supermarkt: Farmdudler. Nicht Almdudler. Alm in Namibia? &#8230;.<\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/8360km\/files\/2014\/09\/20140902_194854.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-19\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/8360km\/files\/2014\/09\/20140902_194854-300x225.jpg\" alt=\"20140902_194854\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/8360km\/files\/2014\/09\/20140902_194854-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/8360km\/files\/2014\/09\/20140902_194854.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/em><\/p>\n<p><strong>Woran ich mich gew\u00f6hnen muss?<\/strong><\/p>\n<p>An vieles. Ich bin ja erst eine Woche hier. Mit der Zeit werde ich sehen, woran ich mich gew\u00f6hnen kann, und woran nicht. Vielleicht kann ich schon sagen, dass Windhoek keinesfalls Berlin ist. Windhoek ist eine ganz normale Stadt, keine Frage. Bis auf die Palmen und die unbefestigten B\u00fcrgersteige k\u00f6nnte Windhoek eine h\u00fcgelige, mittelgro\u00dfe deutsche Stadt sein. Was anders ist: Die Sicherheitslage. Daf\u00fcr werde ich sicher mit der Zeit ein besseres Gef\u00fchl bekommen, momentan bin ich noch etwas eingesch\u00fcchtert. Im Dunkeln sicher von A nach B zu kommen, ist f\u00fcr mich gerade eine Herausforderung. Die Sonne geht aber um sechs unter, dann ist Ende im Gel\u00e4nde. Tags\u00fcber laufe ich eigentlich \u00fcberall hin.<\/p>\n<p><strong>Visum? Visum!<\/strong><\/p>\n<p>Ohne Arbeitsvisum eingereist, begab ich mich am Montag nat\u00fcrlich sofort ins Home Affairs, um alsbald legal arbeiten zu d\u00fcrfen. Der Beamte nahm meinen Brief von der Botschaft entgegen, dann verschwand er. Dank meiner Eigenschaft, besonders geduldig zu sein, macht mir das gar nix. Ich hatte so Herzrasen, wenn er noch l\u00e4nger verschollen geblieben w\u00e4re, h\u00e4tte ich bestimmt auf mein junges Alter nen Herzinfarkt bekommen.<\/p>\n<p>Es ist ein wirklich widerliches Gef\u00fchl, unerw\u00fcnscht in einem Land zu sein. Ich war auf einmal Bittstellerin, ich wusste, dass mein n\u00e4chstes Jahr von einem kleinen Stempel im Pass abh\u00e4ngt, und dass irgendjemand dar\u00fcber befinden konnte, wie er gerade Lust hatte. Nach einer halben Ewigkeit jedoch kam der entspannte Beamte wieder und gab mir kommentarlos zwei Zettel in die Hand: Ich \u00fcberflog. Study Permit. APPROVED. Bis 11.08.2015. Gestempelt am: 31.07.14. Spontaner Freudentaumel, ich falle Hannah in die Arme. Nach all dem Hickhack ums Visum, ob ich ausreisen darf, ob man mich am Flughafen ins Land lassen w\u00fcrde, grummeligen Grenzbeamten, Gruselgeschichten von Freiwilligen im Gef\u00e4ngnis \u2013 pure Erleichterung. Der zweite Zettel ist eine Rechnung, 1395ND (100 Euro ca.), berappe ich f\u00fcrs Visum. Dann gehe ich zur\u00fcck zum Schalter. Der Beamte nimmt meinen Pass und verschwindet erneut\u2026 Und kommt nicht zur\u00fcck. <strong>CLIFFHANGER. <\/strong>Ob ich den Stempel in den Pass wohl bekomme? Das wei\u00df ich auch noch nicht. \ud83d\ude00<\/p>\n<p>Neben all dem Kram, den man regeln muss, und der Arbeit, haben wir es nat\u00fcrlich auch in die wundervolle Natur rund um Windhoek geschafft. Kein Verkehrsl\u00e4rm, kein Beinahe-Sterben beim \u00dcberqueren der Stra\u00dfe, und wir fallen endlich mal kein bisschen auf. Au\u00dferdem habe ich schon ein paar interessante Dinge gelernt:<\/p>\n<ul>\n<li>Wenn man hier &#8222;now&#8220; sagt, bedeutet das: So in einer halben Stunde. Wenn man &#8222;now now&#8220; sagt, bedeutet dass: jetzt.<\/li>\n<li>Ich hasse es, von jemandem abh\u00e4ngig zu sein (um zum Beispiel im Dunkeln von A nach B zu kommen).<\/li>\n<li>Ich bin kein Stadtkind. Ich vermisse zwar die kulturelle Vielfalt Berlins hier in Windhoek, die verschiedenen M\u00f6glichkeiten, was zu unternehmen, aber ich brauche genauso sehr einen Park, ein Feld oder sonst wie was, wo man drin rumklettern, liegen und an den Horizont blicken kann.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Und somit schlie\u00dfe ich mit Fotos vom Avis Damm \ud83d\ude42<\/p>\n<div id=\"attachment_21\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/8360km\/files\/2014\/09\/AvisDammklein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-21\" class=\"wp-image-21 size-full\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/8360km\/files\/2014\/09\/AvisDammklein.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"217\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/8360km\/files\/2014\/09\/AvisDammklein.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/8360km\/files\/2014\/09\/AvisDammklein-300x63.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-21\" class=\"wp-caption-text\">Sundowner am Avis Damm<\/p><\/div>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/8360km\/files\/2014\/09\/DSCN0772.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-20 size-medium\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/8360km\/files\/2014\/09\/DSCN0772-300x225.jpg\" alt=\"Man post vor der Sonne\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/8360km\/files\/2014\/09\/DSCN0772-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/8360km\/files\/2014\/09\/DSCN0772.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallihallo, nun bin ich schon \u00fcber eine Woche ein Windhoek und wie das nun mal so ist wenn man neu ist und die Menschheit nicht mit t\u00e4glichen Blogeintr\u00e4gen belasten m\u00f6chte, habe ich mehr erlebt, als sinnvoll ist, in einem Blogbeitrag &hellip; <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/8360km\/2014\/09\/07\/frequently-asked-questions\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1375,"featured_media":19,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[],"class_list":["post-18","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/8360km\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/8360km\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/8360km\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/8360km\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1375"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/8360km\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/8360km\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/8360km\/wp-json\/wp\/v2\/media\/19"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/8360km\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/8360km\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/8360km\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}