Das täuschende Zeitgefühl

Am letzten Freitag ist nun mein letzter Arbeitstag gewesen. Wenn ich darüber nachdenke, ist das Jahr dann doch schnell vorbei gegangen, auch wenn es an manchen Tagen nicht so schien, sondern sich hinzog, und an Anderen dachte man, dass ja noch so viel Zeit sei, um sich dies und jenes anzuschauen und dies und jenes zu machen. Aber so erscheint die Zeit immer unterschiedlich schnell zu vergehen, immer abhängig von dem eigenen Tun, Wohlbefinden und Gedanken.

Wenn ich so an meine Arbeit zurückdenke, verging die Zeit am Anfang sehr schnell, weil alles so neu und aufregend war, dann mit dem Alltag kamen manche Tage oder Wochen, die sich nur so hinzogen, weil ich nicht viel zu tun hatte oder es an manchen Stellen langweilig war. Am Ende des Jahres mit meinen verschiedenen Arbeitsfeldern, im Kindergarten, beim Sommercamp und zuletzt bei den Projektvorbereitungen zum PASCH-Jubiläum (PASCH ist ein Netzwerk für die Schulen, die das Deutschzertifikat anbieten) verging die Zeit wieder größtenteils schneller.

Ähnlich sah es aus mit dem Erkunden von Griechenland aus. Zu Beginn waren wir größtenteils in Athen, um die Stadt besser kennenzulernen, und uns besser orientieren zu können. Deshalb habe wir viele „Touristen-Sachen“ gemacht, aber dann kam der Moment, da wollten wir nicht mehr als Touristen wahrgenommen werden, weil wir hier arbeiten und für ein Jahr leben und nicht sofort einer Gruppe von Leuten zugeordnet werden, die sowieso nur für kurze Zeit da sind, was wir eben nicht waren. Deshalb versuchten wir uns mit Kleinigkeiten anzupassen. Wir zogen zur Arbeit lange Kleidung an und gingen erst später essen und versuchten auf Griechisch zu kommunizieren, auch wenn wir untereinander natürlich weiterhin Deutsch sprachen, was uns natürlich schon von den Griechen abhob, aber es klappte ganz gut.

In der zweiten Hälfte des Jahres hatten wir dann das Bedürfnis mehr von Griechenland zu sehen und nicht nur Athen. Nun kannten wir die Teile der Stadt, wo wir uns oft aufhielten und es fühlte sich bekannt an. Denn auch mit der Marke, dass die Hälfte schon vorbei ist, verstärkt sich der Gedanke, dass die Zeit doch so schnell vergeht und man nicht alles aufschieben kann. Deshalb fingen wir an Ausflüge fest zu planen. Besonders, als die Temperaturen sehr anstiegen, wollten wir auch Inseln besuchen, von denen praktischer Weise ein paar in kurzer Zeit erreichbar sind. Das faszinierende an den verschiedene Inseln ist, dass jede Insel einzigartig ist und für etwas Anderes steht. Weshalb wir dann auch viele verschiedene besuchen wollten, um uns ein eigenes Bild machen zu können.

Nun zum Ende heißt es natürlich noch ein wenig reisen, um Neues kennenzulernen und etwas zu sehen, was man sonst nicht sehen würde, wenn man nicht dieses Jahr in Athen verbracht hätte. Denn mir ist klar geworden, dass man, um etwas Neues zu entdecken, nicht mehrere Stunden mit dem Flugzeug fliegen muss, sondern auch vor unserer Nase in Europa, aber auch in Deutschland noch so viel zu entdecken gibt, was man sich erstmal anschauen kann.

(Das hier ist natürlich nur ein ganz, ganz grober Überblick. Aber alle Erfahrungen, die ich gemacht habe, lassen sich erstens nicht in Worte fassen und wären ein großer chaotischer Haufen, wobei manche mehr und andere weniger wichtig sind. Aber vor Allem ist so viel passiert, dass ich gar nicht erfassen kann, was ich alles gelernt habe, was ich aus dem Jahr mitnehme und was mein weiteres Leben in gewisser Weise verändert.)

1 Comment

  1. Gisela Giersberg

    Liebe Carolin, ja die Zeit rennt, nun ist fast ein Jahr vergangen und es ging rasent schnell! Du hast Dir sehr viel von Griechenland angesehen und wirst sicher oft an die Zeit zurück denken! Ich freue mich auf Dein Wiedersehen Oma 👵 Gisela

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.