{"id":115,"date":"2021-04-12T19:51:31","date_gmt":"2021-04-12T17:51:31","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/6monateinathen\/?p=115"},"modified":"2021-04-12T20:00:36","modified_gmt":"2021-04-12T18:00:36","slug":"zurueck-in-athen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/6monateinathen\/2021\/04\/12\/zurueck-in-athen\/","title":{"rendered":"Zur\u00fcck in Athen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/6monateinathen\/files\/2021\/04\/P1090070.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-116\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/6monateinathen\/files\/2021\/04\/P1090070-300x450.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/6monateinathen\/files\/2021\/04\/P1090070-300x450.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/6monateinathen\/files\/2021\/04\/P1090070.jpg 683w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Seit dem 20. Februar bin ich wieder in Athen. Genau 2 Jahre nachdem ich von meinem Freiwilligendienst 2019 wieder zur\u00fcck nach Deutschland gekehrt bin.<\/p>\n<p>Ich bin nicht das erste Mal wieder in Griechenland, sondern habe im Sommer 2019 und im Fr\u00fchjahr 2020 jeweils Praktika in Olympia wieder mit dem Deutschen Arch\u00e4ologischen Institut gemacht und war vorher beide Male f\u00fcr eine Woche Urlaub in Athen. Letzten M\u00e4rz mussten wir das Praktikum allerdings 2,5 Wochen fr\u00fcher als geplant abbrechen, wegen des Beginns des ersten Lockdowns in Griechenland.<\/p>\n<p>Seit dem Wintersemester 2019 studiere ich Ur- und Fr\u00fchgeschichte und klassische Arch\u00e4ologie an der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln. Nach dem Ende meines Freiwilligendienstes stand f\u00fcr mich fest, dass ich nach Athen f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit zur\u00fcckkommen muss. Frustriert \u00fcber das die fr\u00fche Abreise aus Griechenland habe ich mich letztes Jahr im April bei der Erasmus Restplatzvergabe meiner Universit\u00e4t beworben und einen Studienplatz in Athen erhalten. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich fest angenommen, dass die Covid 19 Pandemie bis 2021 l\u00e4ngst vorbei sei. Da lag ich offensichtlich ziemlich falsch.<\/p>\n<p>Auf meinen bevorstehenden Auslandsaufenthalt habe ich mit gemischten Gef\u00fchlen geblickt. Einerseits war ich voller Vorfreude und konnte es kaum erwarten zur\u00fcck nach Griechenland und nach Athen zu kommen. Anderseits hatte ich aber auch Angst, dass ich diese einmalige Chance, die mir das Erasmus+ Stipendium bietet, zu verspielen und nicht richtig nutzen zu k\u00f6nnen, wie in einem anderen Jahr. Ich wei\u00df auch nicht, ob es so schlau ist in eine Stadt zur\u00fcckzukehren, die man schon relativ gut kennt, statt ein ganz neues Land oder eine andere Stadt neu zu entdecken. Allerdings war ich mir sehr sicher, dass ich sonst immer Sehnsucht nach Athen haben w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Ich lebe jetzt in Athen in einer WG mit 3 franz\u00f6sischen Erasmus Studentinnen, die zum Gl\u00fcck alle total lieb sind, in der N\u00e4he von Exarchia, wo ich w\u00e4hrend meines Freiwilligendienst gelebt habe. Meine Universit\u00e4t, die Nationale und Kapodistrias Universit\u00e4t Athen\u2013 kurz \u0395\u039a\u03a0\u0391 \u2013 , ist ca. 7 km von meiner Wohnung entfernt, allerdings war es mir wichtiger zu Fu\u00df das Zentrum und die Akropolis zu erreichen.<\/p>\n<p>Als ich in Athen angekommen bin war nat\u00fcrlich Lockdown. F\u00fcr die Einreise brauchte ich einen negativen PCR Test und musste mich registrieren. Zu diesem Zeitpunkt herrschte am Wochenende eine Ausgangsperre ab 18 Uhr und unter der Woche ab 21 Uhr. Tags\u00fcber darf das Haus aber auch nur mit einem triftigen Grund und einem entsprechenden Formular verlassen werden. In ganz Griechenland gilt eine Maskenpflicht und nur die Gesch\u00e4fte des t\u00e4glichen Bedarfs waren ge\u00f6ffnet. Auch im Supermarkt und in der Drogerie durfte man nur die Produkte kaufen, die zum t\u00e4glichen Bedarf z\u00e4hlen, die anderen durften nicht verkauft werden, um einen fairen Wettbewerb zu gew\u00e4hrleisten. Interessant fand ich, was unter t\u00e4glichen Bedarf verstanden wird: So konnte man Weihrauch kaufen, aber Besteck, Geschirr und Makeup nicht. Au\u00dferdem durfte man seine Gemeinde nicht verlassen.<\/p>\n<p>Nach und nach wurde die Ausgangsbeschr\u00e4nkung am Wochenende von 18 auf 19 und schlie\u00dflich auf 21 Uhr gelockert. Daf\u00fcr wurde es verboten \u00f6ffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, um zu einem anderen Ort zu gelangen, wo man spazieren gehen oder Sport machen m\u00f6chte. Au\u00dferdem durfte man nur Gesch\u00e4fte im Radius von 2km besuchen.<\/p>\n<p>Vor ein paar Wochen wurden dann zu meiner Freude die arch\u00e4ologischen St\u00e4tten wieder ge\u00f6ffnet, Museen bleiben aber weiterhin geschlossen. Ich habe direkt am Tag der \u00d6ffnung mit einer meiner Mitbewohnerinnen die Akropolis besucht, was genau mein 20. Besuch auf der Akropolis war. Mittlerweile war ich schon 4 Mal dieses Jahr dort, also in meinem Leben insgesamt 23 Mal. <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/6monateinathen\/files\/2021\/04\/P1090140.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-118\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/6monateinathen\/files\/2021\/04\/P1090140-300x450.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/6monateinathen\/files\/2021\/04\/P1090140-300x450.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/6monateinathen\/files\/2021\/04\/P1090140.jpg 683w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Seit dem 03.04. ist es erlaubt am Wochenende in seiner Region \u2013 also f\u00fcr mich in Attika \u2013 zu reisen. Zu diesem Anlass bin ich mit einem griechischen Freund zum Poseidon Tempel von Kap Sounio gefahren. <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/6monateinathen\/files\/2021\/04\/P1080413.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-117\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/6monateinathen\/files\/2021\/04\/P1080413-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/6monateinathen\/files\/2021\/04\/P1080413-300x200.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/6monateinathen\/files\/2021\/04\/P1080413-768x512.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/6monateinathen\/files\/2021\/04\/P1080413.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Seit letzten Montag, also dem 05.04. ist auch in Attika trotz der steigenden Coronafallzahlen das click-away und click-in in Gesch\u00e4ften wieder erlaubt. Seitdem ist die v\u00f6llig ausgestorbene Stadt vom Anfang meines Aufenthalts wieder mit Leben gef\u00fcllt.<\/p>\n<p>Das Semester in Griechenland hat schon am 01.03. begonnen und mein Sprachkurs sogar schon 2 Wochen eher. Daher hatte ich dieses Fr\u00fchjahr leider gar keine Semesterferien und das merke ich leider auch ein bisschen. Alle meine Kurse sind auf Neugriechisch, dauern anders als in Deutschland jeweils 3 Zeitstunden und haben am Ende des Semesters eine Pr\u00fcfung, in der die Inhalte abgefragt werden. Mir f\u00e4llt es, ehrlich gesagt, relativ schwer den Kursen zu folgen, insbesondere wenn die Pr\u00e4sentanionen der Dozierenden zu viel oder zu wenig Text enthalten. Trotz meiner leicht schwindenden Motivation macht mir die Uni Spa\u00df und ich sehe es als eine Chance \u00fcber mich selbst herauszuwachsen.<\/p>\n<p>Der Lockdown und die steigenden Fallzahlen l\u00f6sen in mir einen Konflikt zwischen der Vernunft zu Hause zu bleiben und Kontakte zu vermeiden und die Sehnsucht meine Zeit hier zu nutzen und zu genie\u00dfen aus. Ich bin in erster Linie sehr froh, so tolle Mitbewohnerinnen zu haben, da ich mir ein Erasmus online Semester ohne jegliche Kontakte gar nicht vorstellen kann. Neben diesen habe ich auch ein paar Erasmus Studierende wie aus meinem Sprachkurs getroffen. Ich m\u00f6chte aber eigentlich nicht in dieser Erasmus Bubble bleiben und am richtigen griechischen Leben teilzunehmen. W\u00e4hrend meines Freiwilligendienst hatte ich nur zu Menschen meiner Arbeit und zu den anderen Freiwilligen Kontakt, was im R\u00fcckblick sehr schade ist. Die Studierenden meines Departments sind auf Facebook sehr aktiv und sind alle sehr hilfsbereit mir meine Fragen zu beantworten. Gestern habe ich ein M\u00e4dchen aus meinem Studiengang und ein paar ihrer Freunde getroffen und mit ihnen und einer meiner Mitbewohnerinnen die griechische Agora und die Akropolis besucht. Ich habe au\u00dferdem meine Neugriechischlehrerin, bei der ich 2 Semester Neugriechisch in K\u00f6ln gelernt habe, hier in Athen besucht.<\/p>\n<p>Insgesamt bin ich sehr gl\u00fccklich in Athen zu sein. Manchmal bin ich ein bisschen frustriert oder sehne mich nach dem normalen Leben (mit offenen Museen und Reisem\u00f6glichkeiten!!!!). Besonders am Anfang hat es mich unglaublich angestrengt den ganzen Tag Englisch (und ein bisschen Griechisch) zu sprechen und manchmal vermisse ich es schon, mich ohne Sprachbarriere auszudr\u00fccken. Abends falle ich immer sehr ersch\u00f6pft aber zufrieden ins Bett. Manchmal ist es f\u00fcr mich schwer zu realisieren, dass ich nicht tr\u00e4ume, sondern wirklich wieder in dieser wunderbaren Stadt zu leben.<\/p>\n<p>Es gibt noch so viel zu erz\u00e4hlen, aber das ist erstmal eine erste Zusammenfassung meiner ersten 7 Wochen zur\u00fcck in Athen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit dem 20. Februar bin ich wieder in Athen. Genau 2 Jahre nachdem ich von meinem Freiwilligendienst 2019 wieder zur\u00fcck nach Deutschland gekehrt bin. 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